10 Jahre Uncharted: ​Rückblick auf die Abenteuer von Nathan, Sully und Elena

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10 Jahre Uncharted: ​Rückblick auf die Abenteuer von Nathan, Sully und Elena
Quelle: Sony

Uncharted feiert in diesen Tagen sein 10. Jubiläum - und wir feiern den zehnten Geburtstag der Playstation-exklusiven Blockbuster-Reihe von Naughty Dog mit einem Serien-Rückblick, in dem wir Nathan Drakes Werdegang vom "Dude Raider" zur Videospiel-Ikone sowie die Faszination Uncharted beleuchten. Happy Birthday, Nathan, du liebenswerter Halunke! Auf zehn weitere Jahre Action, Witz und Abenteuer!

Kaum ein Zehnjähriger hat wohl so viel erlebt wie Geburtstagskind Nathan Drake. Seit er 2007 im ersten Uncharted-Teil Drakes Schicksal als Protagonist sein Debüt feierte, hat er die halbe Welt bereist, zahlreiche Schätze geborgen, die eine oder andere Frau verführt und jede Menge Fieslinge erschossen. Seit seinem ersten Auftritt ist die Uncharted-Reihe außerdem zur größten Playstation-Marke neben God of War gereift und hat Entwicklerstudio Naughty Dog zu einer wahren Hit-Schmiede werden lassen. Grund genug, um Herrn Drake und seinen Schöpfern im sonnigen Kalifornien nicht einfach nur halbgar zum Jubiläum zu gratulieren, sondern die gesamte Uncharted-Serie einmal Revue passieren zu lassen.

Vom Abklatsch zur Ikone

Als Uncharted: Drakes Schicksal (jetzt kaufen 14,92 € ) 2007 das Licht der Welt erblickte, wurde der Titel noch als "Dude Raider" verhöhnt. Schließlich sei der Action-Adventure-Versuch von Naughty Dog - das Studio war bis dahin mit Crash Bandicoot- und Jak & Daxter-Trilogien für Jump & Runs bekannt - ja nur ein Abklatsch von Tomb Raider. Dies meinten zumindest einige Kritiker. Damit lagen sie auch gar nicht so falsch, schließlich nutzte Nathan Drake die Lara-Croft-Formel. Sprich: Der Protagonist jagte einen Schatz vor exotischer Kulisse, traf dabei auf jede Menge Fieslinge mit dem gleichen Ziel, und das Gameplay bestand aus den folgenden Elementen: ballern, klettern, Rätsel lösen.

Die Deckungs-Shooter-Einlagen machen Spaß, sind in einigen Teilen jedoch zu ausufernd. Quelle: PC Games Die Deckungs-Shooter-Einlagen machen Spaß, sind in einigen Teilen jedoch zu ausufernd. Dennoch war die höhnische Bezeichnung "Dude Raider" schon damals vollkommen überzogen, denn obwohl das Grundgerüst von Tomb Raider abgekupfert war, gelang es Naughty Dog, Uncharted seinen ganz eigenen Charme zu verleihen. Vor allem aber erschufen die Entwickler mit Nathan Drake einen charismatischen Protagonisten. Je nachdem, wen man fragt, scheitert die Tomb Raider-Reihe daran bis heute. Zudem merkte man schon dem ersten Teil an, dass Naughty Dog eine cineastischere Präsentation anstrebte. Diese ist bei Drakes Schicksal zwar teilweise auf B-Movie-Niveau und wurde mit dem Auftauchen der Zombies im letzten Spieldrittel sogar richtig trashig, doch die Inszenierung der Spielwelt, der Action-Sequenzen und der Dialoge war der Konkurrenz aus dem Hause Square Enix schon damals überlegen.

Nebenfiguren waren nicht nur einfach Stichwortgeber für den Helden, sondern eigene Persönlichkeiten. Nathans Flamme Elena Fisher ist nicht nur das typische Liebchen, und Mentor Victor "Sully" Sullivan nicht die Vaterfigur, die sofort den Löffel abgibt. Beide haben eine Motivation sowie Ecken und Kanten und bieten dem Protagonisten Paroli oder unterstützen ihn. Drakes Schicksal, genau wie alle anderen folgenden Serienteile, überzeugte nicht mit einer ausgefeilten Story, sondern mit gut geschriebenen, sympathischen Charakteren, welche die Spieler mitreißen und die Schatzjagd auf ihrem Rücken tragen. Hier merkte man schon im ersten Teil die Erfahrung von Autorin Amy Hennig, die schon den Figuren in Legacy of Kain Leben einhauchte.

Dennoch konnte man beim Release des ersten Uncharted noch nicht davon ausgehen, dass die Reihe einmal so groß werden würde. Der Titel legte zwar den Grundstein für den Erfolg der Serie, ist aber auch klar der schwächste Teil der Reihe. Das Dschungel-Setting bietet wenig optische Abwechslung, die Spielfiguren sehen teilweise wie Wachsfiguren aus, die Schießereien werden trotz hakeligem Deckungssystem zu sehr ausgewalzt und die Geschichte rund und um die Suche nach El Dorado wird ein wenig holprig erzählt.
Die Klettereien vor atemberaubender Kulisse gehören zum guten Ton der Uncharted-Reihe. Quelle: PC Games Die Klettereien vor atemberaubender Kulisse gehören zum guten Ton der Uncharted-Reihe.

Der große Durchbruch

Der große Durchbruch gelang Uncharted schließlich 2009 mit dem zweiten Teil "Unter Dieben". Das Spiel gilt vollkommen zu Recht als einer der größten Blockbuster der letzten Konsolengeneration und wird von vielen Fans auch heutzutage noch als der beste Teil der Serie bezeichnet. Quasi sämtliche Elemente des Vorgängers zeigten sich hier stark verbessert. Unter Dieben ging trotz einiger übernatürlichen Elemente weg vom vergnüglichen B-Movie hin zum packenden Hollywood-Bombast.

Die Geschichte dreht sich dabei mal wieder um eine Schatzjagd, auf der Nathan Drake den Spuren von Marco Polo über Istanbul nach Nepal folgt. Dort hofft er, die sagenumwobene verschollene Stadt Shambhala zu finden. Natürlich mitten im Himalaya-Gebirge. Allerdings hat der serbische Kriegsverbrecher Zoran Lazarevic mit seiner Söldner-Armee das gleiche Ziel, was natürlich zu zahlreichen Kämpfen und Verfolgungsjagden führt. Grafisch war Unter Dieben ein absoluter Augenschmaus und seinerzeit mit Abstand das schönste PS3-Spiel. Die detaillierten Kulissen sorgten im Zusammenspiel mit der überragenden Beleuchtung dafür, dass den Spielern in einigen Szenen die Kinnlade herunterklappte.

Armer Nate. Überall wird auf ihn geschossen. Für uns bedeutet das jedoch jede Menge cooler Action. Quelle: PC Games Armer Nate. Überall wird auf ihn geschossen. Für uns bedeutet das jedoch jede Menge cooler Action. Überhaupt war die Inszenierung absolut überragend. Die geradezu perfekten Kamerafahrten in den Zwischensequenzen sowie die spektakulären Action-Sequenzen waren cineastischer als viele Hollywood-Blockbuster der letzten Jahre. Der Titel bot insgesamt so viele Highlights und erinnerungswürdige Momente, dass andere Triple-A-Produktionen noch heute vor Neid erblassen. Der Einbruch in das Museum, die Flucht vor dem heranrasenden Fahrzeug, der Sprung aus dem einstürzenden Haus, der Kampf gegen den Helikopter, die Scharmützel auf dem fahrenden Zug, das Gefecht mit dem Panzer und natürlich der hervorragende Spieleinstieg, bei dem Nate an einem Zug-Waggon hochklettert, der über einer Klippe baumelt und jeden Moment abstürzen könnte - das sind alles Szenen, an die man sich auch noch Ewigkeiten nach dem Durchspielen erinnert.

Selbst acht Jahre nach Release ist Uncharted 2 noch eine Augenweide, ein Adrenalinrausch, einfach ein großer Spaß. Naughty Dog beschränkte sich aber selbstverständlich nicht nur auf die Präsentation, sondern rückte auch hier wieder die Figuren in den Mittelpunkt. Neben den alten Bekannten Elena Fisher - mittlerweile Nathans Ex - und Sully trifft man hier auch zum ersten Mal auf Fan-Liebling Chloe Frazer. Obwohl die Story auch hier recht simpel ist, wirkt die Erzählung runder und die Charaktere sind in ihrer Darstellung noch ausgereifter. Vor allem die Dialoge glänzen mit viel Witz und Charme.
Uncharted 3: Drake’s Deception bot viele spaßige, aber spielerisch simple Schlägereien mit allerhand Fieslingen. Quelle: PC Games Uncharted 3: Drake’s Deception bot viele spaßige, aber spielerisch simple Schlägereien mit allerhand Fieslingen.

Schatzjagd mit (zu viel) Schuss

Nachdem Uncharted 2 die Serie plötzlich zur heißesten Sony-Marke machte, war ein weiterer Teil natürlich unausweichlich. Uncharted 3: Drake's Deception erschien nur zwei Jahre später und setzte natürlich voll auf das Erfolgskonzept des Vorgängers: Cineastische Inszenierung, feine Grafik, exotische Kulissen, Action und tolle Charaktere trafen erneut aufeinander. Diesmal befand sich Nathan mit seiner Bande bestehend aus Sully, Chloe Frazer und Neuling Charlie Cutter auf den Spuren von T.E. Lawrence (Lawrence von Arabien) und Sir Francis Drake.

Nathan findet Hinweise darüber, dass sein angeblicher Vorfahre der Queen verschwieg, dass er in der Rub al-Chali-Wüste die verschollene Stadt Iram entdeckte. Allerdings gab es natürlich mal wieder ein paar Bösewichte, die dasselbe Ziel haben und über reichlich bewaffnete Handlanger verfügen. In diesem Fall übernehmen die schwerreiche (und extrem zahnbehaarte) Katherine Marlowe und ihre rechte Hand Talbot die Rolle der Antagonisten. Besonders interessant ist zudem, dass man nun Einblicke in Nathan Drakes Vergangenheit erhielt und sogar in zwei Abschnitten den Jugendlichen Nate spielen durfte. Hier erlebte man, wie der freche Waisenjunge zum ersten Mal auf seinen Mentor Sully traf.

Uncharted 3 sah grandios aus und bot eigentlich alles, was Fans am zweiten Part liebten, jedoch hatte der Titel kleinere Probleme beim Spielfluss. Schon bei den Vorgängern zogen sich die Schießereien oft einen Ticken zu lang - und Drake's Deception übertreibt die Ballerei sogar noch mehr. Zusammen mit ein paar frustigen Stellen wie dem Schiffsfriedhof sorgte dies dafür, dass die Fans Teil 3 zwar mochten, aber größtenteils als schwächer als den Vorgänger ansahen. Ein gelungener Abschluss der PS3-Trilogie war Nathan Drakes Abenteuer im Jemen aber allemal. Zudem machten die groß angelegten - spielerisch aber recht simplen - Prügeleien in Drake's Deception jede Menge Laune.

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  1. Seite 1 10 Jahre Uncharted: Teil 1 bis 3
  2. Seite 2 10 Jahre Uncharted: Vita, Liebespaar und ein famoses Finale


Mit Golden Abyss wurde Uncharted auch ein guter Ableger für die PS Vita spendiert. Quelle: Sony Mit Golden Abyss wurde Uncharted auch ein guter Ableger für die PS Vita spendiert.

    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Honigpumpe Spiele-Enthusiast/in
        Vielleicht bin ich ein Lemming, aber meine Reihenfolge wäre 4, 3, 2, 1. Die 1 hab ich mir gar nicht mehr bis zum Ende angetan, aber gut, da war es auch schon 2017. Die 4 war am besten erzählt und das beste Gesamtpaket, die 3 fand ich spielerisch noch am interessantesten. Die hab ich dann sogar im Hardcore-Modus gemeistert.
      • Von Honigpumpe Spiele-Enthusiast/in
        Vielleicht bin ich ein Lemming, aber meine Reihenfolge wäre 4, 3, 2, 1. Die 1 hab ich mir gar nicht mehr bis zum Ende angetan, aber gut, da war es auch schon 2017. Die 4 war am besten erzählt und das beste Gesamtpaket, die 3 fand ich spielerisch noch am interessantesten. Die hab ich dann sogar im Hardcore-Modus gemeistert.
      • Von Schaschlikschmuggler Mitglied
        Zitat von Gemar
        Tomb Raider kann da nicht ganz mithalten, da es doch einige Schwächen aufweist und die alten Teile zu sehr gemolken wurden. Da war ganz klar Lara Croft der Star und hat das ganze Spiel getragen und Konkurrenz in dem Bereich Third Person gab es damals einfach keine. Ähnlich wie bei GTA.

        Beim Relaunch gefielen mir hauptsächlich die Wackel-Kamera und die Quick-Time-Events nicht. Aber auch bei den Charakteren und der Story gab es Schwächen, hier war wieder ganz klar Lara der Star, der detailliert beschrieben wurde. Die Nebenrollen oder Feinde blieben leider etwas vernachlässigt und klischeehaft. Da hat Uncharted die Latte extrem hoch gelegt.
        Spaß hat das Spiel dennoch gemacht, nur mit Uncharted kann es in der Summe nicht ganz mithalten.
        Wenn wir jetzt einmal von jeweils den neusten Teilen ausgehen, kann man die Spiele nicht mehr wirklich miteinander vergleichen. Bis auf die grundsätzlichen Ähnlichkeiten zu Indiana Jones, sind sie doch sehr verschieden.

        Rise of the Tomb Raider legt kaum wert auf die Story, sondern lieber auf das Gameplay. Man hat ein Skillsystem, ein Craftsystem, Upgrades, Aufleveln, Nebenquests, Rätseleinlagen und Open World. All diese DInge hat Uncharted 4 nicht. Hier beschränkt man sich auf schier endloses Kletter,- und Sprungeinlagen sowie auf 2-Tasten Schlägereien und Schießereien in Schlauchlevels mit open world Illusion. Dafür punktet das Spiel ganz klar mit den Charakteren, Story und der Inszenierung eben jeder.

        Beides tolle Spiele, aber für mich doch sehr unterschiedlich, da eines den Fokus auf die Story legt und das andere auf das Gameplay.

        Meine Uncharted Reihenfolge: 2,4,3,1
      • Von Schalkmund Nerd
        Habe dieses Jahr die komplette Reihe (1 bis 4) nachgeholt. Großartige Spielreihe die man heute auch noch gut spielen kann, auch wenn man dem ersten Teil sein Alter schon in puncto Optik und ganz besonders auch Gameplay/Steuerung sehr anmerkt (hat mich schon ein bisschen gequält). :D
      • Von Gemar Mitglied
        Ich habe die komplette Serie auf der PS3 nachgeholt und es hat sich mehr als gelohnt.
        Für mich im Nachhinein ganz klar die beste Videospielserie seiner Art überhaupt.

        Tomb Raider kann da nicht ganz mithalten, da es doch einige Schwächen aufweist und die alten Teile zu sehr gemolken wurden. Da war ganz klar Lara Croft der Star und hat das ganze Spiel getragen und Konkurrenz in dem Bereich Third Person gab es damals einfach keine. Ähnlich wie bei GTA.

        Beim Relaunch gefielen mir hauptsächlich die Wackel-Kamera und die Quick-Time-Events nicht. Aber auch bei den Charakteren und der Story gab es Schwächen, hier war wieder ganz klar Lara der Star, der detailliert beschrieben wurde. Die Nebenrollen oder Feinde blieben leider etwas vernachlässigt und klischeehaft. Da hat Uncharted die Latte extrem hoch gelegt.
        Spaß hat das Spiel dennoch gemacht, nur mit Uncharted kann es in der Summe nicht ganz mithalten.
        Auch wenn sich die Kämpfe bei Tomb Raider, schon aufgrund der Waffenauswahl interessanter spielten, die bei Uncharted teilweise in Monotomie ausarteten.

        Klar, vom GamePlay her fußt Uncharted stark an dem Genregründer Tomb Raider, hat aber vom Spiel-Stil her genug Eigenleistungen mitgebracht, um sich von Tomb Raider loszusagen.
        Ich sehe da auch mehr Parallelen zu Indiana Jones, von dem Tomb Raider übrigends auch mehr als inspiriert sein dürfte. ;)
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