Spec Ops: The Line im Test - Das hat uns nicht gefallen + Wertung
Im Test zu Spec Ops: The Line stellten wir schnell fest, dass hinter der Yager-Produktion mehr steckt als typisch-stumpfes Militärgeballer. Der Third-Person-Shooter hebt sich mit einer guten Handlung und dichter Atmosphäre von dem Einheitsbrei ab. Aber reicht das für einen Hit?
Spec Ops: The Line - Das hat uns nicht gefallen
Ideenarmut
Auch wenn das Deckungsgeballer stets gut unterhält, ist es doch enttäuschend, wie wenig Ideen in das Gameplay geflossen sind. Schießen, in Deckung gehen, hier und da mal ein Ziel für die Kameraden markieren - da war's im Grunde schon. Auch die obligatorischen Geschützturmsequenzen, in denen man mit einer Minigun gnadenlos draufhält, haben wir schon in dutzenden anderen Shootern erlebt, das reißt nicht mit. Besonders schade: Ursprünglich hatte Yager angekündigt, man könne die Sandmassen der Wüste taktisch nutzen, etwa indem man eine Glaswand einschießt, so den Wüstensand ins Gebäude eindringen und die Feinde lebendig begraben lässt. Dieses Feature ist auch tatsächlich enthalten, allerdings nur in Form streng vorgegebener Skript-Sequenzen, die man meist auch erst dann auslösen darf, wenn einem das Spiel das erlaubt.
Lineares Leveldesign
Alle Wege im Spiel sind glasklar vorgegeben. Nur sehr selten kann mal einen Moment lang schleichend vorgehen oder Entscheidungen treffen, doch der Weg des Spielers ändert sich dadurch nicht. Natürlich haben viele moderne Shooter ein lineares Leveldesign, doch die kaschieren diesen Umstand dann oft mit einer aufwändigeren Inszenierung und vielen Skript-Sequenzen. Im Vergleich ist die Inszenierung von Spec Ops da etwas zurückhaltender, wodurch die starren Levels einfach deutlicher auffallen.
Mäßige KI
Quelle: 2K Games
Egal ob Freund oder Feind, wirklich schlau verhält sich keiner in Spec Ops: The Line.
Egal ob Freund oder Feind, wirklich schlau verhält sich keiner in Spec Ops: The Line. Gegner stürmen oft drauflos, Deckung nutzen sie nicht immer sinnvoll aus. Die beiden eigenen Begleiter machen es nicht viel besser, flitzen auch mal munter vor unser Fadenkreuz oder ins feindliche Sperrfeuer. Man darf ihnen zwar bestimmte Gegner als Ziel vorgeben, doch weitere Kommandos erlaubt das Spiel nicht - wenn ein Kumpel also mal wieder in Richtung feindliches Mündungsfeuer rennt, können wir den Burschen nicht zurückpfeifen. Das ist nicht wirklich schlimm für den Spielerfolg, weil The Line eh keine Taktik erfordert, aber der Atmosphäre schadet es doch ein wenig.
Etwas kurz geraten
Mit sechs bis sieben Stunden Spielzeit ist The Line zwar kein statistischer Ausreißer, doch ein bis zwei Stunden länger hätte es ruhig sein dürfen. Immerhin handelt es sich um ein Vollpreisspiel! Ein Vorteil der eher kurzen Spieldauer: So kommt kaum Leerlauf auf, die Geschichte ist angemessen auf die Spielzeit verteilt und fühlt sich nicht unnötig gestreckt an.
Info - Über die Gewalt von Spec Ops
Das Spiel ist komplett ungeschnitten und sehr brutal. In Kämpfen ist viel Blut zu sehen, manchmal werden Köpfe abgeschossen oder ganze Körper gesprengt. Heftig: Am Boden liegende Gegner lassen sich per Tastendruck aus nächster Nähe exekutieren - das Spiel belohnt diesen Gewaltakt mit kostbarer Extra-Munition. Selbst solche Szenen ergeben aber Sinn, wenn man die Geschichte in ihrer Gänze erlebt hat, denn das Spiel setzt sich bis zu einem gewissen Grad mit der Gewalt auseinander, hinterfragt die Handlungen des Spielers. Die Gewalt dient also keinem reinen Selbstzweck - für manche Spieler könnte sie aber zuviel des Guten sein.

Ich sehe allerdings keinerlei Zusammenhang zwischen einer realen Kriegssituation und einem Spiel, das man soweit ich das gesehen habe als "hirnloses Ballern" mit übertriebener Gewaltdarstellung in manch einer Situation beschreiben kann. Ich habe das auch schon in einem anderen Thema mal gesagt: Ich denke es gibt momentan KEINEN Hersteller, der mit dem Thema Krieg sensibel und den Beteiligten angemessen umgeht.
Die Dinge, die ich von Afghanistan Rückkehrern teiweise gehört habe, haben mit so einer Situation, wie im Spiel dargestellt nichts zu tun. Die meisten von diesen Heimkehrern haben nicht eine Kugel abgegeben und sind dennoch teils schwer traumatisiert, ob der Dinge, die sie teilweise gesehen haben. Dieses Spiel also als Vergleich oder Beispiel für so etwas herbeizuziehen, entzieht sich nicht nur meiner Logik, sondern finde ich schlichtweg scheisse.
Die Meisten dieser Afghanistanleute, die ich kenne, spielen auch durchaus COD und BF oder sonstige Shooter, aber sie lassen Vergleiche und oder wie hier geschehen Bezeichnungen als "Antikriegsshooter" weg. Das Wort alleine stellt für mich ein Paradoxon dar. In diesem Thread wurde bereits erwähnt, was eigentlich Kriterien für solche Sachen sind und die sind hier für mich schlichtweg nicht gegeben. Hier werden am laufenden Band Leute umgenietet, wie in allen anderen Moorhuhnshootern auch. Dann kommt zwischendrin male eine moralisch fragwürdige Entscheidung, die aber keinerlei weitreichende Konsequenzen hat. Zumindest soweit ich das sehen kann, hat keiner der Protagonisten längere Zeit Probleme damit.
zu deinem Statement muss ich aber sagen. Wir sollten mal nicht vergessen, dass Shooter wie Battlefield und COD Software sind die Unterhalten wollen. Vielleicht ist ein Computerspiel nicht die richtige Plattform um das Thema Krieg aufzuarbeiten. Einer der wenigen Shooter, die ich wirklich von der Thematik sehr realistisch und sehr gut fand war damals "Brothers in Arms Road to Hill 30". Dieser Shooter hat die Thematik WW2 wunderbar aufgegriffen, besonders bemerkenswert fand ich, dass die Entwickler die Landung am 6.Juni 1944 ausgeklammert haben. Zu viele Menschen sind dort sinnlos umgekommen und das brauch ich nicht unbedingt in einem Computerspiel nachspielen.
Bei COD finde ich es schade, dass in jedem Teil der Modern Warfare Reihe immer so eine fragwürdige Szene wie beim aktuellen Teil die Autobombe in London benutzt wird um noch mehr Einheiten zu verkaufen.
Ich finde es gut das es mal so ein Spiel wie Spec Ops gibt habe genug Leute verloren durch Afghanistan.
Das tut mir wirklich ausgesprochen leid.
Ich sehe allerdings keinerlei Zusammenhang zwischen einer realen Kriegssituation und einem Spiel, das man soweit ich das gesehen habe als "hirnloses Ballern" mit übertriebener Gewaltdarstellung in manch einer Situation beschreiben kann. Ich habe das auch schon in einem anderen Thema mal gesagt: Ich denke es gibt momentan KEINEN Hersteller, der mit dem Thema Krieg sensibel und den Beteiligten angemessen umgeht.
Die Dinge, die ich von Afghanistan Rückkehrern teiweise gehört habe, haben mit so einer Situation, wie im Spiel dargestellt nichts zu tun. Die meisten von diesen Heimkehrern haben nicht eine Kugel abgegeben und sind dennoch teils schwer traumatisiert, ob der Dinge, die sie teilweise gesehen haben. Dieses Spiel also als Vergleich oder Beispiel für so etwas herbeizuziehen, entzieht sich nicht nur meiner Logik, sondern finde ich schlichtweg scheisse.
Die Meisten dieser Afghanistanleute, die ich kenne, spielen auch durchaus COD und BF oder sonstige Shooter, aber sie lassen Vergleiche und oder wie hier geschehen Bezeichnungen als "Antikriegsshooter" weg. Das Wort alleine stellt für mich ein Paradoxon dar. In diesem Thread wurde bereits erwähnt, was eigentlich Kriterien für solche Sachen sind und die sind hier für mich schlichtweg nicht gegeben. Hier werden am laufenden Band Leute umgenietet, wie in allen anderen Moorhuhnshootern auch. Dann kommt zwischendrin male eine moralisch fragwürdige Entscheidung, die aber keinerlei weitreichende Konsequenzen hat. Zumindest soweit ich das sehen kann, hat keiner der Protagonisten längere Zeit Probleme damit.
Probleme von Spec Ops sind wohl wirklich die teilweise Ideenlosigkeit, das Lineare, die kurze Spielzeit, fehlende weibliche Protagonisten (vor allem in der Hauptrolle) und die unverständlich martialische Werbung. Nur.. das problem haben die anderen Shooter auch fast alle.
Und zum Absatz "schockierenden Szenen, in denen selbst Frauen und Kinder zu Tode kommen": Ach Gottchen, Frauen sterben? Kinder okay aber Frauen müssen besonders erwähnt werden?
Soviel dazu^^
Ich glaube gerne, das dies oft ähnlich gesagt wird. IMO ist das aber nur Ausdruck für einen erschreckenden Grad an Abstumpfung, wo es den Schreibern nicht mal mehr möglich ist die emotionalen Unterschiede zwischen den moralischen Konfliktsituationen in Spec Op von der primitiven (und auch real existenten) Glorifizierungsrethorik der Standardshooter zu unterscheiden und sich alles nur aufs tumbe Ballern reduziert. Extremst bedenklich und macht mir echt ein flaues Gefühl....
Die Darstellung von Spec Ops im PCG Artikel finde ich (ausnahmsweise :)) sehr treffend und ich denke, man kann durchaus eine Empfehlung für dieses Spiel geben. Ich finde es spielerisch relativ schwer, aber hab mich bisher nicht über den Kauf geärgert.... und das heisst verdammt was.
Die Gewalt die dargestellt wird wirkt so künstlich aufgesetzt naja eigentlich ist dieser blöde Spruch am Anfang wo er den ersten die Birne zu Brei matscht "Wir sind doch eigentlich hier um Leute zu retten..." so Klischee und so aufgesetzt - ich hätte Kotzen können :-$ Auch das nächste Vietnam Klischee mit Feuergefechten und Rockmusik wird in der zweiten Mission gleich weiter aufgesetzt. Hmm mal überlegen, dann gibt es da so ein Eisentor, was sich seltsamerweise erst öffnet, wenn alle Gegner ausgeschaltet und das Script ausgelöst wurde. Die gesamte Spielmechanik erinnert mich an "Operation Raccoon City" nur, dass ORC besser umgesetzt wurde und nicht solche aufgesetzten Klischees braucht wie dieser Pseudo Antikriegs Shooter. Ne wenn man schon zeigen will wie schlimm Krieg ist, dann gibt es Spiele wie Homefront oder Shellshock Nam ´67 die nicht so aufgesetzte Pseudosprüche bringen sondern das Gefühl das Krieg eine verdammt üble Sache ist sehr ernst rüberbringen.
Nee das Wüstensetting ist langweilig. Die Texturen zwar ok, aber dieses langweilige Wüstensetting und die kurze Spielzeit sind einfach nicht die 81% wert die von meinem "Lieblingsredakteur" vergeben wurden :-B