Wie zocken eigentlich blinde Menschen? Barrierefreiheit in Videospielen

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Special Andreas Schneider - Autor David Benke - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Wie zocken eigentlich blinde Menschen? Barrierefreiheit in Videospielen
Quelle: Games Aktuell

In unserer großen dreiteiligen Reportage setzen wir uns mit dem Thema "Barrierefreiheit in Videospielen" auseinander. In Teil drei geht es darum, wie blinde Menschen spielen.

Ein Screenreader ist eine Software, die blinde und sehbehinderte Menschen dabei unterstützt, digitale Inhalte zu nutzen. Er liest den Text auf dem Bildschirm vor und beschreibt visuelle Elemente wie Schaltflächen, Bilder und Links, sodass Nutzer die Navigation und Interaktion mit Computern oder Smartphones auditiv steuern können. Screenreader sind essenziell für die digitale Barrierefreiheit und ermöglichen den Zugang zu Informationen, die sonst nur visuell verfügbar wären.

Paradebeispiel für Barrierefreiheit ist aber Forza Motorsport. Mit den Blind Driving Assists können Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung während des Spiels informative Audioinhalte nutzen, die ihnen helfen, sich auf den Strecken zurechtzufinden, ihre Rundenzeiten zu verbessern und Rennen zu beenden.

Die Einfachheit der Retro-Welt

Für Christian Ohrens, der komplett blind ist, bietet sich ein anderer Zugang zur Welt der Spiele. Beim Spielen benutzt er keine technischen Hilfsmittel. Christian, der einen Master in Medienwissenschaften hat und unter anderem als DJ, Stadtführer und Journalist arbeitet, hat eine Vorliebe für Retro-Games entwickelt. "Retro-Games sind einfacher strukturiert. Es gibt klare Muster, die man lernen kann, und die Steuerung ist meist begrenzt: hoch, runter, links, rechts", erklärt er.

Super Mario Bros. Quelle: Moby Games Ein wichtiger Aspekt des Retro-Gamings ist für Christian das Sounddesign. "Die Sounds sind repetitiv und einfach zu merken. In modernen Spielen geht das oft verloren, weil sie so komplex und überwältigend sind", meint er. "Manchmal muss man bei modernen Spielen erst mal ein halbes Studium absolvieren, um sie zu verstehen", scherzt er.

Einfache Steuerungen und klare Geräuschmuster sind für ihn der Schlüssel zu einem erfolgreichen Spielerlebnis. "Man kommt zwar nie weit und man kommt auch nicht unbedingt bis ans Ende, aber für mich geht es nicht darum, ein Spiel komplett durchzuspielen, sondern einfach zwischen Tür und Angel ein bisschen Spaß zu haben."

Dafür muss er aber auf moderne Annehmlichkeiten wie Screenreader-Unterstützung verzichten. Deshalb entgeht ihm die Story der Retrospiele. "Mir ist die Story hinter dem Spiel aber auch erst einmal egal", sagt Christian. Zumal die Story bei vielen Retro-Games ja häufig ohnehin nicht besonders relevant sei. Auf seinem YouTube-Kanal spielt er regelmäßig Arcade- und andere Retrotitel als "Blind Playthrough".

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Audiogames: Spiele, die allein auf Sound setzen

Eine weitere Option, die vor allem für blinde Menschen oder Menschen mit Sehbehinderun, interessant ist, sind Audiogames. Die funktionieren zum größten Teil ausschließlich auf der Sound-Ebene. Ein Beispiel dafür ist Dead Vision.

Der Spieler schlüpft in die Rolle einer blinden Person, die sich nach einem Chemie-Unfall zwischen Zombies wiederfindet und um ihr Überleben kämpft. Der Bildschirm bleibt dabei schwarz. Das gesamte Game funktioniert mithilfe von Sound-Effekten. Das Spiel ist auch für sehende Personen empfehlenswert und dauert etwa 15 bis 30 Minuten.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ChaosCreator Mitglied
        @pcgames

        Ich finde es sehr schade, dass bisher hier und auch schon bei den zwei vorangegangenen Artikeln, niemand der Autoren sich auch mal in den Kommentaren zu Wort gemeldet hat.
        Besteht kein Interesse an einem Austausch? Das wäre sehr schade und hinterließe leider den Eindruck, dass die Beiträge lediglich zum reinen Selbstzweck veröffentlicht wurden.
        Man sollte wenigstens einen Teil der Aufmerksamkeit, die man dem Thema gewidmet hat, auch den eigenen Lesern widmen.
        Ansonsten erschließt sich mir der Sinn und Zweck solcher Artikel nicht.
      • Von ChaosCreator Mitglied
        @pcgames

        Ich finde es sehr schade, dass bisher hier und auch schon bei den zwei vorangegangenen Artikeln, niemand der Autoren sich auch mal in den Kommentaren zu Wort gemeldet hat.
        Besteht kein Interesse an einem Austausch? Das wäre sehr schade und hinterließe leider den Eindruck, dass die Beiträge lediglich zum reinen Selbstzweck veröffentlicht wurden.
        Man sollte wenigstens einen Teil der Aufmerksamkeit, die man dem Thema gewidmet hat, auch den eigenen Lesern widmen.
        Ansonsten erschließt sich mir der Sinn und Zweck solcher Artikel nicht.
      • Von ChaosCreator Mitglied
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Das ist exakt das, was ich auch zum Ausdruck bringen wollte.
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Zitat von ChaosCreator
        Will ich selbst als Diabetiker mehr von meinesgleichen als Protagonisten sehen, weil ich mich auch total unterrepräsentiert fühle?
        NEIN, um Himmels willen, das will ich überhaupt nicht. Dann müßte man auch in so eine Rolle alles einbauen, was ein Diabetiker so ständig zu beachten hat. Baut man einen ein, nur damit er irgendwie da ist, dann ist das alles völlig witzlos und nützt nichts und niemandem.
        Ich verstehe den grundsätzlichen Ansatz des Wunsches nach Repräsentanz aber das muss mit Maß geschehen. Viel zu häufig schwingen bei der Forderung dabei aber zwei Dinge mit a) etwas selbstdarstellerisches und b) etwas übergriffiges, patronisierendes bei dem man der jeweiligen Gruppe unterstellt, sie will und sie braucht das, häufig ohne dass man ihr überhaupt angehört. Du erwähnst deine Diabetes, da hake ich mich unter und erwähne meine Gehbehinderung. Brauche ich gehbehinderte Protagonisten? Nee, echt nicht.
        Ich finde das schon super, wenn man ab und an Charaktere sieht die anders sind, denken wir an Personen mit Down Syndrom. In Der Schacht 2 bspw. haben wir einen solchen Charakter und er war top integriert in diese Story. Brauch ich jetzt in jedem Film, jeder Serie, jedem Spiel, jedem Stück Medium eine Quote für Diabetiker, Gehbehinderte, Menschen mit Downsyndron, Rollstuhlfahrer, Blinde ecetera? Nein. Repräsentanz ist ein Werkzeug. Es ist nicht gut, nicht schlecht, nicht wichtig, nicht unwichtig, es ist ein nutzbares Element. Dasselbe gilt für Stereotype an der Stelle.
      • Von Cortex79 Gelegenheitsspieler/in
        Naja, was will man uns denn nun eigentlich sagen oder nahebringen? Neben dem völlig übertriebenen und undifferenzierten Upscaling zur Zahl behinderter Gamer, mit dem Ziel aus dieser völlig unspezifischen Zahl eine Minderheit größer zu skalieren als sie tatsächlich ist, bleibt mir aus diesen drei Teilen leider nur die Quintessenz, dass hier einem medialen Trend nachgekommen wurde. Neben Nachhaltigkeit sind Inklusion und Diversität momentan eben die Themen, wo links-/liberale Journalistenherzen feuchte Schlüpfer bekommen. Ich leider nicht. Dafür schrammelt man viel zu politisch korrekt an einer "Feel good"-Oberfläche ohne Realismus, Tiefgang oder irgend ein tragfähiges, journalistisches Ziel oder Konzept. Mit Sicherheit sind die dargestellten persönlichen Schicksale hart, erst recht wenn es um allmählichen Sehverlust geht, für mich vor allem im emotionalen Nachempfinden rein menschlich sehr bitter. Alles weitere, was man aus diesem Themenkomplex DE&I hätte machen können, habe ich in den vorherigen Kommentaren bereits geäußert. Schlussendlich bleibt es eben bei der harten Realität, dass Behinderung nicht umsonst so heißt und mit Einschränkungen der alltäglichen Lebensführung verbunden ist. Das lässt sich eben auch nicht mal eben mit gutem Willen und DE&I Aktionismus beseitigen oder abmildern, sondern benötigt einen spezifischen Fokus mit Differenzierung und maßgeschneiderten Angeboten, die eben nicht im Rahmen industrieller Breitbandproduktionen abgebildet werden können. Selbst dieser Quintessenz stellt man sich nicht ehrlich. Ob dies überhaupt sinnvoll und funktionierend im etablierten Gaming-Markt gleichgestellt werden kann oder muss, bleibt für mich offen. Persönlich habe ich daran große Zweifel, denn der Gaming-Markt ist hart und moralistische Gutmenschen-Attitüden oder traurige Einzelschicksale generieren bekanntermaßen keinen Umsatz. Hart aber wenigstens ehrlich.
      • Von ChaosCreator Mitglied
        Ich habe alle Beiträge dieser Serie zu Barrierefreiheit gelesen.
        Was mir fehlt, sind Ausblicke oder Vorschläge, bzw. Ideen. Natürlich kann ich auch aufzählen, was es alles schon gibt und was nicht.
        Aber außer der Forderung, als Resume, dass alles für alle zugänglich zu sein hat (was ich für absolut unmöglich halte), ist da nicht viel.
        Man kann sich einem gewünschten Ergebnis sicher annähern, doch man muss auch realistisch bleiben und auch Konsequenzen dessen beleuchten was gefordert wird.
        Es wird immer Aktivitäten geben, die beeinträchtigte Menschen nicht tun können.
        Es gibt haufenweise Aktivitäten, die sehr viel wichtiger sind als Videospiele, die vom Gros der Bevölkerung schon sehr viel länger ausgeübt werden und dennoch nicht von allen getan werden können und was höchstwahrscheinlich auch nie passieren wird.
        Doch bei Videospielen wird irgendwie erwartet, dass man einfach ein paar weitere „Knöpfe“ einbaut und schon gehts? Bezweifle ich stark.
        Es wäre hier eher die Medizin gefragt, Blinde wieder sehend, Taube wieder hörend oder Gelähmte wieder gehend zu machen.

        Ein weiterer Punkt sind auch die Kosten. Vieles von dem, was wir heute tun können und was wir uns leisten können geht nur deshalb, weil es in großen Mengen gemacht oder hergestellt wird und die Kosten pro Einheit deshalb erschwinglich sind.
        Daher müsste man auch die Frage stellen, wie das alles finanziert werden soll, je kleiner die Zielgruppe ist.

        Auch hatte ich letztens bereits geschrieben, dass es meiner Ansicht nach speziell und ganz gezielt gestaltete Spiele für verschiedenste Arten von Beeinträchtigungen braucht und es nicht mögich ist, jedes Spiel so anzupassen, dass es alle gleichermaßen spielen können. Halte ich für völlig unmöglich.
        Konzepte und Strategien ganz speziell für verschiedene Formen von Beeinträchtigungen und nicht alles gleichmachen.
        Was alles andere für die breite Masse betrifft, so denke ich, sind so langsam die Grenzen des machbaren erreicht.
        Was nicht heißen soll, dass man damit aufhört, sich weiter um Verbesserungen zu bemühen und die dazu anzuspornen, die es bisher noch gar nicht tun.

        Zur Präsenz von Behinderten in Spielen…auch hier nochmal, sehe ich nach wie vor kritsich.
        Möchte ein Rollstuhlfahrer überhaupt einen rollstuhlfahrenden Protagonisten oder ein Blinder einen Blinden Protagonisten? Oder gehen wir Nicht - Beeinträchtigte viel zu sehr von unserem Standpunkt aus? Denn das kann bei Behinderten auch als eine Art Bemitleidung aufgefasst werden, was die überhaupt nicht wollen.
        Will ich selbst als Diabetiker mehr von meinesgleichen als Protagonisten sehen, weil ich mich auch total unterrepräsentiert fühle?
        NEIN, um Himmels willen, das will ich überhaupt nicht. Dann müßte man auch in so eine Rolle alles einbauen, was ein Diabetiker so ständig zu beachten hat. Baut man einen ein, nur damit er irgendwie da ist, dann ist das alles völlig witzlos und nützt nichts und niemandem.
      Direkt zum Diskussionsende
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