Portal: Revolution: Mod-Test - Fast so gut wie von Valve!
Wenn Valve nicht will, müssen eben die Modder ran: Portal: Revolution ist eine richtig starke Fan-Kampagne zu Portal 2 geworden! Im Mod-Test mit Video zeigen wir, was euch im Gratis-Prequel erwartet.
Die meisten Puzzles sind den Entwicklern nämlich ausgesprochen gut gelungen. Da gibt's schon ein paar Momente, in denen man auch mal ein paar Minuten lang grübeln muss, bis man auf die Lösung kommt (und sich dann oft wie ein kleines Genie fühlt). Allerdings sind die Rätsel nie so unübersichtlich oder verschachtelt, dass man irgendwann vor lauter Schaltern, Portalen und Geräten kein Land mehr sieht - meistens hat man ein klares Ziel vor Augen und kann sich darauf konzentrieren. Wenn ihr also schon mal das knifflige Portal Stories: Mel gespielt habt und einen ähnlich hohen Anspruch befürchtet, können wir euch beruhigen - Portal: Revolution fällt im Vergleich deutlich verzeihender aus.
Alte Bekannte
Ein bisschen ungewohnt: Für knapp die Hälfte der Spielzeit dürft ihr nur ein blaues Portal frei platzieren, das orangene Gegenstück ist vorgegeben. Erst später erhaltet ihr eine neue Portalkanone, mit der ihr dann wie gewohnt beide Portale an die Wände schießen dürft.
Ansonsten kommen bei den Rätseln die üblichen Verdächtigen aus dem Hauptspiel zum Einsatz: Es gibt Schalter und Würfel zum Beschweren, Magnetfelder, Sprungbretter und so weiter. In einem Abschnitt dürft ihr wieder mit Bomben hantieren und damit ein paar Fenster zerdeppern. Und auch die drei typischen Gel-Sorten sind mit an Bord, mit denen ihr dann wie gewohnt die Level einsauen kann, um Schlitterbahnen, Sprungfelder oder Portaloberflächen zu erzeugen - das ist immer noch so clever und spaßig wie vor 13 Jahren.
Neue Tricks
Es gibt aber auch ein paar frische Mechaniken, die das Gameplay für Kenner aufpeppen. Zum Beispiel könnt ihr hier und da Schalter umlegen, so damit lassen sich dann beispielsweise Ventilatoren anwerfen oder ihr könnt kurzerhand auch mal den Strom in der kompletten Testkammer abschalten. Dadurch fallen dann zwar störende Energiebarrieren aus, aber auch andere Geräte funktionieren nicht mehr - und das bringt wieder ganz neue Probleme mit sich.
Es gibt außerdem Sprinkleranlangen, die Gel wegwaschen können, was in einigen kreativen Puzzles zum Einsatz kommt. Ab und zu begegnet ihr außerdem besonderen Röhren, die Objekte wie Würfel, Gel oder Robotergeschütze ansaugen oder wegpusten können - eine sehr nette Mechanik, die buchstäblich frischen Wind ins Gameplay bringt.
Ebenfalls neu sind zwei Würfel, die ähnlich wie kleine Portale funktionieren: Wird so ein Würfel von einem Energiestrahl getroffen, kommt der Strahl einfach beim zweiten Kubus wieder raus - auch das ist eine schöne Ergänzung, die ruhig noch etwas mehr genutzt werden könnte!
Fazit: Klare Empfehlung!
Alles in allem liefert Portal: Revolution so ziemlich alles, was ein ordentliches Portal-Abenteuer auszeichnet: Clevere Puzzles, dichte Atmosphäre und guter Spielfluss, der bis zum Ende motiviert. In Sachen Story und Inszenierung muss man natürlich Abstriche machen, es handelt sich immerhin nicht um ein kommerzielles Produkt. Doch für ein Fan-Projekt ist das richtig gut geworden!
Noch bemerkenswerter wirkt es, wenn man bedenkt, dass es über weite Strecken von einem einzigen jungen Entwickler ausgetüftelt wurde: Der Österreicher Stefan Heinz hatte die Idee zu Portal: Revolution bereits im Jahr 2016! Als das Projekt im Laufe der Jahre Gestalt annahm, gelang es ihm, einige Helfer anzuheuern, so stießen dann mit der Zeit weitere Grafiker, Programmierer und Sprecher zu seinem Team. Die Mühe hat sich gelohnt, denn das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen.
Natürlich: Ein echtes Portal 3 kann und will diese Fan-Kampagne nicht ersetzen. Aber wer einfach nur mehr Portal 2 will und mit den richtigen Erwartungen an das Spiel rangeht, bekommt mit Portal: Revolution eine richtig starke, kostenlose Fan-Kampagne, für die andere Studios locker ein hübsches Sümmchen verlangt hätten. Falls ihr Portal 2 also eh schon in eurem Account habt, tut euch selbst einen Gefallen - ladet euch das Portal: Revolution direkt über Steam runter und probiert's einfach mal aus. Es lohnt sich!
