Victoria 3 im Test: Globalstrategie, die den Namen echt verdient

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Test Olaf Bleich - Autor Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 14,35 €
Victoria 3 im Test: Globalstrategie, die den Namen echt verdient
Quelle: Plaion / Paradox

In Paradox' Grand-Strategy-Game Victoria 3 seid ihr Herrscher eurer Nation & leitet sie durch 100 Jahre Geschichte. Wie viel Spaß das macht, klärt der Test!

Die wichtigsten Währungen packt Victoria 3 dabei ins linke obere Bildschirmeck. Hier findet ihr etwa euren aktuellen Etat sowie die zur Verfügung stehenden Punkte in den Bereichen Bürokratie, Autorität und Einfluss. Diese drei Faktoren bestimmen schlussendlich viele der fortgeschrittenen Möglichkeiten, mit denen ihr Einfluss auf die Innen- und Außenpolitik nehmt. Als besonders nützlich erweist sich die daneben befindliche Warnleuchte, die euch etwa auf inaktive Handelsrouten oder andere Probleme hinweist. Mit der Zeit werdet ihr diese Funktion sehr zu schätzen wissen, da ihr Augen und Ohren nicht überall haben könnt.

Auch hier gilt: Paradox probiert viel, um Victoria 3 überschaubar zu gestalten. Dabei kollidieren aber auch gerne Funktionen miteinander. Gerade, wenn ihr die Zeit per Tastendruck vorspult, stapeln und überlappen sich die Aufgaben und Entscheidungen. Am unteren rechten Bildschirmrand türmen sich die Nachrichten förmlich auf und wer nicht aufpasst, dem gehen bestimmte Informationen allzu schnell durch die Lappen. Hier wären automatische Zeitstopps sicherlich besser gewesen.

Das Leben als Staatsoberhaupt

Aber was macht man in Victoria 3 denn jetzt eigentlich? Schließlich dauert eine Partie je nach Spieltempo gerne zwischen 20 und 40 Stunden. Einen wichtigen Tipp gibt das Spiel im Tutorial: Nicht kleckern, sondern klotzen! Einen Großteil der Zeit seid ihr mit dem Optimieren der Wirtschaft beschäftigt.

Im Verlauf des Spiels werdet ihr immer wieder mit Aussagen oder Ereignissen konfrontiert und müsst auf diese reagieren. Diese Entscheidungen nehmen oft Einfluss auf die Interessengruppen und Parteien. Quelle: PC Games/Medienagentur plassma Im Verlauf des Spiels werdet ihr immer wieder mit Aussagen oder Ereignissen konfrontiert und müsst auf diese reagieren. Diese Entscheidungen nehmen oft Einfluss auf die Interessengruppen und Parteien.

Ohne Geld läuft schließlich nichts. Jede Provinz besitzt Einrichtungen in den Kategorien Stadtgebäude, Ressourcen, Landwirtschaft und Entwicklung. So erweitert ihr beispielsweise eure Industrie und passt mit technischen Errungenschaften die Produktionsmethoden an

Darüber hinaus kümmert ihr euch um den Handel und legt Routen für den Import und Export fest. Diese in vielen Spielen sehr überladene Funktion ist in Victoria 3 erstaunlich simpel und über wenige Klicks zu bedienen.

Nach der Vorbereitungsphase tritt dieser Krieg in die offene Konfrontation ein. Frankreich versucht das belgische Wallonien zu erobern, die Verteidiger wiederum haben sich mit Großbritannien, den Niederlanden und Preußen Verstärkung an die Seite geholt. Quelle: PC Games/Medienagentur plassma Nach der Vorbereitungsphase tritt dieser Krieg in die offene Konfrontation ein. Frankreich versucht das belgische Wallonien zu erobern, die Verteidiger wiederum haben sich mit Großbritannien, den Niederlanden und Preußen Verstärkung an die Seite geholt.

Die am unteren Bildschirmrand platzierten Linsen dienen in diesem Fall als Abkürzung, um Aufgaben in der Produktion, Politik, Diplomatie, Militär und Handel schnell zu erreichen. In der Produktion etwa findet ihr eine Übersicht über Gebäude in den Bereichen Landwirtschaft, Ressourcen und Industrie sowie ihre Wirtschaftlichkeit und den möglichen Ertrag, den eine Erweiterung mit sich bringt.

Daher müsst ihr euch nicht durch alle Regionen klicken, sondern erledigt bestimmte Dinge "wie am Fließband". Alternativ könnt ihr diese Abläufe auch automatisieren, was im Test jedoch rasch zu finanziellen Problemen führte. Das Nachrüsten mit erforschten Technologien und das langsame Aufrüsten der Möglichkeiten sind dagegen Teil des Micromanagements und können den Unterschied ausmachen.

In der konstitutionellen Monarchie Frankreichs setzt ihr nach den Wahlen die Regierung zusammen. Besonders wichtig ist hier ein solider Legitimitätswert, damit sich die Bürger auch repräsentiert fühlen.  Quelle: PC Games/Medienagentur plassma In der konstitutionellen Monarchie Frankreichs setzt ihr nach den Wahlen die Regierung zusammen. Besonders wichtig ist hier ein solider Legitimitätswert, damit sich die Bürger auch repräsentiert fühlen. 

Die Forschung läuft im Hintergrund über den in Produktion, Militär und Gesellschaft unterteilten Technikbaum ab. Dafür notwendige Innovationswerte sammelt ihr an Universitäten. Je mehr mit Wissen gearbeitet wird, desto schneller schreitet auch die Forschung voran. Wer sich hier also clever anstellt, kann sich gegenüber anderen Nationen schnell den Vorteil verschaffen und etwa mit Verbrennungsmotoren oder Ölturbinen protzen.

Diplomatie und Strategie

Doch bei allem Fortschritt müsst ihr auch euer Volk, die sogenannten Pops und ihre Interessenvertreter beziehungsweise Parteien, im Blick behalten. Ihr Leben beeinflusst ihr maßgeblich durch Gesetze und auch das Bilden der Regierung. Das heißt im Klartext: Entscheidungen werden nie von jedermann positiv aufgenommen.

Im schlimmsten Fall können Gesetze oder Missstände wie Krieg oder Hunger sogar Gruppe radikalisieren. Daraus resultieren schließlich Unruhen oder Revolutionen, die zu einem neuen Machtgefüge führen können. Um dem entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

So stärkt ihr Interessenvertreter beziehungsweise Parteien mithilfe von Einfluss-Punkten und bessert dadurch ihre Laune. Unruhen könnt ihr aber auch einfach per Erlass "brutal niederschlagen".

Im Nachbarland Schweiz tobt ein Bauernaufstand. Zum Start von Konflikten könnt ihr euch entscheiden, auf welcher Seite ihr eingreift oder ob ihr neutral bleibt. Quelle: PC Games/Medienagentur plassma Im Nachbarland Schweiz tobt ein Bauernaufstand. Zum Start von Konflikten könnt ihr euch entscheiden, auf welcher Seite ihr eingreift oder ob ihr neutral bleibt.

Erlasse sind ohnehin ausgesprochen nützlich. Nicht nur, um den gemeinen Despoten raushängen zu lassen, sondern vor allem, um bestimmte Bereiche zu fördern oder zu kontrollieren. Das Schöne an Victoria 3 ist nämlich, dass es für nahezu alle Probleme eine Lösung gibt - man muss sie nur kennen!

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Superkuh Mitglied
        Zitat von Nevrion
        Ja, du verstehst mich falsch. Gemeint war, ob sich alle Länder grundlegend gleich spielen, ob manche in bestimmten Bereichen eher Vorteile oder Nachteile haben, insbesondere mit Blick auf die Expansion. Eine Art Fokus-Baum ala Hearts of Iron 4 konnte ich jedenfalls noch nicht finden. Eher mehr oder minder zufällige historische Ereignisse, auf die man dann reagieren kann.
        Aye, mein Fehler. Frag mich lieber nicht, warum ich generisch mit prozedural generiert in einen Topf geworfen habe :-D

        Aufgrund von Zeitmangel habe ich Im Spiel bisher leider nur ca. zwei Stunden ins Tutorial reinschnuppern können (falls man es überhaupt als Tutorial bezeichnen kann; das CK3-Tutorial hat einen besser ins Spiel gebracht). Das meiste war jedoch nur Lesearbeit der Tooltips. Außer dass es einen schönen Eindruck macht und dass es recht komplex wirkt kann ich noch nicht viel sagen. Aber macht Lust auf mehr und am Wochenende nehme ich mir wahrscheinlich richtig Zeit dafür. Auch die Tutorials von Steinwallen werden sicher hilfreich sein.

        Ich finde es schade, dass die Tester nichts zu deiner Frage hier posten und sich in Schweigen hüllen. Felix und Matthias zum Beispiel interagieren ein bisschen mehr mit der Community, was ich auch wichtig finde. Bis ich wirklich was zu dem Thema schreiben kann, hat sich das wahrscheinlich schon längst für dich erledigt.
      • Von Superkuh Mitglied
        Zitat von Nevrion
        Ja, du verstehst mich falsch. Gemeint war, ob sich alle Länder grundlegend gleich spielen, ob manche in bestimmten Bereichen eher Vorteile oder Nachteile haben, insbesondere mit Blick auf die Expansion. Eine Art Fokus-Baum ala Hearts of Iron 4 konnte ich jedenfalls noch nicht finden. Eher mehr oder minder zufällige historische Ereignisse, auf die man dann reagieren kann.
        Aye, mein Fehler. Frag mich lieber nicht, warum ich generisch mit prozedural generiert in einen Topf geworfen habe :-D

        Aufgrund von Zeitmangel habe ich Im Spiel bisher leider nur ca. zwei Stunden ins Tutorial reinschnuppern können (falls man es überhaupt als Tutorial bezeichnen kann; das CK3-Tutorial hat einen besser ins Spiel gebracht). Das meiste war jedoch nur Lesearbeit der Tooltips. Außer dass es einen schönen Eindruck macht und dass es recht komplex wirkt kann ich noch nicht viel sagen. Aber macht Lust auf mehr und am Wochenende nehme ich mir wahrscheinlich richtig Zeit dafür. Auch die Tutorials von Steinwallen werden sicher hilfreich sein.

        Ich finde es schade, dass die Tester nichts zu deiner Frage hier posten und sich in Schweigen hüllen. Felix und Matthias zum Beispiel interagieren ein bisschen mehr mit der Community, was ich auch wichtig finde. Bis ich wirklich was zu dem Thema schreiben kann, hat sich das wahrscheinlich schon längst für dich erledigt.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Zitat von Superkuh
        Vielleicht verstehe ich dich hier etwas falsch, aber macht das nicht allgemein den Reiz aus, dass sich in Strategiespielen nicht immer alles gleich spielt?
        Ja, du verstehst mich falsch. Gemeint war, ob sich alle Länder grundlegend gleich spielen, ob manche in bestimmten Bereichen eher Vorteile oder Nachteile haben, insbesondere mit Blick auf die Expansion. Eine Art Fokus-Baum ala Hearts of Iron 4 konnte ich jedenfalls noch nicht finden. Eher mehr oder minder zufällige historische Ereignisse, auf die man dann reagieren kann.
      • Von Superkuh Mitglied
        Danke für den schönen Test, ich freue mich schon richtig auf heute Abend. Ich habe Victoria2 leider nie gespielt, da ich schon recht lange gebraucht habe, mit Crusader Kings 3 richtig warm zu werden. Und das, obwohl ich Strategiespiele wie Civ immer geliebt habe. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten hat es sich aber dennoch zu meinem Lieblingsspiel entwickelt und mittlerweile wünsche ich mir mehr und mehr Komplexität wie beim Vorgänger (an dessen Lernkurve ich damals zerschellt bin). Jetzt bin ich gespannt wie es ist, mal wieder mit vollem Anlauf ohne Schutzausrüstung gegen die nächste Wand zu rennen :-D Aber das Thema komplexe Sozial- und Wirtschaftssimulation reizt mich auf jeden Fall sehr, von daher werde ich mich auf jeden Fall reinknien.

        Ich finde es auch gut, dass das Kampfsystem hier entschlackt wurde. Das Whack-a-mole-Prinzip mit dem ständigen Verfolgen der gegnerischen Truppen wie bei den anderen Paradox-Spiele würde das feine Micromanagement sicher sehr erschweren. Ich vernachlässige in CK3 während den Kriegen manchmal leider etwas die anderen Dinge im Eifer des Gefechts.

        Zitat von Nevrion
        So wie ich es aus dem Test entnehme scheint sich aber trotz einiger historischer Ereignisse jedes Land generisch zu spielen. Das ist mit Blick auf das Zeitalter des Imperialismus eigentlich eher ernüchternd.

        Vielleicht verstehe ich dich hier etwas falsch, aber macht das nicht allgemein den Reiz aus, dass sich in Strategiespielen nicht immer alles gleich spielt? Für mich ist das eines der großen Pluspunkte in Paradox-Spielen, dass der Start historisch ziemlich akkurat recherchiert wurde, man dann aber die Geschichte komplett neu schreiben kann und die KI durch zufällige Events dabei unterstützt oder Dinge erschwert. So gleicht fast kein Spieldurchlauf dem vorigen, selbst wenn man den gleichen Start hat. Wäre alles mehr oder weniger gescripted, wären die Handlungen auch der anderen Länder stets vorhersehbar und irgendwann langweilig. Klar, die KI ist nie perfekt und hat immer ihre Macken, aber Immerhin spielt die KI in den Paradox-Spielen mit den selben Regeln wie der Spieler und schummelt nicht so offensichtlich, wie viele andere Strategiespiele. Oder es fällt mir zumindest nicht auf :-D
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        So wie ich es aus dem Test entnehme scheint sich aber trotz einiger historischer Ereignisse jedes Land generisch zu spielen. Das ist mit Blick auf das Zeitalter des Imperialismus eigentlich eher ernüchternd.
        Überhaupt ist weniger manchmal mehr und so scheint man sich hier bei den Entwicklern in den Wirtschaftszweigen in jeden noch so unnötigen Detail vertieft zu haben, statt dem Spieler Dinge zu offenbaren auf die er hinarbeiten kann.
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