Streamerin Jenny_Jey_Jey erzählt vom Umgang mit Internet-Hass - Seite 4

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Special Jennifer Düngfelder - Autorin Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Streamerin Jenny_Jey_Jey erzählt vom Umgang mit Internet-Hass - Seite 4
Quelle: Jennifer Düngfelder

Im Gastbetrag erzählt die deutsche Twitch-Streamerin Jennifer "Jenny_JeyJey" Düngfelder, wie sie mit Hass im Netz umzugehen gelernt hat.

Mein Ziel ist es, dass sich jeder in meinem Stream wohl und sicher fühlen kann, also ein "Savespace für alle Twitch-Schneeflocken". Als ich mit dem Motto auf Twitch aufgetaucht bin, bekam ich auch einiges an Gegenwind zu spüren "HotS ohne Hate, das geht doch gar nicht" oder "das Spielverhalten ist viel zu langweilig, da passiert doch gar nichts, du versteckst doch bloß deine Emotionen!".

Aber ganz im Gegenteil, ich muss nicht meine Emotionen verstecken, es geht eher um die Frage, wie ich mit Frust umgehe. Ich muss meine Mitspieler*innen nicht beleidigen, um mein verlorenes Game besser zu verarbeiten. Ich atme vielleicht öfter tief ein und aus, bekomme einen roten Kopf oder reflektiere mein eigenes Spielverhalten im Sinne von "was hätte ich besser machen können".
Ob das jemand sehen will? Hier greift das Gesetz der Anziehung. Solange ich authentisch bleibe und keine wehende Fahne im Wind bin, werde ich die Twitch-Viewer anziehen, welche diese Art von Content anschauen wollen. Dieses Konzept hat sich bisher für mich als sehr erfolgreich erwiesen.

Wie geht es weiter?

Jennys erster Quad-Kill mit Genji in Heroes of the Storm, nach knapp drei Monaten Training Quelle: Jennifer Düngfelder Jennys erster Quad-Kill mit Genji in Heroes of the Storm, nach knapp drei Monaten Training Nach knapp 1 ½ Jahren auf Twitch habe ich nun über 1.000 Follower und im Schnitt 42 Viewer (Stand 30. Juni 2022). Das Feedback der Community bestärkt meine Ansicht, auf dem richtigen Weg zu sein, da ich immer mal wieder gesagt bekomme, wie wohl man sich in meiner Community und im Stream-Chat fühlt. Neuankömmlinge werden herzlich aufgenommen, und zwar völlig unabhängig davon, ob sie HotS-Profis, völlige Anfänger oder Game-fremde Personen sind.

Eines der größten Komplimente bekam ich neulich über Discord geschrieben: "Du bist halt integer und dein Urteil hat Gewicht". Dieser Satz fiel in der Organisations- und Vorbereitungsphase meines ersten eigenen Heroes-of-the-Storm-Turniers. Das war mit 40 Teilnehmer*innen nicht nur mein bisher größtes Twitch-Projekt, sondern auch eine weitere Drama-Story aus meinem Twitch-Tagebuch.

Solche großen Projekte mache ich vor allem für meine Twitch-Community, um mich für die tolle Zeit und diese großartige Crew zu bedanken, um etwas "zurückzugeben". Ich habe mir selbst die Aufgabe gestellt, pro 100 Follower immer einen Spezial-Stream auf die Beine zu stellen.

Egal, ob es ein Besuch im Katzen-Café, ein gemeinsamer Spieleabend mit der Community oder eben ein HotS-Turnier ist. Mittlerweile habe ich die 1.000 Follower geknackt. In diesem Zusammenhang kommt oft das Thema Erfolg auf, und auch dieses Thema sollt mit Fingerspitzengefühl behandelt werden.
Sehr früh in meiner Twitch-Zeit hatte ich ein intensives Gespräch mit einem männlichen Streamer-Kollegen, welcher folgenden Satz sagte: "Frauen auf Twitch haben es viel einfacher, erfolgreich zu sein". Ich hatte direkt den Drang, mich zu verteidigen und die Aussage als oberflächlich zu betiteln.

Es hörte sich an wie der Versuch, meinen Erfolg auf Twitch nur auf mein Geschlecht zurückzuführen und somit meinen Einsatz von Energie, Aufwand, Blut, Schweiß sowie Nerven kleinzureden. Ich bin sehr froh, durch Twitch bereits einige sehr spannende, reflektierte und großartige Menschen kennengelernt zu haben.

Denn aus diesem gefühlten Vorwurf heraus ergab sich ein faszinierendes Gespräch, meine Sichtweise wurde erweitert und eine Freundschaft ist entstanden. Inwieweit würdet ihr dem Satz denn zustimmen? Haben es Frauen wirklich leichter?

Mit dieser Frage schließe ich wieder den Twitch-Vorhang. Es gibt noch so viel zu erzählen, ich werde noch so viel erleben, die Community wird wachsen, ich werde ganz neue Probleme bekommen und freudige Geschichten schreiben. Schaut gerne selbst auf meinem Twitch-Kanal vorbei und erlebt es selbst mit. Und bleibt so, wie ihr seid.

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    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Thorvarg Anwärter/in
        Zitat: "Nach knapp 1 ½ Jahren auf Twitch habe ich nun über 1.000 Follower und im Schnitt 42 Viewer"

        Und davon kann man leben? Ist das schon erfolgreich? Diese Fragen sind nicht sarkastisch oder ironisch gemeint, ich weiß es einfach nicht, kann es mir allerdings auch nicht vorstellen.
      • Von Thorvarg Anwärter/in
        Zitat: "Nach knapp 1 ½ Jahren auf Twitch habe ich nun über 1.000 Follower und im Schnitt 42 Viewer"

        Und davon kann man leben? Ist das schon erfolgreich? Diese Fragen sind nicht sarkastisch oder ironisch gemeint, ich weiß es einfach nicht, kann es mir allerdings auch nicht vorstellen.
      • Von Toni Autorin
        Zitat von Superkuh
        Den Begriff "Reportage" haben wir uns hierzu sicher nicht ausgedacht. Die Bezeichnung als Reportage war für mich auch der Grund, warum ich den Artikel angeklickt habe.
        daher meine Frage, habe mir schon sowas gedacht
      • Von Superkuh Mitglied
        Zitat von Toni
        Es ist ein Erfahrungsbericht ja, ein nicht unübliches journalistisches Mittel eigentlich, wie gut der ist, hängt halt von dem Gastautor ab und ob man dessen /deren Stil mag. Hat im übrigen nichts mit Werbung zu tun, sondern soll eine interessante Perspektive sein. Zumal ich keine Eintragung finde, die irgendwo darstellt, dass es sich hier um eine Reportage handelt, aber vielleicht übersehe ich sie?
        Als der Artikel noch unter den Headlinern war (die ersten 6 größer dargestellten Artikel), war er noch unter dem Banner "Twitch-Reportage" zu lesen. Das wurde wohl entfernt, da es eher keine ist. Den Begriff "Reportage" haben wir uns hierzu sicher nicht ausgedacht. Die Bezeichnung als Reportage war für mich auch der Grund, warum ich den Artikel angeklickt habe. Dies gemeinsam mit dem eigentlich interessanten Thema.

        Herausgekommen sind für mich zwei Seiten eines allgemeinen Zockerlebens, gefolgt von einem kleinen Intermezzo mit einer einer kleinen Streitigkeit im Netz. Der Rest, fast zwei Seiten unter der Überschrift "Umgang mit Hass im Netz" und "Wie geht es weiter", war ansonsten der Versuch, seinen eigenen Streamingstil zu präsentieren, in welchen positiven Aspekten er sich auszeichnet (hervorgehoben durch Spiegelstriche), welche Events sie plant, welches positive Feedback sie bekommt etc... Am Ende noch ein kleiner Twist mit einer allgemeinen Frage.

        Das kann nun jeder für sich selbst beurteilen, ob die Autorin Werbung für sich als Streamer macht. Für mich ist das klar der Fall. Schließlich ist die Erhöhung des Bekanntheitsgrades und die damit einhergehende Erhöhung der Follower bares Geld. Ansonsten würde mich interessieren, was die Autorin sonst noch hätte schreiben müssen, um die Schwelle zur Werbung zu übertreten. Hier haben mehr Kommentatoren über den allgemeinen Umgang mit Hass im Netz geschrieben, als die Autorin, die lediglich mit ihren Streams keinen verbreiten will.
      • Von Toni Autorin
        Es ist ein Erfahrungsbericht ja, ein nicht unübliches journalistisches Mittel eigentlich, wie gut der ist, hängt halt von dem Gastautor ab und ob man dessen /deren Stil mag. Hat im übrigen nichts mit Werbung zu tun, sondern soll eine interessante Perspektive sein. Zumal ich keine Eintragung finde, die irgendwo darstellt, dass es sich hier um eine Reportage handelt, aber vielleicht übersehe ich sie?
      • Von Lycaos Spiele-Novize/Novizin
        Hmm... So sehr ich es befürworte, wenn es solche 'Reportagen' gibt (ich persönlich würde es eher schon als 'Erfahrungsbericht' benennen, das streicht das persönliche hervor und suggeriert nicht, dass es 'objektiver' Journalismus ist), so sehr irritiert mich beim Lesen die mMn schon beinahe inflationäre Gebrauch der Anglizismen - man könnte meinen, es wäre unmöglich, einen Abschnitt nur mit deutschen Worten zu füllen.

        Aber vielleicht bin ich auch einfach zu alt, dass mich so was noch irritiert... Das soll weder angriffig noch böse gemeint sein, es irritiert mich einfach.

        Zurück zum Thema: Spannend und aufschlussreich, da wäre sicher noch mehr zu erzählen gewesen. Vielleicht als reguläre Rubrik, dafür weniger sogenannte 'Influencer'-Artikel?
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