The Division-Special zum aktuellen Stand: Gehen ein halbes Jahr nach Release endgültig die Lichter aus? Mit Video!
Der Hype war gewaltig, die Enttäuschung der Spieler riesengroß: The Division, sein Erfolg und seine Fehler bestimmten 2016 die Schlagzeilen der Videospielpresse wie kaum ein zweiter Titel. PC Games wagt einen Rückblick auf sechs Monate Grinding, Exploits und DLCs. Hat Entwickler Massive die Probleme des Online-Rollenspiels behoben?
Die blinden Fenster der Hochhausfassaden blicken anklagend auf mich herab. Einst für ihren unvergleichlichen Detailreichtum gerühmt, dienen die verwaisten Straßenzüge des virtuellen Manhattan nun als tragische Metapher für die leeren Server von The Division. Sechs Monate sind seit dem Release vergangen - am 8. März 2016 erschien Ubisofts jüngstes Tom-Clancy-Spiel nach dem Aufbranden einer immensen Hype-Welle. Die Verkaufszahlen waren phänomenal, die ersten Reaktionen positiv - doch schnell stellte sich Ernüchterung bei den Spielern ein. PC Games wirft einen Blick zurück auf das letzte halbe Jahr im MMORPG-Universum - und hält Ausschau nach kommenden Verbesserungen der prekären Lage bei Entwickler Massive Entertainment.
Meinung
Die Vergangenheit
Quelle: Massive Entertainment
Dass man in The Division Elite-Gegner wie Bullet King unendlich oft farmen konnte, hatte Massive einfach übersehen.
The Division "macht keinen Spaß", es hat "große Probleme". Die Analyse der Community-Developer Hamish Bode und Yannick Banchereau Mitte August trifft für viele Käufer des Online-Action-Rollenspiels ins Schwarze. Nach dem Durchspielen einer unterhaltsamen Kampagne, die man sowohl alleine als auch zu viert im Team erleben konnte, zeigten sich viele Fans ernüchtert ob der Ratlosigkeit von Massive, wenn es um die Weiterentwicklung der Endgame-Inhalte ging. Neben dem leidlich unterhaltsamen Untergrund-DLC erschien mit Patch 1.2 ein erster Übergriff. Im Vorfeld hofften Fans auf einen Raid-ähnlichen Inhalt, tatsächlich handelte es sich doch nur um einen einzigen Raum mit Gegnerwellen!
Statt die schon bei Release von vielen als leblos und langweilig kritisierte Spielwelt nach und nach mit Leben zu füllen, hadert Massive bis heute mit technischen Problemen, Glitches und den daraus entstehenden Exploits. Je mehr Zeit die Spieler in den PvP-Modus Dark Zone investierten und je länger sie sich mit den arg stumpfsinnigen Challenge-Missionen in höheren Schwierigkeiten auseinandersetzten, umso mehr Mängel fielen ihnen bei Balancing und Loot-Verteilung auf. Nutzlose Waffen und schwache Spieleravatare vermiesten einem ab Maximalstufe 30 den Spaß.
Am PC hat The Division zudem ein massives Cheater-Problem, die Engine lässt sich vergleichsweise problemlos von Hackern für die eigenen Zwecke umprogrammieren. Kein Wunder, dass die Spielerzahlen nach Release ins Bodenlose sanken, im Juni waren es 93% weniger. Von einstmals über 100.000 gleichzeitig aktiven Spielern auf Steam sind laut der Statistik von Steamcharts.com heute nur noch rund 2.600 übrig. Für ein MMORPG, das auf langfristigen Spaß und über Jahre betriebene Online-Server ausgelegt ist, sind das sechs Monate nach Veröffentlichung fatale Zahlen.
Quelle: PC Games
Seit dem Untergrund-DLC muss sich die Division-Community mit Login-Problemen herumschlagen.
Freilich wäre es schön, wenn überhaupt alle Menschen, denen es tatsächlich noch nach The Division gelüstet, Zugriff auf diese Server hätten. Doch seit Wochen hindert der Delta-Bug 20010187 etliche Spieler am Login. Selbst die PC Games-Redaktion ist davon betroffen, wir hatten auf mehreren PCs keinen Zugriff auf unsere Accounts.
Meinung
Die Zukunft
Massive hat spät auf diese Probleme reagiert, vielleicht zu spät. Monatelang lief man den Bugs und Glitches hinterher, versuchte gleichzeitig neue Inhalte und DLCs für den Season Pass zu entwickeln und die sich scheinbar von Woche zu Woche verschlechternde technische Situation in den Griff zu bekommen. Die Frage muss erlaubt sein: Hat sich das Studio aus Malmö schlicht übernommen? War man sich nicht bewusst, mit wie viel Arbeit der Launch und Support eines ausgewachsenen Online-Rollenspiels verbunden ist? Hat man keine Lehren aus MMORPGs wie World of Warcraft oder dem Shooter-Äquivalent Destiny gezogen? Und wo blieb die Unterstützung seitens Publisher Ubisoft in dieser Zeit?
Auf diese Fragen gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine offiziellen Antworten. Klar ist nur, dass momentan ein The Division-Film entsteht. Und dass Massive in den letzten Wochen endlich wieder Kontrolle über die Außendarstellung seines von Problemen geplagten Spiels zu erlangen versuchte. So sorgte die Ankündigung, man wolle weitere DLC-Veröffentlichungen zugunsten von spielmechanischen Verbesserungen verschieben, für viel positives Feedback aus der The Division-Community.
Das Reddit-Forum zum Spiel, einst beherrscht von Negativmeldungen, Hasstiraden und Wehklagen enttäuschter Spieler, zeigt sich momentan von einer ganz anderen Seite. In der Community scheint eine neue Aufbruchsstimmung zu herrschen, konstruktive Verbesserungsvorschläge bestimmen die Diskussion. Den Kontakt zu den Spielern zu suchen, ist neuerdings Massives erklärtes Ziel. Das Studio geht sogar so weit, besonders engagierte Fans nach Schweden einzuladen, um mit ihnen über einen Plan für die Zukunft zu reden.
Die Hoffnungen der Fangemeinde ruhen auf Patch 1.4, der für Oktober angekündigt ist. Das Update soll - ein Novum für The Division - auf einem PC-Testserver probeweise aufgespielt werden. Gute Idee, denn in der Vergangenheit hatten überhastet veröffentlichte Bugfixes stets neue Exploit-Möglichkeiten mit sich gebracht. Am 19. September 2016 fällt der offizielle Startschuss für Projekt PTS (Abkürzung für Public Test Server).
Es bleibt abzuwarten, ob dieser Schritt zusammen mit Update 1.4 für den Durchbruch sorgen und die Zukunft von The Division sichern kann. Oder ob wir in weiteren sechs Monaten auf diese Bemühungen seitens Massive als das letzte Zucken eines bereits toten Spiels zurückblicken, das an seinen eigenen Ambitionen scheiterte.

Wie viel hast du für das Spiel bezahlt? 50€? 25 Cent pro Stunde sind dir also noch zu wenig? Ok...
Je weniger Spieler mit Anspruch da draussen, je weniger Spiele kommen auf den Markt, die den Ansprüchen gerecht werden. So einfach läuft der Hase.
Ich mein, ist klar, dass das Jahreszeitensetting nicht zum Sommer passt, aber was haben sie nicht gezeigt, dass die Engine sogar Realtime Jahreszeitenwechsel hinbekommt,neben dem Tag/Nachtwechsel und das es genauso erscheinen wird. Ich warte bis zum heutigen Tag drauf,das in New York kein Schnee mehr fällt, wenn ich das Game starte. Soviel dazu. Ich könnt mich natürlich weiter auskotzen, will hier jedoch niemanden weiter die Zeit stehlen.
Also lang hats gehalten, aber bestimmte Schwächen im Endgame Grinding habens mir dann versaut. Na letztendlich fehlte Content. Keine Ahnung warum ein Battlefield 4 oder Planetside 2 so viel länger Spaß gemacht haben, obwohl da auch kein neuer Inhalt kam. Waffen, Maps, alles gleich. Na PVP mit RPG System hat mir nie gefallen. Die Jungs mit dem dicken Gear mähen mich ja einfach nur um, keine Chance.
Für mich war es ein tolles Spiel mit begrenzter Dauer, wie jeder normale SP Titel. Dafür war die Kampagne zwar dünn und unspektakulär, aber das Erlebnis hat mich entlohnt. Eine tolle Welt. Und dann eben weiter zum nächsten Spiel. Mit dem richtigen Endgame wären noch 100 Std mehr drin gewesen, so ist es halt Schade aber passt auch. Spiele müssen nicht ewig halten.
Aber: Kaufe niemals einen Season Pass!
-Smoke