Es war der gruseligste Horror aller Zeiten und wurde gekillt: Die unfassbare Story von P.T.

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Special Olaf Bleich - Autor Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Es war der gruseligste Horror aller Zeiten und wurde gekillt: Die unfassbare Story von P.T.
Quelle: Konami

Als Teaser zu Silent Hills gedacht, ging es als Kultspiel in die Spielegeschichte ein: P.T. von Entwicklerlegende Hideo Kojima. Wir beleuchten die traurige Geschichte der Horror-Demo.

Für immer verschwunden?

Darüber hinaus hat die Löschung von P.T. aus dem PlayStation Store auch eine Diskussion über die Archivierung und Sicherung von Computer- und Videospielen als Kulturgut ausgelöst. Denn nachdem Konami den Stecker gezogen hatte, war die Horror-Demo zumindest legal nicht mehr spielbar.

In der Folge entwickelten sich PS4-Konsolen mit installierter P.T.-Version zu Verkaufsschlagern und Sammlerobjekten. Bereits kurze Zeit nach der Löschung aus dem Store wurden Geräte auf der Auktionsplattform Ebay für tausend britische Pfund angeboten. Noch heute finden sich solche hochpreisigen Inserate. Legal wurde P.T. bislang in keiner Instanz gesichert oder gar archiviert.

Vielmehr waren es Dataminer und Hacker, die die Daten speicherten, dem Quellcode Informationen entlockten oder gar versuchten, das Spiel auf die PlayStation 5 zu bringen. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass diese Vorgänge ohne Konamis Einverständniserklärung geschahen und somit rechtlich nicht abgesichert sind.

Dafür, dass von ihren Herstellern zurückgelassene Spiele nicht stärker erhalten werden, macht Blogger Felipe Pepe den Interessenverband Entertainment Software Association (kurz ESA) mitverantwortlich, der derartige Bestrebungen in Richtung des U.S. Copyright Offices immer wieder blockiert.

Eine rot glühende Laterne an der Decke Quelle: Konami Wie wichtig die Sicherung ansonsten verlorener Spiele ist, wird gerade durch das zunehmende Verschwinden physischer Datenträger immanent. Bestes Beispiel ist hier neben P.T. sicherlich The Crew von Ubisoft:

Nicht nur, dass das Open-World-Rennspiel nach dem Abschalten der Server nicht mehr spielbar war, Ubisoft blendete beim Auswählen des Spiels via Ubisoft Connect sogar eine Botschaft ein, dass die Software schlicht überhaupt nicht gestartet werden konnte, wodurch es nicht praktisch, aber effektiv aus der Spielerbibliothek entfernt worden war. Den Usern war also die für viel Geld gekaufte Lizenz entzogen worden.

Erneut waren und sind es ambitionierte Fans und Modder, die das Spiel am Leben halten und eigene Server aufsetzen. Wie die Video Game History Foundation bestätigt, werden nur 13 Prozent der in den USA veröffentlichten Computer- und Videospiele gesichert und archiviert. The Crew und P.T. sind zwei überaus prominente Beispiele, bei denen die Hersteller das eigene Geschäft vor der Archivierung des Kulturguts stellen.

Kommt da noch was?

Die Zukunft von P.T. bleibt indes so düster wie die Grusel-Demo selbst: Konami versucht derzeit, Silent Hill wieder mehr in den Vordergrund zu rücken. Dafür arbeitet der Publisher unter anderem mit Bloober Team (bekannt für Layers of Fear und Blair Witch) am Remake von Silent Hill 2. Hideo Kojima selbst wird nicht müde, Easter Eggs zu Silent Hill in seinen eigenen Projekten und Social-Media-Inhalten zu verstecken; etwas, das die legendäre Branchengröße aber generell gerne macht, auch mit anderen Projekten.

Im Ankündigungstrailer zu OD, der Ende 2023 veröffentlicht wurde, finden sich beispielsweise Hinweise, die Fans hoffen lassen, dass die Lehren aus P.T. und Silent Hills in das neue Projekt einfließen. Im Teaser versteckt findet sich das Wort "Atami", was eine japanische Stadt ist, auf der Silent Hill zum Teil basiert, und die in der erwähnten Präfektur Shizuoka liegt. Was aus OD wird, muss die Zukunft zeigen. Dass Hideo Kojima und Konami für P.T. oder Silent Hills noch einmal zusammenkommen, scheint angesichts der gemeinsamen Vergangenheit jedoch mehr als unwahrscheinlich.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Die Art und Weise wie Konami damals mit P.T. umgegangen ist, dafür gesorgt hat, dass es niemand jemals wieder spielen können wird, hat dafür gesorgt, dass ich jeden Respekt vor Konami verloren habe. In einer Weise wie es der Rauswurf von Kojima nie verursacht hätte. Ich mein, der Typ hat Budget- und Zeitrahmen gesprengt und Konami als Arbeitgeber muss halt auch aufs Geld schauen. Aber ohne Not ein interessantes kulturelles Phänomen abzuwürgen, aus Gründen die von Außen überhaupt nicht erkennbar sind und nie kommuniziert wurden, dafür gibt's zurecht Misbilligung.

        Und das hält bis heute an. Meal Gear Survive hat auch nicht gerade zu mehr respekt geführt.
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Die Art und Weise wie Konami damals mit P.T. umgegangen ist, dafür gesorgt hat, dass es niemand jemals wieder spielen können wird, hat dafür gesorgt, dass ich jeden Respekt vor Konami verloren habe. In einer Weise wie es der Rauswurf von Kojima nie verursacht hätte. Ich mein, der Typ hat Budget- und Zeitrahmen gesprengt und Konami als Arbeitgeber muss halt auch aufs Geld schauen. Aber ohne Not ein interessantes kulturelles Phänomen abzuwürgen, aus Gründen die von Außen überhaupt nicht erkennbar sind und nie kommuniziert wurden, dafür gibt's zurecht Misbilligung.

        Und das hält bis heute an. Meal Gear Survive hat auch nicht gerade zu mehr respekt geführt.
      • Von ChaosCreator Mitglied
        Für mich war und ist der Name Kojima schon immer eher ein Warnhinweis, denn ein Qualitätssiegel.
        Ist natürlich Ansichtssache, aber für mich ist es echt nur der Name. Halte ihn für einen der überbewertetsten Entwickler, Designer, was auch immer.
      • Von AzRa-eL Hobby-Spieler/in
        Ich fand P.T. damals so brutal creepy, dass ich mir rückblickend ehrlich gesagt nicht mal mehr wirklich sicher bin, ob ich verärgert oder doch eigentlich froh darüber sein sollte, diese Intensität an Horror in Fullgame-Länge nicht spielen zu müssen

        Ich bin aber schon sehr auf Project: OD gespannt. Bei Kojima bin ich mir so ziemlich sicher, dass ein Horrorgame von ihm einfach nur abartig abgehen wird, wie es schon der kurze Silent Hill Teaser beweisen konnte.
      • Von Adrianm Spiele-Novize/Novizin
        Zitat

        Es war der gruseligste Horror aller Zeiten und wurde gekillt: Die unfassbare Story von P.T.
        Also ein spielbarer Teaser(!) der somit über das Endprodukt evtl. über die komplette Richtung, evtl. über eine Idee, evtl. über was dazwischen - wir wissen es nicht - aussagt, war der gruseligste Horror ever? Dann tut mir das Genre leid
        :(

        Aber ja, hätte auf jeden Fall lieber - was auch immer es konkret geworden wäre - gesehen, was sie mit P.T. vorhatten, als dann Jahre später das überhypte Postbotenspiel Death Stranding zu bekommen ;)
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        P.T. ist für mich auch immer mit dem Untergang von Konami verbunden. Selbst Metal Gear Solid 5 musste deswegen ja schon gekürzt erscheinen, weil Konami nicht mehr willig, bereit oder in der Lage war solche Spiele in diesem Umfang zu finanzieren. Mit Metal Gear Solid Survive hob man ja später sogar noch ein Spiel hervor, dass im wesentlichen eine stark gemoddete Version des 5. Teils war und verkaufte das so als wäre es der nächste Schritt in der Entwicklung. Effektiv hat man aber einfach aus den von Kojima entwickelten Ressourcen frei bedient und dort mit minimalen Kostenaufwand noch mal Cashcrab betreiben wollen.

        P.T. oder viel mehr Silent Hills in der Vision von Kojima wäre für mich daher tatsächlich ein Spiel für die Wunschliste gewesen, aber irgendjemand bei Konami muss wohl völlig bescheuert gewesen sein oder einen persönlichen Rachefeldzug gegen Kojima geführt haben, um nicht zu erkennen, was für einen Hit man da quasi auf dem Teller präsentiert bekam. Stattdessen konzentrierte man sich lieber auf Spielautomaten, was mich einfach mal annehmen lässt, dass Konami wohl zu der Zeit nahezu bankrott war.

        Das man jetzt MGS und Silent Hill als Neuauflage wieder zurück bringt, mit aktueller Grafik etc. kann ein Indiz sein, dass man sich dort personell neu aufgestellt hat oder das wieder Geld für solche Entwicklungen da ist, aber man sollte damit wirklich vorsichtig sein.
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