War on Terror
So schön man bis zur Nasenspitze seiner Einheiten heranzoomen kann, als Strategiespieler möchte man doch lieber weit weg mit der Kamera. Gerade die fliegenden Helikoptereinheiten lassen sich nur schwer mit der Maus erfassen. Wenn Sie mit einer recht tief eingestellten Kamerasicht spielen, kommen Sie noch am besten zurecht und haben einen schönen Ausblick ins Gelände. Aus unserer Sicht unschön: Das Interface ist einfach viel zu groß. Fast hat man den Eindruck, dass hier noch mit einer Auflösung von 640x480 gearbeitet wird.
Drehbuchwirrwar
Fast so chaotisch wie die Wegführung gestaltet sich auch die Hintergrundgeschichte. Bekommt man im Intro und in der ersten Kampagne noch wenigstens ab und zu eine technisch schwache Videosequenz zu Gesicht, gibt es im übrigen Spiel lediglich recht hingeschluderte Konzeptzeichnungen zu bewundern.
Ständig wechselnde Erzählerstimmen und wilde Sprünge zwischen den Schauplätzen sorgen eher für Verwirrung, als dass man die ohnehin komplizierte Verwicklungs- und Verschwörungsgeschichte richtig verstehen könnte. Die gesamte Story-Präsentation wirkt schlichtweg noch unausgegoren.
Intelligenz vorhanden?
Irgendwann findet sich der Spieler mit der Wegfindungsproblematik ab und geht dazu über, sich auf die Kämpfe zu konzentrieren. Doch auch hier erntet War on Terror keine guten Noten. Viel zu schnell stellt sich heraus, dass die künstliche Intelligenz nicht ausreichend in der Lage ist, auf Angriffe zu reagieren, wenn Sie als Spieler außerhalb des gegnerischen Sichtradius agieren.
So schickt man immer wieder einfach die Scharfschützen im getarnten Modus herum, um stationäre Gegner aufzuspüren. Mit weitreichender Artillerie oder den Scharfschützen lassen sich fast alle Bedrohungen beseitigen. Für den Fall, dass die KI doch einmal reagiert, schicken Sie eine Hand voll Sanitäter mit, die bei Bedarf automatisch Ihre Truppen heilt. So halten Infanteristen selbst starkem Gewehr- oder Panzerbeschuss fast ewig stand.
Apropos Panzergefechte: Da die feindlichen Einheiten immer sehr, sehr spät sichtbar sind, beginnen die Panzer quasi erst auf Rohrlänge, zu feuern, was reichlich unrealistisch wirkt.
Echt schade
Nach knapp 17 Stunden sind alle drei Einzelspielerkampagnen durchgespielt - und War on Terror hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Grafik und Leveldesign versprachen einen wahren Leckerbissen, der am Ende aber an den beiden wichtigsten Elementen, nämlich der Wegfindung und der künstlichen Intelligenz, scheitert.
