Pillars of Eternity 2: Deadfire-Kolumne zu den Schiffskämpfen auf hoher See - Bizarrre Textgefechte in der Beta-Vorschau

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Kolumne Peter Bathge Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 35,99 €
Pillars of Eternity 2: Deadfire-Kolumne zu den Schiffskämpfen auf hoher See - Bizarrre Textgefechte in der Beta-Vorschau
Quelle: Obsidian Entertainment

Pillars of Eternity 2: Deadfire macht in der Beta-Vorschau bereits einen hervorragenden Eindruck. Aber das Rollenspiel hat ein großes Problem: Trotz Sid-Meier-Anleihen könnten sich die bizarren Text-Schiffkämpfe als Achillesferse des Nachfolgers zu einem der besten RPGs 2015 erweisen. Redakteur Peter Bathge erklärt, was ihn am Ozean-Schach stört.

Pillars of Eternity 2: Deadfire (jetzt kaufen 49,95 € / 35,99 € ) wird allem Anschein nach ein großartiges Rollenspiel und ein mehr als würdiger Nachfolger zu einem meiner Lieblings-RPGs 2015. Den Release am 8. Mai 2018 kann ich jedenfalls kaum abwarten und da geht es bestimmt vielen Fans von Oldie-CRPGs wie Baldur's Gate nicht anders. Dabei ist Pillars of Eternity 2 bei weitem nicht einfach nur "mehr vom Gleichen", wie man es nach dem Erfolg des Erstlings von Entwickler Obsidian erwarten hätte können.

Ähnlich wie einst das deutsche Rollenspiel Risen 2: Dark Waters wendet sich Pillars of Eternity 2 vom klassischen (manch einer sagte damals: eintönigen) Fantasy-Setting des Vorgängers ab und versetzt euch in die von Freibeutern und Seemonstern bevölkerte Südsee. Rund um die Inseln des Deadfire-Archipels nehmt ihr die Spur eines verrückt gewordenen Gottes auf - an Bord eures eigenes Piratenschiffes! Mit einer Weltkarte, die man wie im Klassiker Pirates! erkunden kann, mit Entermanövern und Seeschlachten ... in Textform?!

Pillars of Eternity 2: Seeschlachten wie bei Sid Meier

Im Spielverlauf verbessert ihr euer Schiff mit Upgrades oder tauscht es gegen ein größeres Modell ein. Quelle: Obsidian Entertainment Im Spielverlauf verbessert ihr euer Schiff mit Upgrades oder tauscht es gegen ein größeres Modell ein. Ich liebe Sid Meier's Pirates! - und habe es doch genau wie The Witcher 3 nie gespielt. Also die Ursprungsversion aus dem Jahr 1987 für C64 und MS-DOS. Man möge mir diese Lücke in meinem Videospielwissen verzeihen: Zu dieser Zeit war ich gerade mal ein Jahr alt. Aber die Neuauflage 17 Jahre später, mit 3D-Grafik und bahnbrechenden neuen Features (Tanzen, yay ...) habe ich rauf und runter gespielt. Als Freibeuter die Karibik erkunden, mit meinem Schiff Wind und Wetter trotzen, von einer Insel zu nächsten schippern - Pirates! erzeugt einen sagenhaft süchtig machenden Sog, der mich auf der Suche nach neuen Schätzen nicht loslässt. "Nur noch eine Runde ..." ist ein bekanntes Idiom in Zusammenhang mit der Civilization-Serie, einem weiteren Sid-Meier-Verdienst. Nun, bei mir und Pirates! hieß es damals "Nur noch eine Prise ...", "Nur noch ein Entermanöver ..." - "Nur noch ein Seegefecht ...".

Die Faszination mit Piraten stammt - natürlich! - aus der Kindheit. Welcher kleiner Junge hat sich zu Fasching nicht wenigstens einmal als Freibeuter mit breitkrempigen Hut, Augenklappe und Säbel verkleidet? Eben. Aber auch virtuell konnte ich mich schon früh für ein Leben als Schrecken der Meere erwärmen - wenn es zu Beginn auch eher das eines liebenswert-trotteligen Möchtegern-Piraten war. The Secret of Monkey Island war eines meiner allerersten PC-Spiele. Und später? Da habe ich Der Korsar gespielt, einen heutzutage nahezu unbekannten 2D-Abklatsch von Sid Meier's Pirates!, entwickelt vom französischen Hersteller Microids. Ohne Kenntnis des Originals erschien mir dieser solide Klon wie ein Geschenk des Himmels und monatelang konnte ich damit meine Freibeuter-Fantasien zu Genüge ausleben.

Bis ins hohe (haha!) Alter von nunmehr 31 Jahren habe ich meine Leidenschaft für Pulverschwaden über dem Meer, gereffte Segel und zwischen schiefen Zähnen balancierte Entermesser nicht verloren - mit Assassin's Creed 4: Black Flag und seinen atmosphärischen Seemannsliedern hatte ich endlos viel Spaß. Und als dann mit Rebel Galaxy quasi eine Weltraum-Variante der Ubisoft-Seeschlachten verfügbar war, stürzte ich mich mit Freude darauf. Piraten sind einfach großartig, egal ob auf den sieben Weltmeeren oder im Ozean der Sterne!

Entsprechend angefixt war ich von Pillars of Eternity 2: Deadfire und seinem Seeräuber-Szenario: Ein eigenes Schiff für mich und meine Party? Großartig! Damit wie in Pirates! zwischen Inseln hin und her gondeln, Schätze finden und Häfen ansteuern? Brillant! Gegnerische Schiffe entern mit Kämpfen in Echtzeit? Sensationell! Die Kanonen meines Schiffes wie in einem Text-Adventure abfeuern und Bewegungsbefehle in den Seeschlachten per Multiple-Choice-Dialog geben? Öhm ... wie bitte? Auf der Pillars of Eternity 2-Weltkarte dirigiert ihr euer Schiff in Echtzeit – auf dem Weg zu neuen Locations kommt es zu Zufallskämpfen. Quelle: Obsidian Entertainment Auf der Pillars of Eternity 2-Weltkarte dirigiert ihr euer Schiff in Echtzeit – auf dem Weg zu neuen Locations kommt es zu Zufallskämpfen.

Pillars of Eternity 2-Kolumne: Text statt Action

Erinnert die große Übersichtskarte der Pillars of Eternity 2-Spielwelt noch stark an Sid Meier's Pirates!, könnte das Kampfgeschehen nicht weiter entfernt sein von den simplen aber schmuck inszenierten Duellen zwischen Fregatten und Galeonen aus dem Freibeuter-Klassiker. Laut Obsidian Entertainment, dem besseren Bioware, sind technische Limitierungen der verwendeten Unity-Engine dafür verantwortlich, dass die Schlachten in schnöden Textfenstern stattfinden. Ähnlich wie in den aus Teil 1 bekannten "Scripted Interactions" wähle ich Aktionen à la "Segel setzen" oder "Kanonen abfeuern" wie in einem Text-Adventure aus. Spieler und KI-Gegner wechseln sich rundenweise ab. Kanonen nachladen? Dauert zwei Runden. Und vor dem Abfeuern muss man das Schiff erst einmal in Reichweite bringen und es ausrichten ("Hart nach Steuerbord, zeigt ihm die Breitseite!") - dargestellt wird das alles nur durch ein stilisiertes Boot am unteren Bildschirmende.

In Pillars of Eternity 2: Deadfire finden Seegefechte zwischen eurem und einem feindlichen Schiff auf diesem schmucklosen Bildschirm statt - in Textform! Quelle: Obsidian Entertainment In Pillars of Eternity 2: Deadfire finden Seegefechte zwischen eurem und einem feindlichen Schiff auf diesem schmucklosen Bildschirm statt - in Textform! Dazu gibt es sanftes Meeresrauschen und andere Soundeffekte, die eigene Fantasie schiebt Überstunden. Denn hier gibt's keine fetten Explosionen und schick animierten Rauchschwaden zu sehen, das Höchste der Gefühle sind wechselnde Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Ja, klar, taktisch bieten die Seeschlachten in Pillars of Eternity 2 dann doch alles, was man sich als virtueller Korsar erhofft: Ich entscheide, welche Kanonen ich an Bord nehme, wie meine Mannschaft zusammengesetzt ist, darf den KI-Gegner klug ausmanövrieren. So schieße ich dann langsam die Werte für Segel, Bug und Crew des Gegners zusammen, bis ein Entermanöver fällig wird - und dazu wechselt das Spiel dann wieder in die altbekannte isometrische Ansicht, der Kampf findet in Echtzeit mit Pausenfunktion statt so wie alle restlichen Gefechte von Pillars of Eternity 2.Das aber ausgerechnet das Kampfsystem bei den Schiffen so eine halbgare Rundensache geworden ist (und eben keine runde Sache, ihr versteht?), hat mich dann doch ganz schön enttäuscht. Bei aller Liebe für textintensive Rollenspiele (hey, ich habe immerhin Torment: Tides of Numenera durchgespielt!), das ist selbst mir dann doch etwas zu spröde! Wenn ihr mich deswegen eine Grafikhure nennen wollt, dann nur zu, aber dynamische Schiffskämpfe brauchen in meinen Augen einfach eine fesche Inszenierung mit viel Rabatz. Klar, mit seinen statischen 2D-Hintergründen wäre das in Pillars of Eternity 2 nur schwer umzusetzen gewesen, keine Frage. Aber in dem Fall hätte ich lieber ganz auf die Seegefechte verzichtet! Warum nicht einfach sofort zum Entern übergehen?

Eure Schaluppe hat ein eigenes Inventar. Ihr heuert Crew-Mitglieder an und tauscht Kanonen oder andere Ausrüstungsgegenstände aus, das beeinflusst die Kampfwerte. Quelle: Obsidian Entertainment Eure Schaluppe hat ein eigenes Inventar. Ihr heuert Crew-Mitglieder an und tauscht Kanonen oder andere Ausrüstungsgegenstände aus, das beeinflusst die Kampfwerte. Zum Glück hat Obsidian ein Einsehen mit all jenen Spieler, die wie ich schon in der Pillars of Eternity 2-Beta nach kurzer Zeit genug von den kruden (und zähen, so ein Textkampf kann sich minutenlang hinziehen!) Schiff-gegen-Schiff-Duellen hatten: Im fertigen Spiel wird sich der Schiffskampf überspringen lassen, der durch das Kanonenfeuer verursachte Schaden am eigenen Trawler und dem des Gegners wird dann vom Computer berechnet. Gott sei Dank! Die verpassten Seeschlachten hole ich dann einfach in Pirates! nach - ist eh schon wieder viel zu lange her, dass ich das gespielt habe ...

Pillars of Eternity 2: Deadfire erscheint am 8. Mai 2018, der Release erfolgt vorerst exklusiv für PC. Umsetzungen für Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch sollen im Laufe des Jahres folgen.

Bildergalerie

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SamuelDonar Gelegenheitsspieler/in
        Pillars of Eternity 2-Bildergalerie - Erstes Bild:

        Die Heldengruppe erreicht das Sumpflager in Gothic 1. War so mein erster Gedanke. :D
      • Von SamuelDonar Gelegenheitsspieler/in
        Pillars of Eternity 2-Bildergalerie - Erstes Bild:

        Die Heldengruppe erreicht das Sumpflager in Gothic 1. War so mein erster Gedanke. :D
      • Von Dodo1995 Gelegenheitsspieler/in
        Die eigene Burg in POE war schon die größte Schwäche des Spiels, ich hoffe die machen die eigenen Basis dieses mal mehr als sinnlosen filler.
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