Sacred 2: Remaster im Test: Kämpfe, Multiplayer, Wertung und Fazit
Wie bewertet man ein schwer in die Jahre gekommenes Action-RPG in einer lieblosen Neuauflage? Nicht gut. Unser Fazit zu Sacred 2 Remaster.
Kämpfe, Skills und Beute: Damals klasse, heute nur okay
Auch sonst bleibt Sacred 2 unverändert: Die Jagd nach immer besserer Beute macht genretypisch Spaß und motiviert zum Weiterspielen. Wenn man ein legendäres Item oder einen mächtigen Set-Gegenstand abstaubt und damit seine Werte massiv in die Höhe schraubt, ist das immer noch ein Grund zur Freude. Da ist die Sacred-Reihe einfach unverwüstlich!
Auch das Skillsystem bleibt das Alte: Pro Klasse gibt es nur wenige aktive Fähigkeiten, aber dafür eine große Ladung an passiven Boni, mit denen ihr unterschiedliche Builds basteln könnt. Das ist grundsätzlich noch okay. Wer aber schon mal Grim Dawn, Path of Exile oder ein anderes Action-RPG im Diablo-Stil gespielt hat, die seither erschienen sind, wird hier mehr aktive Fähigkeiten, mächtige Upgrades und spannende Modifikatoren vermissen.
Gleichzeitig ist das Spiel geradezu vollgepackt mit Attributen und Werten, die kaum erklärt werden - übrigens ein grundsätzliches Problem in Sacred 2. Leider verpassen die Entwickler die Chance, an den richtigen Stellen auszumisten, überflüssige Werte einzudampfen oder zumindest ein paar Hilfestellungen einzubauen. Der Effekt: Auf hohen Levelstufen ist der Charakterbogen irgendwann dermaßen vollgepackt, dass er buchstäblich über den Bildschirmrand läuft. Alle Achtung.
Quelle: PC Games
Sacred 2 Remaster im Test: Und dafür wollen die wirklich nochmal Geld? (6)
Bleiben noch die Kämpfe, die mächtig in die Jahre gekommen sind: Egal ob Zauber, Nah- oder Fernkampf, den Hieben, Schlägen und Geschossen fehlt es an Wucht und Genauigkeit. Ob man da trifft oder meilenweit daneben schlägt, erkennt man in erster Linie am Lebensbalken, die Animationen helfen da kaum weiter.
Auch die Effekte der Spezialangriffe und die Spielphysik präsentieren sich heute so harmlos, dass andere Spiele dagegen wie Feuerwerke wirken. Und die Kamera tut sich besonders in Innenräumen und Dungeons mächtig schwer, einen passenden Winkel zu finden. Aber man darf bei aller Kritik nie vergessen, dass man hier letztendlich ein Remaster und kein Remake vor sich hat - eine zeitgemäße Präsentation darf man da einfach nicht erwarten.
In diesem Artikel
Mehrspielermodus auf Sparflamme
Vorsicht ist geboten, falls ihr es bei Sacred 2 auf den Multiplayer abgesehen habt. Auf dem PC ist eine Mehrspielerfunktion enthalten, die via Peer-to-Peer-Verbindung von Spielern gehostet wird und keine dedizierten Server nutzt. Dadurch könnt ihr das gesamte Abenteuer gemeinsam im Koop-Modus für bis zu fünf Spieler erleben. PvP oder andere Modi gibt es allerdings nicht mehr und auch das Balancing wird nicht an eure Gruppe angepasst. Wenn sich da ein Level-1-Held bei einem hochstufigen Spieler einloggt, wird der Neuling erbarmungslos von den Monstern plattgemacht.
Quelle: PC Games
Kooperativen Multiplayer gibt's nur am PC, Konsolenspieler gehen leer aus.
Und auch sonst präsentiert sich der Multiplayer bestenfalls rudimentär. Das Handelsmenü wurde zum Beispiel entfernt, wer Gegenstände tauschen will, muss sie sich gegenseitig auf den Boden werfen. Einen Chat oder Emotes gibt es nicht und eine Spielersuche hat man sich ebenfalls gespart. Ihr könnt über Steam lediglich ein paar Leute in eure Partie einladen - und das war's.
Das alles gibt's wohlgemerkt nur auf dem PC. Auf PS5 und Xbox wurde der Multiplayer dagegen komplett entfernt, es gibt also keinerlei Online-Funktionen und auch keinen Couch-Koop. Ironischerweise ist hier trotzdem noch ein passiver Skill enthalten, der euch einen Vorteil im PvP verschafft - der ist jetzt natürlich nutzlos und gehört deshalb eigentlich entfernt.
Fazit, Wertung und die Frage nach Sacred 1
Aber das ist nur einer von vielen, vielen Schnitzern, die beweisen, dass bei diesem Remaster vieles im Argen liegt. Wer Sacred 2 trotzdem unbedingt nachholen oder Ascarons Sargnagel zum allerersten Mal erleben will, bitte schön - das Remaster ist zum Preis von 20 Euro erhältlich. Aber ist es das wert? Leider nein.
Stattdessen hätten wir uns viel lieber ein Remaster von Sacred 1 gewünscht! Das hatte zwar auch jede Menge Ecken und Kanten, steht in der Gunst der Fans aber immer noch weit oben. Ein Remaster ist allerdings sehr unwahrscheinlich: Laut den Entwicklern sei es fast unmöglich, den alten Code auf moderne Plattformen zu portieren, davon lassen sie lieber die Finger. Und nachdem wir das Remaster von Teil 2 gespielt haben, ist das wahrscheinlich auch besser so.
Meinung
Hinweis: Weil Sacred 2 Remaster auf einem von drei PS5-Testgeräten unspielbar war, sehen wir noch von einer Wertung ab und warten auf den ersten Patch. Bis dahin gilt unsere Kaufwarnung vor der Konsolenfassung von Sacred 2 Remaster.
Sacred 2 Remaster ist ab dem 11. November 2025 für PC, Xbox Series S/X und PS5 erhältlich. Die Vertonung ist wie schon im Original komplett auf Deutsch. 20 Euro werden für das Remaster fällig, dafür bekommt ihr das komplette Spiele inklusive Add-on. Weitere Inhalte oder DLCs sind nicht geplant. Auf Steam hat das Spiel bislang überwiegend negative User-Wertungen erhalten. Transparenzhinweis: Für diesen Artikel stellte uns der Publisher THQ Nordic mehrere Testversionen zur Verfügung.

Ich fand Path of Exile vor allem deshalb langweilig, weil die Kämpfe jegliches Gefühl für die Wucht hinter Schlägen vermissen liesen. Auch waren die meisten Quests auch nicht besser.
Und genau das wird aber dann bei Sacred 2 im Test kritisiert. Ich habe damals Sacred 2 mehrmals durchgespielt mit verschidenen Klassen und sogar 1x wirklich 100% der Quests gemacht.
Bei Path of Exile hatte ich schon nach 10 h keine Lust mehr.
Und ich weiß nicht, wann du Path of Exile mal ausprobiert hast, aber es gab im Laufe der Zeit viele Updates und mittlerweile hat es deutlich besseres Trefferfeedback.
Was die Quests angeht: Bei Path of Exile ist jeder Questtext vertont (soweit ich weiß) und man wird nicht einfach mit hunderten MMO-Quests überhäuft - so ziemlich jede Quest ist entweder Teil der Story oder hat mit einem wichtigen Charakter zu tun.
Ich fand Path of Exile vor allem deshalb langweilig, weil die Kämpfe jegliches Gefühl für die Wucht hinter Schlägen vermissen liesen. Auch waren die meisten Quests auch nicht besser.
Und genau das wird aber dann bei Sacred 2 im Test kritisiert. Ich habe damals Sacred 2 mehrmals durchgespielt mit verschidenen Klassen und sogar 1x wirklich 100% der Quests gemacht.
Bei Path of Exile hatte ich schon nach 10 h keine Lust mehr.
PRtechnisch gesehen, wir lassen alles weitere vorne weg, ist das großartig.
Hier wurden sich offensichtlich keine Gedanken gemacht, sondern nur ein paar Tools drüber laufen lassen und rudimentär getestet, ob das Game läuft.
Hier wurden sich offensichtlich keine Gedanken gemacht, sondern nur ein paar Tools drüber laufen lassen und rudimentär getestet, ob das Game läuft.
Dass sowas nicht aus dem PSN fällt, wundet mich.