Die wichtigsten Marken, Erfolge und Flops
Paradox Interactive entwickelt selbst wichtige Marken wie Europa Universalis, vertreibt aber auch Spiele anderer Entwickler. Darunter Hits wie Cities: Skylines. Allerdings verzeichnete der Publisher auch schon einige Flops.
In diesem Artikel
Die wichtigsten Paradox-Marken
Drei über viele Jahre optimierte Spielereihen und ein ambitionierer Neuanfang eint eine Konstante: Sie laufen alle in Echtzeit ab. Rundenstrategie? Nicht mit Paradox!
Crusader Kings
Was der erste Teil durch Programmfehler und spröde Optik an Potenzial liegen ließ, erreichte im Nachfolger volle Blüte. Die RPG-Brettspiel-Wurzeln von Paradox schimmern hierbei durch: Ihr übernehmt die Rolle einer mehr oder weniger einflussreichen Person im Mittelalter (Fürst, Königin, Sultan) und kümmert euch im Lauf der Jahre um eure Dynastie. Brudermord und andere skurrile Ereignisse sorgen für einen unendlichen Fundus amüsanter Spielergeschichten. Bei Teil 2 erkannte Paradox dieses Potenzial und bewarb den Titel mit einer Reihe lustiger Trailer. Die Crusader Kings 2-Videos zu den Sieben Todsünden wurden mit Beteiligung von Mitarbeitern aus der Stockholmer Firmenzentrale geschossen und erreichten schnell Kultstatus.
Quelle: PC Games
Europa Universalis 4 ist ein Musterbeispiel für die Art von Grand Strategy Games (Globalstrategie-Spielen), für die das Paradox-Entwicklerstudio bekannt ist.
Europa Universalis
Europa Universalis ist ein Globalstrategie-Spiel (englisch: "Grand Strategy") und hat sich über eine Million Mal verkauft. Mit einer durchschnittlichen Spielzeit von über 190 Stunden pro Spieler bewegt sich Teil 4 in den Sphären eines Civilization 5, läuft aber wie alle Spiele in diesem Textabschnitt in Echtzeit ab. Als Herrscher über ein Volk strebt ihr die Weltherrschaft an - oder wonach euch sonst der Sinn steht.
Hearts of Iron
Der Zweite Weltkrieg ist die Bühne für dieses sogenannte "Wargame". Aufseiten einer beliebigen Nation (auch einer noch so unbedeutenden!) bereitet ihr euch auf den Weltenbrand vor, produziert Kriegsgerät und verlagert es an die Front. Jede Menge Mikromanagement beglückt Logistik-Enthusiasten, schreckt aber zusammen mit der spröden Präsentation etliche Spieler ab. Teil 4 verkauft sich dann jedoch satte 200.000 Mal - in zwei Wochen!
Stellaris
Erstmals geht's für Paradox ins All, aus dem Stand erschaffen Henrik Fåhraeus und sein Team von Crusader Kings 2 eines der aktuell besten 4X-Spiele im Stil von Master of Orion. 500.000 verkaufte Exemplare innerhalb eines Monats sprechen eine deutliche Sprache. Besonders toll: wie sich jeder Spieler seine Lieblingsrasse aus Weltraum-Vögeln, Space-Schnecken oder gar Planeten-Pilzen zusammenbauen und ganz eigene Abenteuer erleben kann.
Die größten Publisher-Erfolge
Quelle: PC Games
Cities: Skylines war so erfolgreich, selbst unsere ehemalige Chefredakteurin Petra Fröhlich wurde von der Faszination des Spielprinzips gefangen genommen.
Paradox bewies mehr als einmal ein gutes Näschen für extern entwickelte Projekte. Nach Anfangsschwierigkeiten unter der ursprünglichen Führung hat sich das Stockholmer Unternehmen zu einem PC-fokussierten Power-Publisher entwickelt.
Cities: Skylines
Nach dem Sim City-Flop scheint das Städtebau-Genre dem Untergang geweiht. Doch ein kleines Studio aus Finnland macht alles richtig, was das große Electronic Arts und Sim City-Erfinder Maxis zuvor falsch gemacht haben. Cities: Skylines ist ein Millionenseller, auch weil Macher Colossal Order die Schranken für Modder aufhebt. In kürzester Zeit entwickelt sich eine aktive Mod-Community, welche die Langlebigkeit des Spiels erhöht - à la Paradox.
Mount & Blade
Zusammen mit dem Ableger Warband einer der Überraschungs-Hits im Paradox-Katalog. Von Spielern verbreitete Geschichten über ihre Abenteuer in einer glaubwürdigen Mittelalterwelt locken immer wieder neue Interessenten an. Im Juli 2015 sind es schon sechs Millionen! Trotz Murksgrafik und steiler Lernkurve begeistert das Sandbox-Rollenspiel die Massen. So sehr, dass Entwickler Taleworlds den Nachfolger Bannerlord ohne Paradox-Hilfe selbst veröffentlichen wird. Laut eigener Aussage trennten sich die Unternehmen in Freundschaft.
Quelle: PC Games
Mount & Blade und der Nachfolger Warband erscheinen unter dem Paradox-Label und waren riesige Erfolge.
Magicka
1,3 Millionen verkaufte Exemplare und vier Millionen DLCs (Stand 2012): Mit diesen fantastischen Zahlen hatte niemand bei Paradox gerechnet, als man das lustige, aber auch anfangs stark verbuggte Koop-Zauberspiel für vier magisch begabte Kuttenträger von Arrowhead Studios unter Vertrag nahm. Unter anderem dank Magicka stieg der Profit von Publisher Paradox im Jahr 2011 um 250%, was den Schweden Raum für weitere Expansion gab. Auch bei dieser Spielereihe führte der sehr spezielle Humor der Paradox-Mitarbeiter zu einer Reihe von abstrusen Werbevideos, in denen Entwickler in Magierkutten zu viel Klamauk vor der Kamera herumhampelten.Obsidian-Spiele
Pillars of Eternity war eines der besten Rollenspiele 2015 - das sagt im Jahr von Fallout 4 und The Witcher 3 viel aus. Paradox vereinbarte mit Entwickler Obsidian einen Publishing-Vertrag für das über Kickstarter finanzierte RPG. Der Lohn der Mühen waren eine halbe Million verkaufter Exemplare zwischen März und Oktober 2015 sowie eine Fortführung der Kooperation mit Obsidian für dessen neues Party-Rollenspiel Tyranny.
Die schlimmsten Flops
Nicht jedem Paradox-Spiel ist Hit-Status garantiert. Zum Abschluss unseres Specials listen wir vier Projekte auf, die entweder frühzeitig abgebrochen wurden oder als besonders miese Ansammlung von Programmzeilen in die Geschichte eingingen.
East vs. West: A Hearts of Iron Game
Über drei Jahre lang werkelte ein winziges Team bei Entwickler BL Logic an dieser Auskopplung der Hearts of Iron-Serie auf Basis der da schon hoffnungslos veralteten Clausewitz-Engine. 2014 folgte dann endlich - nach mehreren Terminverschiebungen - der Gnadenschuss für das Projekt.
Quelle: PC Games
Gettysburg: Armored Warfare ist eines der Negativbeispiele für von Paradox vertriebene Spiele. Das Ein-Mann-Projekt ist ein Ausbund an Programmfehlern.
Gettysburg: Armored Warfare
Das Ein-Mann-Projekt, das Strategie und Third-Person-Action vor dem Hintergrund einer modernen Variante der Schlacht von Gettysburg vermischte, erschien 2012. Spieler und Presse zerpflückten das mit massiven Fehlern behaftete Spiel erbarmungslos. Und womit? Mit Recht!
Runemaster
Prozedural generierte Inhalte wie in No Man's Sky sollten das Rollenspiel von den zuvor intern entwickelten Paradox-Titeln abheben. Trotz mehrerer Neu-Designs während der Entwicklung konnte das Spiel "nicht die von uns bei Paradox gesetzten Standards erfüllen", so COO Susana Meza Graham.
Salem
Das MMOG mit starkem Crafting-Fokus, Permadeath und Free2Play-Mechanik hing über ein Jahr in der wenig populären Betaphase fest. Schließlich einigten sich Paradox und der Zwei-Mann-Entwickler Seatribe im Juni 2013 auf die Auflösung des Publishing-Vertrags. Salem lässt sich kostenlos spielen.

Die Entwickler hatten oft zu kämpfen, aber man kümmerte sich um die Spieler und meist hat man nur den einen großen Erfolg gebraucht, um genug zu verdienen. Heute ist sowas selten.
Paradox verdient gut und deren Preise sind mehr als fair.
Darüber noch Mod-Support, sehr gute Qualität, Kommunikation mit der Community usw.
Viele der Paradox-Spiele sind zwar nicht mein Genre, aber bei Cities versenke ich immer wieder gerne mal ein paar Stündchen.
Ich persönlich wünsche Paradox weiterhin viel Erfolg und das sie ihren weg weitergehen.