Deutschland gegen den Rest der Welt: Spielkritiken im Vergleich
Fußball Manager 08
Das Runde muss ins Eckige
Der Fußball Manager 2008 zählt laut pcgamesdatabase.de eine Gesamtpunktzahl von 87 Prozentpunkten, auf gamerankings.com sind es gerade mal 68 Punkte. Kein maßgeblicher, aber sicher ein Grund für die große Wertungsdifferenz: In Deutschland fristet der Fußball Manager ein einsames Dasein, ernst zunehmende Konkurrenz gibt es keine. Die Vereinigten Staaten und der Rest Europas haben indes die Wahl. Segas Football Manager hat in diesen Regionen seit jeher die Nase vorn. Wo liegen die ausschlaggebenden Unterschiede? Im Vergleich mit dem ohnehin schon umfangreichen Fußball Manager 2008, setzt der Football Manager noch einige Lizenzen oben drauf. Laut diversen Testberichten sei auch das Interface deutlich übersichtlicher, vor allem deshalb, weil die Anzahl der Menüs nicht ausufere. Eine Erklärung ist nicht einfach zu finden - vielleicht liegt es an unseren bürokratischen Wurzeln, die uns Deutsche immun gegen sämtliches Schreib-Wirr-Warr machen.
Pro Evolution Soccer 2008
Bei Pro Evolution Soccer 2008 und Fifa 08 gehen die Expertenmeinungen nicht allzu weit auseinander. Interessant ist jedoch, dass Fifa 08 durchschnittlich besser, PES durchschnittlich schlechter bewertet wurde. Während hierzulande der Wertungsunterschied zwischen den beiden Fußballspielen rund 12 Prozent beträgt, klafft zwischen den US-amerikanischen Wertungen gerade Mal eine Lücke von 2 Prozent. Große Kritikpunkte an PES: Fehlende Lizenzen, keine Neuerungen im Vergleich zum letzten Teil, verbesserungswürdige Präsentation (Grafik und Sound). Die negativen Aspekte von Fifa 08 lesen sich ähnlich, mit Ausnahme der Lizenzen. Aber sind es tatsächlich die original Spieler- und Vereinsnamen, die den Wertungsunterschied begründen? Nicht nur - in den Vereinigten Staaten ist die Präsentation ein weniger wichtiges Kriterium, denn nur eine geringe Zahl der spielenden Amerikaner verfügt über High-End-PCs.

Ich nehme mir einmal aus dem Artikel, der mir übrigens recht gut gefallen hat, einen einzelnen Satz heraus (Seite 3, letzter Absatz), um hier evtl. hinter die Objektivität eines der größten europäischen PC-Spielemagazine zu schauen.
1. Frage:
Stammt der ganze Bericht von Thomas Wilke (Online-Volontär) oder sind noch andere Redakteure der PC Games Redaktion daran beteiligt gewesen?
2. Frage:
Woher beruht die Annahme, dass der (allgemeine) Amerikaner weniger Wert auf die Präsentation legt?
3. Frage:
Wie kommt man zu dieser Mutmaßung, in derer die spielenden Amerikaner nur in sehr geringer Zahl über High-End-PCs verfügen?
Auf was beruht dieser einzelne Satz eigentlich?
auf Vermutungen, auf jahrelange Erfahrungswerte, der berühmte „Blick“ hinter die Kulissen, Mutmaßungen, Quellenstudium, auf Umfrageergebnisse, Berichterstattungen, hören und sagen, Studienergebnisse oder auf eigene Hypothesen.
Ich glaube tatsächlich nicht, dass nur 10% aller Leser meine Meinung teilen. Bei Gamesvote sieht es zum Beispiel anders aus.
Ich glaube auch, mit der deutschlandweit niedrigsten Wertung kann ich mir die Fanbrille getrost absetzen.
Wo sagen wir, dass wir objektiv werten? Und vor allem: Wie soll das bitte aussehen? Spiele sind doch keine Waschmaschinen!
Objektive Spielspaßbewertung gibt es nicht. Nicht von mir, nicht von irgendeinem anderen Redakteur dieser Welt. Jeder Redakteur, der einem das Gegenteil weißmachen will, lügt.
Ich habe jetzt wohl auch im Eifer des "Gefechts" ein wenig dramatisch formuliert. Dafür bitte ich um entschuldigung!
Denn Ihre Tests gehören meiner Meiung nach zu den Besten im Heft, eben von so mancher Wertung mal abgesehen. ;-)
Aber ich meine ein Quentchen mehr Objektivität wäre möglich und ebenso sinnvoll. Laßen Sie mich erklären: Wenn bei einem Spiel eben solche Dinge kritisiert werden, wie eben zum Beispiel bei Anno, finde ich sollte sich ein Redakteur kurz zurrücklehnen, und überdenken: "Okay wenn nun jemand nicht so oft solche Spiele spielt(kein Fan solcher Spiele ist), würde es ihn bestimmt schneller langweilen. Er würde die kritisierten Punkte stärker gewichten und somit bestimmt eine niedrigere Wertung vergeben."
So Moment, jetzt kommt der springende Punkt :-) : Natürlich ist dies dann wieder subjektiv gesehen! Aber ich denke wenn man nun hergeht und sagt: "Mir gefällt das Spiel sehr gut, der breiten Masse wohl ein bischen weniger. Da ich als Liebhaber des Genres über Dinge hinwegsehe. Dann sollte ich wohl 2-3 Punkte(nennen wir dies den "Subjektivitätsfaktor") Spielspaß von meiner Wertung abziehen."
So das war nun ein haufen Text und es bestimmt ein wenig Korinthenkackerei. Dennoch wollte ich mich nun noch erklären und da es ja auch die ein oder andere kritische Stimme neben meiner gibt, war es doch mal nett darüber geredet zu haben! ;-)
Und das ist eben Punkt 2: Natürlich ist eine Bewertung einer Sache immer Subjektiv, keine Frage! Aber wenn ein Redakteur nicht objektiv bewerten kann, tut mir leid, dann sollte er keine Tests schreiben.
1. Eine Bewertung ist immer subjektiv.
2. Eine Bewertung durch einen Redakteur muss objektiv sein.
Das schließt sich für mich aus. Zumal ich glaube, dass dann niemand auf dieser Welt Tests schreiben dürfte.
Klingt widersprüchlich! Aber ich meine damit, wenn Ihnen persönlich(mir fällt gerade ein ,daß Sie ja diesen Test geschrieben haben :-D )Anno so gut gefällt, kann und will Ihnen das niemand schlecht reden. Aber man kann wohl erwarten, daß ein Test in einer Zeitschrift welche, wenn ich nicht irre über 1 Million Menschen jeden Monat lesen, nicht eine Bewertung eines Spiels widergibt die wohl nur 10% der Leser ebenso vergeben würden. Sondern man erwartet eine OBJEKTIVE Meinung, die eben als Einkaufsratgeber dient und somit auch eine Wertung entsteht die nicht nur mit "Fanbrille" der Realität entspricht.
Denn es ist durchaus irritierend, ernsthafte Kritikpunkte(Früher war die Langzeitmotivation so ein Punkt! - Ja Früher war alles besser ;-)) zu lesen. Aber dann eine Wertung von über 85% zu sehen. Oder sind Sie da anderer Meinung Herr Burtchen?
Ich glaube tatsächlich nicht, dass nur 10% aller Leser meine Meinung teilen. Bei Gamesvote sieht es zum Beispiel anders aus.
Ich glaube auch, mit der deutschlandweit niedrigsten Wertung kann ich mir die Fanbrille getrost absetzen.
Wo sagen wir, dass wir objektiv werten? Und vor allem: Wie soll das bitte aussehen? Spiele sind doch keine Waschmaschinen!
Objektive Spielspaßbewertung gibt es nicht. Nicht von mir, nicht von irgendeinem anderen Redakteur dieser Welt. Jeder Redakteur, der einem das Gegenteil weißmachen will, lügt.
Ein sehr guter Artikel! Gute Arbeit!
Die oft vertretene Auffassung, die Amis mögen alles einfacher, weil sie allgemein ein bisserl doof sind, ist vielleicht auf anti amerikanistischen Vorurteilen begründet. Dann wäre ja auch die Civ Reihe kaum so erfolgreich. Sie mögen es vielleicht einfach abwechslungsreicher und motivierender, durchaus auch schneller, wollen einfach mehr Spass haben beim Spielen, hassen Spiele, die in Arbeit und Wirtschaftsabhandlungen ausarten. Wollen Spiele des Spielen willens, nicht um sich zu beweisen, dass sie selbst die härtesten WiSims knacken können.
Der Trend zu hohen Wertungen seitens der deutschen Printmags ist vielleicht auch dadurch zu begründen, dass die diversen Marktstudien ergeben, dass der Durchschnittsleser gar nicht an der ungeschminkten Wahrheit über einen Hypetitel intressiert ist, sondern die Zeitschrift bevorzugt, die seiner eigenen (überzogenen) Meinung am ehesten entspricht. Wie man auf amazon zb gut sehen kann, werden da oft Spiele noch zig Monate vor dem Erscheinen in den UserReviews gen Himmel gelobt. Wehe ein Magazin wagt es, dem Spiel weniger als 90% + X zu geben. Und das, obwohl noch keiner das Spiel gespielt hat.
Doch durch den nicht zu übersehenden allgemeinen Trend zum Hype in den Previews bei den Printmags, haben sie sich diese überzogene Erwartungshaltung der Fans auch selbst zuzuschreiben, keine Frage.
1. spricht doch der Test den Kritikpunkt langfristig mangelnder Abwechslung an und
2. gibt es keine Objektivität bei der Spielebewertung.
Aber verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Ich bin seit über Zehn Jahren treuer Leser eurer Zeitschrift und finde ihr macht wunderbare Arbeit bei euren Artikeln. Aber anders als früher entscheide ich bei einem Test nicht mehr nach der Spielspaßwertung, sondern nach dem Fazit und eben allgemein dem Testartikel.
Und das ist eben Punkt 2: Natürlich ist eine Bewertung einer Sache immer Subjektiv, keine Frage! Aber wenn ein Redakteur nicht objektiv bewerten kann, tut mir leid, dann sollte er keine Tests schreiben.
Klingt widersprüchlich! Aber ich meine damit, wenn Ihnen persönlich(mir fällt gerade ein ,daß Sie ja diesen Test geschrieben haben :-D )Anno so gut gefällt, kann und will Ihnen das niemand schlecht reden. Aber man kann wohl erwarten, daß ein Test in einer Zeitschrift welche, wenn ich nicht irre über 1 Million Menschen jeden Monat lesen, nicht eine Bewertung eines Spiels widergibt die wohl nur 10% der Leser ebenso vergeben würden. Sondern man erwartet eine OBJEKTIVE Meinung, die eben als Einkaufsratgeber dient und somit auch eine Wertung entsteht die nicht nur mit "Fanbrille" der Realität entspricht.
Denn es ist durchaus irritierend, ernsthafte Kritikpunkte(Früher war die Langzeitmotivation so ein Punkt! - Ja Früher war alles besser ;-)) zu lesen. Aber dann eine Wertung von über 85% zu sehen. Oder sind Sie da anderer Meinung Herr Burtchen?