Queer und divers - besser wär's? Ein Blick auf Gender-Identität in Videospielen

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Special Maren Wicher - Autorin Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 28,49 €
Queer und divers - besser wär's? Ein Blick auf Gender-Identität in Videospielen
Quelle: PC Games

Eine Analyse der Inklusion von Queerness und Diversität in Baldur's Gate 3, Starfield und Hogwarts Legacy

Aber wie sieht das Ganze denn heutzutage aus? Was und wie wird mittlerweile in den großen AAA-Titeln die diverse Realität abgebildet? Wir haben uns drei ganz bestimmte Spiele herausgepickt und sie noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Alle drei sind weitreichend bekannt und beliebt, entspringen AAA-Studios und besitzen Rollenspielelemente. Und in keinem anderen Genre ist das Identifikationspotenzial mit der Hauptfigur und der erzählten Geschichte so groß, wie in einem Rollenspiel. Bei der Analyse haben wir uns jeweils angesehen, wie es mit der authentischen Repräsentation jeglicher queeren Individuen und generell diversen Lebensrealitäten aussieht. Dafür haben wir uns den Charakter-Editor vorgeknöpft, Haupt- und Nebenfiguren sowie die Story und das Gameplay untersucht und uns zu guter Letzt auch noch durch zahlreiche Foren gegraben, um Feedback direkt aus den Communitys zu sammeln.

Baldur's Gate 3

Wer im Spielejahr 2023 von Rollenspielen reden möchte, kommt dabei nicht um Baldur's Gate 3 herum. Mit diesem gewaltigen Fantasy-Epos basierend auf dem Setting und Regelwerk des bekannten Tabletop-Spiels Dungeons & Dragons verwirklichte Larian Studios einen Traum für viele Spielende dort draußen.

In einem fiktiven Fantasy-Setting voller ungeahnten Möglichkeiten ist es erfreulich, dass wir uns direkt in der Charaktererstellung äußerst umfangreich und individuell ausleben können.

Die Wahl aus vier verschieden Körperbau-Presets ist zwar nicht unbegrenzt, aber immerhin unabhängig von der Wahl eines binären biologischen Geschlechts. Das Alter und die Hautfarbe unseres Charakters ist ebenso frei einstellbar und die drei bisher gängigsten Pronomen sie/ihr, er/ihm und they/them stehen auch unabhängig zur Auswahl.

Zudem gibt es die Möglichkeit, bei einem eher weiblich gelesenen Körperbau trotzdem auch Bärte anzulegen und alle Frisuren sind ebenfalls für alle vier Körpertypen wählbar. Obendrein können die Genitalien auch völlig frei gewählt werden.

Eine intersexuelle Variante gibt es jedoch nicht. Alles in allem können wir trotzdem feststellen, dass der Editor äußerst inklusiv gestaltet ist. Durch die Neopronomen wird auch ein nonbinärer bzw. genderneutraler/ genderfluider Tav (der Spielercharakter) richtig angesprochen. Transidentitäten können wir ebenfalls problemlos erstellen.

Charaktererstellung in BG3 Quelle: Larian Studios So viel zu der Identität des eigenen Charakters im Spiel - wie sieht es mit den verschiedenen Sexualitäten aus? Baldur's Gate 3 verfügt über ein klassisches Beziehungssystem, in dem gleich alle möglichen Romance-Optionen eine Beziehung mit dem Tav eingehen würden, unabhängig der gewählten Pronomen.

Im Fachjargon wird das Protagosexualität genannt und bedeutet im Grunde, dass die NPCs "playersexual" sind und uns immer dann attraktiv finden, wenn wir entsprechend mit ihnen interagieren.

Das kann kritisch gesehen werden, da dies häufig als eine einfache Methode verwendet wird, um sich aus der Affäre zu ziehen, wenn es um die authentische Repräsentation von NPC-Sexualitäten geht. Denn im echten Leben sind ja auch nicht alle Menschen pansexuell.

Jedoch sind sich viele Fans einig, dass Spiele nun mal nicht die reale Welt sind und sich daher ihre Besonderheiten auch beibehalten sollten. Im Endeffekt geht es um den Spielspaß und meist ist dieser höher, wenn die Spielenden ihre Wahl zwischen den potenziellen Partnern und Partnerinnen frei treffen dürfen.

Positiv anzurechnen ist dagegen, dass es für die Haupt-Story und damit das Fortschreiten im Spiel nicht zwingend notwendig ist, Beziehungen einzugehen. Das heißt, dass Asexualität ebenfalls stattfinden kann. Uns entgehen dann lediglich die jeweils spezifischen Beziehungsquests.

Romance-Option in BG3 Quelle: Larian Studios Anders als oftmals zuvor in AAA-Games finden wir in der Welt von Baldur's Gate unzählige queere NPCs. Deren Stories sind dabei nicht nur versteckt am Rande, sondern überall um uns herum sowie direkt vor unserer Nase.

Es wird jedoch nicht mit dem Finger darauf gezeigt, ganz im Sinne von "oh, seht, wie divers und queerfreundlich wir sind!". Ganz im Gegenteil wird dieser Fakt einfach unkommentiert, natürlich und dadurch authentisch eingebaut.

Zum Beispiel wurde auch darauf geachtet, dass Lucretius, ein Drag Queen-NPC, auch von einer realen Drag Queen, Vinegar Strokes, vertont wurde. Im zweiten Akt müssen wir aktiv dafür sorgen, dass eine gleichgeschlechtliche Liebe wieder zueinander findet.

Für noch mehr Liebe wird in der Welt gesorgt, indem in bestimmten Kombinationen der Romance-Optionen eine polyamore/polygame Beziehung möglich ist. Das gilt zwar per se nicht als queer, aber bildet dennoch eine sonst eher unbekannte Lebensrealität ab und verschafft ihr damit Sichtbarkeit.

Auf solch diverse und queere Inhalte zu stoßen, ist demnach sogar unumgänglich. Das ist laut der LGBTQIA+ Community auch gut so, denn jegliche Art von Sichtbarkeit, vor allem, wenn sie in erster Reihe stattfindet, sorgt im Endeffekt für mehr Normalität und Akzeptanz in der Realität.

Alles in allem wird in Baldur's Gate 3, trotz einkommensstarkem Studio dahinter, auf ganz natürliche Art und Weise eine relativ repräsentative Anzahl an queeren und diversen Inhalten eingebaut. Das wird von der allgemeinen Community auch größtenteils positiv bewertet. Einige Kritiken existieren natürlich dennoch und es ist immer noch Luft nach oben, doch grundsätzlich schafft Larian damit eine exzellente Basis an Möglichkeiten für mehr (authentische) diverse und queere Repräsentation. Die queere Community sagt: danke, Larian!

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    • Kommentare (132)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von loud_noises Mitglied
        Zitat von Toni
        . Für mich ist das keine Lüge, wenn mir ein Transmann sagt, er sei ein Mann, weil das Wort für mich einfach bedeutet, mit welcher sozialen Identität er aktuell lebt und wie ich ihn jetzt gerade begreifen soll.
        Ich gehe dabei halt stark davon aus was ich wahrnehme und beobachte.
        Die meisten Trans-Menschen, die ich näher kennengelernt habe, nehme ich so als irgendwas dazwischen wahr.
        Also wenn ich das Verhalten beobachte, meine (subjektive) Empfindung aber auch wenn ich es von der biologischen Seite aus betrachte (wenn schon Hormone genommen werden etc.).

        Ich glaube das ist unterbewusst auch ein Punkt der viele reizt. Wir haben ein natürliches Empfinden dafür und dem wird vor dem Kopf gestoßen. Manche stört das mehr, manche gar nicht.
        Das wird in der Diskussion oft übersehen.

        Ein befreundeter Trans-Mann hat mich mal danach gefragt und ich habe gemeint das er für mich so eine Art Hybrid ist zwischen Mann und Frau.
        Ich habe ihm auch gesagt das ich das völlig ok finde und es ohne Wertung ist. Einfach nur meine Wahrnehmung.
        Dann hab ich gefragt wie er sich bei meiner Aussage fühlt.
        Er meinte damit kann er leben.
        Da hätte vielleicht nicht jeder so reagiert darauf. Also ich hab schon gesehen das es auch innerhalb der Szene sehr unterschiedlich aufgenommen wird.
      • Von loud_noises Mitglied
        Zitat von Toni
        . Für mich ist das keine Lüge, wenn mir ein Transmann sagt, er sei ein Mann, weil das Wort für mich einfach bedeutet, mit welcher sozialen Identität er aktuell lebt und wie ich ihn jetzt gerade begreifen soll.
        Ich gehe dabei halt stark davon aus was ich wahrnehme und beobachte.
        Die meisten Trans-Menschen, die ich näher kennengelernt habe, nehme ich so als irgendwas dazwischen wahr.
        Also wenn ich das Verhalten beobachte, meine (subjektive) Empfindung aber auch wenn ich es von der biologischen Seite aus betrachte (wenn schon Hormone genommen werden etc.).

        Ich glaube das ist unterbewusst auch ein Punkt der viele reizt. Wir haben ein natürliches Empfinden dafür und dem wird vor dem Kopf gestoßen. Manche stört das mehr, manche gar nicht.
        Das wird in der Diskussion oft übersehen.

        Ein befreundeter Trans-Mann hat mich mal danach gefragt und ich habe gemeint das er für mich so eine Art Hybrid ist zwischen Mann und Frau.
        Ich habe ihm auch gesagt das ich das völlig ok finde und es ohne Wertung ist. Einfach nur meine Wahrnehmung.
        Dann hab ich gefragt wie er sich bei meiner Aussage fühlt.
        Er meinte damit kann er leben.
        Da hätte vielleicht nicht jeder so reagiert darauf. Also ich hab schon gesehen das es auch innerhalb der Szene sehr unterschiedlich aufgenommen wird.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Zitat von Toni
        Doch, es geht größtenteils um das Wording. Wir haben ein paar Dinge, die wir abseits von der Wortwahl nicht stehen lassen wollen, wie die Gleichsetzung mit Geisteskrankheit, aber in den meisten Fällen schauen wir darauf, welchen Ton jemand benutzt.
        Ersatzbegriffe, die harmloser klingen, sind deswegen harmloser, weil sie im besten Falle nicht beleidigend sind. Wenn die Meinung selbst eine Beleidigung ist, dann wird sie allerdings auch nicht stehen gelassen und im weiteren Sinne moderieren wir auch danach, wie wohl sich alle Beteiligten in einer Diskussion fühlen. Wenn sich also alle gegenseitig Dinge an den Kopf werfen und keiner sichtlich über die Stränge schlägt, nehmen wir das manchmal hin. Sobald Meldungen bei uns reinkommen, schauen wir genauer hin

        Ich hoffe, das hat es einigermaßen verständlich erklärt^^
        Ja, Danke. Wichtig ist mir aber auch, dass beide Seiten etwas daraus lernen und wir beim nächsten Beitrag dieser Art nicht wieder vor der selben Thematik stehen. Man nimmt sich ja Kritik hoffentlich zu Herzen und macht es beim nächsten mal nicht genauso, nur weil man davon überzeugt ist immer das Richtige zu tun.

        Das mit den Wording finde ich z.B. bedenklich, denn dann endet das in Euphemismen. Oftmals ist es ja auch subjektiv wie beleidigend ein Begriff ist.
      • Von Roman_Reigns Hobby-Spieler/in
        Zitat von Toni
        Lukas hat dazu schon Stellung bezogen, wir ignorieren Themen nicht, weil wir mit Diskussionen rechnen. Gerade, dass es Diskussionen geben wird, spricht für ihre Relevanz (insofern Relevanz bedeutet, als es niemandem am Allerwertesten vorbeigeht).

        Ja, es gibt Leute, die können dem nichts abgewinnen, aber eben auch solche, die sich für das Thema interessieren - und für die ist der Artikel da. Wer anderweitig mitdiskutieren will, ist gerne eingeladen, das im Rahmen unserer Forenregeln zu tun

        Diversität als geisteskrank zu bezeichnen und Gruppierungen von Menschen zu beleidigen, betrachten wir als nicht zulässig im Forum und geht über die Meinungsfreiheit hinaus.
        Das sind Leitlinien an die sich die Moderatoren halten und die sie sich nicht einfach aus den Fingern gesaugt haben.
        Ebenfalls wurden Kommentare gelöscht, die sich darüber aufregen, dass es die falsche Plattform und der Artikel fehl am Platz ist, weil es die Diskussion in keiner Weise bereichert und aus oben genannten Gründen, salopp gesagt, Schmarrn ist^^

        Eine persönliche Antwort als Frau: Ich bin eine menstruierende Person - das ist einfach ein Fakt, das kann ich auch kaum verhindern. Deswegen bin ich aber trotzdem eine Frau. Nicht alle Frauen menstruieren und nicht alle Menschen (zu denen ich mich auch zähle) sind Frauen. Mir wird ja nicht der Titel Frau aberkannt, menstruierend ordnet mich halt als Cis-Frau bzw. als eine ein, die eine funktionierende Gebärmutter hat - das aber ohne jegliche Wertung - zumindest habe ich vonseiten queerer Personen noch nie eine Wertung mitbekommen.

        Dass es negativ besetzt sein könnte, ist eher etwas, dass von Personen kommt, die Diversität ablehnen. Was ich als witzig empfinde, da doch darauf beharrt wird, dass man sich nicht beschweren soll, wenn man als das bezeichnet wird, was die Biologie halt hergibt^^

        Aber davon ab - ich kenne persönliche so einige queere Personen und nenne davon auch manche meine Freunde. Ich kenne auch Menschen, die nichts mit dem Thema anfangen können und wollen - auch die zähle ich teils zu meinen Freunden. Ich bin nicht betroffen, aber ich finde es schade, dass unter mir engen Menschen teils keine Akzeptanz herrscht. Beide Gruppen haben das Gefühl, sich verstecken zu müssen und nicht sagen zu dürfen, wer sie sind / was sie denken.

        Ich habe die Lösung genauso wenig parat, wie jeder andere Mensch. Ich halte es aber für kontraproduktiv, einfach nicht darüber zu reden - die Fronten existieren bereits. Jetzt können wir vielleicht noch dafür sorgen, Räumen zu schaffen, in denen wir uns austauschen und voneinander lernen können. Denn jeder hat eine unterschiedliche Lebensrealität und ist die Summer seiner Erfahrungen.
        Menstruierst du noch oder lebst du schon? ;)
        Weiß nicht, klingt für mich teils sehr nach „passend machen“, weil es nun eben schon im Sprachgebrauch existiert.

        Wenn du sagst, du bist nicht „betroffen“, dann klingt das auch schon wieder irgendwie unnormal, wie auch immer, aber nicht wirklich positiv.
        Was ich ebenfalls feststelle, es gibt eine teils seltsame Vorstellung von Demokratie, denn Demokratie bedeutet nicht, dass jede - ich nenne sie mal - Gruppierung innerhalb der Gesamtbevölkerung die Aufmerksamkeit bekommt, die sie gerne hätte. Das gilt für die Politik, der Zusammensetzung der Parlamente, wie auch für das öffentliche Leben.
        Die Frage ist, wie sehr drängelt sich jemand in den Vordergrund? Entweder aus einem Minderwertigkeitskomplex heraus oder einer gnadenlosen Selbstüberhöhung der eigenen Position. Beides ist der falsche Weg,
      • Von Toni Autorin
        Zitat von Nevrion
        Die Haltung "Ich hab Recht, weil ich Hausrecht hab" mag dir und anderen zwar auch zustehen, aber es zeigt auch Stück weit, die Hilflosigkeit, mit der man an solche Themen rangeht. Den Artikel so zu veröffentlichen ist doch quasi wie draußen rum zu laufen und "Schlag mir ins Gesicht" zu rufen um dann jeden zu verklagen, der zu hart zuschlägt. Gerade wenn eine kontroverse Thematik behandelt wird, bei der auf Grund ideologischer Faktoren kein Konsens oder friedfertiger Umgang zu erwarten ist, ist doch eigentlich klar, dass das hier dabei raus kommt.
        Aber das, was hier rauskommt, ist doch nicht schlecht, es ist eine Diskussion um das Thema.
        Und das Hausrecht greift hier, weil das unser Netzwerk ist. Wir laufen also metaphorisch nicht draußen rum, sondern in unserem eigenen Wohnzimmer und stoßen ein Thema an, dass uns in der Redaktion interessiert und beschäftigt. Wir wissen, dass viele das Thema, wie wir es aufarbeiten, nicht gut finden, aber wir arbeiten es eben so auf, wie wir das für richtig empfinden.
        Und der Vergleich mit dem Schlagen hinkt, insofern dass Beleidigungen und "Unnettigkeiten" nicht zu einer ernsthaften Debatte dazugehören. Wie du ja auch erwähnst, lassen wir recht viel stehen, und die Diskussion wurde mit der Zeit ja auch friedfertiger und umgänglicher, ohne dass Leute ihre Meinung grundsätzlich ändern mussten - das hatten wir schon öfter unter solchen Artikeln und da wollen wir generell auch hin.
        Zitat von Nevrion
        Ohne das jetzt aufrollen zu wollen, so zieht ihr z.B. die rote Linie, wenn Leute aggresiv schreiben. In der Öffentlichkeit würde ich fragen, auf welcher rechtlichen Grundlage? Es ist ja nicht mal so die verwendete Wortwahl per se eine Beleidigung ist, sondern das Menschen versuchen bestimmte Zustände einzuordnen (meist subjektiv), auch wenn die Wortwahl hierfür vielleicht nicht immer die geeigneteste ist. Geht es dann hier wirklich nur ums Wording und sind euch dann Ersatzbegriffe die harmloser klingen, aber auf das gleiche abzielen lieber? Wahrscheinlich doch eher nicht.
        Doch, es geht größtenteils um das Wording. Wir haben ein paar Dinge, die wir abseits von der Wortwahl nicht stehen lassen wollen, wie die Gleichsetzung mit Geisteskrankheit, aber in den meisten Fällen schauen wir darauf, welchen Ton jemand benutzt.
        Ersatzbegriffe, die harmloser klingen, sind deswegen harmloser, weil sie im besten Falle nicht beleidigend sind. Wenn die Meinung selbst eine Beleidigung ist, dann wird sie allerdings auch nicht stehen gelassen und im weiteren Sinne moderieren wir auch danach, wie wohl sich alle Beteiligten in einer Diskussion fühlen. Wenn sich also alle gegenseitig Dinge an den Kopf werfen und keiner sichtlich über die Stränge schlägt, nehmen wir das manchmal hin. Sobald Meldungen bei uns reinkommen, schauen wir genauer hin

        Ich hoffe, das hat es einigermaßen verständlich erklärt^^

        Zitat von loud_noises
        Ich treffe auch öfter auf androgyne Personen. Wenn ich die dann aber frage was sie sind (weil ich z. B. interessiert bin an der Person), kann ich mich heute nicht mehr auf die Aussage verlassen.
        Das ist tatsächlich ein super interessanter Punkt, weil ich langsam verstehe, wo sich unsere Geister scheiden. Für mich ist das keine Lüge, wenn mir ein Transmann sagt, er sei ein Mann, weil das Wort für mich einfach bedeutet, mit welcher sozialen Identität er aktuell lebt und wie ich ihn jetzt gerade begreifen soll. Du hast in einem früheren Post gemeint, dass du statt sozialem Geschlecht eher von gesellschaftlicher Rolle sprechen wollen würdest.
        Zitat von loud_noises
        Der Begriff "soziales Geschlecht" muss umgeschrieben werden (persönlicher Vorschlag wäre gesellschaftliche Rolle).
        Das ist für mich in dem Fall genau das, was Mann und Frau ausdrückt. Das biologische Geschlecht ist manchmal für den Kontext wichtig, aber in der Regel erfährt man das sowieso recht schnell, wenn man sich mit einer Person so weit auseinandersetzt (also auch ihrer Persönlichkeit), dass der Kontext relevant ist.

        Ich verstehe das Dating-Argument da schon, wobei queere Personen meiner Erfahrung nach sehr offen sind, was ihre Sexualität angeht, man das also schon mitbekommt, wenn es in eine romantische Richtung geht. Aber Dating ist aus Sicht einer Frau (oder als Frau lebenden Person^^) natürlich deutlich anders als bei einem Mann.

        Damit will ich sagen, dass es mir scheint, als dass es sich weitestgehend um eine Definitionsfrage handelt. Also wovon man spricht, wenn man von Identität redet. Keine queere Person, die ich kenne, bezieht sich auf ihr biologisches Geschlecht, wenn sie sagt, sie ist non-binär. Es geht immer um die soziale Rolle, die sie einnehmen, bzw. in der sie sich wohlfühlen. Ich weiß nicht, ob es das für dich besser macht, aber das ist zumindest mein Einblick - zumindest ich habe das Gefühl ein bisschen schlauer zu sein :)
      • Von loud_noises Mitglied
        Zitat von Toni
        Wir haben darüber gelacht, weil es in den meisten Fällen halt nicht relevant ist, welche Hautfarbe jemand hat.
        Ich wage zu behaupten, dass es für die meisten Geschichten, auch nicht wichtig ist, welches Geschlecht jemand hat. Und wenn, dann kann man es dazu erwähnen. Was mich zum nächsten Punkt führt:
        Ja du hast aber vorher auch nicht gesagt sie sei weiß. Deine Geschichte wäre vergleichbar, wenn du sie immer als Weiße bezeichnet hättest und dann hätte sich herausgestellt es ist eine Schwarze, die sich weiß schminkt oder einfach nicht als schwarz gesehen werden möchte.

        Zu den Schubladen: ja das ist einfach so. Unser Gehirn wäre komplett überfordert ohne Schubladen. Sie sollten halt nicht zu fest sein bzw. flexibel wenn erforderlich (finde ich).
        Unterschiedliche Verhaltensweisen hast du hauptsächlich durch verschiedene Kulturen und Charakteren. Die Hautfarbe ansich macht da keinen Unterschied.
        Beim Geschlecht ist das aber schon so, dass Männer und Frauen zu unterschiedlichen Verhalten tendieren (es ist nicht alles sozialer Einfluss).
        Bei meiner Geschichte habe ich tatsächlich nachgefragt, weil der Freund in den Geschichten tatsächlich so war, wie sich kaum ein Mann benehmen würde bzw. hab ich für mich so gedacht "das muss ein Klischee Schwuler sein".
        Als sie mir die Info gab, dass es eine biologische Frau ist, hat das alles viel mehr Sinn gemacht.

        Zum Rest stimme ich dir größtenteils zu.
        Und ja meistens ist die Info irrelevant.

        Ich treffe auch öfter auf androgyne Personen. Wenn ich die dann aber frage was sie sind (weil ich z. B. interessiert bin an der Person), kann ich mich heute nicht mehr auf die Aussage verlassen.
        Egal ob die Person Mann oder Frau sagt und ich direkt gefragt habe, weiß ich nicht ob ich die Information erhalten habe die ich wollte.
        Direkt nach dem Geschlechtsteil fragen, kommt glaub ich nicht so gut an... aber genau diese Info brauche ich wenn ich z. B. nach nem Date fragen möchte.
      Direkt zum Diskussionsende
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