ParaWorld: Tagebuch #2 - das Szenario, die Story, die Protagonisten
Die Ausgangssituation
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Die Charaktere hatten wir nun entworfen. Nun galt es die nächste Frage zu beantworten: Wie werden sie in die Paraworld verschlagen? Mit der ursprünglichen Idee - dem Verschwinden während eines Segeltrips - hatten wir uns nie so richtig angefreundet. Eine ganze Geschichte auf einem solchen Zufallsereignis aufzubauen, erschien uns nicht wirklich passend, schlüssig und interessant genug.
Unabhängig voneinander finden Stina, Cole und Bela Hinweise, die Fragen aufwerfen und die Vermutung nahe legen, dass es so etwas wie eine Verbindung zu einer anderen Welt geben muss. Die SEAS befürchten, dass ihr Geheimnis entdeckt und an die Öffentlichkeit getragen werden könnte. So nutzen sie ihren Einfluss, um zu verhindern, dass ein von Anthony verfasster Artikel über merkwürdig verdrehte Steinsedimente in einem Indianerreservat Nevada erscheinen kann. Letztendlich sehen sie keine andere Möglichkeit mehr, als die Helden durch einen Trick während einer Flugzeugreise in die Paraworld zu befördern.
Warum haben die SEAS sie nicht einfach umgebracht oder umbringen lassen? Die Frage stellt sich natürlich. Dazu gebe ich zu bedenken, dass es sich bei ihnen um eine Gruppe von Wissenschaftlern handelt - nicht um eine Ansammlung von Gangstern. Tricks, Kniffe und Manipulation sind bevorzugte Methoden, das Ausüben von Gewalt wird eher als unangemessen angesehen. Natürlich gibt es auch unter den SEAS den einen oder anderen radikalen Zweig, der brutaleren Methoden gegenüber dennoch aufgeschlossen wäre.
Wenn die SEAS merken, dass ihnen jemand auf den Fersen ist, versuchen sie denjenigen davon zu überzeugen, ihrem Bund beizutreten und sie zu unterstützen. Und wenn das nicht funktioniert, versuchen sie denjenigen auf irgendeine Weise in die Paraworld zu locken und ihn dort seinem Schicksal zu überlassen. Dieses Vorgehen hat sich in der Vergangenheit schon mehrfach bewährt...
...das wird im Verlauf des Spiels klar.
Um den bisherigen Vorgang bisher nochmals Revue passieren zu lassen: zuerst erarbeiteten wir eine Zeitachse. Von dieser ausgehend entwickelten wir die Charaktere und den Ansatz der Story von Paraworld. Die Grundvoraussetzungen waren geschaffen, jetzt ging es an die Details. Ein iterativer Prozess, bei dem man nach und nach aus dem Groben heraus Schritt für Schritt verfeinert.
Zuerst entwarfen wir die Schlüsselszenen. Diese sind zentral und waren unsere festen Ankerpunkte in der Geschichte für alles, was folgen würde. Mit ihnen als Orientierung machten wir uns daran, den Rest des Geschehens nach und nach zu stricken. Und letztendlich - darauf aufbauend - auch die Levels zu entwerfen.
Es ist wichtig zu betonen, dass es uns darum geht mit Paraworld eine Geschichte zu erzählen. Obwohl es sich dabei nicht um ein Rollenspiel oder ein Adventure handelt! Was nicht heißt, dass andere Strategiespiele keine Geschichte keine wirkliche Story haben. Unser Ansatz ist aber ein anderer. Für uns sind die Levels ein Instrument, um die Geschichte zu erzählen - nicht umgekehrt. Und dementsprechend sind sie in die Einzelspielerkampagne eingebettet.
