Es war der gruseligste Horror aller Zeiten und wurde gekillt: Die unfassbare Story von P.T.

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Special Olaf Bleich - Autor Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Es war der gruseligste Horror aller Zeiten und wurde gekillt: Die unfassbare Story von P.T.
Quelle: Konami

Als Teaser zu Silent Hills gedacht, ging es als Kultspiel in die Spielegeschichte ein: P.T. von Entwicklerlegende Hideo Kojima. Wir beleuchten die traurige Geschichte der Horror-Demo.

P.T. ist in seiner Einfachheit genial und spielt gekonnt auf der Klaviatur des virtuellen Horrors. Und das, obwohl Hideo Kojima bis dahin keinerlei Erfahrung mit Horrorspielen hatte.

P.T. als Inspiration

Die Reaktionen auf die Einstellung von Silent Hills und die Entfernung von P.T. aus dem PlayStation Store zeigten zwei Dinge: Die Community wollte ein neues, anderes Silent Hill unter der Regie von Metal-Gear-Solid-Mastermind Hideo Kojima. Und es gab Platz auf dem Markt für diese Art von Horror-Gameplay aus der Ego-Perspektive.

Kein Wunder, dass Entwickler weltweit von der Demo inspiriert und von der Bewegung dahinter motiviert wurden. P.T. beziehungsweise Silent Hills ist wahrscheinlich eines der einflussreichsten Spiele, das nie wirklich auf den Markt gekommen ist.

Nach der Löschung des Spiels versuchten sich zahlreiche Hobby-Entwickler an einer Nachbildung des Playable Teasers. Die bekanntesten sind sicherlich die P.T. Emulation 1.4, die sich fast vollständig an das Original hält, und das technisch aufpolierte Unreal P.T. auf Basis der gleichnamigen Grafik-Engine.

Sogar VR-Portierungen kursieren mittlerweile im Netz und verbreiten Angst und Schrecken. Das leider eingestellte Projekt Allison Road gilt als Liebeserklärung an Kojimas Werk. Sowohl zu Silent Hills als auch zu P.T. wurden Fan-Filme veröffentlicht.

Aber auch in der Spieleindustrie hat die Horror-Demo ihre Spuren hinterlassen. Layers of Fear ist einer der prominentesten "Klone" von P.T., geht inhaltlich aber in vielen Bereichen eigene Wege. Sehr nah am Original ist dagegen Visage, das den Horror um ein Sanity-System ergänzt.

Hier geht es unter anderem darum, die Hauptfigur durch Lichtquellen wie Kerzen oder Feuerzeuge bei Verstand zu halten. Auch neuere Spiele wie das sehr populäre Supernormal, Luto und Haunted Bloodlines folgen dem Rezept von dunklen Korridoren und unheimlichen, schattenhaften Gestalten in der Dunkelheit, wie es P.T. seinerzeit vorgemacht hat.

Eine verlassene Straße bei Nacht Quelle: Konami Das von Blue Box Studios entwickelte Abandoned schwamm besonders frech auf der Erfolgswelle von P.T. Während der mehr als holprigen Entwicklung des PlayStation-5-Horrortitels deuteten die Entwickler immer wieder eine Verbindung zu Silent Hills und dessen Playable Teaser an. Offensichtlich absichtlich vom Studio gestreute Hinweise deuteten konkret darauf hin, dass Kojima in die Entwicklung involviert sei, was das Interesse an dem Projekt natürlich exorbitant ansteigen ließ.

Letztendlich entpuppte sich Abandoned jedoch als großer Fake. Es gab keinerlei Verbindung zu Konami, keine wie auch immer geartete Involvierung von Hideo Kojima und abseits eines Trailers, einer gecancelten App, die die Wahrheit hinter dem Spiel enthüllen sollten und zahlreichen leeren Versprechungen auch niemals auch nur irgendein vorzeigbares Material aus dem Spiel.

Das Spiel ist bis heute nicht erschienen, wenn es denn überhaupt jemals wirklich in Entwicklung war, und daran wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch niemals etwas ändern. Der Fake-Hype führte letztlich nur zu einem gehörigen - und verdienten - Shitstorm.

Viel wurde auch darüber diskutiert, ob Capcoms Resident Evil 7 von P.T. beeinflusst wurde. Dessen Produzent Masachika Kawata schob dem in einem Interview einen Riegel vor: "Wir arbeiteten schon an Resident Evil 7, bevor PT enthüllt wurde. Als Konami das Spiel ankündigte, waren wir deswegen zwar überrascht, dass sie sich auch für First-Person entschieden haben, zogen daraus aber keine Inspiration."

Kawata betonte, dass Resident Evil 7 und P.T. fernab der First-Person-Perspektive den virtuellen Horror unterschiedlich interpretieren würden und völlig verschiedene Spiele seien.

Auffallend ist jedoch, dass auch Capcom im Vorfeld der Ankündigung von Resident Evil 7 eine Strategie fuhr, die zumindest stark vom Vorgehen Konamis bei Silent Hills inspiriert wirkte. Auf der E3 2015 wurde ein spielbarer VR-Teaser namens KI7CHEN präsentiert, die offiziell nicht mit Resident Evil in Verbindung stand. Dass es sich dabei um einen ersten "Testlauf" für Resident Evil 7 gehandelt hatte, erklärte Capcom erst nach der Ankündigung des Spiels ein Jahr später, da machte man diese ursprüngliche Demo dann auch via PS4 verfügbar.

Und diese Enthüllung auf der E3 im Jahr darauf war dann doch recht nah dran an Silent Hills, sodass eine gewisse Inspiration zumindest nicht unmöglich erscheint. Im Zweifelsfall wollen wir aber dann doch Kawata glauben, der das, wie erwähnt, in Abrede stellt. Kaum Handlungsmöglichkeiten, ein gruseliges Haus, geisterhafte Gestalten und Rätsel, die man lösen muss, gibt es aber hier wie dort. Diese gezeigte Resi-Demo fand sich übrigens an einer Stelle dann auch so ähnlich im fertigen Spiel.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Die Art und Weise wie Konami damals mit P.T. umgegangen ist, dafür gesorgt hat, dass es niemand jemals wieder spielen können wird, hat dafür gesorgt, dass ich jeden Respekt vor Konami verloren habe. In einer Weise wie es der Rauswurf von Kojima nie verursacht hätte. Ich mein, der Typ hat Budget- und Zeitrahmen gesprengt und Konami als Arbeitgeber muss halt auch aufs Geld schauen. Aber ohne Not ein interessantes kulturelles Phänomen abzuwürgen, aus Gründen die von Außen überhaupt nicht erkennbar sind und nie kommuniziert wurden, dafür gibt's zurecht Misbilligung.

        Und das hält bis heute an. Meal Gear Survive hat auch nicht gerade zu mehr respekt geführt.
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Die Art und Weise wie Konami damals mit P.T. umgegangen ist, dafür gesorgt hat, dass es niemand jemals wieder spielen können wird, hat dafür gesorgt, dass ich jeden Respekt vor Konami verloren habe. In einer Weise wie es der Rauswurf von Kojima nie verursacht hätte. Ich mein, der Typ hat Budget- und Zeitrahmen gesprengt und Konami als Arbeitgeber muss halt auch aufs Geld schauen. Aber ohne Not ein interessantes kulturelles Phänomen abzuwürgen, aus Gründen die von Außen überhaupt nicht erkennbar sind und nie kommuniziert wurden, dafür gibt's zurecht Misbilligung.

        Und das hält bis heute an. Meal Gear Survive hat auch nicht gerade zu mehr respekt geführt.
      • Von ChaosCreator Mitglied
        Für mich war und ist der Name Kojima schon immer eher ein Warnhinweis, denn ein Qualitätssiegel.
        Ist natürlich Ansichtssache, aber für mich ist es echt nur der Name. Halte ihn für einen der überbewertetsten Entwickler, Designer, was auch immer.
      • Von AzRa-eL Hobby-Spieler/in
        Ich fand P.T. damals so brutal creepy, dass ich mir rückblickend ehrlich gesagt nicht mal mehr wirklich sicher bin, ob ich verärgert oder doch eigentlich froh darüber sein sollte, diese Intensität an Horror in Fullgame-Länge nicht spielen zu müssen

        Ich bin aber schon sehr auf Project: OD gespannt. Bei Kojima bin ich mir so ziemlich sicher, dass ein Horrorgame von ihm einfach nur abartig abgehen wird, wie es schon der kurze Silent Hill Teaser beweisen konnte.
      • Von Adrianm Spiele-Novize/Novizin
        Zitat

        Es war der gruseligste Horror aller Zeiten und wurde gekillt: Die unfassbare Story von P.T.
        Also ein spielbarer Teaser(!) der somit über das Endprodukt evtl. über die komplette Richtung, evtl. über eine Idee, evtl. über was dazwischen - wir wissen es nicht - aussagt, war der gruseligste Horror ever? Dann tut mir das Genre leid
        :(

        Aber ja, hätte auf jeden Fall lieber - was auch immer es konkret geworden wäre - gesehen, was sie mit P.T. vorhatten, als dann Jahre später das überhypte Postbotenspiel Death Stranding zu bekommen ;)
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        P.T. ist für mich auch immer mit dem Untergang von Konami verbunden. Selbst Metal Gear Solid 5 musste deswegen ja schon gekürzt erscheinen, weil Konami nicht mehr willig, bereit oder in der Lage war solche Spiele in diesem Umfang zu finanzieren. Mit Metal Gear Solid Survive hob man ja später sogar noch ein Spiel hervor, dass im wesentlichen eine stark gemoddete Version des 5. Teils war und verkaufte das so als wäre es der nächste Schritt in der Entwicklung. Effektiv hat man aber einfach aus den von Kojima entwickelten Ressourcen frei bedient und dort mit minimalen Kostenaufwand noch mal Cashcrab betreiben wollen.

        P.T. oder viel mehr Silent Hills in der Vision von Kojima wäre für mich daher tatsächlich ein Spiel für die Wunschliste gewesen, aber irgendjemand bei Konami muss wohl völlig bescheuert gewesen sein oder einen persönlichen Rachefeldzug gegen Kojima geführt haben, um nicht zu erkennen, was für einen Hit man da quasi auf dem Teller präsentiert bekam. Stattdessen konzentrierte man sich lieber auf Spielautomaten, was mich einfach mal annehmen lässt, dass Konami wohl zu der Zeit nahezu bankrott war.

        Das man jetzt MGS und Silent Hill als Neuauflage wieder zurück bringt, mit aktueller Grafik etc. kann ein Indiz sein, dass man sich dort personell neu aufgestellt hat oder das wieder Geld für solche Entwicklungen da ist, aber man sollte damit wirklich vorsichtig sein.
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