Streamerin Jenny_Jey_Jey erzählt vom Umgang mit Internet-Hass - Seite 2

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Special Jennifer Düngfelder - Autorin Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Streamerin Jenny_Jey_Jey erzählt vom Umgang mit Internet-Hass - Seite 2
Quelle: Jennifer Düngfelder

Im Gastbetrag erzählt die deutsche Twitch-Streamerin Jennifer "Jenny_JeyJey" Düngfelder, wie sie mit Hass im Netz umzugehen gelernt hat.

Danach passierte erst mal monatelang gar nichts, ich nutze Twitch noch nicht einmal als TV-Ersatz. Bis zu dem Zeitpunkt, als mich depressive Peaks während der Coronazeit trafen. Einem Zeitraum, während dem ich meine Leidenschaft Lasertag nicht ausüben konnte, da Mannschaftssport viele Monate verboten war. Meine damalige Psychologin beschrieb es recht gut mit den Worten: "Als stark extrovertierte Person vereinsamt Ihre Seele durch die Coronaisolation". Mir war langweilig, obwohl mir die unendlichen Weiten der Steam-Bibliothek offenstanden, und Youtube schaffte es auch nicht mehr, mich kontinuierlich zu unterhalten. So kam mir aus irgendeinem Grund Twitch wieder in den Sinn und eine innere Motivation koche in mir hoch, mich da tiefer reinzufuchsen. Wenn Andere das schaffen, dann würde ich es doch bestimmt auch schaffen, mir die Tools näher anzuschauen und mich damit zu beschäftigen.

Zu dem Zeitpunkt konsumierte ich zum ersten Mal Twitch-Streams und schaute mir Streamer*innen an, die meiner Seele guttaten. Hängen geblieben bin ich unter anderem bei Phy, einem Streamer, der damals nicht nur eines meiner Lieblingsspiele spielte (Don't Starve Together), sondern es durch seine herzliche Art schaffte, mir viele sorglose Stunden zu bescheren.

Ich durfte auch oft bei im mitzocken und er war einer der Menschen, die mich final dazu motiviert haben, selbst zu streamen.

Erste Schritte

400-Follower-Specisl-Stream aus dem Katzentempel Nürnberg (09/2021) Quelle: Wolfgang Bayer 400-Follower-Specisl-Stream aus dem Katzentempel Nürnberg (09/2021) November 2020 war der Monat, während dem ich mir einige Youtube-Videos zu meiner Twitch-Streaming-Software "Streamlabs OBS" anschaute: Wie erstelle ich Szenen? Wie binde ich Sound und Kamera richtig ein und wie soll eigentlich mein Kanal heißen? Als ich dann am 26. November 2020 das erste Mal nicht nur für meine Freundin, sondern für alle, die zusehen wollten, auf Twitch streamte, war das der Startschuss zu einer ziemlich verrückten Reise. Ich wusste nicht, was mich alles erwarten würde.

Es wurde zu einer Achterbahn der Gefühle, Klatsch und Tratsch an vielen Ecken, Zickereien, Neid und Anfeindungen, und dabei ich wollte doch eigentlich einfach nur zocken. Wie es dazu kam?
Vor einiger Zeit organisierte ich den "Female HotS Day" (29. Januar 2022) auf Twitch. Einen Tag, an dem ich ausschließlich mit weiblichen Twitch-Streamerinnen zusammen mein Lieblings-Game Heroes of the Storm zocke. Die Idee dazu war mir gekommen, da ich mich im Rahmen eines beruflichen Learning Circles viel mit dem Thema Diversity auseinandergesetzt hatte. Mir hat der Gedanken sehr gefallen, Frauen auf Twitch zu fördern und ins Rampenlicht zu bringen. Creatorinnen, die fröhlich und positiv sind und keine toxische Kultur während des Zockens an den Tag legen. Frauen, die es aus meiner Sicht verdient haben, deutlich mehr Viewer zu bekommen.

Dafür hatte ich mich, Excel-Listen liebend, hingesetzt und eine Auflistung geschrieben an möglichen Kooperations-Partnerinnen. Ich vergab Punkte, schaute mir deren Content an, um nichts dem Zufall zu überlassen und wurde von einem erfahrenen Twitch-Streamer beraten.

Am Ende kam eine Auflistung dabei raus, die ich von oben nach unten abarbeitete. Am Ende waren es vier Frauen, mit denen zusammen ich das Projekt umsetzen wollte.

Der Abend war mega schön, es lief alles perfekt und es gab viele positive Rückmeldungen, was den ganzen Planungsaufwand deutlich aufwog.

Die Schattenseite des Streamings

Noch voller positiver Gefühle erfuhr ich jedoch wenige Tage nach dem Event etwas, was mich ziemlich schockierte, weil ich nicht erwartet hätte, dass es passieren würde. Jemand ließ mir Chatauszüge aus anderen Twitch-Streams zukommen, wo man mitlesen konnte, wie zwei weibliche Streamerinnen über mich herzogen und sich über den Event lustig machten. Zwei Personen, die ich eben nicht für meinen Twitch-Event-Tag angefragt habe.

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    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Thorvarg Anwärter/in
        Zitat: "Nach knapp 1 ½ Jahren auf Twitch habe ich nun über 1.000 Follower und im Schnitt 42 Viewer"

        Und davon kann man leben? Ist das schon erfolgreich? Diese Fragen sind nicht sarkastisch oder ironisch gemeint, ich weiß es einfach nicht, kann es mir allerdings auch nicht vorstellen.
      • Von Thorvarg Anwärter/in
        Zitat: "Nach knapp 1 ½ Jahren auf Twitch habe ich nun über 1.000 Follower und im Schnitt 42 Viewer"

        Und davon kann man leben? Ist das schon erfolgreich? Diese Fragen sind nicht sarkastisch oder ironisch gemeint, ich weiß es einfach nicht, kann es mir allerdings auch nicht vorstellen.
      • Von Toni Autorin
        Zitat von Superkuh
        Den Begriff "Reportage" haben wir uns hierzu sicher nicht ausgedacht. Die Bezeichnung als Reportage war für mich auch der Grund, warum ich den Artikel angeklickt habe.
        daher meine Frage, habe mir schon sowas gedacht
      • Von Superkuh Mitglied
        Zitat von Toni
        Es ist ein Erfahrungsbericht ja, ein nicht unübliches journalistisches Mittel eigentlich, wie gut der ist, hängt halt von dem Gastautor ab und ob man dessen /deren Stil mag. Hat im übrigen nichts mit Werbung zu tun, sondern soll eine interessante Perspektive sein. Zumal ich keine Eintragung finde, die irgendwo darstellt, dass es sich hier um eine Reportage handelt, aber vielleicht übersehe ich sie?
        Als der Artikel noch unter den Headlinern war (die ersten 6 größer dargestellten Artikel), war er noch unter dem Banner "Twitch-Reportage" zu lesen. Das wurde wohl entfernt, da es eher keine ist. Den Begriff "Reportage" haben wir uns hierzu sicher nicht ausgedacht. Die Bezeichnung als Reportage war für mich auch der Grund, warum ich den Artikel angeklickt habe. Dies gemeinsam mit dem eigentlich interessanten Thema.

        Herausgekommen sind für mich zwei Seiten eines allgemeinen Zockerlebens, gefolgt von einem kleinen Intermezzo mit einer einer kleinen Streitigkeit im Netz. Der Rest, fast zwei Seiten unter der Überschrift "Umgang mit Hass im Netz" und "Wie geht es weiter", war ansonsten der Versuch, seinen eigenen Streamingstil zu präsentieren, in welchen positiven Aspekten er sich auszeichnet (hervorgehoben durch Spiegelstriche), welche Events sie plant, welches positive Feedback sie bekommt etc... Am Ende noch ein kleiner Twist mit einer allgemeinen Frage.

        Das kann nun jeder für sich selbst beurteilen, ob die Autorin Werbung für sich als Streamer macht. Für mich ist das klar der Fall. Schließlich ist die Erhöhung des Bekanntheitsgrades und die damit einhergehende Erhöhung der Follower bares Geld. Ansonsten würde mich interessieren, was die Autorin sonst noch hätte schreiben müssen, um die Schwelle zur Werbung zu übertreten. Hier haben mehr Kommentatoren über den allgemeinen Umgang mit Hass im Netz geschrieben, als die Autorin, die lediglich mit ihren Streams keinen verbreiten will.
      • Von Toni Autorin
        Es ist ein Erfahrungsbericht ja, ein nicht unübliches journalistisches Mittel eigentlich, wie gut der ist, hängt halt von dem Gastautor ab und ob man dessen /deren Stil mag. Hat im übrigen nichts mit Werbung zu tun, sondern soll eine interessante Perspektive sein. Zumal ich keine Eintragung finde, die irgendwo darstellt, dass es sich hier um eine Reportage handelt, aber vielleicht übersehe ich sie?
      • Von Lycaos Spiele-Novize/Novizin
        Hmm... So sehr ich es befürworte, wenn es solche 'Reportagen' gibt (ich persönlich würde es eher schon als 'Erfahrungsbericht' benennen, das streicht das persönliche hervor und suggeriert nicht, dass es 'objektiver' Journalismus ist), so sehr irritiert mich beim Lesen die mMn schon beinahe inflationäre Gebrauch der Anglizismen - man könnte meinen, es wäre unmöglich, einen Abschnitt nur mit deutschen Worten zu füllen.

        Aber vielleicht bin ich auch einfach zu alt, dass mich so was noch irritiert... Das soll weder angriffig noch böse gemeint sein, es irritiert mich einfach.

        Zurück zum Thema: Spannend und aufschlussreich, da wäre sicher noch mehr zu erzählen gewesen. Vielleicht als reguläre Rubrik, dafür weniger sogenannte 'Influencer'-Artikel?
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