Queer und divers - besser wär's? Ein Blick auf Gender-Identität in Videospielen

132
Special Maren Wicher - Autorin Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 17,55 €
Queer und divers - besser wär's? Ein Blick auf Gender-Identität in Videospielen
Quelle: PC Games

Eine Analyse der Inklusion von Queerness und Diversität in Baldur's Gate 3, Starfield und Hogwarts Legacy

Starfield

Science Fiction und Fantasy haben eines ganz grundlegend schon einmal gemeinsam: Fiktion wird hier großgeschrieben. Aber auch hier haben wir wieder eine Welt, die sich an unseren realen menschlichen Problemen, Ideen, Hierarchien und Strukturen orientiert. In Starfield von den Bethesda Game Studios erleben wir zum Beispiel, wie eine Welt in mehreren Jahrhunderten aussehen könnte, sollte es uns gelingen, die Raumfahrt weiterhin zu revolutionieren. Als Besiedelnde des Weltraums kämpfen wir uns in diesem RPG-Adventure durch das All und erkunden zahlreiche Planeten. Dafür erstellen wir zu Beginn erst einmal unseren Charakter. In Starfield geschieht dies ebenfalls über Presets, aber diesmal sind eher weiblich und eher männlich gelesene Charaktere Teil des gleichen Pools an Optionen. Erneut sind daraufhin dann fast alle Individualisierungseinstellungen unabhängig von der Wahl des Presets möglich. Wer jedoch einen Bart tragen möchte, kann dies nur in Abhängigkeit von einem der auswählbaren männlich gelesenen Körpertypen.

Anders als bei Baldur's Gate 3 können die Charaktere hier sogar von der Gewichtsnorm abweichen, dafür ist es jedoch nicht möglich, die Genitalien oder Stimme anzupassen. Jedoch können wieder genderneutrale Pronomen gewählt werden. Und ansonsten verschieben wir zahlreiche Regler ganz nach Belieben und sind ziemlich frei in unserer Erstellung.

Wo uns hingegen ein wenig die Hände gebunden sind, ist bei der Wahl einer Partnerschaft. In Starfield stehen uns nämlich, anders als in Baldur's Gate, nur vier mögliche Romance-Optionen zur Verfügung.

Zwei als weiblich und zwei als männlich gelesene Personen bemühen sich um unsere Gunst. Auch sie sind protagosexuell und alle von ihnen würden - im Gegensatz zu einigen Figuren in Baldur's Gate - ausschließlich eine monogame Beziehung mit uns führen.

Charaktererstellung in Starfield Quelle: Bethesda Sieht man sich die Diversität dieser vier NPCs an, stellt man fest, dass es lediglich eine PoC (Person of Color) zur Auswahl gibt. Diese steht als Mann offen zu einer früheren homosexuellen Beziehung. Auf der einen Seite kann dies als eine mögliche Form von Tokenism angesehen werden, auf der anderen Seite sprechen sich jedoch einige Stimmen aus der Community positiv darüber aus, dass sich überhaupt eine der Hauptfiguren offen zu seiner Homosexualität bekennt.

Und wieder einmal müssen wir keinen der Begleiter-NPCs zwingend romancen und können daher auch asexuell agieren. Oftmals ist vielleicht auch einfach nicht der, die oder them Richtige dabei.

Zudem erfreuen sich viele Menschen aus der LGBTQIA+ Community daran, dass die Repräsentation in Starfield allgemein sehr umfangreich und organisch stattfindet. In der Welt finden sie zahlreiche, von der Norm abweichende Lebensidentitäten, -sexualitäten und -realitäten. Wer also nicht genau hinsieht, wird auch nicht fündig.

Auf der einen Seite erfreut das diejenigen, die mit alledem nichts am Hut haben wollen und sich am liebsten den Pronomen-Entfernungs-Mod auf Nexus Mods zurückwünschen. Auf der anderen Seite ist es für die queere Community ein schönes Erlebnis, sich überhaupt so zahlreich repräsentiert zu sehen, sei es auch nur in zweiter Reihe und nur im Ansatz in der Hauptstory.

Lob und Kritik fallen für Starfield ähnlich aus wie bei Baldur's Gate zuvor. Was für viele Fans hier genauso zählt, ist der Versuch und Gedanke dahinter. Das beweist nämlich auch, dass die zahlreichen queeren Mods der letzten Jahre für genug Aufmerksamkeit gesorgt haben und Bethesda zum Umdenken angeregt wurde. Im Vergleich zu früheren Titeln ist Starfield ein Inklusionswunder. Die queere Community sagt: weiter so, Bethesda!

Hogwarts Legacy

Hogwarts Legacy war dieses Jahr fast in aller Munde. Die große Kontroverse rund um den Titel und die Schöpferin der magischen Harry-Potter-Welt dahinter führte zu unzähligen hitzigen Diskussionen und Boykottaufrufen auf allerlei Meinungsplattformen. Wir finden es daher umso spannender, zu analysieren, wie es denn mit der queeren Inklusion und Diversität aussieht, die uns von Avalanche versprochen wurde.

Zunächst können wir bereits im Charakter-Editor feststellen, dass dieser den anderen beiden Titeln in puncto Presets gleichkommt. Wie auch in Starfield sind hier die eher weiblich sowie auch männlich lesbaren Körpertypen in einem zusammengewürfelt.

Charaktererstellung in Hogwarts Legacy Quelle: buffed Die Wahl der Gesichtsform wird je nachdem eingeschränkt und auch die Frisurenauswahl ist abhängig von dem gewählten Preset. Jedoch gibt es auf beiden Seiten Frisuren, die eher weiblich oder eher männlich gelesen werden können. Expliziteres, wie zum Beispiel Genitalien, lassen sich nicht einstellen, was natürlich an der jüngeren Zielgruppe liegt.

Dafür können die Stimmen angepasst und eine Wahl zwischen "Hexe" oder "Zauberer" getroffen werden. Dies alles befähigt uns dazu, einen transidenten Charakter zu erstellen, jedoch nicht einen genderneutralen/genderfluiden.

Sehen wir diesen Editor nun zusammenfassend kritisch an, stellen wir fest, dass er zwar augenscheinlich versucht, inklusiv und divers zu sein, aber im Kern dann doch wieder nur einem binären System unterliegt.

Die äußerst simple Umsetzung einer angedeuteten Transidentität ist nur möglich im Sinne von: weiblich gelesenen Körpertyp im Zusammenhang mit einer tiefen Stimme wählen.

Bärte fehlen zum Beispiel, aufgrund des Teenager-Alters der Spielfigur gänzlich. Und ein nonbinäres beziehungsweise genderneutrales/genderfluides Aussehen ist zwar möglich, jedoch fehlen die nötigen Neopronomen zur eindeutigen Identifikation. Weitere Diversität in Bezug auf Alter oder Gewicht fehlt ebenso. Letzteres könnte jedoch mit dem zugrundeliegenden Setting und der Story begründet werden.

132
    • Kommentare (132)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von loud_noises Mitglied
        Zitat von Toni
        . Für mich ist das keine Lüge, wenn mir ein Transmann sagt, er sei ein Mann, weil das Wort für mich einfach bedeutet, mit welcher sozialen Identität er aktuell lebt und wie ich ihn jetzt gerade begreifen soll.
        Ich gehe dabei halt stark davon aus was ich wahrnehme und beobachte.
        Die meisten Trans-Menschen, die ich näher kennengelernt habe, nehme ich so als irgendwas dazwischen wahr.
        Also wenn ich das Verhalten beobachte, meine (subjektive) Empfindung aber auch wenn ich es von der biologischen Seite aus betrachte (wenn schon Hormone genommen werden etc.).

        Ich glaube das ist unterbewusst auch ein Punkt der viele reizt. Wir haben ein natürliches Empfinden dafür und dem wird vor dem Kopf gestoßen. Manche stört das mehr, manche gar nicht.
        Das wird in der Diskussion oft übersehen.

        Ein befreundeter Trans-Mann hat mich mal danach gefragt und ich habe gemeint das er für mich so eine Art Hybrid ist zwischen Mann und Frau.
        Ich habe ihm auch gesagt das ich das völlig ok finde und es ohne Wertung ist. Einfach nur meine Wahrnehmung.
        Dann hab ich gefragt wie er sich bei meiner Aussage fühlt.
        Er meinte damit kann er leben.
        Da hätte vielleicht nicht jeder so reagiert darauf. Also ich hab schon gesehen das es auch innerhalb der Szene sehr unterschiedlich aufgenommen wird.
      • Von loud_noises Mitglied
        Zitat von Toni
        . Für mich ist das keine Lüge, wenn mir ein Transmann sagt, er sei ein Mann, weil das Wort für mich einfach bedeutet, mit welcher sozialen Identität er aktuell lebt und wie ich ihn jetzt gerade begreifen soll.
        Ich gehe dabei halt stark davon aus was ich wahrnehme und beobachte.
        Die meisten Trans-Menschen, die ich näher kennengelernt habe, nehme ich so als irgendwas dazwischen wahr.
        Also wenn ich das Verhalten beobachte, meine (subjektive) Empfindung aber auch wenn ich es von der biologischen Seite aus betrachte (wenn schon Hormone genommen werden etc.).

        Ich glaube das ist unterbewusst auch ein Punkt der viele reizt. Wir haben ein natürliches Empfinden dafür und dem wird vor dem Kopf gestoßen. Manche stört das mehr, manche gar nicht.
        Das wird in der Diskussion oft übersehen.

        Ein befreundeter Trans-Mann hat mich mal danach gefragt und ich habe gemeint das er für mich so eine Art Hybrid ist zwischen Mann und Frau.
        Ich habe ihm auch gesagt das ich das völlig ok finde und es ohne Wertung ist. Einfach nur meine Wahrnehmung.
        Dann hab ich gefragt wie er sich bei meiner Aussage fühlt.
        Er meinte damit kann er leben.
        Da hätte vielleicht nicht jeder so reagiert darauf. Also ich hab schon gesehen das es auch innerhalb der Szene sehr unterschiedlich aufgenommen wird.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Zitat von Toni
        Doch, es geht größtenteils um das Wording. Wir haben ein paar Dinge, die wir abseits von der Wortwahl nicht stehen lassen wollen, wie die Gleichsetzung mit Geisteskrankheit, aber in den meisten Fällen schauen wir darauf, welchen Ton jemand benutzt.
        Ersatzbegriffe, die harmloser klingen, sind deswegen harmloser, weil sie im besten Falle nicht beleidigend sind. Wenn die Meinung selbst eine Beleidigung ist, dann wird sie allerdings auch nicht stehen gelassen und im weiteren Sinne moderieren wir auch danach, wie wohl sich alle Beteiligten in einer Diskussion fühlen. Wenn sich also alle gegenseitig Dinge an den Kopf werfen und keiner sichtlich über die Stränge schlägt, nehmen wir das manchmal hin. Sobald Meldungen bei uns reinkommen, schauen wir genauer hin

        Ich hoffe, das hat es einigermaßen verständlich erklärt^^
        Ja, Danke. Wichtig ist mir aber auch, dass beide Seiten etwas daraus lernen und wir beim nächsten Beitrag dieser Art nicht wieder vor der selben Thematik stehen. Man nimmt sich ja Kritik hoffentlich zu Herzen und macht es beim nächsten mal nicht genauso, nur weil man davon überzeugt ist immer das Richtige zu tun.

        Das mit den Wording finde ich z.B. bedenklich, denn dann endet das in Euphemismen. Oftmals ist es ja auch subjektiv wie beleidigend ein Begriff ist.
      • Von Roman_Reigns Hobby-Spieler/in
        Zitat von Toni
        Lukas hat dazu schon Stellung bezogen, wir ignorieren Themen nicht, weil wir mit Diskussionen rechnen. Gerade, dass es Diskussionen geben wird, spricht für ihre Relevanz (insofern Relevanz bedeutet, als es niemandem am Allerwertesten vorbeigeht).

        Ja, es gibt Leute, die können dem nichts abgewinnen, aber eben auch solche, die sich für das Thema interessieren - und für die ist der Artikel da. Wer anderweitig mitdiskutieren will, ist gerne eingeladen, das im Rahmen unserer Forenregeln zu tun

        Diversität als geisteskrank zu bezeichnen und Gruppierungen von Menschen zu beleidigen, betrachten wir als nicht zulässig im Forum und geht über die Meinungsfreiheit hinaus.
        Das sind Leitlinien an die sich die Moderatoren halten und die sie sich nicht einfach aus den Fingern gesaugt haben.
        Ebenfalls wurden Kommentare gelöscht, die sich darüber aufregen, dass es die falsche Plattform und der Artikel fehl am Platz ist, weil es die Diskussion in keiner Weise bereichert und aus oben genannten Gründen, salopp gesagt, Schmarrn ist^^

        Eine persönliche Antwort als Frau: Ich bin eine menstruierende Person - das ist einfach ein Fakt, das kann ich auch kaum verhindern. Deswegen bin ich aber trotzdem eine Frau. Nicht alle Frauen menstruieren und nicht alle Menschen (zu denen ich mich auch zähle) sind Frauen. Mir wird ja nicht der Titel Frau aberkannt, menstruierend ordnet mich halt als Cis-Frau bzw. als eine ein, die eine funktionierende Gebärmutter hat - das aber ohne jegliche Wertung - zumindest habe ich vonseiten queerer Personen noch nie eine Wertung mitbekommen.

        Dass es negativ besetzt sein könnte, ist eher etwas, dass von Personen kommt, die Diversität ablehnen. Was ich als witzig empfinde, da doch darauf beharrt wird, dass man sich nicht beschweren soll, wenn man als das bezeichnet wird, was die Biologie halt hergibt^^

        Aber davon ab - ich kenne persönliche so einige queere Personen und nenne davon auch manche meine Freunde. Ich kenne auch Menschen, die nichts mit dem Thema anfangen können und wollen - auch die zähle ich teils zu meinen Freunden. Ich bin nicht betroffen, aber ich finde es schade, dass unter mir engen Menschen teils keine Akzeptanz herrscht. Beide Gruppen haben das Gefühl, sich verstecken zu müssen und nicht sagen zu dürfen, wer sie sind / was sie denken.

        Ich habe die Lösung genauso wenig parat, wie jeder andere Mensch. Ich halte es aber für kontraproduktiv, einfach nicht darüber zu reden - die Fronten existieren bereits. Jetzt können wir vielleicht noch dafür sorgen, Räumen zu schaffen, in denen wir uns austauschen und voneinander lernen können. Denn jeder hat eine unterschiedliche Lebensrealität und ist die Summer seiner Erfahrungen.
        Menstruierst du noch oder lebst du schon? ;)
        Weiß nicht, klingt für mich teils sehr nach „passend machen“, weil es nun eben schon im Sprachgebrauch existiert.

        Wenn du sagst, du bist nicht „betroffen“, dann klingt das auch schon wieder irgendwie unnormal, wie auch immer, aber nicht wirklich positiv.
        Was ich ebenfalls feststelle, es gibt eine teils seltsame Vorstellung von Demokratie, denn Demokratie bedeutet nicht, dass jede - ich nenne sie mal - Gruppierung innerhalb der Gesamtbevölkerung die Aufmerksamkeit bekommt, die sie gerne hätte. Das gilt für die Politik, der Zusammensetzung der Parlamente, wie auch für das öffentliche Leben.
        Die Frage ist, wie sehr drängelt sich jemand in den Vordergrund? Entweder aus einem Minderwertigkeitskomplex heraus oder einer gnadenlosen Selbstüberhöhung der eigenen Position. Beides ist der falsche Weg,
      • Von Toni Autorin
        Zitat von Nevrion
        Die Haltung "Ich hab Recht, weil ich Hausrecht hab" mag dir und anderen zwar auch zustehen, aber es zeigt auch Stück weit, die Hilflosigkeit, mit der man an solche Themen rangeht. Den Artikel so zu veröffentlichen ist doch quasi wie draußen rum zu laufen und "Schlag mir ins Gesicht" zu rufen um dann jeden zu verklagen, der zu hart zuschlägt. Gerade wenn eine kontroverse Thematik behandelt wird, bei der auf Grund ideologischer Faktoren kein Konsens oder friedfertiger Umgang zu erwarten ist, ist doch eigentlich klar, dass das hier dabei raus kommt.
        Aber das, was hier rauskommt, ist doch nicht schlecht, es ist eine Diskussion um das Thema.
        Und das Hausrecht greift hier, weil das unser Netzwerk ist. Wir laufen also metaphorisch nicht draußen rum, sondern in unserem eigenen Wohnzimmer und stoßen ein Thema an, dass uns in der Redaktion interessiert und beschäftigt. Wir wissen, dass viele das Thema, wie wir es aufarbeiten, nicht gut finden, aber wir arbeiten es eben so auf, wie wir das für richtig empfinden.
        Und der Vergleich mit dem Schlagen hinkt, insofern dass Beleidigungen und "Unnettigkeiten" nicht zu einer ernsthaften Debatte dazugehören. Wie du ja auch erwähnst, lassen wir recht viel stehen, und die Diskussion wurde mit der Zeit ja auch friedfertiger und umgänglicher, ohne dass Leute ihre Meinung grundsätzlich ändern mussten - das hatten wir schon öfter unter solchen Artikeln und da wollen wir generell auch hin.
        Zitat von Nevrion
        Ohne das jetzt aufrollen zu wollen, so zieht ihr z.B. die rote Linie, wenn Leute aggresiv schreiben. In der Öffentlichkeit würde ich fragen, auf welcher rechtlichen Grundlage? Es ist ja nicht mal so die verwendete Wortwahl per se eine Beleidigung ist, sondern das Menschen versuchen bestimmte Zustände einzuordnen (meist subjektiv), auch wenn die Wortwahl hierfür vielleicht nicht immer die geeigneteste ist. Geht es dann hier wirklich nur ums Wording und sind euch dann Ersatzbegriffe die harmloser klingen, aber auf das gleiche abzielen lieber? Wahrscheinlich doch eher nicht.
        Doch, es geht größtenteils um das Wording. Wir haben ein paar Dinge, die wir abseits von der Wortwahl nicht stehen lassen wollen, wie die Gleichsetzung mit Geisteskrankheit, aber in den meisten Fällen schauen wir darauf, welchen Ton jemand benutzt.
        Ersatzbegriffe, die harmloser klingen, sind deswegen harmloser, weil sie im besten Falle nicht beleidigend sind. Wenn die Meinung selbst eine Beleidigung ist, dann wird sie allerdings auch nicht stehen gelassen und im weiteren Sinne moderieren wir auch danach, wie wohl sich alle Beteiligten in einer Diskussion fühlen. Wenn sich also alle gegenseitig Dinge an den Kopf werfen und keiner sichtlich über die Stränge schlägt, nehmen wir das manchmal hin. Sobald Meldungen bei uns reinkommen, schauen wir genauer hin

        Ich hoffe, das hat es einigermaßen verständlich erklärt^^

        Zitat von loud_noises
        Ich treffe auch öfter auf androgyne Personen. Wenn ich die dann aber frage was sie sind (weil ich z. B. interessiert bin an der Person), kann ich mich heute nicht mehr auf die Aussage verlassen.
        Das ist tatsächlich ein super interessanter Punkt, weil ich langsam verstehe, wo sich unsere Geister scheiden. Für mich ist das keine Lüge, wenn mir ein Transmann sagt, er sei ein Mann, weil das Wort für mich einfach bedeutet, mit welcher sozialen Identität er aktuell lebt und wie ich ihn jetzt gerade begreifen soll. Du hast in einem früheren Post gemeint, dass du statt sozialem Geschlecht eher von gesellschaftlicher Rolle sprechen wollen würdest.
        Zitat von loud_noises
        Der Begriff "soziales Geschlecht" muss umgeschrieben werden (persönlicher Vorschlag wäre gesellschaftliche Rolle).
        Das ist für mich in dem Fall genau das, was Mann und Frau ausdrückt. Das biologische Geschlecht ist manchmal für den Kontext wichtig, aber in der Regel erfährt man das sowieso recht schnell, wenn man sich mit einer Person so weit auseinandersetzt (also auch ihrer Persönlichkeit), dass der Kontext relevant ist.

        Ich verstehe das Dating-Argument da schon, wobei queere Personen meiner Erfahrung nach sehr offen sind, was ihre Sexualität angeht, man das also schon mitbekommt, wenn es in eine romantische Richtung geht. Aber Dating ist aus Sicht einer Frau (oder als Frau lebenden Person^^) natürlich deutlich anders als bei einem Mann.

        Damit will ich sagen, dass es mir scheint, als dass es sich weitestgehend um eine Definitionsfrage handelt. Also wovon man spricht, wenn man von Identität redet. Keine queere Person, die ich kenne, bezieht sich auf ihr biologisches Geschlecht, wenn sie sagt, sie ist non-binär. Es geht immer um die soziale Rolle, die sie einnehmen, bzw. in der sie sich wohlfühlen. Ich weiß nicht, ob es das für dich besser macht, aber das ist zumindest mein Einblick - zumindest ich habe das Gefühl ein bisschen schlauer zu sein :)
      • Von loud_noises Mitglied
        Zitat von Toni
        Wir haben darüber gelacht, weil es in den meisten Fällen halt nicht relevant ist, welche Hautfarbe jemand hat.
        Ich wage zu behaupten, dass es für die meisten Geschichten, auch nicht wichtig ist, welches Geschlecht jemand hat. Und wenn, dann kann man es dazu erwähnen. Was mich zum nächsten Punkt führt:
        Ja du hast aber vorher auch nicht gesagt sie sei weiß. Deine Geschichte wäre vergleichbar, wenn du sie immer als Weiße bezeichnet hättest und dann hätte sich herausgestellt es ist eine Schwarze, die sich weiß schminkt oder einfach nicht als schwarz gesehen werden möchte.

        Zu den Schubladen: ja das ist einfach so. Unser Gehirn wäre komplett überfordert ohne Schubladen. Sie sollten halt nicht zu fest sein bzw. flexibel wenn erforderlich (finde ich).
        Unterschiedliche Verhaltensweisen hast du hauptsächlich durch verschiedene Kulturen und Charakteren. Die Hautfarbe ansich macht da keinen Unterschied.
        Beim Geschlecht ist das aber schon so, dass Männer und Frauen zu unterschiedlichen Verhalten tendieren (es ist nicht alles sozialer Einfluss).
        Bei meiner Geschichte habe ich tatsächlich nachgefragt, weil der Freund in den Geschichten tatsächlich so war, wie sich kaum ein Mann benehmen würde bzw. hab ich für mich so gedacht "das muss ein Klischee Schwuler sein".
        Als sie mir die Info gab, dass es eine biologische Frau ist, hat das alles viel mehr Sinn gemacht.

        Zum Rest stimme ich dir größtenteils zu.
        Und ja meistens ist die Info irrelevant.

        Ich treffe auch öfter auf androgyne Personen. Wenn ich die dann aber frage was sie sind (weil ich z. B. interessiert bin an der Person), kann ich mich heute nicht mehr auf die Aussage verlassen.
        Egal ob die Person Mann oder Frau sagt und ich direkt gefragt habe, weiß ich nicht ob ich die Information erhalten habe die ich wollte.
        Direkt nach dem Geschlechtsteil fragen, kommt glaub ich nicht so gut an... aber genau diese Info brauche ich wenn ich z. B. nach nem Date fragen möchte.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk