Prey
Keine Zeit zum Nachdenken, Erklärungen folgen später - zuerst muss Tommy seine Lieben retten und prügelt sich entschlossen durch die düsteren Flure eines Raumschiffs, für dessen Design sich die Grafiker offenbar von H.R. Giger (Schweizer Maler und bildender Künstler) inspirieren ließen: Wände erinnern an pulsierendes Fleisch, das um mit Zähnen besetzte Türen und Treppen herumgewachsen ist, während glitschige Rüssel explosive Eier von der Decke herunterlegen. Es ist ein ekelhafter und unnatürlicher Ort, der zwar nicht vom Gewalt-, aber immerhin vom Abscheulichkeitsgrad mit den Fleischfabriken aus Quake 4 (dt.) locker mithält.
Man wird damit nie allein gelassen: Tommy spricht oftmals das aus, was sich der Spieler denkt. Er ist keiner dieser obercoolen Helden der Sorte Serious Sam, die selbst in den ausweglosesten Situationen noch einen lässigen Spruch auf den Lippen haben. Tommy hat Ecken und Kanten, und diese sind es, die den Spieler eine Beziehung zum Protagonisten und seinem unglücklich verlaufenden Schicksal aufbauen lassen.
Wehre er sich!
Seit Tommys Selbstgespräch vor dem Badezimmerspiegel ist eine Viertelstunde vergangen. Er hat dutzende von schwer bewaffneten Alien-Soldaten beobachtet, wie sie sämtlichen physikalischen Gesetzen zum Trotz an Wänden und Decken entlangmarschierend durch Portale verschwanden, hat halbnackte, vor Angst wahnsinnig gewordene Menschen getroffen und einige widerliche, hautlose Kreaturen mit seiner treuen Zange erschlagen.
Das war zwar alles fantastisch, doch Prey ist eben ein Shooter - und da muss geballert werden! Wie aufs Stichwort erscheint prompt der erste feindliche Soldat, teleportiert sich direkt vor unser tödliches Werkzeug. Aus den leblosen Händen des Gegners holt sich Tommy seine erste Alienwaffe, ein Gewehr mit eingebauter Scharfschützenfunktion. Das Design ist verrückt: Drei glühende Gewehrläufe sitzen in einer fleischigen Masse, die an ein zuckendes Organ mit Zähnen erinnert. Aktiviert man den Scharfschützenmodus, setzt sich blitzschnell eine Art Saugnapf direkt aus der Waffe auf das Auge des Spielers. So heben Gegner sich farblich ab und sind zusammen mit der Zoom-Funktion willkommene Empfänger von tödlichen Kopfschüssen.
Der erste Rückschlag: Wir müssen hilflos mitansehen, wie unser lieber Indianer-Opa in einer gemeinen Art Fleischwolf durchbohrt und fachgerecht zerlegt wird. Seine letzten Worte gelten uns: "Wir sehen uns wieder."
Von jetzt an geht alles Schlag auf Schlag: Ohne weitere Erklärungen steigen wir einen leuchtenden, geschwungenen Steg hinauf bis an die Raumdecke, der Schwerkraft trotzend, was Tommy mit einem entsetzten "Woah!" kommentiert. Gesetze der Physik zu brechen, ist eine famose Spezialität von Prey.
Der Tod ist nicht das Ende
Als wir wenig später einen besonders wackeligen Steg betreten, eröffnen Soldaten das Feuer auf uns - wir stürzen hinab in die Tiefe. Tot. Aus die Maus. Statt vor einem Game-Over-Bildschirm finden wir uns jedoch in einem lauschigen Tal wieder. (Ja, sowas kann die Doom 3-Engine!) Der Geist unseres zuvor perforierten Großvaters erscheint und bringt uns bei, dass wir als Cherokee den Tod nicht zu fürchten brauchen.

Quake 4 war nicht wirklich gut ,da es in der deutschen Version einfach zu arg geschnitten ist
(Allerdings habe ich auch nur 1 Stunde gespielt)
Doom 3 hab ich 15 Minuten gespielt, danach aufgehört (Das soll Horror sein? Da ist Dead Space um Längen besser)
Prey war anfangs gut, keine Frage, aber auf Dauer waren es zu wenig Gegnertypen und die Umgebung geizt extrem mit Abwechslung
Echten Spielspaß wie bei Spieleperlen wie Far Cry, Half-Life 2, Portal, Mirrors Edge u. einigen anderen , empfand ich zu keiner Zeit
Speziell die organischen Waffen sind klasse.
Sehr zu empfehlen.