Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle im Test - Seite 2

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Test Jonas Höger - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle im Test - Seite 2
Quelle: The Pokémon Company / ILCA

Mit Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle schafft es die 4. Generation nach 15 Jahren wieder ins Rampenlicht. Hat sich die Wartezeit gelohnt? Test!

Die Pokémon-Unterschlüpfe sind wohl das coolste Feature der Neuauflagen: Nicht nur, weil die verschiedenen Areale ansprechend gestaltet sind und durch die dort herumlaufenden Pokémon lebhaft und bewohnt wirken, sondern auch, weil euch so schon früh eine noch breitere Palette an verschiedenen Taschenmonstern für euer Team zur Verfügung steht. Der berüchtigte Mangel an Feuer-Pokémon während der Story von Diamant und Perl ist nun endlich Geschichte!

Damit ist der ohnehin schon gigantische Untergrund in den Neuauflagen noch größer geworden und dürfte mit den Pokémon-Unterschlüpfen, dem Bergbauminispiel und den Geheimbasen für etliche Stunden Spielspaß sorgen. Zeitintensiv ist das Abenteuer unter Tage auch deshalb, weil die Steintruhen und Statuen einen zusätzlichen Sammelaspekt hinzufügen und beim Eintauschen von Sphären für Gegenstände durchaus horrende Summen von euch verlangt werden.

Alles eine Frage der Ausstrahlung

Die Wettbewerbe bestehen abseits der Vorbereitung mit Knurspen und Kapseldeko nun nur noch aus der Tanzrunde. Das Rhythmusspiel ist dafür sehr unterhaltsam und auf höheren Stufen auch ganz schön knackig. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Die Wettbewerbe bestehen abseits der Vorbereitung mit Knurspen und Kapseldeko nun nur noch aus der Tanzrunde. Das Rhythmusspiel ist dafür sehr unterhaltsam und auf höheren Stufen auch ganz schön knackig. Auch die Wettbewerbe haben es wieder in die Spiele geschafft und bieten eine gute Möglichkeit für alle ehrgeizigen Trainer, abseits der Pokémon-Prügeleien ihre liebsten Taschenmonster ins Rampenlicht zu rücken. Inhaltlich hat sich im Vergleich zu den Originalen einiges getan.

Um euer Pokémon perfekt auf die Wettbewerbe vorzubereiten, müsst ihr mithilfe von Kapsel-Stickern nicht nur ihren Pokéball verschönern, sondern sie auch mit leckeren Knurspen füttern um so ihre Ausstrahlung zu verbessern. Bei den Knurspen handelt es sich um aus Beeren bestehenden Snacks, die ihr in einem Minispiel zubereiten müsst - hier hat man die Touchscreen-Steuerung aber leider gestrichen.

Strotzt euer Pokémon dann nur so vor Charisma, geht es ab auf die Bühne, wo ihr in einem Rhythmusspiel euer Taktgefühl unter Beweis stellen müsst. Dann gilt es noch zum richtigen Zeitpunkt einen vorher gewählten Spezialangriff einzusetzen, und wer sich schlussendlich in allen Kategorien am besten geschlagen hat, gewinnt. Dank den Änderungen sind die Wettbewerbe nun deutlich kürzer, deshalb auch weniger langatmig und bieten eine nette Abwechslung. Gerade das Rhythmusspiel wird auf den höheren Stufen ganz schön herausfordernd.

Macht es euch bequem, hier kommen die Komfort-Änderungen

Bei der Charakterwahl könnt ihr euch zwar nach wie vor nur zwischen Lucius und Lucia entscheiden, dafür gibt es dank neuen Haut- und Haarfarben aber ein bisschen mehr Variation. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Bei der Charakterwahl könnt ihr euch zwar nach wie vor nur zwischen Lucius und Lucia entscheiden, dafür gibt es dank neuen Haut- und Haarfarben aber ein bisschen mehr Variation. Abseits der veränderten Wettbewerbe und des deutlich umfangreicheren Untergrunds hat man es sich natürlich nicht nehmen lassen, auch an anderen Stellen die Mechaniken der Originale aufzupolieren, zu verbessern und zu ergänzen. Besonders die kleinen, aber oft feinen Komfortänderungen bringen die Spiele in die Moderne - zumindest größtenteils.

Wie schon vor 15 Jahren könnt ihr zu Beginn das Geschlecht eures Charakters auswählen, habt bei Strahlender Diamant und Leuchtende Perle nun aber auch die Wahl aus verschiedenen Haut- und Haarfarben. Noch individueller könnt ihr den Protagonisten dann mit verschiedenen Outfits in der Modewelt Metronom von Schleiede gestalten - die hat übrigens die Spielhalle ersetzt, die wegen Glücksspielgesetzen schon lange aus dem Franchise gestrichen wurde.

Auch sonst greift man Spielern durch angenehme Änderungen unter die Arme. Die Neuauflagen speichern nun automatisch, ein Feature, das sich in den Optionen bei Bedarf ausschalten lässt. Außerdem ist das manuelle Speichern mittlerweile in wenigen Sekunden abgehandelt, statt wie früher eine halbe Minute eurer Lebenszeit zu verschwenden. Apropos Verschwendung von Lebenszeit: Das Spieltempo wurde dank sich deutlich schneller leerender Lebensbalken stark angezogen. Wer nicht weiß, warum das früher ein Problem war, dem sei dieses Video ans Herz gelegt.

Weiteren Komfort gibt es aufgrund der mobilen PC-Boxen, dank derer ihr euch nun nach dem ersten Arenaorden den Gang ins Poké-Center spart, wenn ihr eines eurer Teammitglieder austauschen wollt. Auch der Pokétch feiert seine Rückkehr. Während das praktische Gadget in den Originalen auf den Touchscreen ausgelagert war, prangt er nun in der oberen rechten Ecke des Bildschirms und kann bei Bedarf entweder vergrößert oder ausgeblendet werden.
Dank der praktischen VM-App halten euch Bäume, Felsbrocken und die Weiten des Ozeans jetzt nicht mehr auf. Ein Teammitglied müsst ihr den nervigen Terrain-Attacken so auch nicht mehr opfern. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Dank der praktischen VM-App halten euch Bäume, Felsbrocken und die Weiten des Ozeans jetzt nicht mehr auf. Ein Teammitglied müsst ihr den nervigen Terrain-Attacken so auch nicht mehr opfern. Neben den aus den Originalen bekannten Apps wie dem Taschenrechner, der Uhr oder dem Schrittzähler hat der digitale Zeitanzeiger nun auch die neue VM-App im Gepäck. Damit könnt ihr die VM genannten Terrain-Attacken, die es zum Weiterkommen in der Story braucht, per Knopfdruck einsetzen. Egal ob euch Bäume oder Felsen den Weg versperren: Wilde Pokémon eilen euch nun unmittelbar zur Hilfe, weshalb ihr kein dediziertes Pokémon in Form eines VM-Sklaven mehr mit euch herumschleppen müsst.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Neu hinzugekommen ist auch das beliebte Feature der hinterherlaufenden Pokémon in der Oberwelt, das Fans aus Heartgold und Soulsilver sowie Let's Go Evoli und Pikachu kennen. Obwohl das frei herumstreunende Teammitglied das Abenteuer lebhafter macht, ist die Umsetzung leider nur mäßig gelungen: Die Pokémon sind oft deutlich langsamer als der Charakter des Spielers, kommen so kaum hinterher und bleiben außerdem dauernd an jeder noch so kleinen Ecke hängen, nur um dann wild herumzuckend hinter einen teleportiert zu werden.

Eine Änderung hingegen ist nicht nur nicht nachvollziehbar, sondern gleichzeitig auch noch so rückschrittlich, dass sie an dieser Stelle besondere Erwähnung findet: Die TMs, also die Attacken, die ihr wie Gegenstände auf eurer Reise findet und so euren Pokémon beibringen könnt, sind größtenteils wieder nur noch einmalig verwendbar.

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ichthys Gelegenheitsspieler/in
        Ja, das ist ja das traurige. Ich fände, man sollte in der nächsten Edition sich weniger auf neue Pokemon als auf die Spielmechanik und den Anspruch konzentrieren. Aber ich fürchte, dass Du Recht hast. Der Erfolg gibt ihnen Recht - leider!
        Die Eltern, welche damit groß wurden, kaufen's halt aufgrund des Namens für ihre Kinder - und für sich selbst. Wir sind ja auch solche "Opfer". ;)
      • Von ichthys Gelegenheitsspieler/in
        Ja, das ist ja das traurige. Ich fände, man sollte in der nächsten Edition sich weniger auf neue Pokemon als auf die Spielmechanik und den Anspruch konzentrieren. Aber ich fürchte, dass Du Recht hast. Der Erfolg gibt ihnen Recht - leider!
        Die Eltern, welche damit groß wurden, kaufen's halt aufgrund des Namens für ihre Kinder - und für sich selbst. Wir sind ja auch solche "Opfer". ;)
      • Von GoodnightSolanin Autor
        Zitat von ichthys
        Ich frage mich, wie ich damals durchgekommen bin, so ganz ohne Internet und so...
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Wirklich guter und treffender Test! (Hinweis: Interpunktion). Die 7/10 finde ich passend, obgleich ich denke, dass eine Dezimalzahl oder Prozentangabe da noch besser wäre. Rein mathematisch kann es ja eine 65 oder 74 sein. Zurück zum Test: Sie müssen echt mit der Vereinfachung aufhören oder aber zwei Modi entwickeln. Anfänger und Experte. Und bei letzterem sollte es schlaue, in gewissem Rahmen mitlevelnde Gegner geben. Das wäre echt mal was. Eventuell sogar mit "game over".
        Dankeschön :) Haha naja auch ohne Internet waren Spiele damals spielbar, man hat nur eben sehr viel mehr Zeit gebraucht :D Ich habs auch schon mehrfach gesagt, ich wäre ebenfalls für zwei Modi. Permadeath wäre natürlich noch mal eine andere kontroverse Diskussion, aber allein höhere Level, mehr Trage-Items wie Anti-Beeren oder Wahlschal/Foksugurt etc., klügere AI inklusive Auswechseln und so, und man würde alte Fans definitiv deutlich mehr abholen. Ich will die Hoffnung auch noch nicht aufgeben, aber die Spiele verkaufen sich halt auch ohne sowas wie geschnitten Brot...
      • Von ichthys Gelegenheitsspieler/in
        Ich frage mich, wie ich damals durchgekommen bin, so ganz ohne Internet und so...
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Wirklich guter und treffender Test! (Hinweis: Interpunktion). Die 7/10 finde ich passend, obgleich ich denke, dass eine Dezimalzahl oder Prozentangabe da noch besser wäre. Rein mathematisch kann es ja eine 65 oder 74 sein. Zurück zum Test: Sie müssen echt mit der Vereinfachung aufhören oder aber zwei Modi entwickeln. Anfänger und Experte. Und bei letzterem sollte es schlaue, in gewissem Rahmen mitlevelnde Gegner geben. Das wäre echt mal was. Eventuell sogar mit "game over".
      • Von GoodnightSolanin Autor
        Zitat von DerGeissler
        Guter Artikel soweit, danke dafür! Das Einzige, was ich absolut nicht unterschreiben kann, und mir auch missverständlich ist, ist Dein Verständnis für die Simplifizierung des Spiels unter dem Deckmantel der Zugänglichkeit für Kinder. Wir waren doch auch mal Kinder. Ich persönlich hab mit sieben Jahren mit der blauen Edition angefangen. Sicherlich erinnerst Du Dich selbst noch, aber damals konnte man Pokemon nicht mal Items geben. Der Lernprozess war auch kein ewig langes Tutorial, sondern eine riesige Menge Trial and Error. Ich erinnere mich noch, wie unfassbar lange ich gebraucht habe, nur um durch den ersten Wald zu kommen, weil die Horde dort lebender Hornlius mein Bisasam ständig vergiftet hat. Da hieß es "zurück zum Pokecenter und Schritte zählen, ob mein Bisasam überhaupt überlebt". Es gab damals auch weder YouTube noch Google, wo man sich hätte Anleitungen suchen können. Es gab nur "auf die Nase fallen bis es klappt". Und trotzdem lieben viele Leute wie Du und ich Pokemon noch zweieinhalb Jahrzehnte später.

        Sind Kinder heute wirklich so dumm, dass sie in einem Spiel so viele Hilfen brauchen? Ich persönlich glaube das nicht. Und ich glaube auch nicht, dass das Pokemon Franchise sich damit einen Gefallen tut. Nicht nur vertreibt es alte Hasen wie mich - es verpasst auch die Chance, die junge Generation 'anzufixen'. Damals in der Grundschule war man ein Held, wenn man die Top4 geschafft hat und alle wollten wissen, mit welchen Pokemon man sich da durchgekämpft hat. Heute ist sowas nichts besonderes mehr. Damals hat man nichtmal davon geträumt, den Pokedex voll zu bekommen. Heute ist ein voller Pokedex schon fast der Standard. Die Serie verliert ihre Herausforderungen. Und damit auch ihre Erfolgsmomente. Ich glaube nicht, dass das ein zukunftsweisender Kurs ist.
        Danke erstmal, freut mich, dass dir der Test gefallen hat. :) Zu deinem Feedback: Ich bin da bei dir und habe mit meinen Aussagen auch nicht gemeint, dass Kinder all das Händchenhalten nötig haben. ich glaube, dass ein Mittelweg zwischen Trial & Error und Tutorial-Dauerfeuer wichtig ist und den schafft man bei Pokémon leider schon länger nicht mehr. Meiner Ansicht nach hält man all diese Hilfestellungen für nötig, auch wenn das in der Gegenwart anders aussehen mag. Auf der anderen Seite erlaubt das extreme Händchenhalten auch immer jüngere Spieler, an den Pokémon-Titeln teilzuhaben. Ich unterschreibe aber absolut deine Aussage, dass nichts davon nötig wäre, auch für Kinder nicht. Wie du schon sagst, damals haben wir das auch nicht "gebraucht".

        Aber wie klug sich die Kinder anstellen und wieviel Hilfestellung sie wollen und brauchen entscheiden nun mal nicht sie selbst, sondern Game Freak und die Pokémon Company - und da will man auf Nummer sicher gehen. Abschließend würde ich also sagen: Die von mir kritisierte Zugänglichkeit für Kinder ist sicher in der Realität für die meisten gar nicht nötig, würde aber behaupten, dass die Entwickler sie als nötig erachten, um so viele Spieler wie nötig abzuholen. Ob man sich damit einen Gefallen tut? Nunja, aus wirtschaftlicher Sicht allem Anschein nach schon, die Verkaufszahlen sprechen schließlich Bände. Dass alte Hasen wie uns sich daran stören und vielleicht nicht mehr zugreifen, ist ein Verlust, den man angesichts des sonstigen Erfolgs in Kauf nimmt (und nehmen kann, leider).

        PS: Ich habe es im Test nicht extra erwähnt, weil es nur eine Kleinigkeit ist, aber das von dir aufgebrachte Beispiel mit dem vergifteten Pokémon könnte in Strahlender Diamant und Leuchtende Perle gar nicht mehr passieren - Gift macht nämlich außerhalb der Kämpfe keinen Schaden mehr. :D
      • Von DerGeissler NPC
        Moin Jonas!

        Guter Artikel soweit, danke dafür! Das Einzige, was ich absolut nicht unterschreiben kann, und mir auch missverständlich ist, ist Dein Verständnis für die Simplifizierung des Spiels unter dem Deckmantel der Zugänglichkeit für Kinder. Wir waren doch auch mal Kinder. Ich persönlich hab mit sieben Jahren mit der blauen Edition angefangen. Sicherlich erinnerst Du Dich selbst noch, aber damals konnte man Pokemon nicht mal Items geben. Der Lernprozess war auch kein ewig langes Tutorial, sondern eine riesige Menge Trial and Error. Ich erinnere mich noch, wie unfassbar lange ich gebraucht habe, nur um durch den ersten Wald zu kommen, weil die Horde dort lebender Hornlius mein Bisasam ständig vergiftet hat. Da hieß es "zurück zum Pokecenter und Schritte zählen, ob mein Bisasam überhaupt überlebt". Es gab damals auch weder YouTube noch Google, wo man sich hätte Anleitungen suchen können. Es gab nur "auf die Nase fallen bis es klappt". Und trotzdem lieben viele Leute wie Du und ich Pokemon noch zweieinhalb Jahrzehnte später.

        Sind Kinder heute wirklich so dumm, dass sie in einem Spiel so viele Hilfen brauchen? Ich persönlich glaube das nicht. Und ich glaube auch nicht, dass das Pokemon Franchise sich damit einen Gefallen tut. Nicht nur vertreibt es alte Hasen wie mich - es verpasst auch die Chance, die junge Generation 'anzufixen'. Damals in der Grundschule war man ein Held, wenn man die Top4 geschafft hat und alle wollten wissen, mit welchen Pokemon man sich da durchgekämpft hat. Heute ist sowas nichts besonderes mehr. Damals hat man nichtmal davon geträumt, den Pokedex voll zu bekommen. Heute ist ein voller Pokedex schon fast der Standard. Die Serie verliert ihre Herausforderungen. Und damit auch ihre Erfolgsmomente. Ich glaube nicht, dass das ein zukunftsweisender Kurs ist.

        Schade drum, aber auch ich werde um die aktuelle Neuauflage einen Bogen machen - obwohl ich mich bei Ankündigung schon so richtig darauf gefreut habe. Sonne/Mond war schon nur noch ein Durchlaufen der Story, bei Schwert/Schild das Gleiche - nur dass das ständige eingreifen der Story (dem "Konkurrenten") noch zusätzlich für Frustration gesorgt hat. Noch einmal mache ich das nicht mit.

        Beste Grüße
        DerGeissler
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