World of Warcraft macht per Virtual Reality am meisten Spaß
Mit der Übernahme von Oculus durch Facebook scheint das Thema Virtual Reality in buchstäblich greifbare Nähe gerückt zu sein. Was bringen die neuen Technologien für Gamer? Was hat Sony mit Project Morpheus vor?
"World of Warcraft macht per Virtual Reality am meisten Spaß"
Nate Mitchell, Leiter der Produktentwicklung bei Oculus Rift
Interview mit Nate Mitchell, Leiter der Produktentwicklung bei Oculus Rift.
PC Games: Wenn man die Oculus Rift benutzt, ist dies ein extrem intimes und abschottendes Erlebnis, während Facebook sich voll und ganz auf soziale Interaktion konzentriert. Sind diese beiden Herangehensweisen nicht etwas zu gegensätzlich?
Mitchell: "Ich glaube nicht. Schaut euch Call of Duty an oder Starcraft, League of Legends und World of Warcraft, das sind einige der erfolgreichsten Spiele der Welt und jedes davon setzt stark auf Mehrspieler- Erlebnisse. Wieso? Ganz einfach, weil Spieler, weil die gesamte Menschheit soziale Interaktion mag. Ich würde behaupten, dass gerade in Spielen solche sozialen Interaktionen die spaßigsten Momente erzeugen, einfach weil sie immer dynamisch und unvorhersehbar sind, oder nicht? Deshalb sehen wir Facebook nicht als eine Abweichung von unserem bisherigen Ziel an. Unserem Verständnis nach werden soziale Spiele - und damit meine ich nicht Farmville oder Candy Crush Saga, sondern eher Titel wie World of Warcraft - den meisten Spaß machen, wenn man sie per Virtual Reality erleben kann. Dazu stehe ich zu 100 Prozent."
PC Games: Viele Leute befürchten, dass Facebook Oculus nur gekauft hat, um im Bereich der tragbaren Technik-Spielereien Fuß fassen zu können und dass deshalb der Fokus nicht mehr auf Computer- und Videospielen liegen wird.
Mitchell: "Wir haben immer gesagt, dass wir unseren Fokus darauf legen, die bestmögliche Virtual- Reality-Hardware zu liefern, die es für Spiele gibt. Wenn wir genau das machen, dann bauen wir ein Stück Technik, das Spieler begeistert, das aber gleichzeitig all die anderen Arten von Entertainment, Kommunikation und Medien ausschließt. Spieler haben extrem hohe Erwartungen, doch wenn wir diese erfüllen können, dann haben wir ein großartiges Produkt geschaffen."
PC Games: Nur um es noch einmal klarzustellen: Es gibt keine Pläne, Oculus Rift in eine Art Google Glass zu verwandeln?
Mitchell: "Nein, derzeit gibt es keinerlei solche Pläne. Jedoch haben wir auch immer gesagt, wenn wir Virtual Reality versuchen zu perfektionieren, dann wollen wir es wirklich perfektionieren. Gleichzeitig würden wir aber auch gerne in den Bereich Augmented Reality vorstoßen, doch das bringt ganz andere, ganz neue Problemstellungen mit sich. Und ehrlich gesagt sind wir technologisch noch nicht so weit."
PC Games: Inwieweit sichert die Übernahme durch Facebook die Zukunft der Virtual Reality ganz generell ab?
Mitchell: "Die Übernahme durch Facebook ... na ja, sie bedeutet, dass Virtual Reality tatsächlich Realität wird. Im Endeffekt können wir all das, an dem wir bislang gearbeitet haben, nun im Turbo-Modus weiterführen. Das heißt, mehr Virtual-Reality-Inhalte, da wir mehr Budget haben, um Entwickler einzustellen. Ganz generell können wir jetzt mehr Leute einstellen, um an all den bestehenden und teilweise noch geheimen Projekten weiterzuarbeiten. Außerdem werden wir am Ende ein besseres und günstigeres Produkt liefern können, da wir nicht unbedingt Gewinn mit dem Head-Mounted-Display machen müssen. Außerdem könnten wir nun sogar einzelne Komponenten nach den Wünschen des Kunden anfertigen und das ist etwas, das im Bereich von Virtual Reality bisher keiner gemacht hat - abgesehen von militärischen Projekten oder für extrem gut betuchte Kunden."
Glückwunsch, Jungs, es ist großartig, eine neue Plattform auf dem Spielfeld zu haben
PC Games: Es gab ja einige heftige Reaktionen auf den Facebook-Deal, etwa dass Markus "Notch" Persson von Mojang angekündigt hat, die Oculus-Rift-Version von Minecraft zu streichen, weil Facebook nun mitmischt. Ist dies etwas, über das sich die Leute Sorgen machen müssen?
Mitchell: "Ich glaube, dass zunächst ein gewisses Gefühl des Schocks und der Verwirrung sich unter den Leuten breitmachte, nachdem der Deal bekannt wurde, und vor allem auch bei Notch, dessen Reaktion zu lesen natürlich weh tat. Wir versuchen aber das zu tun, wovon wir glauben, dass es Virtual Reality und Spiele an sich weiterbringt und wir gehen alle davon aus, dass es der richtige Schritt war. Firmen wie Electronic Arts oder Activision oder Blizzard zeigen nach der Übernahme durch Facebook viel mehr Interesse an unserer Entwicklung. Vorher bekamen wir eher Rückmeldungen wie 'Das ist verrückt', 'Ein Start-up-Unternehmen ist zu gefährlich', 'Das wird nie funktionieren'."
PC Games: Das heißt also, seit der Übernahme durch Facebook seid ihr auch in Gesprächen mit den großen Publishern?
Mitchell: "Natürlich. Wir bekamen eine E-Mail von jemandem, der sehr weit oben in der Hierarchie eines der großen Publisher steht. Er schrieb uns: 'Glückwunsch, Jungs, es ist großartig, eine neue Plattform auf dem Spielfeld zu haben' - und das war einer von denen, die uns in einem vorangegangenen Meeting noch sagte, dass Virtual Reality niemals funktionieren wird. [lacht] Doch es funktioniert und es heißt auch, dass Virtual Reality ein 'großes Ding' wird. Und das ist zum Teil der Grund dafür, warum wir den Facebook- Deal eingegangen sind."
PC Games: Es gab auch negative Rückmeldungen von einigen Kickstarter-Nutzern, die sich verraten fühlen, weil ihr euch an ein großes Unternehmen verkauft habt.
Mitchell: "Ja, das ist hart. Als wir die Kickstarter- Kampagne starteten, war das eine bewegende Erfahrung. Es hatte fast etwas Magisches, zu sehen, wie all diese Menschen Geld dafür spendeten und an uns glaubten und es so ermöglichten, dass wir die ersten Prototypen der Oculus Rift zusammenbauen. Und irgendwie glaubten wir, den Leuten genau das geliefert zu haben, was sie erwartet hatten - doch dann auf der Kickstarter-Seite Sachen zu lesen wie 'Fahrt zur Hölle', das war hart für uns. Und ich habe immer noch keine passende Antwort für diese Leute, außer dass ich noch mal sagen kann, dass wir immer noch am gleichen Traum arbeiten. Wir sind immer noch die gleichen Jungs und Mädels, die versuchen, Virtual Reality für immer zu verändern. Und dass die Leute uns doch bitte vertrauen sollen, denn wir werden am Ende etwas ganz Großes abliefern."
PC Games: Seid ihr wegen Project Morpheus von Sony besorgt? Oder sollte Sony eher Angst vor euch haben?
Mitchell: "Ich glaube, Sony hat da etwas ziemlich Interessantes in der Mache. Wir hatten im Vorfeld ja bereits gesagt, dass es unausweichlich ist, dass einer der großen Hersteller sich einmischen wird, wenn wir unsere Sache richtig machen. Am Ende des Tages bedeutet dies ja nur, dass mehr Augenmerk auf das Thema Virtual Reality gelegt wird, mehr Leute wissen darüber Bescheid, mehr Leute probieren es aus. Und das ist, denke ich, großartig für Virtual Reality allgemein. Wir sind zudem wirklich neugierig auf das, was Sony da in petto hat, und ich würde es wirklich gerne mal ausprobieren, denn es soll ja ziemlich gut sein."

ROFLMAO, jetzt wo du es sagst - Sehr sehr nice.
Ich muss auch ein Lob los werden. Das war der beste Artikel in der PCG seit laaaanger Zeit :D
Danke
Nichts gegen den Artikel selbst, den fand ich gut.