Resident Evil 4 Remake im Test: Schöner die Sägen nie klingen - Ein zeitloses Action-Fest
Es gibt wenige Spiele, die so häufig neu veröffentlicht wurden, wie Resident Evil 4, und das nicht ohne Grund. Die Einflüsse von Capcoms wegweisendem Survival-Horror-Meisterwerk sind auch knapp 20 Jahre später noch spürbar. Nun hat Resi 4 endlich seine umfassende Remake-Behandlung erhalten. Wir klären im Test, was der Klassiker neben seiner aufgehübschten Fassade noch auf dem Kasten hat!
Als die größte und einflussreichste Reihe seines Genres gibt Resident Evil seit jeher den Ton an, wie moderne Survival-Horror-Spiele auszusehen haben. Das gilt für seine ersten drei Teile, die mit ihrem Horror-Fokus unzählige PS1-Spieler um den Schlaf brachten und so manchen Nachahmer inspirierten. Das gilt für seinen siebten Teil, mit dieses Prinzip im Mainstream wieder salonfähig gemacht wurde. Und zum Leidwesen vieler früher Fans gilt das auch für den vierten Teil, eines der wichtigsten Spiele der PS2-Generation, das den Kurs von Resident Evil und den des gesamten Survival-Horror-Genres für viele Jahre deutlich Richtung Action lenkte.
Nachdem sogar die Remakes von Resi 2 und 3 deutlich von Teil 4 inspiriert waren, ist der logische nächste Schritt natürlich ein umfassendes Update des Spiels, das vor 18 Jahren alles verändert hat. Um eines schonmal vorwegzunehmen: Mit bedächtigem Horror hat das Resident Evil 4 Remake (jetzt kaufen 30,59 € / 9,24 € ) noch weniger zu tun, als das Original. Spielerisch hat sich Capcom vor allem darauf konzentriert, ein noch besseres Actionspiel aus Resi 4 zu machen. Und auch das können wir schonmal verraten: Das Vorhaben ist gelungen!
Lesetipp: Resident Evil 4 Remake Komplettlösung mit Tipps
Neuer Glanz
Leon Kennedys Ausflug ins spanische Hinterland beginnt im Remake dabei erstmal deutlich düsterer, als in der Vorlage. Die ersten paar Meter in Richtung des Dorfes, in dem die Präsidententochter Ashley Graham von der Los-Illuminados-Sekte gefangen gehalten wird, legt ihr noch bei Nacht zurück. Dabei fällt direkt auf, wie viel atmosphärischer das Spiel nun aussieht. Die RE-Engine zaubert tolle Beleuchtung, detailreiche Umgebungen und lebendige Charaktermodelle auf den Bildschirm. Obwohl das Anfangsdorf, das Schloss und spätere Szenen wie Forschungslabore und Industrieanlagen optisch (und oft auch inhaltlich) anders daherkommen, haben die Szenen nichts von ihrem Wiedererkennungswert eingebüßt. Genauso wenig wie die finsteren Gestalten, die sie bevölkern.
Quelle: Capcom
Im Vergleich zu den beiden Remake-Vorgängern darf die Engine in Teil 4 deutlich abwechslungsreichere Umgebungen und mehr Actionszenen darstellen, außerdem freuen sich Besitzer von Current-Gen-Systemen über dezente Raytracing-Reflexionen, die auch im Performance-Modus bei angepeilten 60 Bildern pro Sekunde aktiviert werden dürfen. Gezickt hat die von uns getestete PS5-Version dabei nie, nur die filigranen Haarsträhnen der Figuren sehen teils etwas krümelig aus. Ein riesiger Sprung nach vorne ist Resident Evil 4 für die Reihe damit zwar nicht, aber da liegt die Messlatte natürlich ohnehin schon recht weit oben.
Lob verdient darüber hinaus die tolle Dualsense-Unterstützung, die nicht nur knackige Trigger-Effekte, sondern auch präzises haptisches Feedback liefert. Lauft ihr etwa durch überflutete Gebiete, spürt ihr das verwirbelte Wasser unter Leons Füßen (sozusagen) in euren Händen. Zieht ihr eine Waffe, wird der Holster-Soundeffekt aus dem Controller abgespielt, was immersive, räumliche Erlebnis nochmal verstärkt.
Neue Tools
Mit der neuen Grafikqualität im Remake gehen natürlich auch dramatisch verbesserte Splatter-Effekte und Verwandlungsanimationen für die Feinde einher, und es dauert nicht allzu lange, bis ihr ihre "inneren Werte" kennenlernen dürft. Die Plagas-Parasiten, mit denen die Dorfbewohner kontrolliert werden, neigen dazu, aus bewaffneten Bauern nach deren Ableben noch sehr viel gefährlichere Dinge zu machen. Das Remake gibt euch aber ein paar neue Tools an die Hand, um damit effektiver fertig zu werden.
Quelle: Capcom
Zum einen steuert sich der neue Leon deutlich weniger wie ein Panzer auf zwei Beinen. Statt mit gezogener Waffe wie festgewurzelt in der Gegend herumzustehen, dürft euch beim Zielen und Schießen bewegen und jederzeit in die Hocke gehen. Letzteres könnt ihr außerdem nutzen, um gelegentlich mal einen Gegner von hinten mit dem Messer auszuschalten. Ein verkapptes Stealth-Game Marke The Evil Within ist das Remake damit aber lange nicht geworden. Die Situationen, in denen sich leises Vorgehen lohnt, lassen sich an zwei Händen abzählen, und sobald ihr entdeckt werdet, rückt euch ohnehin sofort jeder Gegner in der näheren Umgebung auf die Pelle.

So schön man es grafisch aufbereitet hat, ist es aufgewärmte Kost, die einfach nur altbacken ist.
Es mag für so manche Gamer sicher seine Berechtigung haben; Liebhaber finden sich in jeder Ecke.
Es hat einfach nichts mehr mit dem Resident Evil zu tun, nichts mehr mit der alten Geschichte. Auch wenn Umbrella im Spiel erwähnt wird, geht es hauptsächlich um Kultisten. Es ist und bleibt altbacken und ist so, ziemlich stumpfsinnig. Es liegt zu viel Zeit zwischen dem ersten Release und dem Remake, außerdem hat es nichts mit der ursprünglichen Geschichte gemein.
Die Spannung ist weg und spielt sich total stumpfsinnig: Alleine schon der Händler, den es bei den ersten 3 Teilen nicht gab, ist ein Feature, mit dem man das Game aufpeppen wollte, was es aber nicht brauchte. Man fand einfach Waffen und Teile zum verbessern,
Das Abschießen von Kampfmedaillen und all das Beschäftigungszeug finde ich als den absoluten Demotivierer.
Das hatte ich damals nach dem ersten Release v. Resi 4 schon so empfunden; hatte absolut nichts mehr von dem, was die ersten 3 Teile ablieferten.
Wem es gefällt, OK, aber für mich, der die ersten 3 Teile damals gespielt hat, war und ist das ein totaler Bruch zu dem Konzept u. d. Geschichte, die Resi zu erzählen hat. Alles, was nach Resi 3 kam, war Müll.
Resident Evil 7: Biohazard war da die Ausnahme. Einmal, weil es in Ego-Perspektive spielte, was ich überhaupt nicht mag, aber aus dieser Sicht sehr gut gearbeitet war, dass ich es gutheißen konnte. Was mir allerdings auch hier nicht gefallen hat, war dasselbe Problem: dass man von der ursprünglichen Geschichte nichts mehr zu tun hatte und dadurch die Atmosphäre verloren hatte.
Resident Evil 7: Biohazard wäre unter anderem Titel bei mir besser angekommen.
Ich empfinde es so, dass man nach Teil 3 Resi zerstört hat. Der große Fehler dabei ist, man hat ein gutes Game mit entsprechend guter Geschichte wieder mal versucht auszupressen, bis der Saft raus ist – eine sehr einfältige, engstirnige Strategie.