RoboCop: Rogue City im Test: Halb Mensch, halb Maschine, voll gut!
Im Sequel zu RoboCop 2 schlüpfen wir in die metallene Haut von Original-RoboCop Alex Murphy und säubern Detroit von kriminellem Gesindel.
In der nahen Zukunft befindet sich die Stadt Detroit beinahe komplett in der Hand des gigantischen Privatunternehmens Omni Consumer Products, kurz OCP. Die Firma, die große Teile des amerikanischen Militärs kontrolliert und auch die lokale Polizei finanziert, plant, bald das gesamte öffentliche Leben in der Stadt zu privatisieren. Der nächste Schritt der Mega-Corporation beinhaltet daher die Umsetzung eines großflächigen Gentrifizierungs-Projektes namens Delta City sowie die Aufrüstung der Polizei mit den Kampfrobotern ED-209, die reguläre Beamte ersetzen sollen. Die Produktion der mechanischen Gesetzeshüter ist aber durch technische Schwierigkeiten ins Stocken geraten, weshalb sich OCP nach Alternativen umsieht.
Als der Detroiter Cop Alex Murphy bei der Jagd nach dem gefürchteten Unterweltboss Clarence Boddicker von dessen Bande gestellt und auf grausame Weise hingerichtet wird, erhebt der aufstrebende OCP-Executive Bob Morton Anspruch auf dessen Körper. Von einem Team aus Wissenschaftlern lässt er einen Hybriden aus Mensch und Maschine kreieren, der an drei Vorgaben gebunden ist: Dem Gemeinwohl dienen, die Unschuldigen beschützen und das Gesetz aufrechterhalten. Trotz seiner Programmierung besitzt er den Scharfsinn und die Einfühlsamkeit Murphys und ist in der Lage, schwierige Entscheidungen zu treffen. Er ist nichts weniger als der ultimative Polizist: RoboCop.
Quelle: Teyon / Nacon
Auch wenn sich der Plot liest, als könne er auch aus einem vergessenswerten Direct-to-Video-B-Movie stammen, ist der Film von 1987 ein unbestreitbarer Klassiker. Geschrieben von Ed Neumeier und inszeniert vom berühmt-berüchtigten holländischen Regie-Exzentriker Paul Verhoeven verbindet RoboCop blutige Sci-Fi-Action mit bissiger Kapitalismus-Kritik und den für Verhoeven obligatorischen Seitenhieben gegen Faschismus, Militarismus und mediale Propaganda. Die Sequels von Irvin Kirschner (Das Imperium schlägt zurück) und Fred Dekker (Monster Squad) aus den Jahren 1990 und '93 konnten weder an den Box-Office-Erfolg, noch an die Qualität des Erstlings anknüpfen. Trotz eines Reboots 2014 denkt heutzutage wahrscheinlich jeder beim Namen RoboCop in erster Linie an Verhoevens Original.
Alles beim Alten
Entwicklerstudio Teyon, das sich bereits mit Adaptionen bekannter Filmreihen wie Terminator und Rambo einen Namen gemacht hat, versucht mit RoboCop: Rogue City (jetzt kaufen 26,90 € / 35,99 € ) nun endlich einen würdigen Nachfolger in Videospielform zu erschaffen. Dazu hat man sogar RoboCop-Schauspieler Peter Weller in die Tonkabine gebeten, um der Figur noch einmal seine Stimme zu leihen. Und ganz im Geiste Verhoevens kehrt auch die übertriebene Gewalt, ein Markenzeichen des Originals, in Rogue City zurück.
Die Handlung setzt nach den Ereignissen von RoboCop 2 ein und übernimmt einige Plot-Elemente aus dem Sequel. So versucht OCP immer noch, einen funktionierenden Nachfolger von RoboCop auf den Markt zu bringen und die Droge Nuke hat ganz Detroit fest im Würgegriff. Der große Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist jedoch die Ankunft eines neuen kriminellen Big Players: Der "New Guy in Town" hat diverse Gangs um sich geschart und schickt sich an, die Unterwelt und schließlich die gesamte Stadt in seine Gewalt zu bringen. Scheinbar hat der Neuankömmling mit RoboCop auch noch ein ganz persönliches Hühnchen zu rupfen.
Gleichzeitig steht die Wahl für das Bürgermeisteramt an, wo sich der aktuelle Amtsinhaber Marvin Kuzak gegen John Mills, einen Unterstützer von OCP, behaupten muss, der Delta City verwirklichen und Detroit in eine Korporatokratie verwandeln will.
Quelle: Nacon
RoboCop und seine Partnerin Anne Lewis werden zu Beginn des Spiels gleich zu einem Einsatz mit hohem medialen Interesse gerufen. Kriminelle haben bei laufender Kamera eine TV-Station in ihre Gewalt gebracht und Geiseln genommen. Wir gehen also durch die Vordertür in das Gebäude und schießen uns den Weg frei, bis wir den Geiselnehmern gegenüberstehen.
Blei in den Füßen, Blei in den Feinden
In typischer RoboCop-Manier bewegen wir uns dabei mit der Leichtfüßigkeit einer Planierraupe durch die Gänge. Wer Wert auf schnelles Movement und Agilität legt, ist hier an der falschen Adresse. Hinsichtlich der Geschwindigkeit ist RoboCop eher Panzer als Sportwagen, verfügt aber dementsprechend auch über Widerstands- und Feuerkraft.
Besonders in den ersten Spielabschnitten machen uns die Gegner dadurch so gut wie keine Probleme. Und selbst, wenn wir mal auf die Schnauze kriegen sollten, liegen genug Items zur Heilung bereit, um sämtliche Schäden schnell wieder ausbügeln zu können. Wie in einem Rail Shooter oder einer besonders blutrünstigen Partie Whack a Mole schreiten wir unbeirrt vorwärts und klicken zwischendurch kurz auf das, was sterben soll. Der leichte Spieleinstieg sorgt einerseits dafür, dass wir uns erst einmal unbedrängt in der Spielwelt umschauen und mit den verschiedenen Waffen vertraut machen können und vermittelt uns andererseits unmissverständlich, warum RoboCop eine so wertvolle Bereicherung für das Detroit Police Department darstellt.
Quelle: Nacon
Später verfügen unsere Widersacher dann über ein größeres und gefährlicheres Waffenarsenal und der Schwierigkeitsgrad zieht deutlich an. Dann müssen wir häufiger die Umgebung als Deckung nutzen und uns mit unterschiedlichen Waffen vertraut machen, um Gegner so schnell wie möglich auszuschalten. Vor allem Einheiten mit mächtigen Sniper-Gewehren und Raketenwerfern machen uns ordentlich Feuer unterm Hintern und führen nicht selten bei einem Treffer zum sofortigen Game Over. Im Gegenzug können wir besiegten Feinden zur Belohnung aber auch ihre Waffen abnehmen und in den Genuss kommen, mit gigantischen Maschinengewehren, Uzis, Scharfschützengewehren und Bazookas für Chaos zu sorgen. Am Anfang schneiden wir uns aber auch nur mit unserer Pistole durch die Gegnerhorden wie ein heißes Messer durch einen Block weiche Butter. Es hilft, dass sich unsere Feinde auch oft nicht viel intelligenter anstellen als das besagte Molkereiprodukt.
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Und mein Grundproblem mit Robocop, seit schon immer. Warum hat er einfach keinen Kinn Schutz :)
naja vlt mal im Sale, war nie der größte Robocop Fan...
naja vlt mal im Sale, war nie der größte Robocop Fan...