20 Jahre Prince of Persia: The Sands Of Time - Das Making-of des Action-Klassikers

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20 Jahre Prince of Persia: The Sands Of Time - Das Making-of des Action-Klassikers
Quelle: Ubisoft

Ein kreativer Neustart für das Plattformer-Wunder Prince of Persia: Das 2003 veröffentlichte The Sands of Time hauchte der Marke neues Leben ein und wahrte dennoch das Erbe der Vorlage. Wir erzählen die turbulente Entwicklungsgeschichte von Prince of Persia: The Sands of Time!

Im März 2002 war der ersten PlayStation-2-Prototyp von Prince of Persia: The Sands of Time fertig. Die Grafik war hier noch rudimentär, aber die Version zeigte bereits einige der Bewegungen des Prinzen und hatte sogar die Rückspulfunktion mit an Bord. Vor allem die durch Sportspiele inspirierte, sehr direkte Steuerung und die Animationen überzeugten die Verantwortlichen. Sie drängten daher auf eine baldige Fertigstellung des Projekts und auf eine Aufstockung des Teams. Doch Mallat bestand darauf, noch weitere Monate in der Pre-Production mit einem kleinen Team zu verbleiben, ehe man in die Vollen ging.

Verschlossene Tür in Prince of Persia Quelle: Ubisoft / Gamespress.com Eine Baustelle war unter anderem noch die Präsentation. Dem Projekt fehlte es bislang an einem Art Director, der das Spiel auch optisch auf Kurs brachte: "Während das Projekt praktisch im Juni 2001 mit einer beschleunigten Konzeptphase begann, trat der Art Director Raphael Lacoste dem Projekt erst Ende April 2002 bei. Obwohl die finale künstlerische Richtung dadurch nicht beeinträchtigt wurde, stellte das späte Einbinden eines Art Directors für das Grafikteam eine große Herausforderung im Zeitmanagement dar", so Mallat.

In den darauffolgenden Monaten veränderten sich Charaktere und Spielwelt stark. Der Prinz selbst erwuchs vom jungen Spitzbuben zum kampferprobten Helden, und auch die Umgebung wurde dunkler und ernster. Lacoste betonte gegenüber Gamespot: "Wir wollten nicht, dass das Spiel wie ein starres Polygonspiel aussieht, sondern dass es sich wie ein Gemälde anfühlt, das man spielen kann." Er war es auch, der Effekte wie Nebel, wehende Stoffe oder auch Lichtstrahlen in die Spielwelt hineinbrachte.

Eine neue Zeitrechnung

Im Juli 2002 verließ Prince of Persia: The Sands of Time schließlich nach beinahe 14 Monaten die Pre-Production-Phase; geplant waren zunächst nur zehn Monate. In der Folge wuchs das Team auf weiter über 50 Mitarbeitende an, die das Projekt gemäß den Vorgaben des Kernteams fertigstellen sollten. Die PoP-Entwickler standen während der gesamten Entwicklung in Kontakt mit Jordan Mechner. Im Winter 2002, mitten in der Entwicklung für eine spielbare Demo-Version für die bevorstehende E3, besuchte dieser das Studio in Montreal und bliebt für eine ganze Woche. Man zeigte ihm die aktuellen Prototypen - und Mechner war erneut begeistert. So begeistert, dass er noch stärker in die kreativen Prozesse eingebunden werden wollte und kurzerhand in Zusammenarbeit mit Yannis Mallat und Patrice Désilets die Hintergrundgeschichte zum neuen Prince of Persia schrieb.

Bogenschießen in Prince of Persia Quelle: Ubisoft / Gamespress.com The Sands of Time fungierte als Prequel zu den ursprünglichen Teilen und rückt die Kräfte des Sands der Zeit und damit der Rückspulfunktion in den Mittelpunkt. Der Prinz entfesselt nämlich dessen mysteriösen Kräfte und zerstört damit beinahe sein eigenes Königreich. Während der Sand ihm die Fähigkeiten zum Manipulieren der Zeit schenkte, verwandelte er die Bewohner des Reichs in blutrünstige Monster.

Als Inspiration diente Mechner hierfür übrigens das persische Schāhnāme - auf Deutsch auch bekannt als das Königsbuch oder das Buch der Könige. Der Prince-of-Persia-Erfinder hielt die Geschichte und die Personenkonstellation bewusst simpel: Als Gegenspieler des Prinzen diente der verräterische Großwesir, wohingegen Prinzessin Farah sowohl als Romanze als auch als unterstützender Nebencharakter diente. Dazu gesellten sich der Shahraman - der durch den Sand der Zeit verwandelte Vater des Prinzen - sowie der Sultan von Azad, ein Verbündeter der Familie.

Änderungen in letzter Minute

So harmonisch und geradezu problemfrei die Entwicklung bis zu diesem Zeitpunkt verlief, so turbulent sollten die finalen Monate bis zur Fertigstellung verlaufen. Ubisoft kündigte Prince of Persia: The Sands of Time offiziell im März 2003 an. Das immense Wachstum des Spiels jedoch brachte die JADE-Technologie an ihre Grenzen. Die Weiten der Levels, die dynamische Kameraperspektive und auch die vielfältigen Animationen und Effekte waren zu viel für die Rendering-Engine und sorgten für immer mehr Schwierigkeiten. Die Lösung war ein später Wechsel der Render-Technologie zu einem 3D-Renderer, der von Ubisoft Shanghai entwickelt wurde. Diese Veränderung bracht sofort bessere Resultate: Das Spiel lief flüssiger und sah auch noch besser aus. Allerdings stand zu dieser Zeit auch die E3-Messe vor der Tür und die dafür bereits in Planung befindliche Demo musste in Windeseile ebenfalls an die neue Technik angepasst werden.

Doch die Entwickler schafften es, die Demo wenige Wochen vor der Messe fertigzustellen. Die E3 selbst geriet für das PoP-Team zum einem riesigen Erfolg. Das Spiel war einer der Hits der Veranstaltung und in aller Munde. Es wurde sogar mit dem begehrten Award für das beste Action-/Adventure-Spiel der Electronic Entertainment Expo 2003 ausgezeichnet.

Doch mit der finalen Entwicklungsphase standen für das PoP-Team weitere Entscheidungen bevor. Die Ubisoft-Verantwortlichen drängten auf ein Erscheinen des Spiels im Jahr 2003. Die PoP-Crew war damit nicht einverstanden, und auch Jordan Mechner hatte mit einer Veröffentlichung im Jahr 2004 gerechnet. Schlussendlich musste sich das Team allerdings fügen, das Spiel für einen schnellen Release anpassen und um etwa 15 Prozent kürzen.

Koop Kampf in Prince of Persia Quelle: Ubisoft / Gamespress.com "Jeden Morgen kamen wir ins Büro und mussten uns sagen: Okay, die Zeit des Träumens ist vorbei. Die Zeit, im Glanz der E3-Reaktionen zu schwelgen, ist vorbei (...) Mir war immer klar, dass das Spiel irgendwann gekürzt werden muss. Es war definitiv zu groß. Aber natürlich ist es nie einfach herauszufinden, was weggelassen wird", erklärte Mechner erklärte diesen Prozess gegenüber Gamespot.

Er schlug sogar vor, das Spiel in zwei Teilen zu veröffentlichen. Dieser Gedanke wurde aber verworfen, stattdessen musste die Schere angesetzt werden. Die Entwickler gingen also das gesamte Spiel noch einmal durch und strichen Sequenzen, die noch unfertig oder nicht entscheidend waren, heraus. Darunter befanden sich gleich drei Bosskämpfe - einer davon gegen einen riesigen Sand-Greifen. Mechner bezeichnet die Zeit zwischen Sommer 2003 und dem Release im November 2003 sogar als "Todesmarsch", weil man sich von so vielen Ideen verabschieden musste.

Letzten Endes blickte das PoP-Team aber zufrieden auf die Entwicklung zurück und beseitigte in den letzten Wochen noch eine Reihe von teils kritischen Fehlern. Am 15. Oktober 2003 kam dann die erlösende Nachricht: Sony segnete das Spiel endgültig ab. Am 10. November 2023 kam Prince of Persia: The Sands of Time für die PlayStation 2 in Nordamerika auf den Markt, die Versionen für den Nintendo Gamecube und Microsoft Xbox folgten am 18. November. In Europa erschien die PS2-Version am 21. November 2003, während die Fassungen für die übrigen Konsolen noch bis zum 20. Februar 2004 auf sich warten ließen. Die PC-Version erschien Anfang Dezember 2003.

Das Spiel wurde ein Riesenerfolg und heimste vielerorts Wertungen jenseits der 90 Prozentpunkte ein. Mit über zwei Millionen verkauften Exemplaren war Prince of Persia: The Sands of Time einer der Hits des Wintergeschäfts 2003. Bis 2014 wurde das Spiel über alle Plattformen weit über 14 Millionen Mal verkauft. Das PoP-Team hatte die Marke gekonnt wiederbelebt und mit seiner innovativen Gameplay-Formel revolutioniert.

In den Folgejahren sollten mit Prince of Persia: Warrior Within (2004) und Prince of Persia: The Two Thrones (2005) gleich zwei Nachfolger erscheinen, die die Trilogie komplettierten.

Die Zukunft von Prince of Persia

20 Jahre nach The Sands of Time steckt Ubisoft in einer handfesten Krise und besinnt sich daher stärker denn je auf bekannte Lizenzen wie eben Prince of Persia. Im Januar 2024 erscheint daher das 2D-Metroidvania Prince of Persia: The Lost Crown, das von Ubisoft Montpellier entwickelt Bosskampf Prince of Persia Quelle: Ubisoft / Gamespress.com wird. Auch wenn das Spiel kurz nach der Ankündigung eine Welle der Kritik für das eigenwillige Aussehen seines Hauptcharakters Sargon kassierte, so präsentierte sich der Plattformer zuletzt in einem sehr guten Zustand. In frühen Anspielrunden lobte die Fachpresse unter anderem die direkte Steuerung, vor allem aber das fordernde und gut umgesetzte Gameplay. Hier scheint Ubisoft also auf dem richtigen Weg zu sein.

Ganz anders sieht es indes bei dem bereits 2020 angekündigten Remake von Prince of Persia: The Sands of Time aus. Das Spiel hätte eigentlich 2021 auf den Markt bringen sollen, wurde jedoch gleich mehrfach verschoben. Waren zu Beginn noch Ubisofts Studios im indischen Pune und Mumbai für das Spiel verantwortlich, übernahm im Sommer 2023 Ubisoft Montreal. Doch mit diesem Wechsel ging auch der Neustart der Entwicklung einher, begonnen bei der Konzeptphase auf Basis des Feedbacks der Community. So mag zwar Prince of Persia: The Sands of Time Remake nicht eingestellt worden sein, ein Release des Spiels dürfte aber ebenfalls noch in weiter Ferne liegen. Man darf also gespannt sein, in welche Richtung sich dieses Vorhaben entwickelt und ob es Ubisoft Montreal gelingt, das ambitionierte Projekt in die rechte Spur zu bringen.

Der Erfolg der Neuausrichtung dürfte auch für die Marke Prince of Persia von entscheidender Wichtigkeit sein. Denn auch wenn die Franchise aktuell wieder stärker bei Ubisoft im Fokus steht, so könnte ein Scheitern der kommenden Ableger auch dafür sorgen, dass Prince of Persia wieder für längere Zeit von der Bildfläche verschwindet.

Aber bis das so weit sein könnte, wird noch einiges an Zeit vergehen. Zurück- oder vorspulen lässt sich diese ja in der Realität nicht. Wer dennoch ein wenig an der Zeit herumspielen möchte, dem empfehlen wir weiterhin eine Prince of Persia: The Sands of Time. Den Klassiker gibt es heutzutage zum Sparpreis und er ist gerade auf dem PC - zum Beispiel via Steam - weiterhin mehr als spielenswert.

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1730761802 Mitglied
        Ich hab es damals geliebt. :) Die beiden Nachfolger waren ebenfalls richtig gut.
      • Von Gast1730761802 Mitglied
        Ich hab es damals geliebt. :) Die beiden Nachfolger waren ebenfalls richtig gut.
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Zitat von Haehnchen81
        Ich habs nicht verstanden warum das ganze in 3D sein musste. Was ist falsch an guter 2D? Man kann ja auch eine Seitenansicht mit guten 3D modellen machen
        Naja, gab es ja auch. Prince of Persia Classic war ein Remake des klassischen PoP aber in Seitenansicht mit der Optik von Sands of Time. Kam leider nur nie auf PC heraus.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Haehnchen81 Hobby-Spieler/in
        Ich habs gehasst.

        Auf dem Super Nintendo habe ich damals zum ersten mal Prince of Persia gespielt. Sowas hab ich noch nicht erlebt, grandios. Schwer aber fair, und obwohl man das Spiel in 2 Stunden durchspielen musste, hat man da zig Stunden drin verbracht. Weil man immer erst jeden Abschnitt gut kennenlernen und meistern musste um Ihn in der notwendigen Zeit zu schaffen.

        Irgendwann hab ich dann mal Sand of Time auf dem PC gezockt, und es war furchtbar, und das hatte einen einzigen Grund. Die Kamera und damit verbundene Steuerung. Die Kameraperspektive war quasi "zufällig" und immer mal wieder so das man nicht sehen konnte wohin man springen musste oder dergleichen. Machte das ganze zum Lotteriespiel. Was bei einem Spiel das keine Fehler verzeiht einfach ein nogo ist. Dazu die Steuerung die einfach nicht so präzise war wie nötig.

        Ich habs nicht verstanden warum das ganze in 3D sein musste. Was ist falsch an guter 2D? Man kann ja auch eine Seitenansicht mit guten 3D modellen machen... aber wenn nicht in der Lage ist eine gute Kamera und Spielsteuerung in ein 3D Spiel zu packen, sollte man es lassen. Gerade bei solchen Spielen wie Jump&Run (und etwas Kampf) ist präzise Steuerung + guter Kamera einfach ein absolutes Muss und muss zwingend fehlerfrei sein.
      • Von StarFox86 Hobby-Spieler/in
        Wenns mal wenigsten neue Info & verbindlichen Release Zeitraum gäbe vom Remake -.-
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