Prey Generell gilt: Alle Knarren machen ordentlich rums und Munitionsknappheit tritt praktisch nie auf - Actionfans ballern also mal wieder, bis der Zeigefinger raucht. Da stört es auch nicht, dass die Gegner-KI kaum Finessen beherrscht - meistens laufen Ihnen die Widersacher blindlings ins Fadenkreuz und suchen nur selten Deckung. Im Fall von Prey lässt sich damit gut leben. Ein Wermutstropfen: Da man dank der Geisterfähigkeiten nicht sterben kann, sind die Kämpfe selbst für Shooter-Neulinge nur eine Frage der Zeit. Kurzum: Sie sind zu einfach.

Nützliche Helfer

Zwar hat man in Prey keine menschlichen Mitstreiter an der Seite, jedoch hat Tommy selbst in der Alien-Sphäre noch Freunde und Verbündete. So bekommt er Unterstützung von den "Anderen"; das sind Freiheitskämpfer, die Tommys spirituelle Kräfte sehr zu schätzen wissen. Deren Hilfe beschränkt sich aber auf Informationen und gelegentliches Schalter-Drücken, gemeinsame Kämpfe wie in Quake 4 (dt.) gibt es nicht. Der andere Helfer ist Talon, Tommys längst verstorbener Lieblingsfalke. Das Geistertier flattert mit Ihnen, übersetzt unleserliche Alien-Texte und greift sogar in Kämpfe mit ein, indem es Feinden kreischend um den Kopf herumschwirrt. Eine nette, gut umgesetzte Idee.

Abgehoben

Prey Während sich die Story um die Suche nach Jen anfangs prächtig entwickelt, erleidet sie nach einigen Stunden leichte Durchhänger. Dies geht Hand in Hand mit den Flugsequenzen: Immer wieder steigen Sie im Lauf der sieben Stunden Spielzeit in ein kleines Fluggerät und düsen durch die teils enormen Hallen, Korridore und Tunnel. Das spielt sich zwar flott und eingängig, jedoch wäre mehr Abwechslung angebracht - bei gerade mal einer Waffe und nur einem ziemlich unnützen Traktorstrahl als Sekundärfeuer hat man sich relativ schnell an den Flugpassagen satt gespielt.

Auch kann die Story am Ende nicht alle Versprechungen einlösen - man hat das Gefühl, da wäre noch mehr machbar gewesen. Die Geschichte um Tommys Abstammung, seine Bindung an die Geisterwelt, das hätte wunderbar als Schauplatzwechsel dienen können - doch die Entwickler beschränken die wenigen Abstecher aus dem Alien-Raumschiff auf das gleich zu Beginn bekannte Geistertal. Überhaupt wären etwas abwechslungsreichere Schauplätze schön gewesen - Stellen wie eine direkt ins Raumschiff teleportierte Bar mitsamt noch funktionierender Jukebox bilden die Ausnahme. Die meiste Zeit ist man in Fabriken, Labors und Hangars unterwegs, die stets ein Gefühl von Vertrautheit vermitteln. Woran das liegt?

Engine als Sündenbock

Prey Die Engine ist schuld! Schon Quake 4 (dt.) konnte den speziellen Look aus Doom 3 nicht völlig abschütteln - zu markant sind die Schatten und Texturen von id Softwares Grusel-Shooter. Prey gelingt der Sprung in die visuelle Eigenständigkeit zwar wesentlich besser als Quake, doch die Ähnlichkeiten sind nach wie vor nicht von der Hand zu weisen.

Sieht man davon einmal ab, ist Prey jedoch einfach nur prachtvoll: Die wenigen Charaktere - besonders der Großvater - haben eine detaillierte Mimik und wirken in Verbindung mit der guten Sprachausgabe ziemlich glaubwürdig. Auch die Levels mit ihren leuchtenden Magnetbahnen, schummrigen Gängen und dynamischen Lichtquellen erinnern positiv an Filme wie Aliens oder Event Horizon. Kein Wunder, dass auch das Gegner-Design angenehm ekelhaft ist - ein Blick auf unsere Screenshots spricht mehr als tausend Worte.

Was hat Prey, was anderen Spielen fehlt? Den epischen, orchestralen Soundtrack aus der Feder von Oblivion-Komponist Jeremy Soule. Seit Call of Duty 2 gab es keinen Shooter mehr, der dramatische und packende Musik derart stil- und temposicher eingesetzt hat.

Prey braucht das. Es nimmt sich, seine Geschichte und seine Charaktere ernst. Mehr noch, Prey will beim Spieler Gefühle auslösen, die über simple Schock- und Panikmomente hinausgehen. So reißt Tommy mehrmals im Spiel der Geduldsfaden, er sieht sprichwörtlich rot - und kommentiert das Kampfgeschehen so martialisch wie in einem Blutrausch. Sie haben es vermutlich schon gemerkt: Prey ist ein hartes Spiel, das sich mit seiner USK-18-Freigabe ausschließlich an Erwachsene richtet. Dafür erscheint die deutsche Version auch ungekürzt, mit englischer Sprachausgabe und deutschen Texten. Ein fairer Deal. Wenn das Spiel doch nur länger wäre!

Wertung zu Prey (PC)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Innovative SchwerkrafttricksGeister-Features klug eingebundenFantastische, dichte Atmosphäre
Zu kurz (sieben Stunden) und zu leichtEtwas eintönige Flugsequenzen

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2
    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rising-Evil Mitglied
        also irgendwie komme ich mit diesen Spielen von id Software nicht wirklich zurecht...
        Quake 4 war nicht wirklich gut ,da es in der deutschen Version einfach zu arg geschnitten ist
        (Allerdings habe ich auch nur 1 Stunde gespielt)

        Doom 3 hab ich 15 Minuten gespielt, danach aufgehört (Das soll Horror sein? Da ist Dead Space um Längen besser)

        Prey war anfangs gut, keine Frage, aber auf Dauer waren es zu wenig Gegnertypen und die Umgebung geizt extrem mit Abwechslung

        Echten Spielspaß wie bei Spieleperlen wie Far Cry, Half-Life 2, Portal, Mirrors Edge u. einigen anderen , empfand ich zu keiner Zeit
      • Von Rising-Evil Mitglied
        also irgendwie komme ich mit diesen Spielen von id Software nicht wirklich zurecht...
        Quake 4 war nicht wirklich gut ,da es in der deutschen Version einfach zu arg geschnitten ist
        (Allerdings habe ich auch nur 1 Stunde gespielt)

        Doom 3 hab ich 15 Minuten gespielt, danach aufgehört (Das soll Horror sein? Da ist Dead Space um Längen besser)

        Prey war anfangs gut, keine Frage, aber auf Dauer waren es zu wenig Gegnertypen und die Umgebung geizt extrem mit Abwechslung

        Echten Spielspaß wie bei Spieleperlen wie Far Cry, Half-Life 2, Portal, Mirrors Edge u. einigen anderen , empfand ich zu keiner Zeit
      • Von blacktrigger NPC
        Prey hat Vorarbeit geleistet für Spiele wie Portal&co.
        Speziell die organischen Waffen sind klasse.
        Sehr zu empfehlen.
      Direkt zum Diskussionsende
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