Risen 3 im Test: Meinung und Wertung
Die Rückkehr zu den Wurzeln soll Fans der Gothic-Spiele und des ersten Risen-Teils wieder an Bord holen. Mit mehr Magie und Mittelalter-Thematik, dafür weniger Piraten-Karibik. Nachdem wir Risen 3 komplett durchgespielt und alle drei Fraktionen intensiv ausprobiert haben, stellen wir fest, dass man die Rückbesinnung spürt und merkt. Jedoch nicht in letzter Konsequenz - das Piraten-Thema und einige Design-Altlasten sind noch vorhanden.
Viel zu tun: Nebenbeschäftigungen und Entdeckerdrang
In diesem Artikel
Zu einem waschechten Risen-Spiel gehören auch Nebenbeschäftigungen, die den Spieler bei Laune halten sollen. So gibt es auch diesmal sammelbare Sondergegenstände, die überall in der Welt verteilt sind. Hinweisbücher verraten euch etwas über den Verbleib eines solches Teils. Die insgesamt 30 verstecken Items steigern Talente permanent, sodass man stets motiviert ist, die Sammlung zu vervollständigen. Dagegen hatten wir mit den Minispielen Wettsaufen, Armdrücken und Messerwerfen nicht immer Freude.
Letzteres erfordert ein wenig Geschick und ist für kurze Zeit auch unterhaltsam. Doch das Trinkspiel nervt mit schwammiger Steuerung und das Armdrücken ist ein simples Quicktime-Event-Geklicke. Wer die zuvor genannte Sammlung legendärer Gegenstände vervollständigen will, kommt um die Minispiele leider nicht herum, ansonsten sind sie zum Glück nur optional.
Wie aus Risen 2 gewohnt, gibt es auch wieder versteckte Piratenschätze auszubuddeln, sobald man eine passende Schatzkarte besitzt oder Quest absolviert hat. Obendrein gibt es haufenweise Truhen, die sich 1:1 wie in Risen 2 per unzerstörbarem Dietrich und Schieberätsel knacken lassen. So verbringen wir viele Stunden mit Entdecken, Herumstöbern - in so gut wie jedem Winkel gibt's was zu entdecken. Das zeichnet Risen 3 aus und trägt in hohem Maße zum Spielspaß bei.
Beim Crafting spürt man kaum Veränderung zum Vorgänger - Rohstoffe wie Erz baut ihr mit einer Spitzhacke ab, erlegte Viecher liefern Fleisch und an jeder Ecke wartet ein Pflänzchen darauf, von uns gepflückt zu werden. An verschiedenen Handwerk-Stationen verarbeitet ihr die Rohstoffe per Menü simpel per Schieberegler weiter.
Beim Thema Heilung hält Piranha Bytes am fleißigen Alkoholkonsum fest, sprich, Heiltränke gibt es nicht, dafür kippt sich der Namenlose flaschenweise Rum, Grog, Fusel und andere Schnäpse flaschenweise hinter die digitale Binde.
Gut anzuhören: Die Vertonung
Risen 3: Am Dialogsystem hat sich nichts geändert.
In Sachen Dialoge glänzt Risen 3 in bewährter Piranha-Bytes-Tradition. Die aus der Reihe bekannten Sprecher leisten sehr gute Arbeit, Humor und Themen wie "Saufen", "Raus hier, sonst gibt's was auf die Fresse", der "Mambo-Wambo-Bambule"-Dialekt der Eingeborenen sowie das "Homi-Halpo-Gozzo"-Kauderwelsch der Gnome sind mit an Bord. In Summe kommen dabei über 21 Stunden Sprachausgabe zusammen. Doch in puncto Dialogführung und vor allem bei der cineastischen Präsentation verliert Risen 3 inzwischen einfach an Boden. Zu statisch ist die Kameraführung, die obendrein oft mit falscher Positionierung sowie Clipping-Bugs zu kämpfen hat. Auch die recht puppenhaften Animationen der Akteure sind einfach nicht mehr zeitgemäß.
Risen 3 im Test: Meinung und Fazit
Gute Ansätze: Fazit
Risen 3 zeigt sich durchdachter als sein Vorgänger und gewinnt durch die spürbare Rückbesinnung auf die klassische Reihe an Abwechlsung. Doch dämpfen Design-Altlasten bei Menüs und Steuerung sowie ein immer noch nicht ganz überzeugendes Kampfsystem etwas den Spielspaß. Auch die nicht mehr ganz zeitgemäße Präsentation in Sachen cineastisches Erlebnis und die trotz guter Vertonung eher oberflächlich wirkenden Charaktere kosten Punkte. Dennoch die Essener Entwickler sind ein kleines Team und liefern ein gewohnt unterhaltsames und ordentliches Rollenspiel ab, das eine schöne Brücke zur Traditionsreihe Gothic schlägt, aber noch nicht ganz wieder dort angekommen ist.

An sich würde ich gern in Sachen Magie die Kristallmagier/Wächter nehmen, aber die sind mir bisher extrem unsympathisch :D war aber auch erst ne halbe Stunde im Magierlager.
Ach ja: ich schiesse immer wieder per Taste E (Schnellschuss beim Nahkampf) statt auf einen Gegner auf einen Freund, also nicht auf meinen direkten Begleiter, aber wenn zB bei einem Kampf noch einer vom Lager dazukommt und mitmischt - ist das ein Bug, oder muss man da einfach nur besser zielen? Bei dem Fokus-Kamerarumschwenken ist das halt nicht grad leicht...
Aber es gab in Gothic 2 menschliche Gegner die noch schwerer waren wie gegen die Anführerin der Diebesgilde die mit einem Degen bewaffnet war zu kämpfen, natürlich nicht wenn man bereits hoch gelevelt war.
Und ich kann KI nicht leiden in denen über die Steuerung gecheatet wird und der Gegner eine Reaktionszeit von 1 Millisekunde besitzt, weil bereits die Bewegung über die Tastaturabfrage mitberechnet wird. Gut, bei einem Roboter als Gegner wäre es wiederum realistisch. :-D