Stumme Protagonisten in Videospielen: Öffne doch einfach dein Maul!

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Special Manuel Zippl - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Stumme Protagonisten in Videospielen: Öffne doch einfach dein Maul!
Quelle: Valve

Gordon Freeman aus Half-Life und Link aus Legend of Zelda sind die Posterboys, aber es gibt sie in zahlreichen Spielen: stumme Protagonisten. Aber warum ist das so?

Auch der Protagonist von Dead Space, Isaac Clarke, startete im ersten Teil der Reihe stumm, bis er ab dem zweiten Teil eine Stimme, verliehen vom amerikanischen Schauspieler Gunner Wright, bekam. Die Performance des Schauspielers stieß hauptsächlich auf Lob. Kritiker merkten vor allem an, dass sich durch die Sprachausgabe eine bessere Bindung zwischen dem Spieler und dem Protagonisten entfaltet und der Synchronsprecher den Charakter mit seinen Emotionen "komplettiert".

Dead Space Remake Quelle: buffed So oder so bleibt es also immer ein gewagtes Unternehmen für ein Entwicklerstudio, von stummen auf vertonte Hauptcharaktere zu wechseln. Es erfordert sowohl die nötige Qualität an Dialogen als auch den richtigen Synchronsprecher. Der umgekehrte Wechsel von vertonten Protagonisten auf stumme sollte ebenfalls wohlüberlegt sein.

Was die Zukunft bringen mag

Die stillen Protagonisten sind eine feste Tradition in der Welt der Videospiele und werden wohl so schnell nicht aussterben. Sie verändern als narratives Mittel die Art, wie eine Geschichte erzählt wird und stellen die Entwickler dabei vor einige Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Es sei also mit Bedacht gewählt, ob eine Hauptfigur wirklich stumm sein sollte.

Mit dem technischen Fortschritt sind die Möglichkeiten, Protagonisten zu vertonen, nahezu grenzenlos. Unter anderem mit dem Voranschreiten künstlicher Intelligenz könnten Sprachausgaben in Videospielen revolutioniert werden, indem zeitliche Einschränkungen und monotone Synchronsprecher keine Probleme mehr darstellen.

Gleichzeitig werden dabei aber auch echten Menschen Jobs durch Computer weggenommen. Gepaart mit dem Fortschritt des immer realistischer werdenden Performance-Captures könnte die Notwendigkeit von stummen Protagonisten zukünftig also teilweise eingeschränkt werden.

Allein für im Jahre 2023 erschienene Spiele haben sich wieder mehrere Entwickler dazu entschieden, ihrer Hauptfigur keine Sprachausgabe zu geben, wie zum Beispiel bei Link in The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom und dem Sternenblut in Starfield. Es sieht damit nicht so aus, als würde diese spezielle Form des Erzählens in absehbarer Zukunft verschwinden. Solange Genres, in denen sich stumme Protagonisten durchaus anbieten, weiterhin beliebt und profitabel sind, müssen wir wohl nicht auf sie verzichten.

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Skullverton Mitglied
        Bei BioShock hatte Protagonist Jack doch eine Stimme. Wenn auch nur im Intro...

        Generell muß ich festhalten, daß der Begriff "Synchronsprecher" hier nicht wirklich greift.
        Es wird nicht synchron gesprochen. Die Sätze werden (unabhängig vom Bild) separat vorab eingesprochen und dann die Animationen drübergelegt / angepasst.
        Bei einer Lokalisation werden die Sätze auch nur quasi "übersprochen" (es ist aber kein klassisches Voice-Over), weswegen dann auch manchmal einiges (an bspw. englischem Wortwitz) einfach wegfällt, weil die Animationslänge nicht zur deutschen Sprache passt.

        Sehr angenehm ist hier die Entwicklung der Lippensynchronität per KI, wie sie bei Cyberpunk 2077 zum Einsatz kommt. Dort "sprechen" alle Deutsch.

        Zum Thema selbst: es kommt auf das Spiel respektive die Aussage dahinter an. Bei Gordon Freeman hätte ich es mir sehr gewünscht, hätte er gesprochen - beim DOOM-Slayer war das hingegen extrem (ver)störend.
        Generell begrüße ich sprechende Protas. Warum auch nicht? Wenn ich selbst einen stummen Charakter im Kopf sprechen lasse, klingt er immer wie David Nathan...
      • Von Skullverton Mitglied
        Bei BioShock hatte Protagonist Jack doch eine Stimme. Wenn auch nur im Intro...

        Generell muß ich festhalten, daß der Begriff "Synchronsprecher" hier nicht wirklich greift.
        Es wird nicht synchron gesprochen. Die Sätze werden (unabhängig vom Bild) separat vorab eingesprochen und dann die Animationen drübergelegt / angepasst.
        Bei einer Lokalisation werden die Sätze auch nur quasi "übersprochen" (es ist aber kein klassisches Voice-Over), weswegen dann auch manchmal einiges (an bspw. englischem Wortwitz) einfach wegfällt, weil die Animationslänge nicht zur deutschen Sprache passt.

        Sehr angenehm ist hier die Entwicklung der Lippensynchronität per KI, wie sie bei Cyberpunk 2077 zum Einsatz kommt. Dort "sprechen" alle Deutsch.

        Zum Thema selbst: es kommt auf das Spiel respektive die Aussage dahinter an. Bei Gordon Freeman hätte ich es mir sehr gewünscht, hätte er gesprochen - beim DOOM-Slayer war das hingegen extrem (ver)störend.
        Generell begrüße ich sprechende Protas. Warum auch nicht? Wenn ich selbst einen stummen Charakter im Kopf sprechen lasse, klingt er immer wie David Nathan...
      • Von softkey Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Thomas_128
        Sehr interessanter Artikel!
        Das hat mich als Kind schon bei Pokemon genervt😂
        Auch bei Tetris, voll öde diese Stille.
      • Von Thomas_128 Anwärter/in
        Sehr interessanter Artikel!
        Das hat mich als Kind schon bei Pokemon genervt😂
      • Von softkey Gelegenheitsspieler/in
        Ich mag es nicht wenn man die ganze Zeit still rumläuft. Jeder denkt, oder quaselt in sich rein, so wie Aloy bei HZD finde ich es richtig gut. Da merkt man auch das sie jetzt redet, oder einfach nur mit sich selber spricht. So etwas finde ich richtig gut und wesentlich immersiver als dieses Stille rumgelaufe.
        Aber ja, es kommt natürlich auf das Gameplay bzw. Genre an.
      • Von ChaosCreator Mitglied
        Wenn ich an Spiele wie Forspoken oder Immortals of Aveum denke…wie sehr hätte ich mir gewünscht, dass die Protagonisten den Mund nicht aufgemacht hätten.
        Spiele wie The Witcher oder Mass Effect zeigen hingegegen wie man es machen sollte.
        Oder der Duke…hat zwar nicht viel gesagt, aber jeder Satz war ikonisch. ;)
        Kommt also ganz auf das Spiel und seine Machart an.
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