Risen 2 im Retro-Check: Piraten-Gothic für Hartgesottene

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Risen 2 im Retro-Check: Piraten-Gothic für Hartgesottene
Quelle: Piranha Bytes

Teil 2 des inoffiziellen Gothic-Nachfolgers, Risen 2, ist ein trottelig-charmantes Piraten-RPG, das durch seine Ecken und Kanten auffällt. Und gefällt!

So werden wir von der Inquisition zum Doppelspion erklärt, aus dem religiösen Militärverein rausgeschmissen und auf die Insel Takarigua verfrachtet. Mithilfe unserer Risen-1-Flamme und Partnerin Patty, der Tochter des berühmten Piratenschrecks Stahlbart, geht's auf in Richtung Piratenleben. Aber lasst euch gesagt sein: Dabei wartet nicht nur Patty mit mehr Klischees auf, als Sandkörner am Strand liegen. Einen tosenden Lobgesang auf die Geschichte von Risen 2 gab es vor zehn Jahren nicht, und wir möchten an dieser Stelle sicher nicht damit anfangen. Die Handlung ist aber auch so relevant wie Bergsteigerausrüstung auf hoher See. Man könnte sie als reine Notwendigkeit betrachten, die uns erlaubt, fantastische Orte zu sehen und magische Momente zu erleben.

Die kleinen Quest-Geschichten, Zwischensequenzen und Dialoge wirken wie aus einem Grundschultheaterstück zu Fluch der Karibik, das eher mit Spaß am Machen als mit Story- und Glaubwürdigkeitsanspruch performt wird. Zusätzlich plätschert das alles recht absehbar vor sich hin. Die Würze liegt im tropischen Fantasy-Paradies glücklicherweise woanders vergraben.

Wenn du einmal lossegelst, dann gibt's kein Zurück!

Der faszinierende Seefahrer-Trip gefällt dank der Liebe zum Detail. Ob es die vielen großartigen Umgebungen sind, die mit toll gestalteten Häusern und Vegetationen gefallen oder das spaßig verpackte Fortschrittsgefühl, Risen 2 macht nach kleinen Startschwierigkeiten ungemein viel Spaß! Selbst die x-te Wanderung durch den Dschungel sowie der x-te Botengang enthüllen interessante Orte, Geschichten und Personen. <strong>Etliche Klischees gibt's kostenlos dazu: </strong>Risen 2 macht keinen Hehl daraus, sich vollends den unterschiedlichsten Piraten-Klischees hinzugeben. Ob Augenklappen, jede Menge Rum, Krakenmonster oder schrullige Outfits ... Risen 2 ist vollgestopft damit. Aber ist das denn unbedingt schlecht? Quelle: PC Games Etliche Klischees gibt's kostenlos dazu: Risen 2 macht keinen Hehl daraus, sich vollends den unterschiedlichsten Piraten-Klischees hinzugeben. Ob Augenklappen, jede Menge Rum, Krakenmonster oder schrullige Outfits ... Risen 2 ist vollgestopft damit. Aber ist das denn unbedingt schlecht?

Nach knapp zehn Stunden ist es uns dann endlich möglich, mit eigenem Schiff durch die Welt zu reisen und die insgesamt sechs Inseln bis auf ihre letzten Geheimnisse zu erforschen. Ebenso haben wir etliche Freiheiten in Herangehensweise und Entwicklung. Typisch für ein RPG von Piranha Bytes gibt es drei Fraktionen, denen wir uns anschließen können. Dazu zählen die Inquisition, die Piraten und die unterdrückten Eingeborenen.

<i>Screenshot #1</i>Risen 2: Dark Waters im Retro-Check Quelle: Buffed Screenshot #1Risen 2: Dark Waters im Retro-Check Zwischen den Story- und Erkundungsphasen sorgen Bosskämpfe, die Jagd nach neuen Fertigkeiten und diverse Minispiele für Auflockerung. Bei den Minispielen dürfen wir uns beispielsweise mit unserer Trinkfestigkeit einen Namen machen. Dabei müssen wir nur unsere zittrige Hand beim Griff nach Schnapsflaschen kontrollieren.

Klingt unspektakulär, aber hey, für gute Stimmung sorgt das auf jeden Fall! Die bereits angedeutete Charakterentwicklung wurde ebenso motivierend verpackt. Durch das Töten von Feinden erhalten wir Ruhm, den können wir dann in neue Attributsstufen investieren, die unsere Fertigkeiten mit Klinge, Pistole oder Diebeskunst verbessern.

Die neu erreichten Stufen helfen auch beim Erlernen neuer Skills, wenn man denn zusätzlich über die genug Münzen verfügt. Man kann man beim knallharten Schmied im Piratennest die Robustheit in die Höhe treiben oder bei einem verzweifelten Gefangenen der Inquisition das Talent des Taschendiebstahls erlernen.

Das ist weit entfernt von komplexen Spielideen, sorgt aber im Verlauf des Abenteuers für Motivation. Dank der neu eingeführten Voodoo-Magie ist es uns sogar möglich, kleine Äffchen zu steuern oder Menschen zu unterjochen. Die Möglichkeiten innerhalb der Charakterentwicklung gefallen, die braucht es aber auch, um über das magere Kampfsystem und die raue Technik hinwegzukommen.

Steife Skelette in einer jahrhundertealten Welt

Wenn man sich heutzutage durch die Welt von Risen 2 bewegt, erwischt man sich mehrfach beim Gedanken "das alles könnte ernsthaft 20 statt 10 Jahre alt sein!" Dabei stößt am sauersten das Kampfsystem auf. Neben den irrsinnig steifen Animationen offenbart der zweite Teil der Risen-Trilogie starke Rückschritte. Ausweichen?

Gibt's nicht mehr. Stattdessen muss man eine gefühlte Ewigkeit mit Schlagen, Parieren und Springen zurechtkommen, was zu monotonen Prügeleien führt. Nach ein paar Spielstunden kommen die Pistole und der Fußtritt hinzu, der uns unter anderem beim Umdrehen von Riesenkrabben hilft. So richtig zündet das System nie, auch nicht nach zweistelliger Spielzeit.

<i>Screenshot #4 - </i>Risen 2: Dark Waters im Retro-Check Quelle: Piranha Bytes Screenshot #4 - Risen 2: Dark Waters im Retro-Check Bei den Gegnern macht das Fantasy-RPG eine weitaus bessere Figur, serviert aber selten mehr als Standardkost. Krallenäffchen, Raubkatzen, Piraten, Banditen, Riesenkrabben, Ertrunkene ... man trifft auch mal einzigartige Gegner wie Steinmonster, verfeindete Piraten oder die Meerestitanin Mara, aber groß der Rede wert ist das nicht.

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Cryptic-Ravage Mitglied
        Reihenfolge meiner persönlichen Favoriten von PB:

        1.) Gothic 2 (+AddOn)
        2.) Gothic 3
        3.) Risen 1
        4.) Gothic 1
        5.) Risen 3
        6.) Risen 2
        7.) Alle Elex-Teile

        Liegt aber auch nur daran, dass ich mit dem ganzen Elex-Setting und diesen pseudo-modernen Elementen nicht viel anfangen konnte.

        Risen 2 ist aber auf jeden Fall ein entspanntes "Wohlfühlspiel", auch wenn ich es etwas "konsoliger" fand als Teil 1. Also etwas leerer und unpräziser bei der Steuerung.
        Zocke es aber auch heute noch hin und wieder zum Chillen zwischendurch.
        PB-Games (naja, bis auf Elex) haben einen ganz besonderen, rauen Charme. Muss man mögen, ist aber genau mein Fall.

        Insgeheim hoffe ich immer noch auf eine Rückkehr zu den Wurzeln von PB, also back to Gothic.
      • Von Cryptic-Ravage Mitglied
        Reihenfolge meiner persönlichen Favoriten von PB:

        1.) Gothic 2 (+AddOn)
        2.) Gothic 3
        3.) Risen 1
        4.) Gothic 1
        5.) Risen 3
        6.) Risen 2
        7.) Alle Elex-Teile

        Liegt aber auch nur daran, dass ich mit dem ganzen Elex-Setting und diesen pseudo-modernen Elementen nicht viel anfangen konnte.

        Risen 2 ist aber auf jeden Fall ein entspanntes "Wohlfühlspiel", auch wenn ich es etwas "konsoliger" fand als Teil 1. Also etwas leerer und unpräziser bei der Steuerung.
        Zocke es aber auch heute noch hin und wieder zum Chillen zwischendurch.
        PB-Games (naja, bis auf Elex) haben einen ganz besonderen, rauen Charme. Muss man mögen, ist aber genau mein Fall.

        Insgeheim hoffe ich immer noch auf eine Rückkehr zu den Wurzeln von PB, also back to Gothic.
      • Von Pu244 Anfänger/in
        Risen 2 war schon ganz gut. Man muß PB Spielen generell sehr viel verzeihen und damit sind absolut alle Spiele gemeint, bekommt dafür aber auch die PB typische Atmosphäre. Die Geschichte strotzt nur so vor Fehlern und Ungereimtheiten, über die ich aber gerne hinwegsehe. Allgemein ist Risen 2 ein gutes Beispiel, was passiert, wenn ein Studio auf die ewigen "immer das gleiche, seid doch mal innovativ und macht etwas anderes" Nörgler hört. Risen 2 war schon anders und das Piratensetting hatte schon was, aber ich war froh, dass es mit Teil 3 wieder in die gewohnten Bahnen ging.

        Womit ich nicht sagen möchte, dass die Innovationsnörgler nicht doch recht haben können. Das neue Siedler hat vieles anders gemacht und die Fans sowie die Presse haben das ganze so sehr geliebt, dass es sich jetzt wohl um ein knappes Jahr verschiebt.

        Es allerdings ein PB Spiel, bei dem ich nicht mehr drüber hinwegsehen konnte: ELEX 2.


        Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem man Dex bei Alphara abliefert, bis zur Öffnung des Haupttores, kann man sich fragen, wer so einen Müll verbrochen hat.

        Damit hat PB die mit Abstand dümmste Geschichte abgeliefert, die ich jemals gesehen habe. Selbst der "Backsteinmond", der wohl erste moderne Weltraum Sciencefiction Roman, der vor gut 200 geschrieben wurde und in dem der Mond mit einem durch Schwungränder angetriebenem Haus, erreicht wird, ist aus heutiger Sicht deutlich plausibler und glaubwürdiger, als die Grütze, die PB da abgeliefert hat.

        Ich hoffe sie greifen bei Elex 3 nicht wieder so tief ins Klo.
      • Von KAEPS133 Mitglied
        Risen 2 war so das letzte Piranha Bytes Spiel das mir echt spaß gemacht hat und das ich auch immer wieder mal anwerfe. Bei Risen 3 ging es dann doch schon etwas bergab aber es war noch ganz gut. Elex 1 +2 sind leider nahezu unspielbar für mich.
      • Von HaraldFraenkel Autor
        Zehn Jahre = retro. Jetzt fühle ich mich irgendwie schon tot.
      • Von Felix Schuetz Redakteur
        Risen 1 ist auch mein Lieblingsteil der Reihe. Das fand ich, bis auf das letzte Kapitel, sehr rund und stimmungsvoll. Hatte für mich auch sehr viel Gothic-Feeling. Risen 2 fand ich in den ersten Stunden wirklich toll und motivierend, auch das Piratensetting hat mich nicht gestört. Später hat das aber doch spürbar nachgelassen. Bei Teil 3 musste ich mich dann schon ziemlich zwingen, es abzuschließen - obwohl es sicher auch seine Stärken hatte. Unterm Strich ist Teil 1 aber klar mein Favorit.
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