Müssen Videospiele teurer werden? Der hohe Preis, den man für Gaming zahlt

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Special Olaf Bleich - Autor Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Müssen Videospiele teurer werden? Der hohe Preis, den man für Gaming zahlt
Quelle: Nintendo

Zu teuer - oder nüchtern betrachtet immer noch günstig? Wie viel zahlen wir wirklich für Spiele und wie werden sich die Preise in Zukunft entwickeln?

Wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, hört der Spaß auf: Im Interview mit Nikkei erklärte Capcom-Präsident Haruhiro Tsujimoto im Sommer 2023, dass Computer- und Videospiele zu preiswert seien.

Tsujimoto argumentiert dies mit einem Verweis auf die gestiegenen Kosten: "Die Entwicklungskosten sind etwa einhundertmal höher als zu Famicom-Zeiten. (...) Es besteht auch die Notwendigkeit, die Löhne zu erhöhen. Angesichts der Tatsache, dass die Löhne in der gesamten Branche steigen, halte ich eine Erhöhung der Stückpreise für eine probate Option für die Wirtschaft."

Die zunehmende Unsicherheit in der Welt sieht der Capcom-Chef hingegen nicht als Nachteil. Schließlich würden die Menschen immer noch Unterhaltungsmedien kaufen, um sich ein wenig von der Realität abzulenken.

Letzteres will auch Rockstar Games mit seiner Großproduktion Grand Theft Auto 6. Das (hoffentlich) 2025 erscheinende Gangster-Abenteuer ist das bisher aufwendigste Spiel der Seriengeschichte. Schon der Vorgänger verschlang 225 Millionen Euro Entwicklungskosten. Für den Nachfolger halten sich Gerüchte, dass das Budget im Milliardenbereich liegen könnte.

Eine Frau posiert vor einer Kamera in einem Pool Quelle: Rockstar Games Entsprechend machten bereits weit im Vorfeld des Releases Schockmeldungen über einen möglichen Verkaufspreis jenseits der 100 Euro die Runde. Dass Rockstar mehr als die üblichen 80 Euro verlangen wird, ist zwar noch nicht bestätigt, gilt aber unter Experten und Branchen-Insidern als nahezu sicher.

Auch Michael Douse, Publishing Directorbei Larian Studios (bekannt durch Baldur's Gate 3), äußerte sich via X über die Preispolitik im Gaming. Zum einen merkte er an, dass "ein Titel entsprechend seiner Qualität, Größe und Tiefe bepreist werden sollte". Er betonte außerdem, dass sich die "willkürliche Einheitlichkeit" der Preise für ihn unseriös anfühlen würde und dass Games selbst in ihrer Standardausführung mehr kosten sollten.

"Die Kosten, sie zu machen, übertreffen die Preisentwicklung", erklärte er und schob nach, dass "alle nur darauf warten, dass GTA 6 es macht". Erwartet uns also 2025 der große Preisschock bei einzelnen Titeln oder werden Games insgesamt wieder teurer?

Preise im Zeichen der Zeit

Michael Douse von Larian sprach einen wichtigen Punkt an: die Preisentwicklung im Vergleich zu den Kosten der Spieleentwicklung. Wie bereits erwähnt, verschlingen Blockbuster inzwischen dreistellige Millionenbeträge und benötigen sehr oft eine Entwicklungszeit von weit mehr als drei bis vier Jahren.

Larian hat beispielsweise sechs Jahre an Baldur's Gate 3 gearbeitet, Rockstar über fünf Jahre an GTA 5 und Bioware sogar neun Jahre an Dragon Age: The Veilguard. Spiele haben sich in den letzten 15 Jahren zu wahren Kolossen entwickelt, deren Entwicklung von der weltweiten Digitalisierung profitiert, aber auch komplexer ist als je zuvor.

Dragon Age: The Veilguard Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich Im Winter 2024 kostet ein Titel wie Dragon Age: The Veilguard in der Standard-Edition für die PlayStation 5 zum Verkaufsstart rund 80 Euro, die Deluxe-Edition mit Zusatzinhalten schlägt mit rund 100 Euro zu Buche. Das ist zweifellos viel Geld und nicht wenige erinnern sich noch an die seligen Zeiten, als Konsolenspiele zwischen 40 und 50 Euro kosteten.

Man darf aber nicht vergessen, dass Videospiele auch früher sehr teuer waren. Nintendo-64-Titel kosteten in den 1990er-Jahren allein wegen der aufwendig zu produzierenden Cartridges teilweise 150 D-Mark und mehr. Rechnen wir das um, ergibt sich schnell ein klares Bild: Ein Euro entspricht auch heute noch 1,95583 D-Mark. 150 D-Mark sind also umgerechnet 76,69 Euro.

Und an dieser Stelle haben wir nicht die Inflation einberechnet. Denn um ein Spiel mit dem Wert von 150 D-Mark aus dem Jahr 1997 heutzutage kaufen zu können, würden wir einen Gegenwert von rund 124 Euro benötigen. Ein weiteres, etwas persönlicheres Rechenbeispiel direkt aus der Amazon-Einkaufsliste der Autoren dieses Artikels: Das von uns 2004 für 39,99 Euro gekauftes Pro Evolution Soccer 4 würde heute "inflationsbereinigt" geschmeidige 59,10 Euro kosten.

Bildergalerie

Im Klartext heißt das: Computer- und Videospiele waren schon immer ein teures Hobby. Einen deutlichen Sprung in der Preisklasse hat es aber eigentlich nicht gegeben. Wir sprechen hier von einer Teuerungsrate von etwa zehn bis 20 Prozent, die aber angesichts der Markt- und Gehaltsentwicklungen in den vergangenen Jahrzehnten noch vergleichsweise harmlos ausfällt.

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    • Kommentare (35)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Zitat von DarkEmpireRemix
        Richtig, aber man muss auch nicht immer nur die teuersten Spiele wie Wing Commander oder Conker's Bad Fur Day aufzählen. Ebenso gab es ganz normale Preisspannen zwischen 60-150DM. (...)
        Je nach dem was man ansieht gab es auch viel geringere Preise. Man erinnert sich immer nur sehr punktuell an die Vergangenheit aber auch damals schon gab es Budgetitel und Co.. Man muss wirklich sagen, wenn man bei dem Thema in die Vergangenheit guckt, gibt es einiges an Aspekten, je nach dem in welches Jahr man schaut, in welches Land man schaut, welche Titel man betrachtet, die Plattformen und dann stecken dahinter natürlich unterschiedliche Umstände. Eigentlich ein spannendes Thema für eine wirklich tiefgehende Analyse.
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Zitat von DarkEmpireRemix
        Richtig, aber man muss auch nicht immer nur die teuersten Spiele wie Wing Commander oder Conker's Bad Fur Day aufzählen. Ebenso gab es ganz normale Preisspannen zwischen 60-150DM. (...)
        Je nach dem was man ansieht gab es auch viel geringere Preise. Man erinnert sich immer nur sehr punktuell an die Vergangenheit aber auch damals schon gab es Budgetitel und Co.. Man muss wirklich sagen, wenn man bei dem Thema in die Vergangenheit guckt, gibt es einiges an Aspekten, je nach dem in welches Jahr man schaut, in welches Land man schaut, welche Titel man betrachtet, die Plattformen und dann stecken dahinter natürlich unterschiedliche Umstände. Eigentlich ein spannendes Thema für eine wirklich tiefgehende Analyse.
      • Von Gast1738019403 Mitglied
        Müssen Videospiele teurer werden?
        Meine Antwort: Nein

        Der Preis der Video- und PC-Spiele ist meiner Meinung nach stabil geblieben.
        Früher (1990er Jahre) waren die Spielpreise bei ~ 70DM (für PC) und ~ 50DM (für Konsole).
        Exklusive Titel, sowohl für PC als auch für Konsole lagen schon mal bei 120-150 DM.
        Die Spiele (zum regulären Preis) waren alle in einer schönen Umverpackung, weitere Inhalte wie z.B eine fiktive Weltkarte auf Fotopapier, eine gedruckte und gebundene Anleitung waren selbstverständlich.

        In der heutigen Zeit:
        Derselbe Preis in Euro.
        Spielinhalt: Downloadcode und Anleitung in digitaler Form oder online zum Ausdrucken.
        Die gedruckten Karten gibt es dann in einer Special Edition zu erwerben für einen entsprechenden hohen Aufpreis.

        Teurer werden müssen die Spiel nicht, da die Gewinnoptimierung zum einen schon durch den Zusatzinhalt in digitaler Form stattgefunden hat.
        Durch die Inflation der letzten Jahrzehnte und die damit gestiegen Ressourcenkosten für die Herstellung sind meiner Meinung nach die Kosten für die Spiele gedeckt.
      • Von DarkEmpireRemix Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Neawoulf
        Wobei es aber auch früher schon sehr teure Spiele gab. Ich kann mich z. B. erinnern, dass Wing Commander 3 und 4 z. B. jeweils um 130 oder 140 DM gekostet haben, teilweise sogar noch mehr. Für Tie Fighter hab ich damals auch ziemlich viel bezahlt, glaube ich.
        Richtig, aber man muss auch nicht immer nur die teuersten Spiele wie Wing Commander oder Conker's Bad Fur Day aufzählen. Ebenso gab es ganz normale Preisspannen zwischen 60-150DM. Auf CD's waren Spiele ab spätestens der PS1 auf Konsolen generell günstiger als auf Modul. Auch damals standen zudem Versandhändler in Konkurrenz und unterboten sich, schon damals wurden Spiele mit der Zeit günstiger, in Videotheken konnte man nebenher fast alles ausleigen, und schon damals gab es Wiederverkauf (via Zeitung und viele kleine Spieleläden und Videotheken).

        Daneben darf man immer gerne anmerken, das man damals die Games in einer Verpackung, mit Handbuch, und manchmal gar mit Poster, Worldmap, Spieleberater, etc. bekam, in ganz normalen Editionen, und all seine Spiele auch immer noch gut verkaufen konnte! Da hat man noch richtig Geld für bekommen, im Gegensatz zur heutigen Zeit.
      • Von Hurshi Hobby-Spieler/in
        Müsste da nicht stehen "Müssen Videospiele BESSER werden" bevor da teurer steht ?
        Besser im Sinn von spielbar ohne Bugs etc .?!
      • Von Neawoulf Mitglied
        Wobei es aber auch früher schon sehr teure Spiele gab. Ich kann mich z. B. erinnern, dass Wing Commander 3 und 4 z. B. jeweils um 130 oder 140 DM gekostet haben, teilweise sogar noch mehr. Für Tie Fighter hab ich damals auch ziemlich viel bezahlt, glaube ich.
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