Resident Evil 4 Remake im Test: Schöner die Sägen nie klingen
Es gibt wenige Spiele, die so häufig neu veröffentlicht wurden, wie Resident Evil 4, und das nicht ohne Grund. Die Einflüsse von Capcoms wegweisendem Survival-Horror-Meisterwerk sind auch knapp 20 Jahre später noch spürbar. Nun hat Resi 4 endlich seine umfassende Remake-Behandlung erhalten. Wir klären im Test, was der Klassiker neben seiner aufgehübschten Fassade noch auf dem Kasten hat!
Kleiner Altlasten zum Trotz ist Resident Evil 4 auch in seiner aktuellen Version ein hervorragendes Actionspiel, das Präzision und taktisches Vorgehen gebührend belohnt und das in seiner etwa 15-stündigen Laufzeit nie langweilig wird. Es wirft euch ständig in scheinbar ausweglose Sitationen, die ihr nur heil übersteht, wenn ihr einen kühlen Kopf bewahrt und Risiken abwägt. Genau so muss Horror-Action aussehen! Wenn ihr mal keine Köpfe zerplatzen lasst, meistert ihr immer wieder nett designte, abwechslungsreiche Umgebungsrätsel oder schaltet Abkürzungen frei, die euch schnell in frühere Abschnitte zurückkehren und neue Schätze entdecken lassen. Das Invenar-Management hat Capcom bewusst auch im Remake behalten, ihr bekommt aber eine praktische Auto-Sortierfunktion spendiert, wodurch sich das Ganze deutlich weniger fummelig gestaltet.
Lesetipp: Resident Evil 4 oder Hogwarts Legacy "gratis" bei 3-für-2-Aktion (PS5, PC, Xbox) bei Media Markt
Cooler Amerikaner haut fiese Monster um ...
Während wir bei den meisten anderen Spielen langsam auch mal über die Story reden müssten, ist die platte Geschichte in Resi 4 damals wie heute eher Mittel zum Zweck. Die Bösewichter sind Schnauzbart-Zwirbler, die Heldengruppe größtenteils eindimensional und manche Szenen sind Actionfilm-Käse, den man weder ernst nehmen kann noch soll.
Quelle: Capcom
Was aber nicht heißt, dass die B-Movie-Geschichte mit ihrem flotten Pacing nicht unterhaltsam wäre, zudem drängt sie sich weniger in den Vordergrund, als früher, weil etwa die Funkgespräche das Gameplay nicht mehr so drastisch unterbrechen. Außerdem hat Capcom manche Story-Szenen ein wenig umgeschrieben, was fürs Gesamterlebnis aber keinen großen Unterscheid macht. Die berühmt-berüchtigten Quick-Time-Events sind auch passé, stattdessen wurden sie ins Gameplay eingebettet oder durch kontextsensitive Ausweichmanöver ersetzt.
... und rettet das Mädchen
Das umstrittenste Element des Originals ist aber natürlich die gute Ashley, wegen der sich Leon den Horrortrip überhaupt erst antut. In den paar Abschnitten, die ihr im Team bestreiten müsst, gilt es weiterhin, auf die Präsidententochter aufzupassen, damit sie nicht im Kreuzfeuer draufgeht oder von Feinden in irgendeinen dunklen Keller getragen wird.
Quelle: Capcom
Im Remake wurden nicht nur viele Versteckmöglichkeiten für Ashley entfernt, ihr habt auch keine Möglichkeit, sie am Anfang eines Abschnitts zu parken. Stattdessen könnt ihr nur den Befehl geben, in welchem Abstand sie euch hinterherlaufen soll. Wird sie dabei niedergeschlagen, müsst ihr Ashley wieder hochhelfen, da der nächste Treffer das Game Over bedeutet. Das klingt erstmal nervig, wirklich gestört hat uns die Begleiterin aber nur im Abschnitt mit den Katapulten, in dem sie gerne mal sehenden Auges in den Feuertod läuft. Die Abschnitte sind insgesamt selten genug, um euch nicht allzu sehr zur Last zu fallen.
Der Dealer von der Schießbude
Deutlich häufiger werdet ihr im Remake dafür mit dem Händler interagieren, der um einige nette Funktionen erweitert wurde. Neben neuen Knarren und Upgrades hat Mr. What're ya buyin' diesmal Nebenaufträge in petto, mit denen ihr euch eine neue Währung verdient. Sonderlich kreativ sind die Quests nicht gestaltet, meist sollt ihr blaue Embleme zerstören oder ein paar Tiere oder Gegner töten, die Währung lässt sich aber lukrativ in wertvolle Upgrades und Spielhilfen investieren.
In jeder großen Zone gibt's außerdem ein Minispiel, wo ihr knifflige Herauforderungen absolviert, um Chips für einen Figurenautomaten zu verdienen. Die Figuren gewähren dann kleine Boni, wenn ihr sie an einen neuen Slot am Aktenkoffer hängt. Leider ist der Automat mit vielen Schrott-Figuren gefüllt, sodass ihr möglicherweise lange spielen müsst, um mal etwas ordentliches für eure Mühen zu bekommen.
Quelle: Capcom
Habt ihr Resident Evil 4 zum ersten Mal beendet, dürft ihr euch ins New Game Plus wagen und versuchen, einen höheren Rang zu erhalten, was euch neue Kostüme und spezielle Bonus-Ausrüstung gewährt. Weil ihr im New Game Plus auch einen höheren Schwierigkeitsgrad wählen dürft und es allgemein sehr viel freizuschalten gibt, ist der Wiederspielwert hoch. Unterstützend kommen dabei knapp 200 Bonusherausforderungen hinzu, für die ihr Punkte bekommt, die ihr gegen 3D-Modelle, Concept Art und neue Kostümteile eintauscht.
Für ihr Geld bekommen Fans und Neueinsteiger also viel Spiel und viel Qualität geboten. Capcom hat aber (noch) nicht alles aus dem Original ins Remake übernommen: Während der beliebte Söldner-Modus irgendwann als kostenloser DLC nachgereicht werden soll, fehlt von den beiden Bonus-Modi Separate Ways und Assignment Ada jede Spur.
Resident Evil 4 Remake online kaufen
- Resident Evil 4 Remake bei Amazon
- Resident Evil 4 Remake bei Media Markt
- Resident Evil 4 Remake bei Saturn
- Resident Evil 4 Remake (PC-Download) bei Gamesplanet
Lesetipp: Resident Evil 4 oder Hogwarts Legacy "gratis" bei 3-für-2-Aktion (PS5, PC, Xbox) bei Media Markt
Zwischenzeitlich hat Capcom aber schon angekündigt, an einem kostenlosen VR-Modus von Resident Evil 4 Remake für PSVR2 zu arbeiten. Ob der das ganze Spiel enthält, ist allerdings noch nicht bekannt. Die kürzlich für PSVR2 veröffentlichte Umsetzung von Resident Evil: Village beinhaltet das komplette Spiel. Wollt ihr vor dem Release selbst in Resident Evil 4 Remake reinschnuppern, könnt ihr auf PS4 und PS5 eine kostenlose Demo laden, die den Beginn des Spiels enthält.

So schön man es grafisch aufbereitet hat, ist es aufgewärmte Kost, die einfach nur altbacken ist.
Es mag für so manche Gamer sicher seine Berechtigung haben; Liebhaber finden sich in jeder Ecke.
Es hat einfach nichts mehr mit dem Resident Evil zu tun, nichts mehr mit der alten Geschichte. Auch wenn Umbrella im Spiel erwähnt wird, geht es hauptsächlich um Kultisten. Es ist und bleibt altbacken und ist so, ziemlich stumpfsinnig. Es liegt zu viel Zeit zwischen dem ersten Release und dem Remake, außerdem hat es nichts mit der ursprünglichen Geschichte gemein.
Die Spannung ist weg und spielt sich total stumpfsinnig: Alleine schon der Händler, den es bei den ersten 3 Teilen nicht gab, ist ein Feature, mit dem man das Game aufpeppen wollte, was es aber nicht brauchte. Man fand einfach Waffen und Teile zum verbessern,
Das Abschießen von Kampfmedaillen und all das Beschäftigungszeug finde ich als den absoluten Demotivierer.
Das hatte ich damals nach dem ersten Release v. Resi 4 schon so empfunden; hatte absolut nichts mehr von dem, was die ersten 3 Teile ablieferten.
Wem es gefällt, OK, aber für mich, der die ersten 3 Teile damals gespielt hat, war und ist das ein totaler Bruch zu dem Konzept u. d. Geschichte, die Resi zu erzählen hat. Alles, was nach Resi 3 kam, war Müll.
Resident Evil 7: Biohazard war da die Ausnahme. Einmal, weil es in Ego-Perspektive spielte, was ich überhaupt nicht mag, aber aus dieser Sicht sehr gut gearbeitet war, dass ich es gutheißen konnte. Was mir allerdings auch hier nicht gefallen hat, war dasselbe Problem: dass man von der ursprünglichen Geschichte nichts mehr zu tun hatte und dadurch die Atmosphäre verloren hatte.
Resident Evil 7: Biohazard wäre unter anderem Titel bei mir besser angekommen.
Ich empfinde es so, dass man nach Teil 3 Resi zerstört hat. Der große Fehler dabei ist, man hat ein gutes Game mit entsprechend guter Geschichte wieder mal versucht auszupressen, bis der Saft raus ist – eine sehr einfältige, engstirnige Strategie.