Effektreiches Fantasy-Historien-Abenteuer irgendwo zwischen Black Death und Bram Stoker's Dracula
Fantasy-Actioner
Die Parallelen zum gerade erst 2010 in den Kinos gelaufenen Mystery-Historien-Abenteuer Black Death mit Sean Bean sind auffällig. Beide Filme fangen ähnlich an: Die Seuche wütet im mittelalterlichen Europa und die Kirche ist überzeugt, dass nur Hexerei als Grund für die Plage infrage kommt. Wo Black Death aber einen gewissen Minimalismus in der Inszenierung pflegt, protzt Der letzte Tempelritter gleich zu Beginn mit großen, per CGI kreierten Schlachtensequenzen von den Kreuzzügen. Im weiteren Verlauf liegt der Schwerpunkt des Films weiterhin auf dem Abenteuerelement und ist weniger Geschichtsstunde als Black Death. Wo Letzteres in ein nebulöses Mystery-Drama abgleitet, entpuppt sich der neue Film von Regisseur Dominic Sena (Nur noch 60 Sekunden, Passwort: Swordfish) zunehmend als Fantasy-Actioner à la Van Helsing, der weniger mit realistischer Atmosphäre denn mit Gruselmomenten seine Spannung zu erzeugen versucht. In Frankreich schaffte es der vor dem malerischen Hintergrund der Alpen gedrehte Der letzte Tempelritter immerhin auf Platz 1 der Kinocharts, in den USA hingegen blieb er hinter den Erwartungen zurück. Bei uns sollte die Kombination aus Nicolas Cage, Horror-Mystery und Kampfgetöse eigentlich ihr Publikum finden.
(Chris Knight)
PS:
Böse Zungen behaupten, Nic Cage würde immer gleich spielen. Wer seine Frühwerke kennt [siehe hierzu auch Special in WS 03/11], weiß, dass dies auch mal anders war. In seinen heutigen Action-Abenteuern hingegen ist es immer diese Mischung aus energischem Ernst und einem Hauch von gewollter Ironie, die typisch für seine Figuren ist. Ich muss gestehen, dass ich Cage daher auch nicht besonders schätze. Bei diesem Abenteuer, zugleich ein kleiner Selbstfindungstrip für seinen Charakter, macht er seine Sache aber recht ordentlich.
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