Eine deutsche Twitch-Streamerin erzählt: Wie geht man mit Hass im Netz um?

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Special Jennifer Düngfelder - Autorin Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Eine deutsche Twitch-Streamerin erzählt: Wie geht man mit Hass im Netz um?
Quelle: Jennifer Düngfelder

Im Gastbeitrag erzählt die deutsche Twitch-Streamerin Jennifer "Jenny_JeyJey" Düngfelder, wie sie zum Streamen kam und wie sie mit Hass im Netz umzugehen gelernt hat.

Als ich damals für mein Studium nach Nürnberg gezogen bin, habe ich aus meinem alten WG-Zimmer noch einen superkleinen Fernseher mitgebracht. Abends zum Runterkommen noch ein paar Folgen Shopping Queen anschauen oder sich einfach berieseln lassen, war genau das Richtige für mich. Irgendwann hat die "alte Röhre" einen roten Riss quer über den Bildschirm bekommen und ich verlor schlagartig die Lust, das Gerät anzuschmeißen.

Um nun abschalten zu können, konnte ich mich entweder sportlich beim Lasertag austoben oder meinem liebsten Hobby nachgehen, dem Zocken. Eine großartig treue Liebe, die mich seid meiner Kindheit begleitet. Ich habe einen großen Bruder, und da einer meiner Onkel einen kleinen Elektroladen besitzt, kam ich in den Genuss des hauseigenen Tec-Recycling-Kreislaufes unserer Familie. Wenn mein Onkel einen alten PC abzugeben hatte, wurde dieser an meinen Bruder verschenkt. Der hatte dann viel Spaß mit den damals aktuellen PC-Spielen. Ich saß regelmäßig als kleine Schwester hinter meinem Bruder und schaut ihm mit großen Augen und viel Begeisterung beim Zocken zu. Wenn dann die nächste Generation an PCs veraltet war, bekam mein Bruder einen neuen Rechner und ich den alten meines Bruders, angefangen bei großen, grauen Kästen, wo man Disketten reinschieben musste und einen Joystick hatte, bis hin zum ersten Tower-PC mit Internet.


Über die Autorin

Eine deutsche Twitch-Streamerin erzählt: Wie geht man mit Hass im Netz um? (4) Quelle: Jennifer Düngfelder Eine deutsche Twitch-Streamerin erzählt: Wie geht man mit Hass im Netz um? (4) Jennifer Düngfelder, Jahrgang 1990, ist seit 2020 auf Twitch aktiv. Auf Twitch bekannt als "Jenny_JeyJey" spielt sie aktuell vor allem Heroes of the Storm und Valheim.

Auch durch ihr Motto "HotS ohne Hate" hat sie innerhalb von 1 ½ Jahren nun schon über 1.000 Follower auf Twitch bekommen. Die Nürnbergerin ist mit Pokémon groß geworden und wurde 2022 mit ihrem Lasertag-Team Deutscher Meister.


Die frühen Jahre

Eine prägende Erinnerung war damals neben dem Einwahl-Geräusch des Modems die Tatsache, dass, wenn meine Eltern jemanden anriefen, meine Internetverbindung kurz weg war. Tatsächlich gehöre ich auch noch zu der Generation, die Zehn-Finger-System-Schreiben auf der Schreibmaschine gelernt hat, unser Haushalt hatte nicht von Anfang an einen Drucker.
Jennys erstes VR-Erlebnis mit Skyrim Quelle: Frank Prechtel Jennys erstes VR-Erlebnis mit Skyrim Geschadet hat es definitiv nicht, meine mechanische Tastatur macht mich jetzt trotzdem sehr glücklich. Mein Konfirmationsgeld ging für meinen ersten eigenen Rechner drauf, und auch das Geld für meinen Game Boy musste ich mir zusammensparen.

Die friedliche Glückseligkeit beim Pokémon (blau) Zocken auf dem Game Boy wurde nur unterbrochen durch meine Mutter, die mich im Hochsommer mit den fröhlichen Worten vor die Tür setzte: "Ach komm, Jenny, draußen ist es so schön, geh doch raus zum Spielen". Mit dem Game Boy in der Tasche suchte ich mir dann oft einen schattigen Platz auf einer Bank unter Bäumen und zockte fröhlich weiter.

Zwar musste ich meine Augen ein wenig mehr zusammenkneifen, um etwas zu sehen, da die Bildschirme damals noch nicht so gut mit einer hellen Umgebung klarkamen wie heute, geklappt hat es trotzdem. Ich bin mir recht sicher, dass meine Mutter etwas Anderes gemeint hat, als sie sagte "geh raus zum Spielen". Aber wer alle Pokémon fangen will, muss am (Poké-)Ball bleiben.

Das Zocken war seitdem ein stetiger Begleiter in meinem Leben und ich bin sehr froh, dass ich meine intensive WoW-Sucht und Ultima-Online-Phase kurz unterbrechen konnte, um meinen Hauptschulabschluss ordentlich über die Bühne zu bekommen. Twitch habe ich tatsächlich super spät für mich entdeckt und es kam auch nur durch eine Freundin in mein Leben.

Im abendlichen Teamspeak-Talk kam die Frage auf, ob Sie mir beim Zocken zuschauen könne. Kurzerhand installierte sie auf meinem Computer eine Streaming-Software, meldete mich auf Twitch an und nahm einige Basic-Stream-Einstellungen vor. Und schon war ich Anfang 2020 zum ersten Mal auf Twitch online! Zwar nur wenige Stunden und auch nur für meine Freundin Moni, damit sie mir beim Verlieren in Heroes of the Storm oder beim Überleben in Don't Starve Together zuschauen konnte.

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    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Thorvarg Anwärter/in
        Zitat: "Nach knapp 1 ½ Jahren auf Twitch habe ich nun über 1.000 Follower und im Schnitt 42 Viewer"

        Und davon kann man leben? Ist das schon erfolgreich? Diese Fragen sind nicht sarkastisch oder ironisch gemeint, ich weiß es einfach nicht, kann es mir allerdings auch nicht vorstellen.
      • Von Thorvarg Anwärter/in
        Zitat: "Nach knapp 1 ½ Jahren auf Twitch habe ich nun über 1.000 Follower und im Schnitt 42 Viewer"

        Und davon kann man leben? Ist das schon erfolgreich? Diese Fragen sind nicht sarkastisch oder ironisch gemeint, ich weiß es einfach nicht, kann es mir allerdings auch nicht vorstellen.
      • Von Toni Autorin
        Zitat von Superkuh
        Den Begriff "Reportage" haben wir uns hierzu sicher nicht ausgedacht. Die Bezeichnung als Reportage war für mich auch der Grund, warum ich den Artikel angeklickt habe.
        daher meine Frage, habe mir schon sowas gedacht
      • Von Superkuh Mitglied
        Zitat von Toni
        Es ist ein Erfahrungsbericht ja, ein nicht unübliches journalistisches Mittel eigentlich, wie gut der ist, hängt halt von dem Gastautor ab und ob man dessen /deren Stil mag. Hat im übrigen nichts mit Werbung zu tun, sondern soll eine interessante Perspektive sein. Zumal ich keine Eintragung finde, die irgendwo darstellt, dass es sich hier um eine Reportage handelt, aber vielleicht übersehe ich sie?
        Als der Artikel noch unter den Headlinern war (die ersten 6 größer dargestellten Artikel), war er noch unter dem Banner "Twitch-Reportage" zu lesen. Das wurde wohl entfernt, da es eher keine ist. Den Begriff "Reportage" haben wir uns hierzu sicher nicht ausgedacht. Die Bezeichnung als Reportage war für mich auch der Grund, warum ich den Artikel angeklickt habe. Dies gemeinsam mit dem eigentlich interessanten Thema.

        Herausgekommen sind für mich zwei Seiten eines allgemeinen Zockerlebens, gefolgt von einem kleinen Intermezzo mit einer einer kleinen Streitigkeit im Netz. Der Rest, fast zwei Seiten unter der Überschrift "Umgang mit Hass im Netz" und "Wie geht es weiter", war ansonsten der Versuch, seinen eigenen Streamingstil zu präsentieren, in welchen positiven Aspekten er sich auszeichnet (hervorgehoben durch Spiegelstriche), welche Events sie plant, welches positive Feedback sie bekommt etc... Am Ende noch ein kleiner Twist mit einer allgemeinen Frage.

        Das kann nun jeder für sich selbst beurteilen, ob die Autorin Werbung für sich als Streamer macht. Für mich ist das klar der Fall. Schließlich ist die Erhöhung des Bekanntheitsgrades und die damit einhergehende Erhöhung der Follower bares Geld. Ansonsten würde mich interessieren, was die Autorin sonst noch hätte schreiben müssen, um die Schwelle zur Werbung zu übertreten. Hier haben mehr Kommentatoren über den allgemeinen Umgang mit Hass im Netz geschrieben, als die Autorin, die lediglich mit ihren Streams keinen verbreiten will.
      • Von Toni Autorin
        Es ist ein Erfahrungsbericht ja, ein nicht unübliches journalistisches Mittel eigentlich, wie gut der ist, hängt halt von dem Gastautor ab und ob man dessen /deren Stil mag. Hat im übrigen nichts mit Werbung zu tun, sondern soll eine interessante Perspektive sein. Zumal ich keine Eintragung finde, die irgendwo darstellt, dass es sich hier um eine Reportage handelt, aber vielleicht übersehe ich sie?
      • Von Lycaos Spiele-Novize/Novizin
        Hmm... So sehr ich es befürworte, wenn es solche 'Reportagen' gibt (ich persönlich würde es eher schon als 'Erfahrungsbericht' benennen, das streicht das persönliche hervor und suggeriert nicht, dass es 'objektiver' Journalismus ist), so sehr irritiert mich beim Lesen die mMn schon beinahe inflationäre Gebrauch der Anglizismen - man könnte meinen, es wäre unmöglich, einen Abschnitt nur mit deutschen Worten zu füllen.

        Aber vielleicht bin ich auch einfach zu alt, dass mich so was noch irritiert... Das soll weder angriffig noch böse gemeint sein, es irritiert mich einfach.

        Zurück zum Thema: Spannend und aufschlussreich, da wäre sicher noch mehr zu erzählen gewesen. Vielleicht als reguläre Rubrik, dafür weniger sogenannte 'Influencer'-Artikel?
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