Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle im Test: Konservative Gratwanderung

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Test Jonas Höger - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle im Test: Konservative Gratwanderung
Quelle: The Pokémon Company / ILCA

Millionen von Fans brachen zu Beginn des Jahres bei den Worten "Sinnoh Remakes Confirmed" zunächst in Begeisterungstränen aus, doch der Look der Spiele sorgte für kontroverse Diskussionen. Nun sind Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle endlich da und die erfolgreiche Pokémon-Formel zündet trotz konservativer Herangehensweise - zumindest meistens.

Das Wort "Tradition" wird im Pokémon-Franchise schon seit den Anfängen mit Pokémon Rot und Blau im Jahre 1998 großgeschrieben. Bis heute hat sich die Hauptreihe kaum verändert und ist sich in Sachen Story-Umsetzung und Spielmechaniken treu geblieben.

Genauso zur Tradition gehört es, mit ein paar Jahren Verzögerung die alten Spiele dank neuer Technik überholt auf den Markt zu bringen. Mit Strahlender Diamant und Leuchtende Perle sind wir damit nun schon in der 4. Generation von Neuauflagen angelangt, auf die Fans ganze 15 Jahre lang warten mussten. Hat sich das gelohnt?

Formelhaft im besten Sinne

Genau wie die Vorlagen Diamant und Perl von 2006 bieten auch die am 19. November für die Nintendo Switch erscheinenden Remakes ein klassisches Pokémon-Erlebnis durch und durch. Beinahe per Zufall stolpert ihr aus der Idylle eures Dorfes in die Welt der bunten Taschenmonster, bekommt vom hiesigen Professor ein digitales Lexikon namens Pokédex in die Hand gedrückt und den Auftrag erteilt, so viele Pokémon wie möglich auf eurer Reise zu treffen und zu fangen.

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Diese Reise führt euch raus aus dem malerischen Zweiblattdorf quer durch die gesamte Sinnoh-Region. Wie in jedem Spiel der Reihe gilt es, von acht Arenaleitern entsprechende Orden zu sammeln, um schlussendlich die Pokémon-Liga zu erreichen. Dort fordert ihr die Top 4 und den Champ heraus und werdet dann der ultimative Pokémon-Trainer.

Auweia! Gleich zu Beginn landet ihr mit eurem Kindheitsfreund und Rivalen Barry in einer misslichen Situation. Gut, dass hinter euch ein hilfreicher Koffer steht. Was sich wohl darin verbirgt? Quelle: PC Games Auweia! Gleich zu Beginn landet ihr mit eurem Kindheitsfreund und Rivalen Barry in einer misslichen Situation. Gut, dass hinter euch ein hilfreicher Koffer steht. Was sich wohl darin verbirgt? Dabei stellen sich euch nicht nur euer Kindheitsfreund und Rivale in den Weg, sondern auch ein Team von Superschurken. Letzteres hört in Strahlender Diamant und Leuchtende Perle auf den Namen Team Galaktik und gibt vor, eine neue Welt erschaffen zu wollen - hat aber in Wirklichkeit nur Zerstörung im Sinn. Bei all dem steht neben den rundenbasierten Kämpfen mit Wechselwirkungen natürlich wie immer der Sammelaspekt im Vordergrund. Auch in der 4. Generation gab es immerhin schon sage und schreibe 493 verschiedene Pokémon!

Erkundung unter Tage

Widmen wir uns zunächst dem wohl markantesten Feature der 4. Generation: dem Untergrund. Die Sinnoh-Region ist von einem weit verästelten Netz an Höhlen durchzogen, dessen Erkundung sich in den Neuauflagen gleich in mehrfacher Hinsicht lohnt.

Betreten könnt ihr den Untergrund bereits in Ewigenau nach Erhalt des zweiten Ordens. Dort geratet ihr an den Untergrund-Mann, der euch mit Tipps und Tricks zur Seite steht und mit dem ihr unbedingt in Kontakt bleiben solltet, um alle Forschungsmechaniken kennenzulernen. Von ihm erhaltet ihr auch den Forschersack, mit dem ihr euch dann in die verschachtelten Minengänge stürzen könnt.

Beim Bergbauminispiel gibt es viele Schätze zu entdecken, die ihr sonst in Sinnoh nicht finden werdet. Ein Highlight sind die neuen Steintruhen, in denen sich coole Pokémon-Statuen verstecken. Quelle: The Pokémon Company / ILCA Beim Bergbauminispiel gibt es viele Schätze zu entdecken, die ihr sonst in Sinnoh nicht finden werdet. Ein Highlight sind die neuen Steintruhen, in denen sich coole Pokémon-Statuen verstecken. Dort sind zahlreiche Schätze versteckt, die nur darauf warten, von euch ausgebuddelt zu werden. Mit einem Radar spürt ihr funkelnde Stellen an den Wänden auf, bei denen ihr dann in einem Minispiel mit Spitzhacke und Hammer zu Werke geht, um die Steintruhen, Sphären und Fossilien auszugraben.

Im Handheld-Modus der Switch könnt ihr dabei wie früher mit dem Touchscreen arbeiten, wem das zu mühsam ist, der nutzt die Knopfsteuerung. Während ihr die Sphären bei NPCs im Untergrund gegen TMs und andere praktische Gegenstände eintauschen könnt, verbergen sich in den Steintruhen seltene Pokémon-Statuen, die neu in Strahlender Diamant und Leuchtende Perle dazugekommen sind.

Ein Paradies für Jäger und Sammler

Besagte Statuen könnt ihr nutzen, um eure Geheimbasis zu verschönern. Diese Basis ist ein versteckter Rückzugsort, den ihr an einer beliebigen Stelle im Untergrund errichten könnt. Während die Geheimbasis früher wie in der 3. Generation nur mit Möbeln, Kissen und Postern dekoriert werden konnte sowie als euer Standpunkt für das Minispiel "Fahnen erobern" diente, ist sie nun eng mit dem neuen Feature der Pokémon-Unterschlüpfe verbunden.
Die Unterschlüpfe im Untergrund sind nicht nur ein Paradies für Pokémon-Sammler sondern durch die unterschiedlichen Biotope auch optisch ein echter Hingucker. Auf der rechten Seite ist beispielsweise ein steinernes Bollterus zu sehen. Quelle: PC Games Die Unterschlüpfe im Untergrund sind nicht nur ein Paradies für Pokémon-Sammler sondern durch die unterschiedlichen Biotope auch optisch ein echter Hingucker. Auf der rechten Seite ist beispielsweise ein steinernes Bollterus zu sehen. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Biotope, die ihr überall im Untergrund verteilt findet und in denen ihr auf zahlreiche fangbare Pokémon trefft.

Im Unterschied zum normalen Spielverlauf stoßt ihr hier jedoch nicht in Zufallsbegegnungen auf die Taschenmonster. Stattdessen laufen die verschiedenen Arten genau wie zuletzt in Let's Go Evoli und Pikachu sowie Schwert und Schild frei herum. Damit könnt ihr gezielt nach Exemplaren suchen, die euch noch in eurer Sammlung fehlen.

Welche Pokémon dort auftauchen, hängt nicht nur vom jeweiligen Biotop ab. Auch die bereits erwähnten Statuen können beeinflussen, welche Taschenmonster ihr im Untergrund findet - je nachdem, welche der hübschen Skulpturen ihr in eurer Geheimbasis aufstellt. Level-technisch passen sich die Pokémon im Untergrund übrigens an euren Story-Fortschritt an, wodurch ihr dort zu jedem Zeitpunkt starke Mitglieder für euer Team findet.

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ichthys Gelegenheitsspieler/in
        Ja, das ist ja das traurige. Ich fände, man sollte in der nächsten Edition sich weniger auf neue Pokemon als auf die Spielmechanik und den Anspruch konzentrieren. Aber ich fürchte, dass Du Recht hast. Der Erfolg gibt ihnen Recht - leider!
        Die Eltern, welche damit groß wurden, kaufen's halt aufgrund des Namens für ihre Kinder - und für sich selbst. Wir sind ja auch solche "Opfer". ;)
      • Von ichthys Gelegenheitsspieler/in
        Ja, das ist ja das traurige. Ich fände, man sollte in der nächsten Edition sich weniger auf neue Pokemon als auf die Spielmechanik und den Anspruch konzentrieren. Aber ich fürchte, dass Du Recht hast. Der Erfolg gibt ihnen Recht - leider!
        Die Eltern, welche damit groß wurden, kaufen's halt aufgrund des Namens für ihre Kinder - und für sich selbst. Wir sind ja auch solche "Opfer". ;)
      • Von GoodnightSolanin Autor
        Zitat von ichthys
        Ich frage mich, wie ich damals durchgekommen bin, so ganz ohne Internet und so...
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Wirklich guter und treffender Test! (Hinweis: Interpunktion). Die 7/10 finde ich passend, obgleich ich denke, dass eine Dezimalzahl oder Prozentangabe da noch besser wäre. Rein mathematisch kann es ja eine 65 oder 74 sein. Zurück zum Test: Sie müssen echt mit der Vereinfachung aufhören oder aber zwei Modi entwickeln. Anfänger und Experte. Und bei letzterem sollte es schlaue, in gewissem Rahmen mitlevelnde Gegner geben. Das wäre echt mal was. Eventuell sogar mit "game over".
        Dankeschön :) Haha naja auch ohne Internet waren Spiele damals spielbar, man hat nur eben sehr viel mehr Zeit gebraucht :D Ich habs auch schon mehrfach gesagt, ich wäre ebenfalls für zwei Modi. Permadeath wäre natürlich noch mal eine andere kontroverse Diskussion, aber allein höhere Level, mehr Trage-Items wie Anti-Beeren oder Wahlschal/Foksugurt etc., klügere AI inklusive Auswechseln und so, und man würde alte Fans definitiv deutlich mehr abholen. Ich will die Hoffnung auch noch nicht aufgeben, aber die Spiele verkaufen sich halt auch ohne sowas wie geschnitten Brot...
      • Von ichthys Gelegenheitsspieler/in
        Ich frage mich, wie ich damals durchgekommen bin, so ganz ohne Internet und so...
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Wirklich guter und treffender Test! (Hinweis: Interpunktion). Die 7/10 finde ich passend, obgleich ich denke, dass eine Dezimalzahl oder Prozentangabe da noch besser wäre. Rein mathematisch kann es ja eine 65 oder 74 sein. Zurück zum Test: Sie müssen echt mit der Vereinfachung aufhören oder aber zwei Modi entwickeln. Anfänger und Experte. Und bei letzterem sollte es schlaue, in gewissem Rahmen mitlevelnde Gegner geben. Das wäre echt mal was. Eventuell sogar mit "game over".
      • Von GoodnightSolanin Autor
        Zitat von DerGeissler
        Guter Artikel soweit, danke dafür! Das Einzige, was ich absolut nicht unterschreiben kann, und mir auch missverständlich ist, ist Dein Verständnis für die Simplifizierung des Spiels unter dem Deckmantel der Zugänglichkeit für Kinder. Wir waren doch auch mal Kinder. Ich persönlich hab mit sieben Jahren mit der blauen Edition angefangen. Sicherlich erinnerst Du Dich selbst noch, aber damals konnte man Pokemon nicht mal Items geben. Der Lernprozess war auch kein ewig langes Tutorial, sondern eine riesige Menge Trial and Error. Ich erinnere mich noch, wie unfassbar lange ich gebraucht habe, nur um durch den ersten Wald zu kommen, weil die Horde dort lebender Hornlius mein Bisasam ständig vergiftet hat. Da hieß es "zurück zum Pokecenter und Schritte zählen, ob mein Bisasam überhaupt überlebt". Es gab damals auch weder YouTube noch Google, wo man sich hätte Anleitungen suchen können. Es gab nur "auf die Nase fallen bis es klappt". Und trotzdem lieben viele Leute wie Du und ich Pokemon noch zweieinhalb Jahrzehnte später.

        Sind Kinder heute wirklich so dumm, dass sie in einem Spiel so viele Hilfen brauchen? Ich persönlich glaube das nicht. Und ich glaube auch nicht, dass das Pokemon Franchise sich damit einen Gefallen tut. Nicht nur vertreibt es alte Hasen wie mich - es verpasst auch die Chance, die junge Generation 'anzufixen'. Damals in der Grundschule war man ein Held, wenn man die Top4 geschafft hat und alle wollten wissen, mit welchen Pokemon man sich da durchgekämpft hat. Heute ist sowas nichts besonderes mehr. Damals hat man nichtmal davon geträumt, den Pokedex voll zu bekommen. Heute ist ein voller Pokedex schon fast der Standard. Die Serie verliert ihre Herausforderungen. Und damit auch ihre Erfolgsmomente. Ich glaube nicht, dass das ein zukunftsweisender Kurs ist.
        Danke erstmal, freut mich, dass dir der Test gefallen hat. :) Zu deinem Feedback: Ich bin da bei dir und habe mit meinen Aussagen auch nicht gemeint, dass Kinder all das Händchenhalten nötig haben. ich glaube, dass ein Mittelweg zwischen Trial & Error und Tutorial-Dauerfeuer wichtig ist und den schafft man bei Pokémon leider schon länger nicht mehr. Meiner Ansicht nach hält man all diese Hilfestellungen für nötig, auch wenn das in der Gegenwart anders aussehen mag. Auf der anderen Seite erlaubt das extreme Händchenhalten auch immer jüngere Spieler, an den Pokémon-Titeln teilzuhaben. Ich unterschreibe aber absolut deine Aussage, dass nichts davon nötig wäre, auch für Kinder nicht. Wie du schon sagst, damals haben wir das auch nicht "gebraucht".

        Aber wie klug sich die Kinder anstellen und wieviel Hilfestellung sie wollen und brauchen entscheiden nun mal nicht sie selbst, sondern Game Freak und die Pokémon Company - und da will man auf Nummer sicher gehen. Abschließend würde ich also sagen: Die von mir kritisierte Zugänglichkeit für Kinder ist sicher in der Realität für die meisten gar nicht nötig, würde aber behaupten, dass die Entwickler sie als nötig erachten, um so viele Spieler wie nötig abzuholen. Ob man sich damit einen Gefallen tut? Nunja, aus wirtschaftlicher Sicht allem Anschein nach schon, die Verkaufszahlen sprechen schließlich Bände. Dass alte Hasen wie uns sich daran stören und vielleicht nicht mehr zugreifen, ist ein Verlust, den man angesichts des sonstigen Erfolgs in Kauf nimmt (und nehmen kann, leider).

        PS: Ich habe es im Test nicht extra erwähnt, weil es nur eine Kleinigkeit ist, aber das von dir aufgebrachte Beispiel mit dem vergifteten Pokémon könnte in Strahlender Diamant und Leuchtende Perle gar nicht mehr passieren - Gift macht nämlich außerhalb der Kämpfe keinen Schaden mehr. :D
      • Von DerGeissler NPC
        Moin Jonas!

        Guter Artikel soweit, danke dafür! Das Einzige, was ich absolut nicht unterschreiben kann, und mir auch missverständlich ist, ist Dein Verständnis für die Simplifizierung des Spiels unter dem Deckmantel der Zugänglichkeit für Kinder. Wir waren doch auch mal Kinder. Ich persönlich hab mit sieben Jahren mit der blauen Edition angefangen. Sicherlich erinnerst Du Dich selbst noch, aber damals konnte man Pokemon nicht mal Items geben. Der Lernprozess war auch kein ewig langes Tutorial, sondern eine riesige Menge Trial and Error. Ich erinnere mich noch, wie unfassbar lange ich gebraucht habe, nur um durch den ersten Wald zu kommen, weil die Horde dort lebender Hornlius mein Bisasam ständig vergiftet hat. Da hieß es "zurück zum Pokecenter und Schritte zählen, ob mein Bisasam überhaupt überlebt". Es gab damals auch weder YouTube noch Google, wo man sich hätte Anleitungen suchen können. Es gab nur "auf die Nase fallen bis es klappt". Und trotzdem lieben viele Leute wie Du und ich Pokemon noch zweieinhalb Jahrzehnte später.

        Sind Kinder heute wirklich so dumm, dass sie in einem Spiel so viele Hilfen brauchen? Ich persönlich glaube das nicht. Und ich glaube auch nicht, dass das Pokemon Franchise sich damit einen Gefallen tut. Nicht nur vertreibt es alte Hasen wie mich - es verpasst auch die Chance, die junge Generation 'anzufixen'. Damals in der Grundschule war man ein Held, wenn man die Top4 geschafft hat und alle wollten wissen, mit welchen Pokemon man sich da durchgekämpft hat. Heute ist sowas nichts besonderes mehr. Damals hat man nichtmal davon geträumt, den Pokedex voll zu bekommen. Heute ist ein voller Pokedex schon fast der Standard. Die Serie verliert ihre Herausforderungen. Und damit auch ihre Erfolgsmomente. Ich glaube nicht, dass das ein zukunftsweisender Kurs ist.

        Schade drum, aber auch ich werde um die aktuelle Neuauflage einen Bogen machen - obwohl ich mich bei Ankündigung schon so richtig darauf gefreut habe. Sonne/Mond war schon nur noch ein Durchlaufen der Story, bei Schwert/Schild das Gleiche - nur dass das ständige eingreifen der Story (dem "Konkurrenten") noch zusätzlich für Frustration gesorgt hat. Noch einmal mache ich das nicht mit.

        Beste Grüße
        DerGeissler
      Direkt zum Diskussionsende
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