Wie zocken eigentlich blinde Menschen? Barrierefreiheit in Videospielen
In unserer großen dreiteiligen Reportage setzen wir uns mit dem Thema "Barrierefreiheit in Videospielen" auseinander. In Teil drei geht es darum, wie blinde Menschen spielen.
Das hier ist Teil drei unserer dreiteiligen Reihe zu Gaming mit Einschränkungen. Für Teil eins klickt bitte auf diesen Link, für Teil zwei klickt bitte hier.
In den dunklen Gängen von The Last of Us ertönt ein leises Flüstern, gefolgt von einem dumpfen Knurren. Für die meisten Spieler ist der Weg klar: immer in die Richtung, aus der die Feinde kommen. Der Bildschirm zeigt dabei alles an - Feinde, Fallen, und wo wir Munition und Crafting-Materialien finden. Doch für blinde Menschen ist das alles anders.
Sie sehen nichts von alledem. Während die Gaming-Welt immer stärker auf visuelle Reize setzt - immer bessere Grafik, immer bessere Lichteffekte, Ray Tracing und super realistische Haare -, gibt es eine wachsende Gemeinschaft von blinden Spielerinnen und Spielern, die nichts oder nur wenig sehen. Für sie ist die Grafik der unwichtigste Aspekt eines Spiels.
Doch wie taucht man in eine Welt ein, die man nicht sehen kann? Darum geht es in teil drei dieser Reportage. Wir sprachen mit mehreren Menschen, die entweder blind oder stark sehbehindert sind, schauten uns an, wie sie spielen, wo sie Probleme haben und welche technischen Hilfsmittel es für sie gibt.
Zocken trotz Sehbehinderung
Dennis Herbst sitzt vor seinem Bildschirm, die Augen fest auf das Geschehen gerichtet. Doch was er sieht, ist wenig mehr als ein verschwommenes Flimmern. Nur 15 Prozent Sehkraft bleiben ihm noch - das meiste ist unscharf und schwer zu erkennen. Für Dennis ist das jedoch kein Grund, seine Leidenschaft aufzugeben: das Zocken.
Quelle: Gaming ohne Grenzen/Dennis Herbst
"Ich spiele immer noch gerne, aber ich muss schon genau auswählen, welche Spiele ich mir antue", sagt er mit einem leichten Lächeln. Plattformer und Indie-Games haben es ihm angetan. Und generell Spiele, die es ihm erlauben, in seinem eigenen Tempo die Welt zu erkunden, Rätsel zu lösen und Geschichten zu erleben. "Die Grafik spielt für mich natürlich kaum eine Rolle", fügt er hinzu. "Wichtiger sind die Mechaniken und ob das Spiel mich emotional anspricht."
Dennis ist einer von über 500.000 Menschen in Deutschland, die laut Statistischem Bundesamt sehbehindert oder blind sind. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband schätzt die Zahl anhand von WHO-Daten auf sogar 1,2 Millionen Menschen. Wie viele davon zocken, kann man nicht sagen. Laut des Branchenverbands Game gibt es aber mehr als 8,2 Millionen behinderte Gamerinnen und Gamer in Deutschland.
Multiplayer-Games, die von schnellem Gameplay und hektischen Bewegungen leben, sind für Dennis kaum zu bewältigen. "Das geht einfach nicht mehr. Es passiert alles zu schnell, und die anderen Spieler haben oft kein Verständnis dafür, dass ich manchmal ein bisschen länger brauche", sagt er. Das mache ihm keinen Spaß - also lässt er es lieber bleiben.
Wenn Geräusche zu Wegweisern werden: die Macht des Klangs in Spielen
Für blinde oder sehbehinderte Menschen ist der Klang von entscheidender Bedeutung. In vielen Spielen liefern Geräusche wertvolle Hinweise auf die Umgebung. Beispielsweise kann das Knurren von Feinden oder das Rascheln des Windes in The Last of Us wichtige Informationen über drohende Gefahren oder Veränderungen in der Umgebung geben.
Bildergalerie
Während solche Geräusche für sehende Spieler oft nur atmosphärische Details darstellen, sind sie für Dennis und andere blinde Spieler von zentraler Bedeutung, um sich im Spiel zurechtzufinden. The Last of Us hat eine beeindruckende Vielfalt an Optionen für blinde und sehbehinderte Spieler eingeführt, darunter umfassende Audiohinweise, die den Spielerinnen und Spielern die Umgebung und die bevorstehenden Gefahren zeigen, Kontrasteinstellungen und Screenreader-Unterstützung.

Ich finde es sehr schade, dass bisher hier und auch schon bei den zwei vorangegangenen Artikeln, niemand der Autoren sich auch mal in den Kommentaren zu Wort gemeldet hat.
Besteht kein Interesse an einem Austausch? Das wäre sehr schade und hinterließe leider den Eindruck, dass die Beiträge lediglich zum reinen Selbstzweck veröffentlicht wurden.
Man sollte wenigstens einen Teil der Aufmerksamkeit, die man dem Thema gewidmet hat, auch den eigenen Lesern widmen.
Ansonsten erschließt sich mir der Sinn und Zweck solcher Artikel nicht.
Das ist exakt das, was ich auch zum Ausdruck bringen wollte.
NEIN, um Himmels willen, das will ich überhaupt nicht. Dann müßte man auch in so eine Rolle alles einbauen, was ein Diabetiker so ständig zu beachten hat. Baut man einen ein, nur damit er irgendwie da ist, dann ist das alles völlig witzlos und nützt nichts und niemandem.
Ich finde das schon super, wenn man ab und an Charaktere sieht die anders sind, denken wir an Personen mit Down Syndrom. In Der Schacht 2 bspw. haben wir einen solchen Charakter und er war top integriert in diese Story. Brauch ich jetzt in jedem Film, jeder Serie, jedem Spiel, jedem Stück Medium eine Quote für Diabetiker, Gehbehinderte, Menschen mit Downsyndron, Rollstuhlfahrer, Blinde ecetera? Nein. Repräsentanz ist ein Werkzeug. Es ist nicht gut, nicht schlecht, nicht wichtig, nicht unwichtig, es ist ein nutzbares Element. Dasselbe gilt für Stereotype an der Stelle.
Was mir fehlt, sind Ausblicke oder Vorschläge, bzw. Ideen. Natürlich kann ich auch aufzählen, was es alles schon gibt und was nicht.
Aber außer der Forderung, als Resume, dass alles für alle zugänglich zu sein hat (was ich für absolut unmöglich halte), ist da nicht viel.
Man kann sich einem gewünschten Ergebnis sicher annähern, doch man muss auch realistisch bleiben und auch Konsequenzen dessen beleuchten was gefordert wird.
Es wird immer Aktivitäten geben, die beeinträchtigte Menschen nicht tun können.
Es gibt haufenweise Aktivitäten, die sehr viel wichtiger sind als Videospiele, die vom Gros der Bevölkerung schon sehr viel länger ausgeübt werden und dennoch nicht von allen getan werden können und was höchstwahrscheinlich auch nie passieren wird.
Doch bei Videospielen wird irgendwie erwartet, dass man einfach ein paar weitere „Knöpfe“ einbaut und schon gehts? Bezweifle ich stark.
Es wäre hier eher die Medizin gefragt, Blinde wieder sehend, Taube wieder hörend oder Gelähmte wieder gehend zu machen.
Ein weiterer Punkt sind auch die Kosten. Vieles von dem, was wir heute tun können und was wir uns leisten können geht nur deshalb, weil es in großen Mengen gemacht oder hergestellt wird und die Kosten pro Einheit deshalb erschwinglich sind.
Daher müsste man auch die Frage stellen, wie das alles finanziert werden soll, je kleiner die Zielgruppe ist.
Auch hatte ich letztens bereits geschrieben, dass es meiner Ansicht nach speziell und ganz gezielt gestaltete Spiele für verschiedenste Arten von Beeinträchtigungen braucht und es nicht mögich ist, jedes Spiel so anzupassen, dass es alle gleichermaßen spielen können. Halte ich für völlig unmöglich.
Konzepte und Strategien ganz speziell für verschiedene Formen von Beeinträchtigungen und nicht alles gleichmachen.
Was alles andere für die breite Masse betrifft, so denke ich, sind so langsam die Grenzen des machbaren erreicht.
Was nicht heißen soll, dass man damit aufhört, sich weiter um Verbesserungen zu bemühen und die dazu anzuspornen, die es bisher noch gar nicht tun.
Zur Präsenz von Behinderten in Spielen…auch hier nochmal, sehe ich nach wie vor kritsich.
Möchte ein Rollstuhlfahrer überhaupt einen rollstuhlfahrenden Protagonisten oder ein Blinder einen Blinden Protagonisten? Oder gehen wir Nicht - Beeinträchtigte viel zu sehr von unserem Standpunkt aus? Denn das kann bei Behinderten auch als eine Art Bemitleidung aufgefasst werden, was die überhaupt nicht wollen.
Will ich selbst als Diabetiker mehr von meinesgleichen als Protagonisten sehen, weil ich mich auch total unterrepräsentiert fühle?
NEIN, um Himmels willen, das will ich überhaupt nicht. Dann müßte man auch in so eine Rolle alles einbauen, was ein Diabetiker so ständig zu beachten hat. Baut man einen ein, nur damit er irgendwie da ist, dann ist das alles völlig witzlos und nützt nichts und niemandem.