Queer und divers - besser wär's? Ein Blick auf Gender-Identität in Videospielen
Eine Analyse der Inklusion von Queerness und Diversität in Baldur's Gate 3, Starfield und Hogwarts Legacy
In der Welt von Hogwarts Legacy spielt die Repräsentation von queeren oder diversen Inhalten nur eine Nebenrolle. Romance-Optionen gibt es nicht, da wir laut Avalanche in der Story einen jungen Charakter verkörpern und es im Spiel nicht darum geht, Liebesbeziehungen einzugehen. Immerhin treffen wir in der Hauptstory auf eine transidente Barkeeperin namens Sirona. Sie zeichnet sich allerdings allein dadurch aus, dass sie einen als weiblich lesbaren Körperbau mit einer tiefen Stimme besitzt. Daneben treffen wir in der Welt und bei ihren NPCs kaum auf repräsentative und natürlich eingebaute Queerness. Wir finden lediglich ab und zu mal einige Andeutungen auf homosexuelle Partnerschaften, aber danach muss man auch explizit suchen, sonst wird man nicht darauf stoßen. Schon allein deshalb wirkt Sirona für viele aus der Community wie eine auffällige Token-Figur, die vor allem aufgrund der Vorwürfe J. K. Rowling gegenüber eingebaut wurde.
Generell wird dem AAA-Studio Avalanche starker Tokenism vorgeworfen. Die Kritik kann natürlich theoretisch von den Macher*innen mit einem einfachen "es passt nicht in das Universum, das Setting, die Story" abgewehrt werden. Und die simplen Editor-Möglichkeiten wie die der Stimmenanpassung werden als Rechtfertigung herangezogen, dass man ja etwas tue.
Ganz allgemein kann sich das Team leicht aus der Verantwortung ziehen und die Progressivität in Hinblick auf authentische Inklusion von Queerness und Diversität lässt hier im Vergleich zu Baldur's Gate 3 oder Starfield eindeutig zu wünschen übrig. Die queere Community sagt: so nicht, Avalanche.
Eine Infusion voller Inklusion
Larian macht es vor, Bethesda zieht nach und Avalanche hat das Ziel verfehlt. Zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass neben den zahlreichen Indie-Games nun auch besonders große und bekannte AAA-Games immer inklusiver werden. Das geschieht mal langsamer, mal schneller, mal authentischer, mal unauthentischer.
Aber vor allem im Vergleich zu früheren, vermeintlich progressiven, inklusiven und diversen Titeln, wird die Thematik besser umgesetzt und eingebaut. Auf natürliche Art und Weise werden queere Inhalte gezeigt und wird Diversität vertreten.
Egal ob dick oder dünn, jung oder alt, weiß oder PoC, hetero- oder homosexuell, asexuell, trans*- oder cis-ident, er, sie oder they: Vieles wird zunehmend authentischer eingebunden. Für alle Vorlieben, Lebensidentitäten, -realitäten und -sexualitäten wird Raum und Sichtbarkeit geschaffen.
Quelle: Pexels
Diese umfangreichere Repräsentation in der Fiktion von Spielen sorgt für mehr generelle Sichtbarkeit und das wiederum auf lange Sicht auch für mehr Inklusion und Akzeptanz in der Realität. Daher sollte unserer Meinung nach stets weiter daran gearbeitet werden, dass solch eine Inklusivität schon im Kern des Spiels etabliert wird und nicht erst durch Mods von außen hinzugefügt werden muss.
Dennoch bleiben ein paar Kritikpunkte und Bedenken in unserer Analyse bestehen. Wo sind zum Beispiel unsere Charaktere mit mehr Handicap als nur ein paar "hübsche" Narben im Gesicht? Wo bleiben unsere noch authentischeren queeren NPCs, die keine Protagosexualität aufweisen? Warum darf mein Elf nicht dick sein, Larian? Warum darf meine als Frau gelesene Protagonistin keinen Bart tragen, Bethesda? Und was ist denn da generell los, Avalanche?
Fiktion beinhaltet immer ein Stück weit Realität und andersherum genauso. Beides beeinflusst sich gegenseitig. Also warum nicht zumindest versuchen, einfach alle einzubeziehen? Vor allem, wenn es sich um ein Spiel aus dem Rollenspielgenre handelt, indem generell der Fantasie und den Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt sind.
Dennoch ist es natürlich wichtig, zu beachten, in welchem Setting wir uns befinden und welche Geschichte erzählt werden soll, solange dies nicht als angenehmer Ausweg herangezogen wird, um sich als großes Studio aus der Verantwortung zu ziehen. Nicht jedes Spiel muss beziehungsweise sollte alles und alle repräsentieren, das sagt sogar die LGBTGIA+ Community selbst.
Ein wenig außerhalb der bisherigen Möglichkeiten zu denken und zumindest stets bemüht zu sein, ist jedoch allemal aufmunternd. Gerade deshalb haben die im Vergleich zu Blockbuster-Produktionen meist von Haus aus inklusiveren Indie-Games in letzter Zeit viel Zulauf und Lob erhalten. Aber auch hier gibt es ganz klare Unterschiede.
Vielen Spielen kann trotzdem heutzutage noch der klassische Tokenism vorgeworfen werden und man kann weiterhin den ganzen Finanzierungsapparat von Games kritisch ansehen. Dennoch kann man sich gleichzeitig auch einfach über den Wandel und den prinzipiellen Versuch freuen, dass Inklusion inzwischen mehr ist als nur Beiwerk.
Denn niemand macht es von Beginn an perfekt, auch wir nicht. Sollten wir in diesem Artikel einen eurer Meinung nach wichtigen Aspekt nicht behandelt haben, lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.
Außerdem dürft ihr gerne eure unterschiedlichen, konstruktiven Meinungen zu dem Thema mit uns und den anderen Usern und Userinnen im Forum teilen. Bleibt dabei bitte sachlich, denn über eine Sache sollten wir uns nicht streiten müssen: grundlegende Menschenrechte. Dazu zählt für uns das Recht, sich genauso entfalten und identifizieren zu dürfen, wie man das selbst möchte, solang man niemanden dabei schadet.
Die meisten Trans-Menschen, die ich näher kennengelernt habe, nehme ich so als irgendwas dazwischen wahr.
Also wenn ich das Verhalten beobachte, meine (subjektive) Empfindung aber auch wenn ich es von der biologischen Seite aus betrachte (wenn schon Hormone genommen werden etc.).
Ich glaube das ist unterbewusst auch ein Punkt der viele reizt. Wir haben ein natürliches Empfinden dafür und dem wird vor dem Kopf gestoßen. Manche stört das mehr, manche gar nicht.
Das wird in der Diskussion oft übersehen.
Ein befreundeter Trans-Mann hat mich mal danach gefragt und ich habe gemeint das er für mich so eine Art Hybrid ist zwischen Mann und Frau.
Ich habe ihm auch gesagt das ich das völlig ok finde und es ohne Wertung ist. Einfach nur meine Wahrnehmung.
Dann hab ich gefragt wie er sich bei meiner Aussage fühlt.
Er meinte damit kann er leben.
Da hätte vielleicht nicht jeder so reagiert darauf. Also ich hab schon gesehen das es auch innerhalb der Szene sehr unterschiedlich aufgenommen wird.
Ersatzbegriffe, die harmloser klingen, sind deswegen harmloser, weil sie im besten Falle nicht beleidigend sind. Wenn die Meinung selbst eine Beleidigung ist, dann wird sie allerdings auch nicht stehen gelassen und im weiteren Sinne moderieren wir auch danach, wie wohl sich alle Beteiligten in einer Diskussion fühlen. Wenn sich also alle gegenseitig Dinge an den Kopf werfen und keiner sichtlich über die Stränge schlägt, nehmen wir das manchmal hin. Sobald Meldungen bei uns reinkommen, schauen wir genauer hin
Ich hoffe, das hat es einigermaßen verständlich erklärt^^
Das mit den Wording finde ich z.B. bedenklich, denn dann endet das in Euphemismen. Oftmals ist es ja auch subjektiv wie beleidigend ein Begriff ist.
Ja, es gibt Leute, die können dem nichts abgewinnen, aber eben auch solche, die sich für das Thema interessieren - und für die ist der Artikel da. Wer anderweitig mitdiskutieren will, ist gerne eingeladen, das im Rahmen unserer Forenregeln zu tun
Diversität als geisteskrank zu bezeichnen und Gruppierungen von Menschen zu beleidigen, betrachten wir als nicht zulässig im Forum und geht über die Meinungsfreiheit hinaus.
Das sind Leitlinien an die sich die Moderatoren halten und die sie sich nicht einfach aus den Fingern gesaugt haben.
Ebenfalls wurden Kommentare gelöscht, die sich darüber aufregen, dass es die falsche Plattform und der Artikel fehl am Platz ist, weil es die Diskussion in keiner Weise bereichert und aus oben genannten Gründen, salopp gesagt, Schmarrn ist^^
Eine persönliche Antwort als Frau: Ich bin eine menstruierende Person - das ist einfach ein Fakt, das kann ich auch kaum verhindern. Deswegen bin ich aber trotzdem eine Frau. Nicht alle Frauen menstruieren und nicht alle Menschen (zu denen ich mich auch zähle) sind Frauen. Mir wird ja nicht der Titel Frau aberkannt, menstruierend ordnet mich halt als Cis-Frau bzw. als eine ein, die eine funktionierende Gebärmutter hat - das aber ohne jegliche Wertung - zumindest habe ich vonseiten queerer Personen noch nie eine Wertung mitbekommen.
Dass es negativ besetzt sein könnte, ist eher etwas, dass von Personen kommt, die Diversität ablehnen. Was ich als witzig empfinde, da doch darauf beharrt wird, dass man sich nicht beschweren soll, wenn man als das bezeichnet wird, was die Biologie halt hergibt^^
Aber davon ab - ich kenne persönliche so einige queere Personen und nenne davon auch manche meine Freunde. Ich kenne auch Menschen, die nichts mit dem Thema anfangen können und wollen - auch die zähle ich teils zu meinen Freunden. Ich bin nicht betroffen, aber ich finde es schade, dass unter mir engen Menschen teils keine Akzeptanz herrscht. Beide Gruppen haben das Gefühl, sich verstecken zu müssen und nicht sagen zu dürfen, wer sie sind / was sie denken.
Ich habe die Lösung genauso wenig parat, wie jeder andere Mensch. Ich halte es aber für kontraproduktiv, einfach nicht darüber zu reden - die Fronten existieren bereits. Jetzt können wir vielleicht noch dafür sorgen, Räumen zu schaffen, in denen wir uns austauschen und voneinander lernen können. Denn jeder hat eine unterschiedliche Lebensrealität und ist die Summer seiner Erfahrungen.
Weiß nicht, klingt für mich teils sehr nach „passend machen“, weil es nun eben schon im Sprachgebrauch existiert.
Wenn du sagst, du bist nicht „betroffen“, dann klingt das auch schon wieder irgendwie unnormal, wie auch immer, aber nicht wirklich positiv.
Was ich ebenfalls feststelle, es gibt eine teils seltsame Vorstellung von Demokratie, denn Demokratie bedeutet nicht, dass jede - ich nenne sie mal - Gruppierung innerhalb der Gesamtbevölkerung die Aufmerksamkeit bekommt, die sie gerne hätte. Das gilt für die Politik, der Zusammensetzung der Parlamente, wie auch für das öffentliche Leben.
Die Frage ist, wie sehr drängelt sich jemand in den Vordergrund? Entweder aus einem Minderwertigkeitskomplex heraus oder einer gnadenlosen Selbstüberhöhung der eigenen Position. Beides ist der falsche Weg,
Und das Hausrecht greift hier, weil das unser Netzwerk ist. Wir laufen also metaphorisch nicht draußen rum, sondern in unserem eigenen Wohnzimmer und stoßen ein Thema an, dass uns in der Redaktion interessiert und beschäftigt. Wir wissen, dass viele das Thema, wie wir es aufarbeiten, nicht gut finden, aber wir arbeiten es eben so auf, wie wir das für richtig empfinden.
Und der Vergleich mit dem Schlagen hinkt, insofern dass Beleidigungen und "Unnettigkeiten" nicht zu einer ernsthaften Debatte dazugehören. Wie du ja auch erwähnst, lassen wir recht viel stehen, und die Diskussion wurde mit der Zeit ja auch friedfertiger und umgänglicher, ohne dass Leute ihre Meinung grundsätzlich ändern mussten - das hatten wir schon öfter unter solchen Artikeln und da wollen wir generell auch hin.
Ersatzbegriffe, die harmloser klingen, sind deswegen harmloser, weil sie im besten Falle nicht beleidigend sind. Wenn die Meinung selbst eine Beleidigung ist, dann wird sie allerdings auch nicht stehen gelassen und im weiteren Sinne moderieren wir auch danach, wie wohl sich alle Beteiligten in einer Diskussion fühlen. Wenn sich also alle gegenseitig Dinge an den Kopf werfen und keiner sichtlich über die Stränge schlägt, nehmen wir das manchmal hin. Sobald Meldungen bei uns reinkommen, schauen wir genauer hin
Ich hoffe, das hat es einigermaßen verständlich erklärt^^
Ich verstehe das Dating-Argument da schon, wobei queere Personen meiner Erfahrung nach sehr offen sind, was ihre Sexualität angeht, man das also schon mitbekommt, wenn es in eine romantische Richtung geht. Aber Dating ist aus Sicht einer Frau (oder als Frau lebenden Person^^) natürlich deutlich anders als bei einem Mann.
Damit will ich sagen, dass es mir scheint, als dass es sich weitestgehend um eine Definitionsfrage handelt. Also wovon man spricht, wenn man von Identität redet. Keine queere Person, die ich kenne, bezieht sich auf ihr biologisches Geschlecht, wenn sie sagt, sie ist non-binär. Es geht immer um die soziale Rolle, die sie einnehmen, bzw. in der sie sich wohlfühlen. Ich weiß nicht, ob es das für dich besser macht, aber das ist zumindest mein Einblick - zumindest ich habe das Gefühl ein bisschen schlauer zu sein :)
Ich wage zu behaupten, dass es für die meisten Geschichten, auch nicht wichtig ist, welches Geschlecht jemand hat. Und wenn, dann kann man es dazu erwähnen. Was mich zum nächsten Punkt führt:
Zu den Schubladen: ja das ist einfach so. Unser Gehirn wäre komplett überfordert ohne Schubladen. Sie sollten halt nicht zu fest sein bzw. flexibel wenn erforderlich (finde ich).
Unterschiedliche Verhaltensweisen hast du hauptsächlich durch verschiedene Kulturen und Charakteren. Die Hautfarbe ansich macht da keinen Unterschied.
Beim Geschlecht ist das aber schon so, dass Männer und Frauen zu unterschiedlichen Verhalten tendieren (es ist nicht alles sozialer Einfluss).
Bei meiner Geschichte habe ich tatsächlich nachgefragt, weil der Freund in den Geschichten tatsächlich so war, wie sich kaum ein Mann benehmen würde bzw. hab ich für mich so gedacht "das muss ein Klischee Schwuler sein".
Als sie mir die Info gab, dass es eine biologische Frau ist, hat das alles viel mehr Sinn gemacht.
Zum Rest stimme ich dir größtenteils zu.
Und ja meistens ist die Info irrelevant.
Ich treffe auch öfter auf androgyne Personen. Wenn ich die dann aber frage was sie sind (weil ich z. B. interessiert bin an der Person), kann ich mich heute nicht mehr auf die Aussage verlassen.
Egal ob die Person Mann oder Frau sagt und ich direkt gefragt habe, weiß ich nicht ob ich die Information erhalten habe die ich wollte.
Direkt nach dem Geschlechtsteil fragen, kommt glaub ich nicht so gut an... aber genau diese Info brauche ich wenn ich z. B. nach nem Date fragen möchte.