Strengere Regulierung von Videospielen: EU-Parlament stimmt zu

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Special Antonia Dreßler - Autorin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Strengere Regulierung von Videospielen: EU-Parlament stimmt zu
Quelle: PC Games

Kürzlich hat EU-Parlament getagt, um über einen Bericht zur Regulierung von Videospiele zu diskutieren und abzustimmen. Nun folgt der Gesetzesentwurf.

Inwiefern sich zukünftige Regulierungen auf solche Videospielmechaniken auswirken, lässt sich erst bei Vorlage eines konkreten Gesetzesentwurfs ausmachen. Relativ klar ist aber, dass es eine harmonische Regelung innerhalb von Europa geben wird, die dann alle Länder betrifft. Sondergänge wie von den Niederlanden und Belgien, die Lootboxen generell verbieten oder stark einschränken, wird es dann aller Voraussicht nach nicht mehr geben. Was allerdings alles unter Dark Patterns fällt, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt, denn ab wann man eine Mechanik oder Praxis als manipulativ einstuft, ist kaum abgesteckt - vor allem im Gaming. Ob dazu Engagement Optimized Matchmaking gehört, das den Spieler absichtlich in Matches steckt, die er wahrscheinlich gewinnt oder verliert; und ob etwa auch Battlepasses dazu gehören, die das bekannte FOMO-Syndrom (Fear of Missing Out) hervorrufen.

Verfahren bis zur Gesetzgebung

Bis es so weit kommt, fließt aber noch eine ganze Menge Wasser den Berg hinab, denn so eine Gesetzgebung auf EU-Ebene ist eine sehr langwierige Angelegenheit. Die ersten Schritte bis dahin sind aber bereits erledigt:

  • Es wurde von einem Parlamentsmitglied ein Antrag auf einen Bericht gestellt.
  • Das Sekretariat der EU-Kommission hat ausgewählt, an welchen Berichten gearbeitet wird.
  • Es werden in den entsprechenden Komitees zuständige Berichterstatter gewählt und der Bericht wird erstellt.
  • Das hauptverantwortliche Komitee stimmt über den Bericht ab und dann geht er ans Parlament.

Damit ist bereits ein ganzes Jahr ins Land gegangen. Das federführende Komitee im vorliegenden Report ist übrigens das für den europäischen Binnenmarkt und Verbraucherschutz. Das ist laut unseres deutschen Pressereferenten so ziemlich die wichtigste Gruppe auf dieser Ebene, da sie über wirtschaftliche und konsumentenbetreffende Inhalte tagt.

Da die Abstimmung im Parlament erfolgreich war, muss die EU-Kommission sich nun mit dem Bericht auseinandersetzen und entweder eine umfangreiche Begründung dafür liefern, warum sie nicht weiter handeln, oder einen Gesetzesentwurf vorlegen. Letzteres ist deutlich wahrscheinlicher und geht dann wieder zurück an das Parlament und zusätzlich an den Europäischen Rat.

Beide Gremien entscheiden anschließend darüber, ob die Regulierungen dann eingeführt werden oder nicht. Dabei handelt es sich um das ordentliche Gesetzgebungsverfahren. Dieser Prozess wird voraussichtlich noch etwas über ein Jahr dauern, wie man uns mitteilte.

Dass Änderungen in der europäischen Gesetzgebung kommen, ist eigentlich schon fest geschnürt. Wie die aussehen, weiß aktuell vermutlich noch nicht einmal die EU-Kommission. Eine weitere Frage wird zudem sein, wie sich solche Regelungen auf die deutsche Gesetzgebung auswirken und welche Konsequenzen die Spiele davontragen.

Spieleversionen ohne Lootboxen in ganz Europa oder andere Einschnitte ins Gamesdesign gegenüber dem restlichen Weltmarkt sind ein zweischneidiges Schwert, denn andere Spieler hätten immer noch Zugriff auf Inhalte, die uns dann einfach verwehrt blieben.

Als Konsument bleibt aber am Ende nur wenig Spielraum, sein Interesse kund zu tun, immerhin handelt es sich hier vornehmlich um eine Abwägung zwischen wirtschaftlichen Interessen eines möglichst freien Markts und Kindeswohl - und nicht etwas um die persönlichen Wünsche erwachsener Spieler.

Zumindest liest sich der vorliegende Report so. Auf Nachfrage bei Frau Maldonado López versicherte und sie EU-Abgeordnete aber, dass sämtliche Regulierungen auch zum Wohl der erwachsenen Konsumenten getroffen werden sollen. So liege der Schwerpunkt zwar auf Kindern, der Rest profitiere allerdings ebenfalls.

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    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Zitat von Sbf93
        Es ist kein Geheimnis, was die Nummern auf dem Perso bedeuten.
        Da kann auch jeder minderjährige eine gültige Nummer berechnen und eingeben.

        Wie so oft wird im Namen des Jugendschutzes nur der Komfort der Erwachsenen eingeschränkt, während der Schutz genauso effektiv ist wie die einfache Abfrage "Bist du 18 oder älter? - Ja - Nein"
        Umgehungsmöglichkeiten gibt es immer. Minderjährige können die KK ihrer Eltern verwenden, den Perso ihrer Eltern fotografieren und und und. Ich denke, man muss nicht gleich die Türe aufgesperrt lassen, nur weil es möglich ist einzubrechen. Eine echte Komforteinschränkung kann ich jedenfalls nicht erkennen, nur weil man ein paar Zeichen vom Perso eintippen muss.

        Zitat von Sbf93
        Und einen weiteren Nachteil nennst du bereits selbst:
        Während die Länder um uns herum auch gute 18+-Titel über Plus bekommen, werden die deutschen Kunden mit meist minderwertigerer Ersatzware abgespeist.
        Wenn die Regelung EU-weit wäre, dann hätte Sony einen Anreiz sich ein System zu überlegen, um weiterhin ab18 Spiele über Plus anbieten zu können. Die Sonderlösung für Deutschland gibt es ja nur deshalb, weil Deutschland alleine ein zu kleiner Markt ist.
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Zitat von Sbf93
        Es ist kein Geheimnis, was die Nummern auf dem Perso bedeuten.
        Da kann auch jeder minderjährige eine gültige Nummer berechnen und eingeben.

        Wie so oft wird im Namen des Jugendschutzes nur der Komfort der Erwachsenen eingeschränkt, während der Schutz genauso effektiv ist wie die einfache Abfrage "Bist du 18 oder älter? - Ja - Nein"
        Umgehungsmöglichkeiten gibt es immer. Minderjährige können die KK ihrer Eltern verwenden, den Perso ihrer Eltern fotografieren und und und. Ich denke, man muss nicht gleich die Türe aufgesperrt lassen, nur weil es möglich ist einzubrechen. Eine echte Komforteinschränkung kann ich jedenfalls nicht erkennen, nur weil man ein paar Zeichen vom Perso eintippen muss.

        Zitat von Sbf93
        Und einen weiteren Nachteil nennst du bereits selbst:
        Während die Länder um uns herum auch gute 18+-Titel über Plus bekommen, werden die deutschen Kunden mit meist minderwertigerer Ersatzware abgespeist.
        Wenn die Regelung EU-weit wäre, dann hätte Sony einen Anreiz sich ein System zu überlegen, um weiterhin ab18 Spiele über Plus anbieten zu können. Die Sonderlösung für Deutschland gibt es ja nur deshalb, weil Deutschland alleine ein zu kleiner Markt ist.
      • Von Sbf93 Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von xaan
        anhand eines kleinen Codeausschnitts auf dem Perso wird angefragt, ob die Person mindstens 18 ist.

        (das ist auch der Grund warum in Deutschland in der Regel keine Ab18 Spiele kostenlos über Plus angeboten werden. Der Zahlvorgang ist die Altersverifikation - und bei kostenlosen Plus-Spielen fällt das weg).

        Dieses oder ein ähnliches System einfach mal zum Standard machen, für alle digitalen Stores, und zudem alle Spiele mit Ingamekäufen mindestens ab16, wenn nicht ab18, das würde mir schon reichen.
        Es ist kein Geheimnis, was die Nummern auf dem Perso bedeuten.
        Da kann auch jeder minderjährige eine gültige Nummer berechnen und eingeben.

        Wie so oft wird im Namen des Jugendschutzes nur der Komfort der Erwachsenen eingeschränkt, während der Schutz genauso effektiv ist wie die einfache Abfrage "Bist du 18 oder älter? - Ja - Nein"

        Und einen weiteren Nachteil nennst du bereits selbst:
        Während die Länder um uns herum auch gute 18+-Titel über Plus bekommen, werden die deutschen Kunden mit meist minderwertigerer Ersatzware abgespeist.
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Zitat von Loosa
        Eine völlig anonyme Abfrage fände ich ideal. Beispiel Apples Fingerabdrucksensor. Auf die Frage "darfst du" käme dann als einzigste Information zurück "darf".
        Sony macht das so ähnlich schon jetzt: anhand eines kleinen Codeausschnitts auf dem Perso wird angefragt, ob die Person mindstens 18 ist. Alternativ kann man als Zahlungsart Kreditkarte wählen und gilt dann auch als berechtigt zum Kauf von Spielen ab18.

        (das ist auch der Grund warum in Deutschland in der Regel keine Ab18 Spiele kostenlos über Plus angeboten werden. Der Zahlvorgang ist die Altersverifikation - und bei kostenlosen Plus-Spielen fällt das weg).

        Dieses oder ein ähnliches System einfach mal zum Standard machen, für alle digitalen Stores, und zudem alle Spiele mit Ingamekäufen mindestens ab16, wenn nicht ab18, das würde mir schon reichen.
      • Von Loosa Senior Community Officer
        Zitat von Sbf93
        Wander bitte aus, wenn du dir sowas wünschst.
        Weil?

        Man kann sich Dinge im Land anders wünschen. Und unsere Demokratie erlaubt es das auch auszusprechen. "Wenn's dir hier nicht gefällt, dann geh doch", ist auch so ein enttäuschender Uraltspruch. :|

        Eine direkte Koppelung an die Ausweisnummer oder was immer wäre mir definitiv zu hart. Aber es wird sich sicher was bewegen. Höchste Zeit.
        Eine völlig anonyme Abfrage fände ich ideal. Beispiel Apples Fingerabdrucksensor. Auf die Frage "darfst du" käme dann als einzigste Information zurück "darf".
      • Von Sbf93 Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Haehnchen81
        - Durchsetzen des Jugendschutzes... FSK 18 Titel können und dürfen nicht von Kindern genutzt werden... doch das ist nicht der Fall.
        Zunächst mal ist für Spiele die USK zuständig, nicht die FSK.
        Und natürlich können und dürfen Titel ohne Jugendfreigabe von Minderjährigen genutzt werden, wenn es die Erziehungsberechtigten erlauben.

        Zitat von Haehnchen81
        - Wer nichts geschäftsmündig ist, darf weder auf Steam noch einem anderen Shop Geld ausgeben können. Genauso wenig Mikrotransaktionen. Und tut dieser jemand das doch, haftet der Shop, nicht die Eltern.

        Ab 7 ist man beschränkt geschäftsfähig. Taschengeldparagraph sagt dir was?

        Zitat von Haehnchen81
        Auf Steam und co kann jeder alles kaufen ohne jede Sicherheit. Einzige Abfrage "hey wann bist du geboren" wo man angeben kann was man will. Das ist nicht ausreichend.

        WARUM wird nicht nach einer klaren Identifikation gefragt bei Steam und co? Video-ident zb... Und gleichzeitiger Verifizierung des Bank-Kontoinhabers. Und wehe hier kommt einer mit Datenschutz... Datenschutz kann nicht wichtiger sein als Kinderschutz, ganz sicher nicht.
        Lasst uns alle Erwachsenen gängeln, damit Eltern nicht mehr auf ihre Kinder aufpassen müssen. Gute Idee!

        Zitat von Haehnchen81
        Einfach mal nach Südkorea schauen... da wird sämtliches Zocken udn kaufen im Internet and die Sozialversicherungsnummer gebunden... bist du nicht geschäftsmündig bzw volljährig, machts miep und das wars... und alle shops und online games sind gar nicht zugänglich ohne Angabe der eindeutigen Sozialversicherungsnummer und entsprechender verifizierung. Ach und netter kleiner Nebeneffekt... wirst du aus einem Spiel zb gebannt, wird nicht nur der Account gebannt, sondern die Sozialversicherungsnummer auch... life-time-ban heißt da nicht nur so, sondern funktioniert auch entsprechend.
        Wander bitte aus, wenn du dir sowas wünschst.
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