Tabula Rasa
Zu viele schlechte Online-Rollenspiele sind erschienen, seit sie vor Jahren zu Dutzenden angekündigt wurden. Tabula Rasa fällt nicht darunter, obwohl die Entwicklung von Problemen gebeutelt war. Als ungewöhnliche Mischung fernöstlicher und westlicher Ausdrucksarten gedacht, ist es nun aufs Wesentliche reduziert und aufbereitet wie ein Shooter: Hier ziehen menschliche Charaktere los, bewaffnet mit Pistolen, Gewehren, Schrotflinten und Lasern in etlichen futuristischen Ausprägungen.
Demnach benutzen sogenannte Spezialisten beispielsweise Injektionspistolen, die Gegnerschilde unberührt lassen und sofort Lebensenergie abziehen. Soldaten hingegen dürfen Raketenwerfer führen, wenn sie sich für den entsprechenden Pfad entscheiden. Eine Kanone also, die flächendeckenden Schaden anrichtet und auch die Schilde schädigt. Soldaten und Spezialisten - aus diesen zwei Pfaden wählen Figuren ihre Spezialisierungen, sobald sie Level 5, 15 und 30 erreichen. 50 markiert das aktuelle Maximum. Wie üblich erfolgen Stufenanstiege im einstelligen Levelbereich rasch, dann immer langsamer.
Dass man vergnügt weiterspielt, darum kümmern sich interessante Fähigkeiten: Scharfschützen feuern Rotationshülsen, deren Schaden zunimmt, desto mehr Weg sie zum Anvisierten zurücklegen; Mikrobiologen schicken heilende Regenerationswellen übers Schlachtfeld; Saboteure werden zu wandelnden Bomben und Spione bilden die Assassinen, deren Schwertangriffe aus der Nähe zu erfolgen haben, aber dem Ziel heftige Verletzungen zuführen. Das war eine winzige Auswahl an Skills, denen Motivation entspringt.
Instanzen erfordern halbwegs ausgewogene Klassen zur gegenseitigen Ergänzung. Denn Solisten überleben im Angesicht der feindlichen Überzahl nur ein paar Sekunden. Das macht das Spiel ungeeignet für jene, die gern allein losziehen - etwas, das beispielsweise World of Warcraft ohne weiteres erlaubt, so lange man nicht Bosse in Dungeons zu erlegen gedenkt. Sechs Leute passen in eine Gruppe, aber schon ein Duo reicht zum Lösen der meisten Quests im Bereich 1 bis 20. Wie es später aussieht, darüber können wir noch keine Auskunft erteilen. Auch Spieleredakteure müssen schlafen.

Selten habe ich ein Spiel gesehen, bei dem Wunschdenken des Herausgebers und spielerische Realität einander so fern sind. Unfertig, fehlerhaft und unausgereift - imbalacend, konzeptlos und unstrukturiert - mit einer ungeheuren Portion an Lieblosigkeit technisch erschreckend fehlerhaft umgesetzt.
Unzählige Fertigkeiten sind auch nach Monaten weiterhin unbrauchbar, Charaktere teilweise gänzlich sinnfrei und wichtige Funktionen erst gar nicht vollständig implementiert. Usability-Schwächen gliedern sich vergnüglich in eine herausragend schlecht und scheinbar am Konzept vorbei entwickelte Engine. Ein Look and Feel, welches seit den Anfangstagen im Rohzustand dümpelt.
Status-Quo ist auch nach einem halben Jahr eine Public Beta - MMO ist was anderes!
Von kontinuierlicher Mehrwertsteigerung, durch welche sich monatliche Beitragsgebühren rechtfertigen lassen, kann keine Rede sein. Hier werden keine neuen Contents, sondern lediglich die eher mittelmäßige Entwicklungsarbeit bezahlt. DG enttäuscht den Spieler mit jedem Patch aufs Neue und was bleibt, ist einzig die Erwartungshaltung - es könnte ja besser werden - irgendwann!
Mit einem gehörigen Klatsch Ironie werden die spärlich gesäten Events als Erfolge gefeiert. Wenn dem Spieler auch nur eine - mit Antwortzeiten von 1 bis 5 Minuten - anschauliche Demonstration von völliger Serverüberlastung bleibt. Und auch die im Spielalltag stets spürbaren, offensichtlichen programmiererischen Defizite werden immer wieder ausweichend mit einem ach-so innovativen Konzept erklärt.
Wie man ein erfolgreiches MMO entwickelt, sollte Richard Garriot eigentlich wissen - einen guten Rat könnte er sich allerdings auch im eigenen Hause, bei seinem NCsoft Kollegen Jeff Strain einholen.
Grüße Torqual
Schade, daß nurnoch MMOGs und GrindMMOs erscheinen. Wo bleibt der Umfang von einem UO oder SWG ( Classic ) ?
Garriot hat sich auch zu einem...komischen Menschen entwickelt. Es gab zuviel Betatester.... Ja Ja, wer hat den Preorders mit Betazugang verkauft ?
Enttäuschend. Noch seicher und flacher und es ertrinkt keine Kakerlake mehr in der Spieltiefe.
Bei Questmobs usw. ist das ja noch ok, aber allgemein dient das nur den Solo-Egomanen die keine Gruppe wollen.
TR selber hat Potential und mag auch Spaß machen, MIR hat es keinen gemach t und ich habe es insgesamt ca. 20 Stunden gespielt, eigentlich aber um herauszufinden warum es mir keinen Spaß macht, denn einen wirklichen Grund konnte ich nicht erkennen. Die Welt ist nett, die Story auch. Ok die Klassen sind am Anfang halt so lala ^^ aber werden später ja auch interessanter. Die Quests sind standard, aber auch ok, daher weiß ich bis heute nicht warum es mir keinen Spaß gemacht hat ... :ugly:
http://eu.rgtr.com/de/news_article/richard_garriotts_tabula_rasa_trials
Vielleich gibts noch welche.