Gegenwehr ist mühselig, aber notwendig!

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Gegenwehr ist mühselig, aber notwendig!
Quelle: de.freepik.com

Rechte Gruppen nutzen Online-Games zur Verbreitung ihrer Ideologie und zur Rekrutierung. Dagegen unternimmt die Branche zu wenig. Aber auch Spieler sollten Haltung zeigen. Eine kommentierende Analyse von Autor Christoph Jaschinski.

Gegenwehr ist mühselig, aber notwendig! Es kann zermürbend sein, rechtsextreme Profile oder Memes zu melden. Oft passiert lange Zeit nichts und gerne endet eine Meldung damit, dass seitens der Betreiber angegeben wird, dass kein Verstoß gegen Richtlinien oder volksverhetzende Inhalte festgestellt werden konnten.

Trotzdem braucht es Solidarität mit Betroffenen und klare Gegenrede. Dass Plattformen keine ausreichenden Schutzmaßnahmen bieten, ist ein Versäumnis. Ein Report von jugendschutz.net zeigt, wie Extremisten gezielt Nähe zu Jugendlichen aufbauen: Erst wird gespielt, dann werden problematische Inhalte geteilt. Kein Wunder also, das gerade Roblox eine beliebte Plattform für rechtsextreme Inhalte ist.

Wichtige Anlaufstellen
• Wer Interesse an Beratung und Weiterbildung hat, kann sich auch die Seite von „Good Gaming – Well Played Democracy“ anschauen und Kontakt aufnehmen.
• Wer sich unsicher ist, was bestimmte Zahlenfolgen und Codes bedeuten, kann das Lexikon von Belltower.News einsehen.
• Die Initiative „Keinen Pixel dem Faschismus!“ bietet auf ihrer Internetseite ebenfalls eine Anlaufstelle zum Thema Rechtsradikalismus an.

Auch der Verfassungsschutz warnte im September 2024 in seinem aktuellen Bericht Rechtsextremismus im Internet. Dort schreibt der Inlandsgeheimdienst wie Games und Plattformen wie Steam gezielt genutzt werden, um junge Menschen zu beeinflussen und Propaganda zu streuen und neue Anhänger zu gewinnen. Oft subtil, über Chats, Memes oder Gruppen. Europol bekräftigt in seinem aktuellen Bericht, dass Gaming-Plattformen gezielt zur Rekrutierung von jungen Menschen genutzt werden. Dort heißt es: "Jüngere Personen, die auf Gaming-Plattformen mit gewaltverherrlichender Propaganda in Kontakt kommen, schließen sich rechtsextremen Gruppen an - sie teilen Sprache, Humor und Interessen der Szene und lassen sich durch internationale Vorbilder inspirieren."

Hate Speech: Was die Community dagegen tun kann

Es bleibt also nicht immer nur bei einer unangemessenen Wortwahl oder problematischen Witzen. Auf vielen Plattformen versuchen Rechtsextreme auch immer wieder Menschen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und zu manipulieren. Am Ende liegt es nicht nur an den Betreibenden von Plattformen oder Studios, die ein Spiel entwickelt haben, gegen solche Inhalte vorzugehen. Oftmals wissen Betroffene nicht, welche Möglichkeiten sie neben der Meldefunktion noch haben. Aber auch andere Spieler müssen rechtsextreme Inhalte nicht einfach hinnehmen. Denn Extremismus normalisiert sich dort, wo niemand widerspricht.

Was jeder im Einzelnen konkret tun kann:

Sicherheitsbehörden brauchen den Rückhalt der Gamer, denn nur gemeldete Vorfälle erreichen sie überhaupt: "Nur dann haben Institutionen auch den Handlungsdruck auch zu sagen, dass sie mehr Kapazitäten benötigen", bestätigt Mick Prinz. Wer auf strafrechtlich relevante Inhalte stößt, sollte daher einen Screenshot sichern, rechten Parolen aktiv widersprechen, Betroffenen sichtbar beistehen und zugleich die eigene Community kritisch beobachten - Begriffe wie Gender‑Gaga oder Social Justice Warrior können frühe Hinweise auf rechte Erzählmuster sein.

Alle müssen Verantwortung übernehmen

Videospiele sind Kunst und Kultur. Sie denen zu überlassen, die sie für ihre eigenen ideologischen Ziele zu missbrauchen versuchen, wäre dem Medium nicht würdig. Die Tendenzen im Gaming sind eindeutig. Wenn Studios, Publisher und Plattformbetreiber weiter wegsehen, machen sie sich mitschuldig. Sie dürfen sich nicht hinter technischen Lösungen oder US-Recht verstecken. NS-Symbolik ist in Deutschland verboten und sie bleibt es auch, wenn sie digital auftritt: "Was offline eine Straftat ist, ist auch online eine Straftat", sagt Benedikt Büchsenschütz. Der Gesetzgeber muss in Zukunft sicherstellen, dass Gamer besser geschützt werden und Betreiber ihre Richtlinien endlich durchsetzen.

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  1. Seite 1 Rechtsextremismus im Gaming: Wie die Industrie oft wegschaut
  2. Seite 2 Digitale Tarnung für Hass: Was KI nicht erkennt, bleibt online
  3. Seite 3 Gegenwehr ist mühselig, aber notwendig!
    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Texer Gelegenheitsspieler/in
        "Den Anschlag von Halle nachzubauen ist KEINE Meinungsfreiheit." - Na anscheint haben Sie darüber doch eine Meinung ... .
      • Von Texer Gelegenheitsspieler/in
        "Den Anschlag von Halle nachzubauen ist KEINE Meinungsfreiheit." - Na anscheint haben Sie darüber doch eine Meinung ... .
      • Von Chicola NPC
        Zitat von Texer
        Es gibt halt nun mal Meinungsfreiheit. Ob es denen gefällt oder nicht, egal. Wenn das untersagt wird und man somit einem "Diktat" unterliegt, naja, dann gibts halt kein Geld mehr und fertig. Mal schauen, was da nun wirklich wichtiger ist ^^.
        Den Anschlag von Halle nachzubauen ist KEINE Meinungsfreiheit. Es gibt auch für Meinungsfreiheit Grenzen. Und hinter denen dürfen sich auch Radikaler aller Coleur nicht verstecken.
      • Von Texer Gelegenheitsspieler/in
        Es gibt halt nun mal Meinungsfreiheit. Ob es denen gefällt oder nicht, egal. Wenn das untersagt wird und man somit einem "Diktat" unterliegt, naja, dann gibts halt kein Geld mehr und fertig. Mal schauen, was da nun wirklich wichtiger ist ^^.
      • Von LOX-TT Mitglied
        Zitat von Bonkic
        diskursverschiebung - der thread
        irgendwann wird das geschreibsel (einiger) hier vlt als anschauungsunterricht zum thema verwendet. :B
        Gute Idee, erledigt
      • Von Bonkic Mitglied
        diskursverschiebung - der thread
        irgendwann wird das geschreibsel (einiger) hier vlt als anschauungsunterricht zum thema verwendet. :B
      Direkt zum Diskussionsende
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