EA Sports WRC: Codemasters greift nach dem Rallye-Thron

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Special David Benke - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
EA Sports WRC: Codemasters greift nach dem Rallye-Thron
Quelle: Codemasters / EA Sports

Es ist wieder Zeit, im Dreck zu wühlen: Codemasters und Electronic Arts haben ihre neue Rennsimulation EA Sports WRC angekündigt, das offiziell lizenzierte Spiel zur Rallye-Weltmeisterschaft. Wir konnten reinspielen und mit den Entwicklern sprechen. Unsere ersten Eindrücke lest ihr in der Vorschau.

Macht das EA Sports WRC zu einer ausgewachsenen Rennsimulation? Die Macher wollen mit dem Begriff lieber etwas vorsichtig sein. "Es verfolgt die Blutlinie der Colin-McRae- und Dirt-Rally-Spiele", heißt es lediglich. Codemasters liefert also eine seriöse Herangehensweise ans Thema Rallye, aber eben auch keine absolute Hardcore-Erfahrung, wie etwa iRacing oder rFactor. Es gibt eine Reihe von Assistenten und Fahrhilfen, von Traktionskontrolle über ABS bis hin zur automatischen Bremse. Die lassen sich in Slidern von Stufe 1 bis 5 dosieren. Gleiches gilt für den Schwierigkeitsgrad, da reicht die Skala aber von 1 bis 100. Nettes neues Extra: Bei den Weganweisungen eures Beifahrers gibt es jetzt sogar die Möglichkeit, einfache Pacenotes einzustellen. Wer mit "Links 5" also nichts anfangen kann, bekommt künftig einfach "leichte Linkskurve" gesagt. Auch an Barrierefreiheitsoptionen wie Modi für Farbenblinde mangelt es nicht.

Über die Grafik können wir uns noch kein finales Urteil bilden. Final war unser Build noch nicht. Festhalten lässt sich nur: In 4K und mit Anti-Aliasing schaut WRC schon schick aus, es haut einen aber nicht vom Hocker, wie das etwa Gran Turismo 7 macht. Next-Gen-Grafik gibt es trotz des alleinigen Fokus auf PS5- und Xbos-Series-Konsolen nicht.

Der Soundtrack ist auch eher mau und der deutsche Kommentar von Lina van de Mars so mies, dass man ihn lieber ausstellen möchte.

Zumindest spielerisch wirkt alles aber auf jeden Fall schon mal rund. Inhaltlich gibt's auch nichts zu meckern. Okay, Rallyecross wurde zwar komplett gestrichen.

Dafür kommt Regularity Rallye als nette Ergänzung dazu. Da geht es nicht darum, als schnellstes über die Ziellinie zu brettern, sondern genau im richtigen Moment!

Es gibt Zeitvorgaben für jeden einzelnen Checkpoint, die auf die Sekunde penibel eingehalten werden müssen. Sonst droht eine saftige Strafe.

Ein Rennauto springt über eine verschneite Kuppe. Quelle: Codemasters / EA Sports

Der vierte Rennstall

Zur Auswahl stehen diverse Modi, allen voran natürlich die Karriere. Die ist im Vergleich zu Dirt Rally ordentlich umgekrempelt worden und präsentiert sich größer als jemals zuvor.

Ähnlich wie in MyTeam aus F1 23 könnt ihr jetzt euren eigenen Rennstall aufbauen. Dabei dürft ihr aber sogar ein komplett eigenes Auto zusammenbasteln!

Der Prozess beginnt mit einem blanken Fahrgestell und der Frage: Wo packt ihr euren Motor hin? Nach vorne, nach hinten oder doch in die Mitte? Danach geht's an die Auswahl der mechanischen Einzelteile.

Insgesamt gibt es acht verschiedene Kategorien, die ihr anpassen könnt - darunter die Bremsen, das Getriebe oder die Aufhängung.

Eine Reihe von Automodellen stehen nebeneinander in einer Garage. Quelle: Codemasters / EA Sports Wichtig dabei: ein gutes Budget-Management. Wie in der echten WRC habt ihr auch im Lizenz-Spiel nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung. Ihr müsst euch also entscheiden, was ihr mit denen am besten anstellt. Versucht ihr die Kohle möglichst ausgeglichen über alle Bereiche zu verteilen?

Oder investiert ihr gezielt in einen Bereich, in dem ihr persönliche Schwächen seht? Als Bruchpilot, der gerne mal in einem Baum landet, bietet sich beispielsweise ein widerstandsfähiger Kühler an.

Hochwertigere Teile sind nicht nur teurer, sie bieten auch umfangreichere Tuning-Optionen. Bei gebrauchten Komponenten habt ihr immerhin noch ein paar davon.

Wer qualitativ minderwertige Ware kauft, kann gar nichts anpassen - und schon mal mit Defekten rechnen. Kaufste billig, kaufste zweimal. So entfaltet sich ein echter Balance-Akt zwischen Kosten, Haltbarkeit und Performance, in dem sich Fans stundenlang verlieren können.

Passt das technische Grundgerüst, geht es ans Äußere. Ihr sucht euch die passenden Karosserie-Teile für euren Boliden aus: Spoiler, Schürzen, Felgen und dergleichen. Dann steht noch das Innendesign an, wo ihr sogar euer Armaturenbrett und euer Lenkrad einstellen könnt. Im Editor pappt ihr ein paar Lackierungen und Sticker drauf - und dann geht's ab auf die Piste!

Long Way to the Top

Ein Subaru Impreza fährt über eine Offroad-Strecke. Quelle: Codemasters / EA Sports Mit eurer Karre dürft ihr antreten, wo immer ihr wollt: in der WRC, der WRC 2, aber auch in der Junior WRC. Dank multi-saisonalem Ansatz besteht auch die Chance, ganz unten anzufangen und sich dann Stück für Stück nach oben durchzuarbeiten.

Damit ihr dabei Erfolg habt, reicht es aber nicht, das beste Auto zu haben. Auch organisatorisches Talent ist gefragt: Ihr heuert Ingenieure an, entscheidet, bei welchen Rennevents ihr antreten wollt, oder baut eine zweite Crew auf, um dann um die Konstrukteurswertung mitzufahren.

Einen dynamischen Fahrermarkt wird es hier, anders als F1, wohl nicht geben. Schuld daran ist laut Codemasters die Lizenzierung. Ihre Fahrer plötzlich bei anderen Rennställen als im echten Leben zu sehen - das passt nicht allen Rechteinhabern. Es steht aber definitiv ein Pool aus KI-Piloten zur Auswahl, die jeweils mit verschiedenen Fähigkeiten und Gehaltsvorstellungen daherkommen.

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Roman_Reigns Hobby-Spieler/in
        Zitat von Micha_Regelt
        Umgekehrt sieht das schon anders aus. Kein erfolgreicher Rallye-Fahrer konnte jemals einen Fuß in die Formel 1 setzen. Frag dich mal warum? Die körperliche Belastung, die Präzision, die Geschwindigkeiten sind dann halt doch ganz andere als in der WRC.
        Ganz andere finanzielle Hürden stehen dem im Weg, nicht das fahrerische Können. Das ist der Hauptgrund, weswegen es weniger ehemalige Rallyfahrer in der F1 gibt, als umgekehrt. Auch die Altersstruktur des Fahrerfeldes ist eine ganz andere den beiden Klassen. Es gibt überall Ausnahmetalente und Rohrkrepierer. Aber Fakt ist auch, dass nirgendwo sonst weniger das Talent, als vielmehr Papa‘s Brieftasche über den Einstieg in die Rennklasse entscheidet, wie in der Formel 1.
        Bin sehr rennsportbegeistert. Für mich persönlich ist die Formel 1 in den letzten Jahren jedoch völlig uninteressant geworden und der Rallysport hat die F1 schon längst in meinem persönlichen Ranking vom Thron gestoßen.
      • Von Roman_Reigns Hobby-Spieler/in
        Zitat von Micha_Regelt
        Umgekehrt sieht das schon anders aus. Kein erfolgreicher Rallye-Fahrer konnte jemals einen Fuß in die Formel 1 setzen. Frag dich mal warum? Die körperliche Belastung, die Präzision, die Geschwindigkeiten sind dann halt doch ganz andere als in der WRC.
        Ganz andere finanzielle Hürden stehen dem im Weg, nicht das fahrerische Können. Das ist der Hauptgrund, weswegen es weniger ehemalige Rallyfahrer in der F1 gibt, als umgekehrt. Auch die Altersstruktur des Fahrerfeldes ist eine ganz andere den beiden Klassen. Es gibt überall Ausnahmetalente und Rohrkrepierer. Aber Fakt ist auch, dass nirgendwo sonst weniger das Talent, als vielmehr Papa‘s Brieftasche über den Einstieg in die Rennklasse entscheidet, wie in der Formel 1.
        Bin sehr rennsportbegeistert. Für mich persönlich ist die Formel 1 in den letzten Jahren jedoch völlig uninteressant geworden und der Rallysport hat die F1 schon längst in meinem persönlichen Ranking vom Thron gestoßen.
      • Von Demanufacture Gelegenheitsspieler/in
        Körperliche Belastung in einem Wrc ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.
        Wird ja auch in Ländern mit höheren Temperaturen gefahren und da sehe ich keinen großen Unterschied zu F1. Bzw in den Fahrzeugen kann es durchaus hohe Temperaturbelastung herrschen.

        Würde sagen, dass bei F1 halt höhere Seitenkräfte vorhanden sind (Nackenbelastung z.B.), dafür sind die Rallyfahrer eher vertikalen Belastungen (Finnland, Sprünge etc) ausgesetzt.
        F1 kann zwar ebenfalls gefährlich sein allerdings hat man da eher sichere Auslaufzonen.
        Rallyetappen verzeihen Fehler eher selten. Deswegen ist hier Präzision noch mehr gefragt, weil man zwar nicht mit 300kmh rumfährt sondern man muss die Geschwindigkeit im Verhältnis zur Strassenbreite sehen.
        Auf dem F1 Kurs herrscht eigentlich eher eine konstante Oberflächenbeschaffenheit (ausser bei Regen). Bei Rally hast natürlich alles was möglich ist und je nach Startposition sind dann die Strassenbeschaffenheiten stetig wechselnd.

        Wrc und F1 sind halt 2 unterschiedliche Bereiche, aber ich bin ebenfalls der Meinung, dass Rally die "härtere Branche" ist. :)

        Was das Spiel angeht, da bin ich momentan nicht so überzeugt.
        Als Rallyfan und Spieler der alles in dem Bereich ausprobiert hat, würde mich über eine harte Rallysim freuen, aber befürchte, dass WRC ne zu große Priese Grip bekommen hat.
        DR2.0 litt unter dem Problem, dass es auf Asphalt kaum Grip hatte und nun hat man "nachgebessert".
        Mittlerweile gibt es viele Videos der Preview-Version und auch Livestreams.
        Und da sieht es stark danach aus, dass der Grip sogar auf losem Untergund übertrieben hoch ist.
        Auch wenn in den Fingern juckt, werde ich abwarten bis der Release erfolgt ist. Gehe nüchtern an die Sache heran, dann kann man auch nicht enttäuscht werden.
        Schauen wir mal.
      • Von Micha_Regelt Anwärter/in
        Zitat von snorri76
        Es IST die Königsklasse! F1 Fahrer sehen eine Kurve 100 Mal, Rallyefahrer sehen 100 Kurven 1 Mal.
        Das ist leider Bullshit.... Viele Formel 1 Fahrer waren in der Vergangenheit in einem Rallye-Auto sehr konkurrenzfähig und gewannen sogar Rennen.
        Umgekehrt sieht das schon anders aus. Kein erfolgreicher Rallye-Fahrer konnte jemals einen Fuß in die Formel 1 setzen. Frag dich mal warum? Die körperliche Belastung, die Präzision, die Geschwindigkeiten sind dann halt doch ganz andere als in der WRC.

        Zum Spiel na mal gucken, vielleicht mal im Sale oder so. Ich persönlich finde Rallye doch eher langweilig ^^
      • Von snorri76 NPC
        Es IST die Königsklasse! F1 Fahrer sehen eine Kurve 100 Mal, Rallyefahrer sehen 100 Kurven 1 Mal.
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