The Elder Scrolls 5: Skyrim im Test: Das hat uns nicht gefallen und Wertung

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Skyrim setzt die kultige The Elder Scrolls-Reihe würdevoll fort. - Bild stammt aus der Xbox 360-Version von The Elder Scrolls 5: Skyrim.
Quelle: Bethesda

The Elder Scrolls 5: Skyrim überzeugt in unserem Langzeittest: Mehr als 120 Stunden lang sind wir in Himmelsrand abgetaucht, haben eine gigantische Spielwelt erforscht, Drachen gejagt und zahllose Quests bestanden. Ein riesiges und fesselndes Spiel - das aber eine dramatischere Handlung und spannendere Quests verdient hätte.

CONTRA - das hat uns nicht gefallen

Story ohne Dramatik
Im Vergleich zu Oblivion hinterlässt die Handlung rund um einen Helden, der die tyrannischen Drachen vernichten muss, noch einen guten Eindruck: In 10 bis 15 Stunden bereist der Spieler einige zentrale Regionen in der Spielwelt, erforscht verschiedenste Dungeons, wandert sogar durch die Zeit und bekommt unerwartete Hilfe von einem mächtigen Verbündeten. All das ist völlig okay - doch selbst im Vergleich zu Bethesdas Fallout 3 muss sich Skyrims unpersönliche Geschichte klar geschlagen geben. Spannung kommt nur selten auf und die meisten Charaktere bleiben blass. Dramatik, große Gefühle, Gänsehaut - wer The Witcher 2 oder Mass Effect 2 für solche Dinge liebte, muss sich darüber im Klaren sein, dass Skyrim in dieser Hinsicht eher wenig zu bieten hat. Auch wenn gerade manche Nebenquests immer wieder mal mit guten Ideen überraschen und die ersten Spielminuten sicher zu den besten zählen, die es bislang in einem Elder Scrolls-Spiel zu sehen gab, bleibt die schwache Dramaturgie einer der größten Kritikpunkte des gesamten Spiels.

Wenig Entscheidungsfreiheit bei Quests
Egal ob Fallout 3, The Witcher oder Dragon Age - heutzutage bieten viele Rollenspiele spannende, moralische Entscheidungen. Skyrim zählt nicht zu diesen Spielen. Zwar gibt es hier und da Dialoge, in dem man sich für eine von mehreren Antworten entscheiden muss, doch wirklich unterschiedliche Quest-Ergebnisse lassen sich dadurch nur selten erzielen. Interessante Ausnahme: In Skyrim tobt ein Bürgerkrieg zwischen der Armee des Kaisers und den sogenannten Sturmmantel-Rebellen. Der Spieler hat die Möglichkeit, sich für eine der beiden Parteien in Himmelsrand zu entscheiden und ihr bei einem Feldzug gegen die andere Seite zu helfen. Das führt sogar so weit, dass der Spieler einige Belagerungsschlachten meistern muss, was zwar in übertrieben vielen Kämpfen mündet, aber auch für Stimmung sorgt. Leider hat der Ausgang dieser vielversprechenden Questreihe kaum spürbare Folgen für die Spielwelt, und eine diplomatische, friedliche Lösung bietet das Spiel gar nicht erst an.

Diese drei Symbole muss man nun an den Drehscheiben dieser Tür einstellen, damit sich der Weg öffnet. - Bild stammt aus der Xbox 360-Version von The Elder Scrolls 5: Skyrim. Quelle: Bethesda Diese drei Symbole muss man nun an den Drehscheiben dieser Tür einstellen, damit sich der Weg öffnet. - Bild stammt aus der Xbox 360-Version von The Elder Scrolls 5: Skyrim. Lieblose Mini-Quests
Neben den meist nett gemachten Haupt- und Nebenquests bietet Skyrim zusätzlich kleine Aufgaben, die teils dynamisch erzeugt werden. Allein: Viele dieser Mini-Quests wirken eher aufgesetzt denn glaubhaft. Beispielsweise gibt es erstaunlich viele NPCs, die dem Spieler unvermittelt ihre kostbarsten Familienerbstücke oder Zauberwaffen anvertrauen, damit er diese bitte an einen bestimmten Ort bringen oder einem NPC am andere Ende der Weltkarte überreichen möge. Das ist ein oder zwei Mal vielleicht okay, aber wenn sich solche Aufgaben zu Dutzenden anhäufen, leidet die Glaubhaftigkeit darunter.

Mängel in der PC-Steuerung
Wer Skyrim mit Maus und Tastatur spielen will, muss sich mit einigen Mängeln abgeben. So ist es etwa möglich, die meisten Tasten frei zu belegen, doch manche Menü-Anzeigen ändern sich dadurch nicht. Obendrein lassen sich einige Tasten eben doch nicht frei belegen - das stößt gerade Linkshänder vor den Kopf, die das Schlossknacken-Minispiel beispielweise lieber mit den Pfeiltasten anstelle von A und D bedienen wollen.

Auch das in Listen unterteilte Inventar ist für PC-Spieler ungewöhnlich und umständlich zu bedienen, es lässt sich beispielsweise nicht nach Gewicht sortieren, das war in Oblivion noch möglich. Sobald man Briefe, Bücher oder andere Schriftstücke erhält, werden diese einfach alphabetisch im Inventar einsortiert - wer hier nicht regelmäßig für Ordnung sorgt, wird sich schon bald schwer tun, in der Flut an Briefen und Notizen durchzublicken.

Waffen, Zauber, Schreie und Tränke, die man häufig im Kampf benutzt und wechselt, lassen sich in eine neue Favoritenliste einsortieren. Diese lässt sich selbst mitten im Kampf aufrufen, dabei wird das Geschehen pausiert. Eigentlich eine gute Idee - doch wer hier mehr als zehn Objekte ablegt, der wünscht sich schon bald, die schmale Favoritenliste wäre zumindest in Kategorien unterteilt. Die PC-Fassung erlaubt es außerdem, Waffen und Zauber direkt über die Schnelltasten 1 bis 8 aufzurufen, was aber zu Verwirrung führen kann, da man in Skyrim beide Hände invididuell ausstattet. Wer hier die Schnelltasten nutzt, hat im Eifer des Gefechts schnell mal die falsche Hand ausgerüstet oder unbeabsichtigt eine Waffe weggesteckt. Ideal gelöst ist das nicht.

Im Zweifelsfall bleibt immer noch die Möglichkeit, Skyrim kurzerhand mit einem Gamepad zu spielen, idealerweise das der Xbox 360. Immerhin gibt es auch bereits einige Mods, die unter anderem die freie Tastenbelegung verbessern. Auch wenn eine vernünftige PC-Steuerung nicht Aufgabe der Community, sondern der Entwickler selbst sein sollte.

Questlog mit Schwächen
Wer Himmelsrand erkundet, der ertrinkt schnell in einer wahren Flut an Quests. Das ist gut! Doch leider werden diese Aufgaben nicht sinnvoll im Questtagebuch geordnet: Obwohl sich alle Aufgaben in Hauptquests, Nebenquests, Gildenquests und Daedraquests unterteilen ließen, werden sie durcheinandergewürfelt in einer Liste angezeigt. Noch störender ist allerdings der Menüpunkt "Verschiedenes", in dem sich alle Mini-Aufgaben sammeln, die das Spiel teils auch dynamisch zusammenwürfelt. In dieser Liste hat man überhaupt keinen Überblick mehr, wer welches Item beschafft oder transportiert haben wollte. Da bleibt nur eine Möglichkeit: Per Tastendruck die Aufgabe markieren und dem frisch eingeblendeten Questmarker auf der Weltkarte folgen. So findet man zumindest immer sein Ziel - und das ist, aller Kritik zum Trotz, eben immer noch die Hauptsache.

Die Untoten in Skyrim sehen klasse aus. Leider kämpft man viel zu oft gegen sie. - Bild stammt aus der Xbox 360-Version von The Elder Scrolls 5: Skyrim. Quelle: Bethesda Die Untoten in Skyrim sehen klasse aus. Leider kämpft man viel zu oft gegen sie. - Bild stammt aus der Xbox 360-Version von The Elder Scrolls 5: Skyrim. Auf Dauer zuviele Wiederholungen
Skyrim bietet eine Vielzahl gut gestalteter Dungeons und Höhlen, keine Frage. Doch von denen sieht man in der Summe weniger, als einem lieb ist. Stattdessen führen viele Quests doch nur in Banditenhöhlen oder vor allem in Gräber, in denen meist die gleichen Gegnertypen, Fallenarten und Rätselsorten auf den Spieler warten. Da hätten wir uns mehr Vielfalt gewünscht - für unseren Geschmack ist man einfach zu oft in Grabkammern unterwegs, ganz gleich, wie gut diese letztendlich gestaltet wurden.

Technik mit Schönheitsfehlern
Was Skyrim aus der alten Hardware der Konsolen herausholt, ist beeindruckend - die riesige Welt bietet enorme Weitsicht und fantastische Panoramen. Moderne PCs wären aber sicher zu mehr fähig. So fallen auch Texturen auf, die unnötig matschig erscheinen, etwa einige Schränke und Kommoden in Innenräumen. Auch manche von Schnee bedeckten Oberflächen wirken unnatürlich, grobkörnig und wie Fremdkörper in der Spielwelt. Trotzdem ist das Kritik auf hohem Niveau - denn Skyrim sieht selbst mit mancher Matschtextur immer noch super aus.

Diverse (meist kleine) Bugs
Kein Bethesda-Spiel ist bislang fehlerfrei auf den Markt gelangt, und auch Skyrim macht da keine Ausnahme. Die PC-Fassung stürzte uns im Test zwar zu keinem Zeitpunkt ab, allerdings berichten mehrere Spieler von häufigen Abstürzen, für die es aber teilweise auch schon Lösungen gibt. Auch der Releasepatch, der pünktlich am 11. November verfügbar war, hat hier bereits einige Fehler behoben. Hin und wieder zeigt auch die PC-Fassung merkwürdiges KI-Verhalten. Absurd war etwa eine Szene, als sich unsere KI-Kameradin Lydia weigerte, einen Fluss zu durchqueren, weil sie stattdessen lieber mit gezücktem Schwert auf die harmlosen Fische im Gewässer losgehen wollte, kernige Schlachtrufe inklusive. An anderer Stelle konnten wir auch eine übertriebene Ragdoll-Physik und über dem Boden schwebende NPCs beobachten - das waren aber verzeihliche Ausnahmefälle, die bei einem Spiel solcher Größenordnung eben kaum vermeidbar sind.

Weitere kleinere Kritikpunkte:
· Lokalisierung: Generell wurde Skyrim gut lokalisiert, was angesichts der Größe des Spiels eine starke Leistung ist. Trotzdem muss Kritik erlaubt sein: Die ordentlichen deutschen Sprecher wiederholen sich einfach viel zu oft. Außerdem haben sich einige spürbare Übersetzungsfehler eingeschlichen, die Bethesda allerdings noch mit einem Patch ausgleichen kann. Die PC-Fassung ist zum Glück multilingual (über Steam) und daher gibt's hierfür keinerlei Wertungsabzüge.
· Questobjekte: Manche Items, die für Quests relevant sind, lassen sich nicht aus dem Inventar entfernen. Das erschwert nach längerer Spielzeit die Übersicht. Zudem haben auch Questitems oft ein eigenes Gewicht, was nerven kann, wenn man dringend Platz im Inventar schaffen möchte.

Wie schlägt sich die Konsolenfassung von Skyrim?
Hier gelangt ihr zu dem ausführlichen The Elder Scrolls 5: Skyrim-Test der Xbox 360-Fassung auf videogameszone.de.

Bildergalerie

Wertung zu The Elder Scrolls 5: Skyrim (PC)

Wertung:

9.0 /10
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  1. Seite 1 The Elder Scrolls 5: Skyrim im Test: So haben wir getestet
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    • Kommentare (330)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bonkic Mitglied
        skyrim wird heute runde 10!
        passend dazu gibts die geschätzt 348ste neuauflage, die anniversary edition.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Enisra Mitglied
        Zitat von PeterBathge
        Och, zum Beispiel ein Drache, mit dem du dir urplötzlich einen epischen Kampf auf Leben und Tod lieferst. irgendwo in der Wildnis, ganz ohne Skript oder Quest. Das ist ohne Frage beeindruckend.
        oder man erkundet eine Zwergenruine und stolpert in ein rießiges Höhlensystem

        Zitat von OField
        Oh ein Drache.Die sind ja so selten in Skyrim. Es gibt kaum coole Dungeons oder so was (hier mal ein Black Reach und vielleicht noch einen anderen und das wars). Aber 100 generische Hügelgräber und Höhlen
        oder Soul Cairn, Eldergleam Sanctuary, das East Empire Warehouse ...
      • Von OField Mitglied
        Oh ein Drache.Die sind ja so selten in Skyrim. Es gibt kaum coole Dungeons oder so was (hier mal ein Black Reach und vielleicht noch einen anderen und das wars). Aber 100 generische Hügelgräber und Höhlen
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von OField
        Was gibt es denn zu entdecken? Einfallslose Quests und Pseudorätsel?
        Och, zum Beispiel ein Drache, mit dem du dir urplötzlich einen epischen Kampf auf Leben und Tod lieferst. irgendwo in der Wildnis, ganz ohne Skript oder Quest. Das ist ohne Frage beeindruckend.
      • Von OField Mitglied
        Was gibt es denn zu entdecken? Einfallslose Quests und Pseudorätsel? Und dass sich in einem Spiel wie die TES Reihe eine super Story und solide Charaktere vorfinden können, hat Enderal bewiesen.
      Direkt zum Diskussionsende
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