Pentiment im Test: Obacht, ein bayerisches RPG-Meisterwerk!

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Test Maci Naeem Cheema - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Pentiment im Test: Obacht, ein bayerisches RPG-Meisterwerk!
Quelle: Microsoft

Der unscheinbare Rollenspiel- und Adventure-Hybrid Pentiment vom Xbox-Studio Obsidian setzt auf eine historische und vielschichtige Darstellung von Europa. Die im 16. Jahrhundert angesiedelte und visuell einzigartige Detektivgeschichte über einen Nürnberger Künstler, der das Schicksal eines kompletten Dorfes in seinen begabten und farbbefleckten Händen hält, ist meisterlich erzählt. Warum Pentiment neben God of War: Ragnarök oder Elden Ring zu den spielerischen Höhepunkten des Jahres und den besten Rollenspielen zählt, klären wir im Test.

Abseits von As Dusk Falls war es ein recht ruhiges Jahr aus Sicht des großen Playstation-Konkurrenten Xbox, doch umso fulminanter könnte 2022 für den Branchenriesen enden: Das Prestige-Studio Obsidian Entertainment, seit 2018 Teil der riesigen Xbox-Familie, zählt zu den begabtesten RPG-Entwicklern überhaupt und möchte nun mit dem mittelalterlichen Adventure-RPG Pentiment an diese Erfolge anknüpfen. Ob das neu etablierte Sci-Fi-RPG The Outer Worlds, die zwei mit Ubisoft entwickelten South Park-Spiele, Pillars of Eternity oder Fallout: New Vegas, wenn das knapp 240 Köpfe umfassende Team ein neues Videospiel enthüllt, dann sind Aufregung und Lob nicht fern.

Entwicklergröße Josh Sawyer, Creative Director und Schlüsselfigur von einigen der aufgezählten Spiele, hat sich nun mit einem kleinen Team einen Traum erfüllt, der bis in die 90er-Jahre zurückgeht: ein historisch angehauchtes Adventure-RPG im späten Mittelalter, mit komplexen Geschichten, sauschwierigen Entscheidungen, einer Leidenschaft für Buchdruck und Schriftkunst und etlichen Story-Wendungen. Und das sich passenderweise visuell eindrucksvoll ins Buchformat fügt.

Wir verraten in unserem Test mitsamt Review-Video, warum Pentiment (jetzt kaufen 19,99 € ) trotz geringem Gameplay-Konstrukt, hohem Leseaufwand und wenig spielerischer Abwechslung zu den ganz großen Titeln 2022 und den besten Rollenspielen der letzten Jahre zählt.

Der große Europa-Umschwung im kleinen Bayern

Die Handlung von Pentiment fokussiert sich auf den aufstrebenden Künstler Andreas Maler, der aus Nürnberg in die große, weite Welt gezogen ist, um sich seinen ambitionierten Traum vom Meisterkünstler zu erfüllen. Dabei wandern wir nicht durch diverse europäische Länder des 16. Jahrhunderts und erleben ein großes, episches Abenteuer, sondern finden uns im kleinen und intimen Dorf Tassing wieder.

Inmitten der malerisch eingefangenen bayerischen Alpen. Der Zeitpunkt, den sich Andreas für die Arbeit im Skriptorium der nahe gelegenen Abtei Kiersau ausgesucht hat, ist dabei aus diversen Gründen spannungsreich.

javascript:loadCOSEStep('media'); Quelle: Obsidian Entertainment Pentiment im Test: Obacht, ein bayerisches RPG-Meisterwerk!

Zum einen stehen große Veränderungen vor der Tür, die politischer, gesellschaftlicher und religiöser Natur sind. Die Reformation der Kirche, geprägt durch die 95 Thesen von Martin Luther, sorgt auch in Tassing für viel Gesprächs- und Zündstoff. Ebenso werden diverse Kriege und Reibereien großer, lokaler Machtpersonen des Öfteren in Gesprächen, Briefen und anderen Informationsquellen angeschnitten.

Pentiment setzt zwar auf eine fiktive Stadt und eine frei erfundene Geschichte, stützt sich dabei aber natürlich enorm auf historische Personen, Werke und Fakten, die das 16. Jahrhundert mitgeprägt haben. Doch darüber hinaus steht Tassing auch direkt vor einer Tragödie, die sich über 25 Jahre strecken wird und dabei gravierenden Einfluss auf Einzelschicksale und die Situation der gesamten Gesellschaft mit sich bringt.

Uff, noch ein bayerischer Krimi?!

Wie das stille und friedliche Dorf zum Zentrum eines Mordes wird? Nun, zu Beginn des Abenteuers treffen wir auf den kultivierten und privilegierten Baron Lorenz von Rothvogel. Ein Geldgeber der Abtei, der innerhalb von Tassing einen auffällig schlechten Ruf hat.

Wie erschreckend schlecht sein Ruf ist, erfahren wir erst im weiteren Verlauf, so kann es uns niemand verübeln, dass beim ersten Kennenlernen ein locker-tiefgründiges Gespräch über Gott, Astrologie und unsere bisherige Ausbildung entsteht, bei dem gegenseitige Sympathie mitschwingt. Der Baron ist ein sehr wissbegieriger und aufgeschlossener Mann, doch wie bei so vielen Dingen in Pentiment ist der erste Eindruck nur die Spitze des Eisbergs.

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    • Kommentare (43)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von FeralKid Spiele-Kenner/in
        Zitat von McTrevor
        Das ist korrekt. Da muss schon der richtige Mutterkonzern dahinterstecken. ?
        Weiß ich doch bei dir. Brauchste nicht extra nochmal zu betonen. ;)
        Aber deswegen musst du das ja nicht auf andere übertragen.
      • Von FeralKid Spiele-Kenner/in
        Zitat von McTrevor
        Das ist korrekt. Da muss schon der richtige Mutterkonzern dahinterstecken. ?
        Weiß ich doch bei dir. Brauchste nicht extra nochmal zu betonen. ;)
        Aber deswegen musst du das ja nicht auf andere übertragen.
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Garfield1980
        Das Spiel schafft es nicht das ich eine wirkliche Bindung zu den Charakteren aufbaue. Es gibt 3 Charaktere die ich nicht mag, ansonsten sind mir die Charaktere egal.
        Genau das ging mir komplett anders. Man "lebt" quasi über "Jahrzehnte" mit diesen Charakteren. Ich hatte am Ende regelrecht Lieblings und Hassfiguren. Dazu gehört auch, dass man das Alltägliche mit ihnen teilt, wie Mahlzeiten. Im dritten Akt
        die Weihnachtsfeier, als alle zusammenkommen, fand ich alleine schon unglaublich stimmungsvoll.


        Allerdings: Wenn das nicht zündet, das ist ganz klar ein Kernelement des Spiels. Und auch wie man das Ende empfindet, hängt stark davon ab, inwieweit man sich in Ort und Charaktere einfühlen kann. Wie du selbst sagst, spielerisch ist nicht viel drin.

        Generell würde ich mir gerne auch klassische RPGs wünschen, die eine ähnliche Struktur haben. Keine 50.000 Locations zwischen Himmel, Erde, Mordor und zurück. Sondern eine Location mit einer eingschränkten Zahl an Charakteren im Wandel der Zeit. Spiele wie Pentiment machen vor, dass das einen ganz eigenen Reiz haben kann. Wie auch im 1990er-Adventure "The Last Express".
      • Von McTrevor Mitglied
        Das ist korrekt. Da muss schon der richtige Mutterkonzern dahinterstecken. ?
      • Von FeralKid Spiele-Kenner/in
        Zitat von ElvisMozart
        Nein, nicht, weil PC Games das schreibt, sondern du!?
        "Schön, dass es so ein Meisterwerk geworden ist"

        Naja, 90% hast jetzt nicht direkt erwähnt. Aber alles mit 88% oder drunter ist für dich ja so la la und kein wirkliches Highlight :)
        Wieso ich?

        Die PC Games schreibt, Pentiment sei ein Meisterwerk geworden. Das habe ich aufgegriffen. Na und?
        Wo drückt denn der Schuh nun wieder bei Dir :-D

        Ich mache Meisterwerke sicher nicht am Metacritic fest. Du etwa?
      • Von ElvisMozart Hobby-Spieler/in
        Zitat von FeralKid
        Wenn die PC Games das schreibt...?
        Ich habe allerdings auch nie behauptet, dass ein Meisterwerk nicht auch eine Wertung unter 90 haben kann. Wo kommt das nur wieder her... :-D
        Nein, nicht, weil PC Games das schreibt, sondern du!?
        "Schön, dass es so ein Meisterwerk geworden ist"

        Naja, 90% hast jetzt nicht direkt erwähnt. Aber alles mit 88% oder drunter ist für dich ja so la la und kein wirkliches Highlight :)
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