Zocken macht dick, dumm und einsam - oder? Was die Wissenschaft wirklich sagt und was Gaming für deine Beziehung bedeutet

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Special Andreas Schneider - Autor Maik Koch - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Zocken macht dick, dumm und einsam - oder? Was die Wissenschaft wirklich sagt und was Gaming für deine Beziehung bedeutet
Quelle: Samsung

Es gibt jede Menge Videospiele-Klischees: Unser Autor Andreas Schneider bemüht an dieser Stelle die Wissenschaft. Macht Gaming wirklich dick, dumm und einsam? Und gibt's eigentlich noch diese Killerspiele?

Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland spielen regelmäßig Videospiele - auf Konsolen, dem PC oder auf dem Smartphone. Gaming ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. In fast 30 Prozent aller Haushalte in Deutschland steht mindestens eine Spielekonsole. Doch während die Industrie boomt, reißen die Vorurteile nicht ab. Sind Gamer faul, süchtig, sozial isoliert? Wir haben die wissenschaftlichen Fakten gecheckt. Spoiler: Ganz so einfach ist es nicht.

Das passiert mit deinem Körper beim Zocken

Okay. Fangen wir mit dem offensichtlichsten an: Wer stundenlang zockt, der wird vermutlich viel sitzen. Und wer viel sitzt, lebt gefährlich - das ist längst wissenschaftlich erwiesen. Mehr als 6 Stunden täglich erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen drastisch - unabhängig davon allerdings, ob man dabei spielt, Serien schaut oder arbeitet. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass jemand, der regelmäßig mehrere Stunden am Stück zockt, länger sitzt als jemand, der lieber draußen und aktiv ist.

Dazu kommt: Beim Gaming werden vor allem Hände, Nacken und Rücken stark beansprucht. Eine Metaanalyse zeigt: Viele Gamer berichten von Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule und in den Handgelenken - besonders bei längeren Spielsitzungen. In einer nicht repräsentativen und nicht signifikanten Studie konnten Forschende bei einigen Kindern ein Phänomen finden, dass sie "Playstation-Daumen" genannt haben. Die Kinder haben so exzessiv gezockt, dass sich der Nagel teilweise durch den Druck vom Finger gelöst hat.

Macht Zocken dick?

Ganz von der Hand zu weisen ist der Zusammenhang nicht: Wer viel zockt, bewegt sich oft weniger. Das zeigen Studien. Besonders bei Kindern ist das gut erforscht - wenn sie täglich mehr als 90 Minuten am Bildschirm hängen, haben sie ein deutlich höheres Risiko, übergewichtig zu sein. Ob das Zocken der Auslöser ist - oder ob übergewichtige Kinder einfach lieber spielen, als sich zu bewegen - lässt sich nicht eindeutig sagen. Korrelation ist nicht gleich Kausalität.

Aber es gibt Indizien, die dafür sprechen, dass Zocken zumindest eine Mitschuld trägt. Studien zeigen: Wer zockt, snackt häufiger. Nicht aus Hunger, sondern einfach nebenbei. Zumindest eine Studie zeigt, dass wir beim Spielen mehr essen als in anderen Situationen - ganz unbewusst, aber mit spürbaren Folgen auf der Waage.

Gaming ist nur was für einsame Kellerkinder?

Ein weiteres verbreitetes Vorurteil: Gamer seien einsam. Die hocken alleine im abgedunkelten Zimmer, reden mit niemandem, leben von Tiefkühlpizza. Und Sommer ist, wenn man kurze Hosen trägt. Und ja: Studien zeigen - ironischerweise hat sich diese Studie das Klischee-Genre schlechthin angeschaut: MMORPGs - wer wirklich viel zockt, etwa so 20 Stunden pro Woche und mehr, verliert manchmal den Draht zur Außenwelt. In solchen Fällen wirken Freundschaften im echten Leben oft weniger eng.

Aber bevor die ersten Pädagogen jetzt um die Ecke kommen und mahnend den Zeigefinger heben: Die Aussage der Studie ist nicht ganz klar. Werden die Leute einsam, weil sie so viel zocken? Oder zocken die Leute so viel, weil sie einsam sind? Die Forschung kann das nicht klar beantworten. Und ganz ehrlich? Sind Leute, die ein anderes Hobby 20 Stunden und mehr die Woche betreiben, weniger einsam als Gamer?

Was dieselben Studien aber auch sagen: Games können auch das Gegenteil bewirken - nämlich verbinden. Gerade Online-Games bringen Menschen zusammen, oft über Ländergrenzen hinweg. Zwei Drittel der Befragten in einer Studie zu einem Multiplayer-Game gaben an, dass sie schon mal jemanden aus dem Spiel später im echten Leben getroffen haben. Und in manchen Ländern wie Albanien boomen sogar Gaming-Cafés - da treffen sich Menschen ganz bewusst zum gemeinsamen Zocken. Weniger Kellerkind, mehr sozialer Stammtisch mit Controller.

Von der Panikmache zur offiziellen Diagnose?

"Videospielsucht" - das klingt nach elterlicher Panikmache oder Stammtischphrase. Aber: Der Begriff ist längst nicht mehr nur umgangssprachlich. Seit 2018 führt die Weltgesundheitsorganisation WHO "Gaming Disorder" offiziell als Krankheit. Im ICD-11, dem internationalen Katalog für Krankheiten, steht sie damit auf einer Stufe mit anderen Verhaltenssüchten wie pathologischem Glücksspiel. Doch was sagt die Forschung dazu? Das lest ihr auf der nächsten Seite.

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    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Weedotastisch Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von IngloriousBasterd
        Die manipulative Stimulation des Belohnungszentrums im Hirn ist durchaus mit der Verabreichung von Drogen zu vergleichen.
        Jupp, wie alles im Leben. Schlafen, Vögeln, Essen, Kaggörn, Fußballstadion, Modelleisenbahn, Gartenarbeit, Alkohol, Gewinn/Gehalt/Lohn, Gruppendynamiken, Schulsystem (Noten), (Aso)Socialmedia, Fernsehen, Lesen................................ :D
      • Von Weedotastisch Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von IngloriousBasterd
        Die manipulative Stimulation des Belohnungszentrums im Hirn ist durchaus mit der Verabreichung von Drogen zu vergleichen.
        Jupp, wie alles im Leben. Schlafen, Vögeln, Essen, Kaggörn, Fußballstadion, Modelleisenbahn, Gartenarbeit, Alkohol, Gewinn/Gehalt/Lohn, Gruppendynamiken, Schulsystem (Noten), (Aso)Socialmedia, Fernsehen, Lesen................................ :D
      • Von IngloriousBasterd Anfänger/in
        Dieser Artikel zäumt das Pferd auf der Seite der Konsumenten auf. Was mir hier zu kurz kommt, ist die Verantwortung der Produzenten von insbesondere Online-Games, die versuchen, die Kundschaft durch Dark Patterns ans Display zu fesseln und dadurch der Suchtproblematik aktiv Vorschub leisten. Die manipulative Stimulation des Belohnungszentrums im Hirn ist durchaus mit der Verabreichung von Drogen zu vergleichen.
      • Von McTrevor Mitglied
        Zitat von OldShatterhand
        Dich hab ich ja auch schon ne Weile nicht mehr hier gesehen. Welcome back
        Danke!
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Zitat von McTrevor
        Also ich komme "nur" auf so 10-14 Stunden Sport pro Woche. :-D
        Dich hab ich ja auch schon ne Weile nicht mehr hier gesehen. Welcome back
      • Von McTrevor Mitglied
        Zitat von Bonkic
        macht hier irgendjemand 20h oder mehr sport in der woche?
        Also ich komme "nur" auf so 10-14 Stunden Sport pro Woche. :-D
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