Venetica im Test: Wie spielt sich Venetica?

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Special Sebastian Thöing Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Noch lesen Sie keinen Test zu Venetica auf pcgames.de. Das hat gute Gründe. Welche? Das verrät Ihnen PC Games Redakteur Felix Schütz und geht gleichzeitig auf wichtige Aspekte des Spiels ein und verrät, was gut und was schlecht ist.

2. Tote in Venedig - wie spielt sich Venetica?

Die Steuerung von Venetica geht leicht von der Hand. Quelle: dtp Entertainment / Deck 13 Die Steuerung von Venetica geht leicht von der Hand. Steuerung und Leveldesign
Ich meine: sehr gut. Die Steuerung ist angenehm schlank und eingängig, man findet sich schnell zurecht. Mängel gibt's nur im Detail - die schöne Übersichtskarte beispielsweise wäre noch toller gewesen, könnte man auf ihr selbstständig Notizen eintragen. So muss man später nochmal alte Bereiche absuchen. Dafür schalten die Entwickler ab etwa der Spielmitte aber ein gutes Schnellreisesystem frei, dank dem man sich wesentlich flinker durch Venedig bewegen kann. Die Stadt ist in mehrere Abschnitte unterteilt, sie alle darf man frei erkunden - auch wenn die Welt längst nicht so offen ist, wie sie anfangs scheint. In den ersten Spielstunden ist man beispielsweise in einem Bergdorf und einem Wald unterwegs, dort hindern viele unsichtbare Barrieren am Herumschlendern. Auch sonst entpuppen sich die anfangs eindrucksvoll weitläufigen Umgebungen als doch recht überschaubare Level. Das ist nicht schlimm, soll aber eine Warnung an die Spieler sein, die ein zweites Oblivion erwarten.

Geheimnisse am Wegesrand
Ob nun klein oder nicht - die Designer haben in den Leveln eine Menge Zeug versteckt, beispielsweise auf Dächern und in Höhlen: Da sind Truhen verborgen, Schätze im Boden vergraben (endlich mal wieder ein Spiel, in dem ich eine Schaufel nutzen darf!) oder man findet einige Skelette in den Ecke liegen. Letztere kann man in der Totenwelt ansprechen, wenn man zuvor einen entsprechenden Zauber gelernt hat - leider gibt's eben diesen Skill erst spät im Spiel, weshalb ich wohl viele dieser Skelette verpasst habe. Doch auch nachträgliches Suchen lohnt sich, da die Geister der Toten häufig gute Items und Schatzkarten parat haben. Ich mag es, wenn mir ein Spiel Anreize gibt, auch mal in den dunklen Ecken zu suchen, auf ein Dach zu klettern oder eine Kanalisation sorgfältig zu durchkämmen - und solche Anreize bietet Venetica.

Tag und Nacht
NPCs in Venedig haben realistische Tagesabläufe - sowas hatte ich in Divinity 2 noch vermisst. In Venetica gibt es dieses Feature, doch kann ich ihm hier leider nicht allzu viel abgewinnen. NPCs laufen zwar tagsüber munter durch die Stadt, doch angesprochen sagen sie in neun von zehn Fällen ohnehin nur "Oh, hallo!" und erfüllen sonst keinen Zweck. Wird Scarlett angegriffen, reagieren höchstens die Wachen in der Nähe, alle übrigen Leute kümmert's dafür nicht. Die meisten wichtigen NPCs, die für Quests zuständig sind, bleiben ohnehin in der Regel am gleichen Fleck.

Es hätte mir daher im Grunde gelangt, wenn die NPCs einfach nur geschäftig in der Gegend rumlungern, anstatt morgens aufzustehen und nachts von der Bildfläche zu verschwinden. Denn: Nachts ist in der Stadt kaum etwas los, alle Händler und NPCs ziehen sich in Häuser zurück, legen sich dort aber nicht schlafen - sie laufen dann einfach in den engen Räumen herum und versprerren schlimmstenfalls einen Laufweg. Im Dunkeln verliert die Grafik zudem viel von ihrem Reiz, vor allem da die Texturen ohne Lichteinfall deutlich matschiger erscheinen (besonders gut im späten Afrika-Level zu sehen!).

Die Straßen sind nachts bevölkert mit Banditen und marodierenden Wachen, das sorgt nur für einige Zufallskämpfe ohne nennenswerten spielerischen Sinn. Daher habe ich Venetica die allermeiste Zeit über bei Tage gespielt - wenn's dunkel wurde, schickte ich Scarlett einfach in's Bett und wählte den Sonnenaufgang als Weckpunkt.

Kampf bis in den Tod
Freude hatte ich mit dem Kampfsystem. Es basiert zwar auf simplen Kombos, die man per Klick aneinanderreiht, doch das spielt sich flotter als ursprünglich erwartet: Scarletts toll anzusehende Attacken sind beim ersten Klick nämlich sehr schwach, erst spätere Stufen der Kombo sorgen für nennenswerten Schaden. Timing ist also durchaus wichtig, während simples Rumgeklicke zu wenig brauchbaren Ergebnissen führt. Außerdem gibt's für jede der vier Waffengattungen noch ein paar zusätzliche Attacken, und natürlich kann man auch Zauber erlernen. Distanzangriffe, Giftgeschosse, magische Druckwellen, so etwas kennt man zwar, doch in Venetica sind diese Skills immerhin schön verpackt: Scarlett beherrscht Todesmagie, daher schleudert sie beispielweise keine Feuerbälle, sondern eben mordlustige Raben auf ihre Gegner.

Ein weiterer Aspekt der Todeszauberei: Scarlett kann mehrfach sterben, bevor sie endgültig hinüber ist - zusammen mit der irren Menge an Nahrungsmitteln und Lebenskrafttränken ist es deshalb praktisch unmöglich, in Venetica dauerhaft den Löffel abzugeben. Das Spiel ist ziemlich leicht, solange man seine Tränke, Spezialattacken und Zauber halbwegs sinnvoll einsetzt.

Scarlett kann sich jederzeit in die Totenwelt versetzen. Das Bild wabert dann schön, NPCs können einen nicht sehen und man darf mit besagten Skeletten sprechen. Und sonst? Man findet unsichtbare Portale, hinter denen aber nur selten etwas Interessantes wartet. Und man besiegt einige besondere Gegner nur im Totenreich, doch diese Fälle lassen sich an einer Hand abzählen. Für mich ist das Wechseln in die Totenwelt daher ein Feature, das nicht ausreichend von den Entwicklern ausgeschöpft wurde - kreative Puzzles zwischen den Welten oder wenigstens ein paar dramatische Begegnungen auf einem Friedhof oder dergleichen, so etwas wird leider nicht geboten.

Ein Rollenspiel
Die Charakterentwicklung über Statuspunkte und Talentbäume ist simpel und verständlich - gut für Einsteiger, aber Profis werden definitiv Freiraum vermissen. Ich bin jedenfalls zufrieden damit. Quests erfordern hin und wieder moralische Entscheidungen, doch ob die sich wirklich so stark auf den Handlungsverlauf auswirken, kann ich noch nicht sagen - ich bin ja noch nicht ganz durch. Fest steht: Im ersten Stadtteil von Venedig muss man sich zwingend für eine von drei Gilden entscheiden. Das hat mir ganz gut gefallen, denn auch wenn in meiner Gruppe (Netz der Maske) bislang nur wenige besondere Auftrage zu lösen waren, unterscheiden sich die Charaktere dort doch erheblich. Außerdem sind die beiden anderen Gilden ein Anreiz, das Spiel nochmal mit einer anderen Gruppe durchzuspielen.

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Venetica im Test: Warum noch kein richtiger Test mit Wertung?
  2. Seite 2 Venetica im Test: Wie spielt sich Venetica?
  3. Seite 3 Venetica im Test: Technik, Bugs und Performance
    • Kommentare (31)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SIKORA1 Stille/r Leser/in
        AW: Special - Das deutsche Rollenspiel Venetica im Test: Drei FragenanFelix Schütz

        Hallo,

        also ich habe Venetica bis jetzt zu dem Zeitpunkt gespielt, als ich in Afrika ankomme
        Mein Fazit.
        Das Spiel macht Anfangs wirklich Spass. Allerdings finde ich es nach der Hälfte der Spielzeit langweilig und zu einfach. Meines erachtens ein identisches Spieleerlebnis wie bei Divinity 2 Ego.... Anfangs sehr schön gestalltete Quests die Lust auf mehr machen und spätestens nach der Hälfte der Spielzeit Einheitsbrei. (hierzu wäre natürlich zu sagen das ich Venetica noch nicht durchgespielt habe, aber wurde mich wundern das dies zum Schluss anders wird) Wenn ich Divinity 2 mit Venetica vergleiche müsste würde ich Ventecia vorziehen.

        MfG
      • Von SIKORA1 Stille/r Leser/in
        AW: Special - Das deutsche Rollenspiel Venetica im Test: Drei FragenanFelix Schütz

        Hallo,

        also ich habe Venetica bis jetzt zu dem Zeitpunkt gespielt, als ich in Afrika ankomme
        Mein Fazit.
        Das Spiel macht Anfangs wirklich Spass. Allerdings finde ich es nach der Hälfte der Spielzeit langweilig und zu einfach. Meines erachtens ein identisches Spieleerlebnis wie bei Divinity 2 Ego.... Anfangs sehr schön gestalltete Quests die Lust auf mehr machen und spätestens nach der Hälfte der Spielzeit Einheitsbrei. (hierzu wäre natürlich zu sagen das ich Venetica noch nicht durchgespielt habe, aber wurde mich wundern das dies zum Schluss anders wird) Wenn ich Divinity 2 mit Venetica vergleiche müsste würde ich Ventecia vorziehen.

        MfG
      • Von archwizard80 Spiele-Enthusiast/in
        AW: Special - Das deutsche Rollenspiel Venetica im Test: Drei FragenanFelix Schütz

        Zitat von kurosawa
        soviel zur technik, bugs und patches....

        kann mir denn jemand hier sagen, wenn möglich jemand der es auch gespielt hat, ob es denn, abgesehen von den hier aufgeführten (technischen) problemen, spaß macht?
        wie ist das design, die story, das gameplay? auf den ersten blick sieht es doch so aus als würde sich dieses spiel vom einheitsbrei ein wenig absetzen. kann das jemand bestätigen?

        mir scheint das gejammer hier über bugs arg übertrieben. seid wohl alles verwöhnte xbox bzw. ps zocker, wie? ;-)
        mir kommte es am ende dann doch auf die inneren werte an.
        Also ich habe jetzt ein paar Stunden gespielt und mir gefällts bis jetzt. Auf Bugs oder Ähnliches bin ich jetzt noch nicht gestossen bis auf ein oder zwei Abstürze und das es nicht Alt-Tab fähig ist, was bei einem Rollenspiel nervig ist.
        Ich würde es am ehesten mit The Witcher vergleichen, ist vielleicht wenn das so sagen kann, eine nettere Version davon. Halt ohne Sex und brutal etc. Kämpfen geht mit etwas Übung flüssig von der Hand und auch sonst find ichs einfach nett. Bin aber noch nicht so super weit, gerade in Venedig angekommen.
      • Von Siro1976 Gelegenheitsspieler/in
        AW: Special - Das deutsche Rollenspiel Venetica im Test: Drei Fragen an Felix Schütz

        Zitat von springenderBusch
        Welche Version
        testen ? Die die am Verkaufstag allgemein erhältlich ist. Und so
        lange es Spiele im Laden um die Ecke zu kaufen gibt ist diese die einzig
        entscheidende Version. Ausnahmen sind die Spiele oder Programme die
        einzig über den digitalen Vertrieb erhältlich sind, und dann
        nur in der Version die zum Erstveröffentlichungstag erwerbbar ist.
        Denn sonst könnte man ja noch ein halbes Jahr mit der Bewertung
        warten, aber die Erstkäufer währen auch über den
        digitalen Vertrieb dann eventuell die Verarschten. Hand zum
        Gruß
        Man soll also die Spiele, für die man z.B. Steam
        benötigt (wie Dawn of War 2) auf der aktuellsten Version testen und
        die Spiele für die man sowas nicht braucht, in der Version in der
        sie in der Box liegen? Das ist dann aber doch wieder ein Bisschen
        unfair, findest du nicht? Tach Post ! Dawn of War 2 ist doch
        auch im Laden erhältlich, oder irre ich mich da. Habe mich wohl
        unklar ausgedrückt. Alle jeweiligen Versionen zum
        Erstveröffentlichungstag. Die" Ausnahme" bezog sich
        einzig und allein darauf das rein digital erwerbbare Spiele nicht im
        Laden verfügbar sind und deshalb schlecht die nicht vorhandene
        Ladenversion zum Test herangezogen werden kann sondern nur die die im
        digitalen Laden/ Portal verkauft, gesaugt werden kann. Sollte ein Spiel
        über die klassische Verkaufsvariante und die Downloadversion
        vertrieben werden zählt zum Test nur die welche mit
        Datenträger im Laden ausliegt. Ich hoffe ich konnte mich etwas
        verständlicher ausdrücken. Hand zum Gruß

        Die Retail Version von Dawn of War 2 benötigt auch Steam, weswegen sich das Spiel bei der Installation direkt auf den aktuellsten Stand patched. Da kann man garnix gegen machen. Demzufolge ist deine Strategie schwer umzusetzen.
      • Von Mothman Mitglied
        AW: Special - Das deutsche Rollenspiel Venetica im Test: Drei FragenanFelix Schütz

        Zitat von kurosawa
        mir scheint das gejammer hier über bugs arg übertrieben. seid wohl alles verwöhnte xbox bzw. ps zocker, wie? ;-)
        mir kommte es am ende dann doch auf die inneren werte an.
        Ja, aber es kommt eben auch immer auf die Art und die Anzahl der Bugs an, ob man eben diesen Inhalt auch wirklich noch genießen kann. ;-)

        (Bezieht sich jetzt nicht auf das Spiel, sondern allgmein)
      • Von kurosawa Spiele-Novize/Novizin
        AW: Special - Das deutsche Rollenspiel Venetica im Test: Drei FragenanFelix Schütz

        soviel zur technik, bugs und patches....

        kann mir denn jemand hier sagen, wenn möglich jemand der es auch gespielt hat, ob es denn, abgesehen von den hier aufgeführten (technischen) problemen, spaß macht?
        wie ist das design, die story, das gameplay? auf den ersten blick sieht es doch so aus als würde sich dieses spiel vom einheitsbrei ein wenig absetzen. kann das jemand bestätigen?

        mir scheint das gejammer hier über bugs arg übertrieben. seid wohl alles verwöhnte xbox bzw. ps zocker, wie?  ;-)
        mir kommte es am ende dann doch auf die inneren werte an.
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