The Witcher 3 Downgrade - Meinungen: Felix
Ist die Aufregung um das heiß diskutierte Grafik-Downgrade von The Witcher 3 berechtigt? Die PC Games-Redakteure geben ihre Meinung zum Thema ab.
Felix Schütz meint:
Man kann es auch übertreiben!
Da muss man nicht lang drumherumreden: Ja, das fertige The Witcher 3 sieht in manchen Details nicht exakt so toll aus wie in einigen älteren Trailern und Video-Präsentationen. Wer da von Downgrade sprechen möchte, bitteschön. Das muss erlaubt sein. Auch wenn es mir persönlich ziemlich egal ist. Einerseits weil das fertige Spiel immer noch grafisch alles wegputzt, was sich im Rollenspielsektor finden lässt – wer mal auf Skellige im Morgenschein durch den Wald geritten ist und die Grafik hinterher immer noch hässlich findet, dem ist schlichtweg nicht mehr zu helfen. Andererseits weil die Optik nach einer Weile für mich auch einfach in den Hintergrund trat, um Platz zu machen für die fantastischen Quests und die mitreißende Geschichte. Das ist für mich The Witcher 3!
Nun hat CD Projekt aber leider immer wieder versprochen und betont: Das fertige Spiel wird so geil aussehen wie in den Werbe-Videos. Blöd, wenn man dieses Versprechen nicht halten kann! Das ist kein allerdings kein Betrug, sondern ein Kommunikationsfehler, und der schlägt jetzt entsprechende Wellen. Bei Leuten, die sich vielleicht von Natur aus gerne aufregen. Die vielleicht noch von Watch Dogs verbittert sind. Aber eben auch bei solchen, die sich extra für The Witcher 3 brandneue Hardware zugelegt haben, um das Spiel genau so zu erleben, wie es in älteren Videos zu sehen war. Zumindest die Enttäuschung von letzteren kann ich verstehen!
Dass sich Spiele im Laufe der Entwicklung verändern, dass zwangsläufig nicht jedes Versprechen gehalten werden kann, dass fertige Produkte oft deutlich von Werbematerial oder früheren Präsentationen abweichen – mag ja alles sein. Es ist aber nunmal nicht Sache des Kunden, sich über solche Dinge Gedanken zu machen. Der will einfach nur das geilste Spiel haben, irgendwelche Marketing-Entscheidungen interessieren den nicht. Wer also damals nur diese besagten Videos gesehen und die letzten Monate verschlafen hat, der könnte also erst mal enttäuscht sein. Das muss man akzeptieren.
Allein: Ich finde das Ausmaß dieser Enttäuschung mittlerweile unverhältnismäßig. Wochenlang darüber lamentieren? Das Spiel abbestellen, die Entwickler als Lügner hinstellen und anderen Spielern nach Leibeskräften den Spaß verderben? Nicht okay, wenn ihr mich fragt. Wiegt der Ärger über ein paar Effekte denn wirklich so schwer, dass man deshalb das beste Rollenspiel des Jahres verpassen will?
Wie offen kann (und darf) ein Entwickler sein?
Natürlich hätte CD Projekt auch deutlich und in aller Offenheit eingestehen können: Leute, passt auf – wir mussten hier und da einige Effekte rausnehmen, die zerschießen uns sonst die Performance auf den Konsolen und wir müssten das Spiel locker um ein Jahr verschieben, nur damit die PC-Fassung trotzdem ungefähr so aussieht wie geplant. Sicher, das hätten sie tun können – dann wäre der Aufschrei aber vermutlich genauso groß gewesen wie jetzt. Von den vielen verunsicherten Spielern, denen ein Downgrade normalerweise völlig schnuppe gewesen wäre, mal ganz zu schweigen. Negatives Marketing? Keine gute Idee.
Quelle: CD Projekt Red
Mit wolchen Bildern warben die Entwickler Jahre vor Release. Das fertige Spiel kann diese Grafikqualität nicht ganz halten.
Stattdessen hat CD Projekt etwas anderes getan, was meiner Ansicht nach mindestens so ehrlich ist: Ich kenne schlichtweg kein Rollenspiel, zu dem in den letzten Wochen und Monaten vor Release derart viel Videomaterial veröffentlicht wurde wie zu The Witcher 3. Und zwar keine aufgehübschten Trailer, sondern echtes, stundenlanges Material, das Redakteure und Youtuber zum Teil sogar selbst bei den Entwicklern aufnehmen durften. Wer wissen wollte, wie das Spiel aussah, musste seit Jahresbeginn nur kurz ins Netz schauen: Auf pcgames.de und vielen, vielen anderen Plattformen gab es da etliche Videos, in denen man das Spiel ausführlich begutachten konnte.
Low vs. Ultra: Die Grafikeinstellungen
Mal abgesehen davon, dass wir das Spiel bereits im Januar ausführlich gespielt haben – auf allen drei Plattformen, ohne Einschränkungen. Inklusive allerlei Bugs, die bei unfertigen Spielen eben an der Tagesordnung sind. Viele andere Hersteller trauen sich sowas nicht! Bei den meisten großen Titeln bleiben die Versionen nämlich lange Zeit völlig unter Verschluss, und wenn doch mal was gezeigt wird, dann sind es meistens nur sehr kleine, extra aufpolierte Abschnitte, die einen möglichst guten Eindruck beim Redakteur hinterlassen sollen. CD Projekt ging einen anderen, transparenteren Weg und zeigte das Spiel seit Anfang 2015 fast praktisch so, wie es am Ende in den Handel gekommen ist. Ausgerechnet diese Entwickler nun als Lügner zu bezeichnen, finde ich daher – bei allem Verständnis für den Downgrade-Ärger – nicht nur sachlich falsch, sondern auch ziemlich unfair.
Was meint ihr?
In diesem Artikel
Jetzt, da The Witcher 3 endlich veröffentlicht und für jeden spielbar ist, wollen wir von euch wissen, wie ihr zur Debatte um das Grafik-Downgrade steht. Sind euch die verloren gegangen Details negativ aufgefallen? Oder ist euch das alles schnuppe? Schreibt uns in den Kommentaren ganz unten auf dieser Seite!

Deiner Argumentation nach hätte dieses Phänomen also bereits viel früher auftreten sollen.
:ugly:
Das Spiel "The Wicht" würde ich gerne mal anspielen und ich frage mich wie die enDANCEd Edition von the Witcher aussehen könnte.
Muß ich mir es dann so vorstellen wie beim Kinect Star Wars, wenn Boba Fett zu "I'm Han Solo" einen Danceoff startet? besiegt der Witcher die Monster dann mit seinen krassen Moves? :D
Geralts Schwert Schwingen ist nämlich schon sehr elegant. :-D
Das aktuelle Ultrasetting würde dann eben High/very High heißen und die Leute, die gerade alles auf Ultra knallen, könnten es trotzdem in der gleichen, hübschen Grafikqualität spielen, nur mit anderer Bezeichnung. Alles darüber hinaus wäre dann eben für die Zukunft oder für die, die einen 2000+ Euro Rechner besitzen. Niemand müsste in die Röhre gucken. Ich rede davon, das Ganze zu erweitern, nicht davon, die Presets zu verschieben UND zu verkleinern.
Wenn es in der damaligen Pracht nicht bei mir gelaufen wäre, und das wäre es nicht, wäre ich eben auf gemäßigtere Einstellungen ausgewichen. Davon ausgehend, dass man die damalige Grafik als Ultra bezeichnen würde. Man hätte das auch als experimentelles Feautre einbauen können, außer, es hätte den kompletten Code und die Engine zerschossen. Das wäre natürlich ein anderer Fall.
Ich spiele gerade und die Grafik ist sehr schön, dennoch wäre es auch schön gewesen, wenn es doch so ausgesehen hätte, wie beabsichtigt. Der Downgrade kann auch kein Grund der Optimierung sein, wie manche meinen, schließlich kann man am PC eben alles konfigurieren und wenn die höchsten Einstellungen eben zu performancehungrig sind, regelt man eben herunter.
Edit:
Natürlich ist das ganze ein Luxusproblem. Wenn es allerdings danach geht, dürfte man in unserer Gesellschaft und Kultur nur sehr wenig kritisieren, denn man müsste immer daran denken, dass es andererorts eigentlich echte Probleme gibt, die eine Diskussion rechtfertigen. Allerdings sind wir hier auf PCGames.de und von daher sind die Diskussionen alles andere als irrelevant.