Steam Machine im Test: Wie schlägt sie sich gegen die PS5?
Wir checken die Gaming-Performance der Steam Machine und lassen sie gegen das Steam Deck und die Sony-Konsolen antreten. Schlägt sie die PS5 - oder sogar die PS5 Pro?
Gaming-Praxistest: So stark ist die Steam Machine
Aber wie läuft nun das, was sich starten lässt? Hier machten im Vorfeld bereits diverse Aussagen die Runde: Valve spricht (bzw. sprach, da die entsprechende Zeile mittlerweile von der Shop-Seite verschwunden ist) von 4K-Gaming bei 60 Fps dank FSR-Upscaling und der sechsfachen Performance des Steam Decks.
Der Preis dürfte so manchem Käufer außerdem suggerieren, dass der Mini-PC eine ähnliche Leistungsklasse wie eine PS5 Pro besetzt - vielleicht ja sogar besser?
In diesem Artikel
Dass man seine Erwartungen lieber nicht zu hochschrauben sollte, offenbart sich allerdings schnell. Standardmäßig deckelt die Steam Machine eure Spiele auf eine maximale Auflösung von 1080p, was ihr aber immerhin pro Spiel oder gleich systemweit umstellen könnt - trotzdem kein allzu gutes Omen.
Quelle: PC Games
Dass die Steam Machine standardmäßig nur auf 1080p eingestellt ist, passt zum knapp bemessenen Grafikspeicher. Mit 8 GB müsst ihr in modernen Spielen vorsichtig sein, wenn ihr Texturen und Auflösungen höherdreht.
In unseren Tests mit verschiedenen Spielen der letzten Jahre haben wir festgestellt: Eine 4K-Maschine ist der Würfel nicht, zumindest nicht in aktuellen Games. Für uns liegt der Sweet Spot in Triple-A-Titeln bei WQHD, also einer Auflösung von 1440p, mit Upscaling auf "Ausgeglichen" oder "Qualität" und Settings in den mittleren Regionen.
Wie das Gothic Remake, Forza Horizon 6, Oblivion Remastered oder Cyberpunk beweisen, kann das Gerät so oft 60-Fps-Gefilde erreichen und trotzdem noch vernünftig aussehen. In 1080p, also der Auflösung, für die es eigentlich eingestellt ist, sind die Resultate entsprechend besser. Da klappt anschließen und losspielen auch ohne einen Trip ins Optionsmenü, wenn euch Full-HD reicht.
Ein kurzer Ritt durch die Erweiterung von Elden Ring zeigt aber auch: Die miese Optimierung mancher PC-Spiele gleicht ihr mit der verbauten Hardware nicht aus. Die Effekte eines dicken Gegners lassen das Spiel auch in Full-HD auf unter 60 Fps einbrechen. Bei den Komponenten handelt es sich zwar um Sonderanfertigungen, aber im Vergleich zu geläufigen CPUs und GPUs sind sie leistungsmäßig eher der Einstiegsklasse zuzuordnen.
Quelle: PC Games
Da brennt die Dampfmaschine: Bei diesem Angriff klappt die Framerate in Elden Ring auf 40 Fps zusammen - in 1080p.
VRAM und Raytracing-Tauglichkeit
Die Achillesferse der Machine war beim Ausprobieren verschiedener Settings dementsprechend immer wieder der Grafikspeicher. Der ist nur 8GB groß und läuft gerne voll, wenn ihr es mit Auflösung und Texturen ein wenig zu gut meint. Das wäre an sich kein Problem, allerdings leert er sich oft nicht, wenn ihr die Optionen wieder nach unten korrigiert. Dazu müsst ihr das Spiel neustarten.
Abraten würden wir euch außerdem von Raytracing. Wir haben versucht, in Cyberpunk mit Raytracing-Spiegelungen stabile 60 Fps zu erreichen, und sind trotz drastisch reduzierter Grafik-Optionen daran gescheitert. Die AMD-Grafikkarte in der Steam Machine beherrscht die Technologie zwar auf dem Papier, aber wie auf den Standardkonsolen solltet ihr dann meistens nur noch mit um die 30 Fps rechnen.
Dank der Leistungseinstellungen im Schnellmenü könnt ihr eure Framerate immerhin komfortabel begrenzen, ohne wie bei Windows in irgendwelchen Treiber-Menüs herumzufummeln. Ein 30-Fps-Lock sorgt zwar für etwas mehr Input-Lag, aber auch für eine konsistentere Bildrate. Deck-Spieler kennen die Strategie.
Steam Machine vs. Steam Deck
Die "sechsfache Leistung des Steam Decks" können wir der Machine übrigens nicht attestieren. Wir haben die Benchmarks von Cyberpunk und Forza Horizon 6 auf beiden Geräten mit identischen Settings laufen lassen, jeweils einmal in 720p und einmal in 1080p. In drei von vier Fällen schaffte die Machine ungefähr dreimal so viele Fps wie das Deck, bei Cyberpunk in 1080p kam sie immerhin auf die 4,3-fache Performance.
Steam Machine vs. PS5 und PS5 Pro
Aber wie verhält sich der Kubus nun im Vergleich zur größten Konkurrenz im Wohnzimmer, also PS5 und PS5 Pro? Auch dafür ziehen wir unseren alten Benchmark-Freund Cyberpunk 2077 heran, denn dank der Vergleichsarbeit von Digital Foundry können wir die Einstellungen der normalen PS5 ungefähr auf dem PC nachbilden.
Die Settings des Performance- und Raytracingmodus der PS5 spucken auf der Steam Machine ordentliche Ergebnisse aus. Im Stresstest laufen die Performance-Settings mit 60 Fps und kleinen Einbrüchen, die auf der Konsole ebenfalls auftreten. Der Raytracing-Modus läuft auf der Machine deutlich schneller als auf der PS5 mit ihren 30 Fps, für ganz stabile 60 Bilder reicht es jedoch nicht.
Quelle: PC Games
Mit den nachgebauten Settings der PS5 im Raytracing-Modus performt Cyberpunk 2077 doppelt so schnell wie auf der Sony-Konsole - ihr seid nämlich keiner Fps-Begrenzung unterworfen.
Schwieriger ist der Vergleich mit der PS5 Pro. Hier kennen wir die entsprechenden PC-Settings der Leistungsmodi nicht und in den Raytracing-Varianten nimmt die Konsole Feinjustierungen vor, die wir am PC nicht nachbilden können. Den starken PSSR-Upscaler hat die Steam Machine natürlich auch nicht. Wir sind also von den Raytracing-Settings der PS5 ausgegangen und haben noch mehr Features hinzugeschaltet, um die Pro-Grafik nachzubilden.
Es zeigt sich: Für die 30 bis 40 Fps, die eine PS5 Pro in ihrem schönsten Modus schafft, muss die Steam Machine Kompromisse eingehen, etwa bei der Auflösung und den Raytracing-Features. Aber auf dem Würfel haben wir natürlich auch den Nachteil, dass das Spiel nicht speziell dafür angepasst wurde - wir zocken die handelsübliche PC-Version.
Bei einem gut optimierten PC-Titel wie Cyberpunk kann die Steam Machine an einer PS5 vorbeiziehen und sogar ein paar Schritte Richtung PS5 Pro gehen. Das fällt erwartungsgemäß von Spiel zu Spiel anders aus. Oberklasse-Hardware steckt in den Konsolen genauso wenig wie in der Steam Machine, aber bei den Konsolen kann sie besser genutzt werden.
Quelle: PC Games
Das Schnellzugriffsmenü lässt euch die Framerate jedes Spiels auf euren Wunschwert begrenzen. Außerdem könnt ihr mit dem GPU-Takt experimentieren, VSync abschalten oder euch detaillierte Performance-Metriken anzeigen lassen. Sehr nützlich!
Kein leichtes Fazit
Und das bringt uns auch endlich zum schwierigsten Teil dieses Tests: der Kaufempfehlung. Oder eben auch den Teil, in dem wir euch vom Kauf abraten.
Der Vergleich mit der PS5 hat euch bereits gezeigt: Die Steam Machine kann auf einem ähnlichen Level wie eine aktuelle Heimkonsole performen. Und dennoch ist sie unserer Meinung nach nichts für den klassischen Konsolenspieler. Das liegt nicht nur am schwachen Preis-Leistungs-Verhältnis, bei dem Valve aktuell nicht mit Sony oder Microsoft konkurrieren kann, sondern auch an Linux, wo viele der beliebtesten Multiplayer-Spiele schlichtweg nicht funktionieren.
Steam-fremde Games von GoG, Battle.net und Co. lassen sich zwar auf das Gerät bekommen, aber dafür werdet ihr Tutorials suchen und den Desktop-Modus betreten müssen. Spätestens dort ist es dann vorbei mit der Controller-tauglichen Nutzererfahrung.
Jemand, der bereits am PC zockt und eine vorgebaute Lösung fürs Wohnzimmer sucht, ist ein viel besserer Kandidat. Mit der Steam Machine bekommt ihr nicht den potentesten Rechner, aber ein sehr kompaktes, flüsterleises Gerät, das immer noch komfortabler ist als ein Windows-PC an der Glotze. Allein, dass ihr die Machine mit dem Controller aus dem Schlafmodus wecken könnt, ist da schon viel wert.
Als langjährige Deck-Nutzer wissen wir auch, wie viel Spaß es machen kann, Valves Geräte an ihre Grenzen zu bringen und mit Emulatoren, Mods und Plugins herumzubasteln. Seid ihr eine Bastelnatur und habt keine Angst vor Linux, ist das durchaus verlockend, und ihr werdet überrascht sein, was alles möglich ist.
Über allem thront jedoch dieser vierstellige Preis, der die Sache viel komplizierter macht, als man es sich gewünscht hätte. Für einen PC auf ungefähr dem Niveau einer PS5 ist der schlichtweg zu hoch, und als Endverbraucher wird es euch nicht trösten, dass er eine logische Konsequenz aus der Speicherkrise ist.
Wäre die Steam Machine, wie es Valve offenbar geplant hatte, 30 Prozent günstiger auf den Markt gekommen, hätten wir den kleinen Würfel sofort ins Herz geschlossen und viel eher weiterempfehlen können. Danke für nichts, KI.
Transparenzhinweis: Das getestete 2TB-Modell der Steam Machine wurde uns von Valve zur Verfügung gestellt.
Findet ihr, dass die Steam Machine in Zeiten explodierender Hardwarepreise ein guter Deal ist? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Der Preis für die Leistung ist allerdings etwas kraß, aber wahrscheinlich sehen wir bei den Preisen so schnell keine neuen Konsolen (die wären zwar schneller als der Steam Würfel aber wohl nochmal teurer).