Risen 2: Dark Waters im Retro-Check: Charmantes Piraten-Gothic für Hartgesottene
Teil 2 des inoffiziellen Gothic-Nachfolgers, Risen 2, ist ein trottelig-charmantes Piraten-RPG, das durch seine Ecken und Kanten auffällt. Und gefällt!
Hach, Piraten. In der Popkultur kennt man sie als schrullige, versoffene und alberne Figuren. Darüber hinaus sind Piraten aber auch verdammt heroische und mutige Verfechter der Freiheit! Piraten sind rau, sonderbar, voll von Fehlern und Macken. Und doch irgendwie charmant. In der Welt der Videospiele sind Seefahrerabenteuer trotz des großen Entdeckergeistes, der in ihnen schlummert, eigenartig selten. Abseits von Ubisofts Open-World-Hit Assassin's Creed IV: Black Flag, Monkey Island, Sid Meier's Pirates (die Open-World-Revolution im großen Special) oder dem kommenden Skull & Bones gibt es kaum große Spieleschätze zu heben.
Doch man sollte diese Rechnung nicht ohne das von Piranha Bytes entwickelte RPG Risen 2: Dark Waters (jetzt kaufen 10,90 € / 8,99 € ) machen, das auf den ersten Blick unscheinbar im Sand steckt. Ja, Risen 2 ist dreckig, unpoliert, zum Teil recht merkwürdig und selbst 2012, als der zweite Teil des inoffiziellen Gothic-Nachfolgers auf den Markt kam, technisch verstaubt und stark veraltet. Darüber hinaus ist das Action-RPG im Piratenkostüm bis in die Kapitänskajüte mit diversen Fehlern und unzähligen Macken beladen. Aber: Risen 2 ist auch irgendwie verdammt charmant.
Wir blicken im Retro-Check auf den unentdeckten Spieleschatz zurück und verraten, warum viele Probleme des Rollenspiels mit der Zeit immer tiefer im Meer versinken und warum Risen 2 eine gute Möglichkeit ist, sich die Zeit bis zum heiß ersehnten Gothic-Remake zu vertreiben.
In diesem Artikel
Grundschultheater trifft Klischee-Katalog
Wer schon einmal durch die virtuellen Gewässer von Piranha Bytes gereist ist, der weiß, wie anders sich die See im Vergleich zu ähnlich großen Konkurrenz-RPGs verhält. Ob Technik, Gameplay oder Story, in etlichen Bereichen hinkt das Essener Studio wie mit einem Holzbein der modernen Spielebranche hinterher.
Doch ebenso kann man sicher sein, dass neben Fehlern, speziellem Humor und Klischees Individualität, Atmosphäre und Charme nicht weit sind. Die 2009 nach Gothic ins Leben gerufene Spielemarke Risen setzt im Vergleich weniger auf Humor, ernst zu nehmend ist das Ganze aber dennoch nur selten.
Unser namenloser Held ist nach seinem Erfolg gegen Inquisitor Mendoza und einen Titanen dem Alkohol und der Antriebslosigkeit verfallen. Die Götter haben die Welt lange verlassen, Titanen sorgen für Angst und Schrecken. Und blöderweise auch für viel Zerstörung. Schiffe und Bevölkerung werden immer aggressiver von diversen Seeungeheuern - darunter ein gigantischer Kraken! - attackiert.
Quelle: PC Games
Vom Inquisitor zum Freibeuter: Durch zu viel Alkohol und einen geheimen Auftrag unseres Arbeitgebers verwandeln wir uns in Windeseile in einen waschechten Piraten. Wann wir wohl unser erstes eigenes Schiff bekommen ...?!
Um dem Ganzen mit voller Breitseite entgegenzutreten, braucht es eine magische Superwaffe, die angeblich unter den Piraten zu finden ist. Jap, vollkommen richtig, Piranha Bytes knapp 25-stündiger narrativer Faden führt, ähnlich wie bei einer klassischen Schatzsuche, zu einem unverzichtbaren und einzigartigen Fund - ein waschechtes und klassisches Piraten-Abenteuer eben.

1.) Gothic 2 (+AddOn)
2.) Gothic 3
3.) Risen 1
4.) Gothic 1
5.) Risen 3
6.) Risen 2
7.) Alle Elex-Teile
Liegt aber auch nur daran, dass ich mit dem ganzen Elex-Setting und diesen pseudo-modernen Elementen nicht viel anfangen konnte.
Risen 2 ist aber auf jeden Fall ein entspanntes "Wohlfühlspiel", auch wenn ich es etwas "konsoliger" fand als Teil 1. Also etwas leerer und unpräziser bei der Steuerung.
Zocke es aber auch heute noch hin und wieder zum Chillen zwischendurch.
PB-Games (naja, bis auf Elex) haben einen ganz besonderen, rauen Charme. Muss man mögen, ist aber genau mein Fall.
Insgeheim hoffe ich immer noch auf eine Rückkehr zu den Wurzeln von PB, also back to Gothic.
Womit ich nicht sagen möchte, dass die Innovationsnörgler nicht doch recht haben können. Das neue Siedler hat vieles anders gemacht und die Fans sowie die Presse haben das ganze so sehr geliebt, dass es sich jetzt wohl um ein knappes Jahr verschiebt.
Es allerdings ein PB Spiel, bei dem ich nicht mehr drüber hinwegsehen konnte: ELEX 2.
Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem man Dex bei Alphara abliefert, bis zur Öffnung des Haupttores, kann man sich fragen, wer so einen Müll verbrochen hat.
Damit hat PB die mit Abstand dümmste Geschichte abgeliefert, die ich jemals gesehen habe. Selbst der "Backsteinmond", der wohl erste moderne Weltraum Sciencefiction Roman, der vor gut 200 geschrieben wurde und in dem der Mond mit einem durch Schwungränder angetriebenem Haus, erreicht wird, ist aus heutiger Sicht deutlich plausibler und glaubwürdiger, als die Grütze, die PB da abgeliefert hat.
Ich hoffe sie greifen bei Elex 3 nicht wieder so tief ins Klo.