Paraworld
Ungewöhnliche Story
Nicht nur der Army Controller ist genreuntypisch. Auch bei der Hintergrundgeschichte haben sich die Paraworld-Macher auf ein Abenteuer eingelassen: Dinosaurier, Asiaten, Wikinger, Nomaden, Erdlinge und kampfkräftige Wissenschaftler ringen um die Zukunft einer Parallelwelt. Tatsächlich wirkt die Storyline von Paraworld oft wie ein Flickenteppich und der Beginn der Einzelspielerkampagne ist aufgrund pseudowissenschaftlicher Dialoge eher lahm.
Nach einigen Levels gewinnt die Handlung allerdings deutlich an Fahrt. Ein schöner Plot aus Intrigen und Machtkämpfen in der neuen Welt entfaltet sich. Dabei bleiben die Helden nicht immer bierernst. Die blonde Forscherin Stina Holmlund posiert ganz im Stil der Titanic-Heldin Kate Winslett am Bug des Schiffes und Ingenieur Béla Andràs Benedek sinniert, dass er - wie Mitstreiter Cole - hätte Geologie studieren sollen. In diesem Fach erlerne man scheinbar nicht nur den Umgang mit dem Schwert, sondern auch wie man einen Tyrannosaurus Rex erlegt.
Zur guten Grundstimmung tragen maßgeblich die deutschen Synchronsprecher bei. Wir testeten Paraworld zwar mit englischer Sprachausgabe, hatten aber kurz vor Redaktionsschluss Gelegenheit, in die deutsche Version reinzuhören. Obermotz Jarvis Babbit ist mit dem Sprecher von Anthony Hopkins belegt und die Stimme des findigen Wissenschaftlers Benedek übernimmt Andreas Fröhlich, auch als John Cusack oder Edward Norton bekannt.
Durchdachtes Leveldesign
Im Grunde sind Echtzeit-Strategiespiele immer nach dem gleichen Muster gestrickt: Man beginnt die Kampagne mit einer Fraktion und macht sich während der Missionen langsam, aber sicher mit den Einheiten und Gebäuden der jeweiligen Seite vertraut. Sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft, beginnt der Spieler mit einer anderen Fraktion von vorn. Paraworld ist in diesem Punkt anders. Zwar werden Ihnen nach bewährter Methode alle Völker vorgestellt, in einigen Missionen bestimmen Sie jedoch vor Spielbeginn selbst, mit welcher Fraktion Sie in die Schlacht ziehen.
Dazu ist das Design der insgesamt 16 Levels überdurchschnittlich gut geworden. In fast jeder Mission gilt es, neben den Hauptzielen auch Nebenquests zu lösen, die entweder das Erreichen des eigentlichen Ziels erleichtern oder Vorteile für den nächsten Level verschaffen. Nehmen Sie zum Beispiel zusätzlich zur Hauptaufgabe einige Gefängnisse ein und befreien deren Insassen, stehen Ihnen die Befreiten beim Endgefecht zur Seite und Sie erhalten außerdem Punkte, die Sie vor dem nächsten Level in mehr oder bessere Starteinheiten investieren können. Viele Missionen fallen so wesentlich leichter.
Neben typischen Aufbaumissionen, an deren Ende eine große Schlacht steht, bietet Paraworld auch spannende Storyline-Levels. Hier stehen Ihnen gerade mal ein paar Helden und - wenn überhaupt - eine Handvoll Getreuer zur Verfügung, um die gestellte Aufgabe zu lösen. Bestes Beispiel ist eine Arenamission: Hier müssen Sie im Kampf gegen wilde Dinosaurier und Gladiatoren beweisen, dass Ihre drei Protagonisten die lang erwarteten Auserwählten einer alten Prophezeiung sind. Einziger Wermutstropfen: So schön die Missionen auch sind, einen echten emotionalen Höhepunkt gibt es nicht.
