"Skandal-Shooter" Six Days in Fallujah: So viel Aufregung um so wenig Spiel

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Special David Benke - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 35,09 €
"Skandal-Shooter" Six Days in Fallujah: So viel Aufregung um so wenig Spiel
Quelle: Victura

Wir haben den Early Access von Six Days in Fallujah getestet: Was kann der "kontroverseste Shooter des Jahres"?

Entsprechend ist Verständigung das A und O. Dafür bietet euch Highwire Games ein rudimentäres Ping-System, mit dem ihr einen Standort hervorheben könnt. Am besten klappt aber natürlich die Verständigung via Voice Chat, vorzugsweise mit Freunden statt mit zufälligen Mitspielern. Dann müsst ihr euch nicht das Geschmatze von Fremden anhören, sondern könnt euch auf die gelungene Soundkulisse konzentrieren. Hier hat Six Days in Fallujah ein paar nette Tricks auf Lager: Wenn ihr die Push-to-Talk-Funktion benutzt, legt das Spiel einen entsprechenden Funkgerät-Effekt über eure Stimme. Außerdem arbeitet die Military-Sim mit Raumklang. Die Worte eurer Mitspieler hallen also von den Wänden wider, wenn ihr in einem Keller steht.

Diese Detailverliebtheit kommt nicht von ungefähr. Guter Sound ist ungemein wichtig, geben euch Schritte, Rufe und Schüsse in der Umgebung doch wichtige Informationen über den Aufenthaltsort eurer Gegner. Mit dem bloßen Auge sind die im graubraunen Häuserdickicht nur schwer zu erkennen. Noch schwieriger wird es in dunklen Räumen, die ihr mit eurer schwachen Taschenlampe nicht gänzlich ausleuchten könnt.

Im Zusammenspiel mit der stimmungsvollen, (mit passender Hardware) fast fotorealistischen Inszenierung vermittelt Six Days in Fallujah eindrucksvoll den Horror der urbanen Kriegsführung: Die Gefahr ist stets gegenwärtig, der Tod könnte hinter der nächsten Ecke lauern.

Zwei Soldaten in einem schwach beleuchteten Raum voller Staub Quelle: Victura Entsprechend steht man als Spieler unter ständiger Anspannung. Manchmal bricht sogar Panik aus, wenn man aus dem Nichts beschossen wird und schnell Deckung suchen muss.

Hardcore ohne Kompromisse

Die KI-Feinde verhalten sich teils überraschend clever. Sie klettern über Hindernisse, beschießen euch durch Fenster oder Deckengitter, verstecken sich oder lugen um die Ecke, um euch zu treffen. Und sie sind verdammt zielsicher. Das fördert wiederum taktisches Vorgehen seitens des Einsatzteams.

Wer nicht sofort den Game-over-Screen zu Gesicht bekommen will, muss sich bedacht vorwärts bewegen, Gebäude ausspähen, Rauchgranaten nutzen, sukzessive Räume säubern, sich nach allen Seiten absichern und vor allem: immer auf Feuergefechte vorbereitet sein.

Die sind in Six Days in Fallujah meist kurz, aber intensiv. Das Waffenhandling ist größtenteils gelungen, die verschiedenen Typen fühlen sich alle etwas anders an. Nur die Steuerung ist manchmal etwas hakelig und wenig intuitiv.

Um das Visier zu nutzen, müsst ihr beispielsweise die rechte Maustaste drücken und dann am Mausrad drehen. Beim Rückstoß haben es die Macher gefühlt auch etwas übertrieben. Vor allem, wenn ihr aus der Hüfte feuert, trefft ihr keinen Blumentopf.

Mehr als drei bis vier Treffer könnt ihr aber ohnehin nicht einstecken. Bei seiner Time to Kill ist der Shooter ziemlich gnadenlos. Es gibt auch nur begrenzte Medikits und keine Defibrillatoren. Das passt ins allgemeine Hardcore-Konzept der Entwickler:

Jede Nachlässigkeit hat gravierende Konsequenzen. Wer nicht aufpasst und auch nur einen einzigen Teamkameraden verliert, wird es für den Rest der Mission bedeutend schwerer haben.

Da ist es fast schade, dass es euch der Titel mit der Option, einmal pro Einsatz alle ausgeschalteten Marines respawnen zu lassen, wieder ein wenig einfacher macht. Viel ärgerlicher sind aber andere Designentscheidungen. Wenn ihr euch heilt, steht ihr etwa automatisch aus der Hocke auf, was euch vollkommen ungeschützt zurücklässt.

Macht ihr das hinter einer niedrigen Deckung, taucht euer Kopf als einfaches Ziel im Blickfeld eurer Gegner auf und ihr seid Kanonenfutter. Das ruiniert gerne die harte Arbeit der vergangenen Viertelstunde. Gleichzeitig ist es umso belohnender, wenn man eine Mission erfolgreich abschließt. Den grünen Rauch der Extraktionszone zu erreichen, ist ein echter Dopamin-Kick - zumindest für die ersten paar Stunden.

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    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Schöner Test, würde man sowas hier auf der Seite nur Standardmäßig präsentiert bekommen...

        Nur zu einem Punkt:
        "Das Interface gestaltet sich eher minimalistisch, um die Spielerfahrung möglichst immersiv zu halten"

        IMO ist eher das Gegenteil der Fall. So minimalistische Interfaces fühlen sich häufig eher gamey an. Ist natürlich immer eine Frage, wie genau es denn gemacht ist aber ohne entsprechendes Design, auf das man bei Minimalismus ja zumeist pfeift, sorgt es bei mir eher für weniger Immersion.
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Schöner Test, würde man sowas hier auf der Seite nur Standardmäßig präsentiert bekommen...

        Nur zu einem Punkt:
        "Das Interface gestaltet sich eher minimalistisch, um die Spielerfahrung möglichst immersiv zu halten"

        IMO ist eher das Gegenteil der Fall. So minimalistische Interfaces fühlen sich häufig eher gamey an. Ist natürlich immer eine Frage, wie genau es denn gemacht ist aber ohne entsprechendes Design, auf das man bei Minimalismus ja zumeist pfeift, sorgt es bei mir eher für weniger Immersion.
      • Von fud1974 Mitglied
        Zitat von buchoi
        Das Spiel selber kenne ich nicht. Was ich geschrieben habe ist nur der Eindruck, den ich vom Spiel bekommen habe, nachdem ich den Artikel gelesen habe. Also wenn du das Spiel tatsächlich angezockt hast, dann weißt du mehr als ich.
        Ich habe mich erstmal auf Streams bezogen die ich mir angeschaut habe und mir die Berichte von Leuten angehört die in meinem Umfeld das spielen, und da sah es schon so aus, als wäre da diese Close-Quarter-Combat "Experience" und der Stress dahinter (auch wegen dieser wohl gut integrierten Audio Geschichte, wo man ja den Voice Chat direkt im Spiel hat, je nach Entfernung dann nur noch via Funk usw. und mit entsprechenden Effekten unterlegt) im Vordergrund steht.

        Zitat von bettenlager
        "das seit seinem Release am 22. Juni die Massen spaltet"

        Echt? Wo genau sind diese Massen? Ich hab gerade von meinem Fenster aus meine Nachbarin gefragt, hat mich aber nur doof angeschaut. Also die war es jedenfalls nicht.
        Wollen wir mal nicht heiliger sein als der Papst... in der Gaming Szene war es schon ein Thema, gerade Kotaku ging mächtig darauf ab und deren Kommentarsektion ebenso.
      • Von Gast1715375402 Mitglied
        "das seit seinem Release am 22. Juni die Massen spaltet"

        Echt? Wo genau sind diese Massen? Ich hab gerade von meinem Fenster aus meine Nachbarin gefragt, hat mich aber nur doof angeschaut. Also die war es jedenfalls nicht.
      • Von Gast1730157001 Mitglied
        Zitat von fud1974
        Weiß nicht.. in seiner gegenwärtigen Form sah der Titel für mich eher nach etwas aus, dass den Horror und die Anspannung eines Häuserkampfes sehr glaubwürdig rüberbrachte... fand ich schon beeindruckend soweit, da war es mir dann auch egal ob ich jetzt einen Amerikaner oder was anderes spiele.. ich wurde nur schon vom zusehen bekräftigt dass ich in Echt sowas nie erleben wollen würde wenn es sich vermeiden lässt.

        Solange sie nicht übertrieben heldenhaft durch die Gegend stiefeln und mit zweifelhaften Cutscenes ne komische Message transportieren wäre das für mich okay...
        Das Spiel selber kenne ich nicht. Was ich geschrieben habe ist nur der Eindruck, den ich vom Spiel bekommen habe, nachdem ich den Artikel gelesen habe. Also wenn du das Spiel tatsächlich angezockt hast, dann weißt du mehr als ich.
        Hier habe ich wohl etwas voreilig geurteilt und sollte vielleicht erstmal abwarten, wie das Finale Spiel ist und mich auch etwas mehr mit dem Spiel beschäftigen, bevor ich darüber urteile.
      • Von fud1974 Mitglied
        Zitat von buchoi
        Für mich wirkt das eher so, als würde man hier whitewashing betreiben wollen und die Amerikaner als Opfer darstellen wollen in einem Krieg, den sie verschuldet haben. In einem Angriffskrieg, den die Amerikaner unter falschen Vorwänden geführt haben, der aber im Endeffekt nur darauf abzielte sich Ressourcen zu sichern.
        Weiß nicht.. in seiner gegenwärtigen Form sah der Titel für mich eher nach etwas aus, dass den Horror und die Anspannung eines Häuserkampfes sehr glaubwürdig rüberbrachte... fand ich schon beeindruckend soweit, da war es mir dann auch egal ob ich jetzt einen Amerikaner oder was anderes spiele.. ich wurde nur schon vom zusehen bekräftigt dass ich in Echt sowas nie erleben wollen würde wenn es sich vermeiden lässt.

        Solange sie nicht übertrieben heldenhaft durch die Gegend stiefeln und mit zweifelhaften Cutscenes ne komische Message transportieren wäre das für mich okay...
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