Soundkarten: Wann sie keinen Sinn machen und ein Fehlkauf sind
Wir erklären euch, wann eine Soundkarte heutzutage noch Sinn machen kann. Außerdem gibt es eine Marktübersicht, auch mit sogenannten Audio-Interfaces.
Soundkarten: Sinnlos bei digitaler Soundübertragung
Übertragt ihr den Sound nicht analog, sondern digital, dann ist eine Soundkarte nicht sinnvoll, außer ihr braucht sie für spezielle Audio-Anwendungen oder wollt Spielesound koaxial oder optisch zu einem Verstärker, AV-Receiver oder einer Empfangsbox senden. Denn für Letzteres muss der Spielesound mit einer Technik wie DTS Connect erst in einen digitalen Surroundstream gewandelt werden, was in der Regel der Onboardsound nicht bietet, sondern nur einige wenige Soundkarten. Fürs Musikhören, Spielen und so weiter bringt eine Soundkarte aber rein qualitativ nichts, wenn ihr den Sound digital sendet.
Denn das qualitativ entscheidende an einer Soundkarte ist der sogenannten D/A-Wandler (Digital-Analog-Wandler). Dies ist ein elektronisches Bauteil, das im letzten den Boxen vorgeschalteten digitalen (!) Gerät steckt. Ein aktives PC-Boxenset ohne digitalen Anschluss hat keinen eigenen D/A-Wandler, sondern der D/A-Wandler der Soundkarte oder des Onboarssounds wandelt die digitalen Sounddaten des PCs in ein analoges Signal um, das dann an einer Buchse des PCs zur Verfügung steht. Sendet ihr die Daten vom PC aus aber zum Beispiel per HDMI zu einem AV-Receiver, dann kommt nicht der D/A-Wandler im PC, sondern erst der im AV-Receiver zum Einsatz.
Auch bei Boxensets, die ihr optional digital anschließen könnt, würde der D/A-Wandler des Onboardsounds nur dann ins Spiel kommen, wenn ihr den Sound absichtlich analog zum Boxenset sendet. Der Kauf einer Soundkarte (oder eines Audio-Interfaces - dazu später mehr) macht in folgenden Fällen Sinn:
- Ihr braucht sie für bestimmte nicht alltägliche Anwendungen
- Euer Mainboardsound ist defekt, so dass ihr eine Soundkarte benötigt
- Ihr wollt den Sound digital senden, aber euer Mainboard bietet keine solche Möglichkeit, HDMI wiederum fehlt am Empfangsgerät
- Ihr wollt einen digitalen Surroundsoundstream senden, aber nicht via HDMI
- Ihr wollt besseren Sound
Für Letzteres müsst ihr aber die Lautsprecher oder Kopfhörer unbedingt analog anschließen. Zwar kann eine Soundkarte auch rein digital übertragenen Sound aufpeppen, und mit der Herstellersoftware könnt ihr auch per Equalizer und Effekten am Sound herumbasteln und mehr. Dies sind aber Dinge, die auch ohne gute Soundkarte mit Software möglich wären oder ohnehin bereits Standard sind.
Wann der Soundkarten-Kauf ein Fehler ist
Den größte Fehler wäre also folglich, dass ihr eine edle Soundkarte wegen der Klang-Qualität kauft, den Sound dann aber digital zu den Boxen sendet - zum Beispiel über den HDMI-Port eurer Grafikkarte zu einem AV-Receiver. Hierbei wären nämlich die wertvollen elektronischen Bauteile der Soundkarte komplett aus dem Spiel und somit für die Katz.
Quelle: Asus
Asus Strix Raid Pro
Gleiches gilt auch dann, wenn ihr zu den wenigen gehört, die noch ein 5.1-PC-Boxenset nutzen. Sendet ihr den Sound digital zu dem Set, bringt eine gute Soundkarte nichts.
Bei Kopfhörern oder Headsets ist es natürlich ebenso: Haben diese USB, steckt in ihnen ein Soundchip. Das Headset "ist" also quasi die Soundkarte. Auch hier würde eine separate Soundkarte untätig im PC stecken.
Dabei gibt es gerade für Kopfhörer-Freunde Soundkarten, die speziell für Kopfhörer einen besonders guten, dynamischen und lauten Klang über einen analogen Kopfhörerausgang bieten. Zum Teil gibt es auch externe als Kopfhörerverstärker vermarktete USB-Soundkarten, die einen guten D/A-Wandler haben.
Der zweitgrößte Fehler: Ihr kauft eine gute Soundkarte, habt aber nur mäßige Boxen oder Kopfhörer. Die Kombination aus einer 100 Euro-Soundkarte mit einem 40 Euro-Boxenset wird am Ende schlechter sein, als wenn ihr ein Boxenset für 100 Euro direkt an einem modernen Mainboardsound verwendet.
Ihr solltet eine separate Soundkarte (falls eine Klanverbesserung euer Ziel ist) nur kaufen, wenn ihr ordentliche Lautsprecher oder Kopfhörer habt. Auf der nächsten Seite kommen wir zu einer Besonderheit: Audio-Interfaces für Musiker und Content-Creator, die aber auch für andere Nutzer Sinn machen können.

Da hat sich ein fehler eingeschlichen. Wenn die Quelle schon kein gutes Signal liefert wird auch der teuerste und beste Kopfhörer keinen Hauch besser sein. Anders herum kann aber eine Soundkarte mit einem vernünftigen verstärker mehr energie in die Übertragung leisten und somit eher schwächere Kopfhörer besser antreiben als ein billiges codec vom Mainboard.
Und alle Erfahrung zeigt, dass der Qualitätsgewinn mit guten Boxen höher ist als wenn du schlechte Boxen hast und eine gute Soundkarte dazukaufst.
Ich rede hier natürlich nicht davon, dass man sich Boxen für 400€ kauft und vorher welche für 200€ hatte. Sondern viele haben Boxen für 20, 30 vielleicht 50 Euro (oder bei 5.1 für 40, 50 oder maximal 100 Euro). Und wenn man dann 100 Euro in eine Soundkarte investieren würde, wird der Qualitätsgewinn geringer sein als wenn man sich stattdessen ein neues 100 Euro-Stereo-Boxenset kauft.
Bei Kopfhörern kann das anders aussehen, WENN man sich gute Kopfhörer kauft, die hochohmig sind. Den Ohm-Wert erfährt man oft beim Hersteller, manche bieten sogar Modelle in zwei Varianten an, zB gibt es einige Beyerdynamic-Modelle mit 32 Ohm für mobile Geräte oder Onboardsound/Laptops sowie mit 250 Ohm für HiFi-Verstärker, Audio-Interfaces oder Soundkarten mit Kopfhörerverstärker.
Für Kopfhörer mit hohen Ohm-Werten kann manch ein Mainboardsound in der Tat einfach nur zu schwach sein - vlt. hätte ich im Zitat das "oder Kopfhörer" einschränken sollen. Allerdings haben selbst viele separate Soundkarten keine besseren Kopfhörer-Ausgänge, erst ab 80 Euro für eine Soundkarte gibt es eine extra Kopfhörer-Verstärkung.
Pchg hatte damals ein vergleich zwischen soundkarte und codec gemacht. Dabei wurde eine Szene aus einem spiel zweimal hintereinander gezeigt einmal mit Soundkarte einmal mit codec. Man hat bei der Soundkarte deutlich mehr gehört.
Meine Kombination aus Kraken und einer AE-5 ist selbst den teuren und achso tollen gaming headsets Haushoch überlegen.
Was hat man denn sonst heutzutage? Haben mittlerweile etwa alle Kopfhörer am PC? :B
Das heißt ja nicht, dass keiner mehr ein solches Set von früher hat. Ich schrieb ja auch, dass ein Grund für den Soundkartenkauf sein kann, dass eben noch ein solches Set hat - dann lohnt sich der Kauf einer Soundkarte aber nur, wenn man eine analoge Verbindung herstellt oder aber wenn der Onboardsound den Sound nicht digital als 5.1 senden kann und man daher eine Karte zwingend braucht, die auch bei Games ein DTS- oder DD-Signal erzeugen kann.
Für den Monitor reicht mir ein USB-Headset und fürs Heimkino geht ein HDMI-Kabel zum AVR.
Da hat sich ein fehler eingeschlichen. Wenn die Quelle schon kein gutes Signal liefert wird auch der teuerste und beste Kopfhörer keinen Hauch besser sein. Anders herum kann aber eine Soundkarte mit einem vernünftigen verstärker mehr energie in die Übertragung leisten und somit eher schwächere Kopfhörer besser antreiben als ein billiges codec vom Mainboard.
Im übrigen geht es nicht nur darum wie etwas Übertagen wird, sondern auch wieviel.
Pchg hatte damals ein vergleich zwischen soundkarte und codec gemacht. Dabei wurde eine Szene aus einem spiel zweimal hintereinander gezeigt einmal mit Soundkarte einmal mit codec. Man hat bei der Soundkarte deutlich mehr gehört.
Meine Kombination aus Kraken und einer AE-5 ist selbst den teuren und achso tollen gaming headsets Haushoch überlegen.
Wer CS, Valorant, Apex, Hunt: Showdown, Escape From Tarkov o.ä. Titel nicht mit Kopfhörern spielt hat entweder die Kontrolle über sein Leben verloren oder ist ein Masochist :B