30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 3

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Special Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 3
Quelle: PC Games

Drei Jahrzehnte, 362 Hefte, Dutzende Autoren, Hunderte Kollegen, unzählige Spiele - das ist die bewegte Geschichte der PC Games. Wir laden euch ein auf einen Trip in die Vergangenheit, von unseren Anfängen bis in die Gegenwart. Im dritten Teil unserer großen Rückblick-Serie brechen neue Zeiten an: Valve und World of Warcraft verändern die PC-Gaming-Szene, starke Konsolen erobern den Markt und wir stellen unser Team mehrmals komplett auf den Kopf.

Weiter geht es mit unserem großen Rückblick, in dem wir die Heftgeschichte der PC Games von vorne bis hinten aufrollen. Im letzten Teil haben wir gerade 2003 hinter uns gelassen, und das bedeutet: Uns steht ein besonders spannende Zeit bevor. Eine Zeit, in der World of Warcraft die Konkurrenz vom Bildschirm fegt, in der Weltklasse-Konsolen endgültig mit dem PC mithalten können - und in der Valve einen bahnbrechenden Shooter veröffentlicht, der viele PC-Spieler anfangs große Überwindung kostet. Denn zum ersten Mal sehen sich viele mit Steam konfrontiert, einer Plattform, die anfangs noch für massig Diskussionsstoff sorgt - und heute aus der Welt der PC-Spiele nicht mehr wegzudenken ist.

Wie auch in den letzten beiden Teilen unseres Rückblicks gibt es die komplette Artikelstrecke auch (in zusammengefasster Form) als extra umfangreiche Video-Reportage. Das Video kommt auf fast 33 Minuten Laufzeit und deckt unsere komplette Heftgeschichte von 1992 bis heute ab - schaut einfach mal rein! Den Beitrag findet ihr natürlich auch auf unserem Youtube-Kanal.
Artikel verpasst? Hier findet ihr die anderen Teile unserer Reihe:
Erster Teil: 1992 bis 1997
Zweiter Teil: 1998 bis 2003
Vierter Teil: 2009 bis heute

2004: Half-Life 2 exklusiv

Das Personalkarussell dreht sich auch in diesem Jahr wieder. Christoph Holowaty erbt den Chefredakteursposten von Christian Müller, er teilt sich die Rolle nun mit Petra Maueröder (aus der übrigens noch im gleichen Jahr Petra Fröhlich wird). Holowaty ist den Lesern vor allem als rasender Reporter bekannt, der unermüdlich Entwicklerstudios aus aller Welt abklappert und die DVD mit Video-Berichten füllt. Das mit Abstand gefragteste Thema zur dieser Zeit: Half-Life 2. Nachdem der gehypte Shooter im Oktober 2003 unfertig geleaked und danach ein ganzes Jahr verschoben wurde, ist es 2004 endlich so weit: Valve lädt pro Land ein Magazin ein, um das meisterwartete Spiel der letzten Jahre zu testen. PC Games bekommt den Zuschlag und schickt ein grinsendes Team nach Seattle. Das Warten hat sich gelohnt, Half-Life 2 staubt die beste Wertung seit Wing Commander 3 ab und setzt zig neue Standards. In dem aufwändigen XXL-Test auf 16 Seiten ziehen Thomas Weiß und Heinrich Lenhardt alle Register, der Artikel kommt wunderbar bei den Lesern an. Dazu gibt's auch einen umfangreichen Video-Bericht auf der DVD mit exklusiven Spielszenen.
Der deutschlandexklusive Test zu Half-Life 2 war ein Brett: 16 prallvolle Seiten, tolle Gestaltung, ein aufwändiger Text und dazu eine Hammer-Wertung von 96 Punkten. Quelle: PC Games Der deutschlandexklusive Test zu Half-Life 2 war ein Brett: 16 prallvolle Seiten, tolle Gestaltung, ein aufwändiger Text und dazu eine Hammer-Wertung von 96 Punkten. Auch wenn Half-Life 2 das Cover-Thema schlechthin ist, tut sich auch inhaltlich was. Im gleichen Heft startet nämlich auch eine neue Rubrik, die es nirgendwo sonst gibt: In der "Sneak Peek" laden wir mehrere Leser in die Redaktion ein, wo sie dann ein brandneues Spiel noch vor Release ausführlich spielen können. Ihre Eindrücke verarbeiten wir dann zu einem Vorab-Test, in dem alle Leser erzählen, was sie wirklich über das Spiel denken. Das Format ist aufwendig, mit Vorbereitung und Nachlese fallen stets mehrere Arbeitstage an, Wochenende inklusive. Trotzdem lieben wir unsere Sneak Peek! Denn wo sonst kann man sich mal in der Ruhe mit den Lesern unterhalten und echte Stimmen direkt beim anzocken einfahren? Die Sneak Peek werden wir noch viele Jahre beibehalten.
Leider gilt das auch für die allseits verhasste Handyporno-Werbung, die sich schon seit 2003 vereinzelt im Heft befand. Die peinliche Anzeige wuchs in den nächsten Ausgaben sogar noch auf eine ganze Seite an - gut fürs Anzeigengeschäft, aber schlecht für unser Image: Viele Leser beschweren sich über die Anzeigen und auch in der Redaktion hätten viele den Schmuddelkram lieber heute als morgen aus dem Heft gekickt.

Valve macht Dampf

Mit Half-Life 2 rückt auch Steam endgültig in unseren Fokus. Valves Online-Shop gab es da zwar schon seit einem Jahr, doch bis zu Half-Life 2 spielte er schlichtweg keine Rolle. Nun sehen sich Shooter-Fans aber endgültig mit der neuen Plattform konfrontiert. Die Resonanz ist geteilt, viele Spieler hassen die Idee, an einen Account geknüpft zu sein und wünschen sich ihre Spiele klassisch auf einem Datenträger. Die Industrie dagegen jubelt, sieht sie doch endlich die Chance, den verhassten Raubkopien einen Riegel vorzuschieben, die auf dem PC für heftige Verluste sorgen. Auch wenn es noch Jahre dauern soll, bis sich andere Hersteller auf Steam & Co. einlassen, setzt sich das Konzept langfristig durch. Heutzutage sind Download-Spiele mit Accountbindung völlig normal und machen Kopierschutzmethoden à la Securom meist überflüssig. Auch das Patchen von PC-Spielen wird zum Klacks, Entwickler können nun bis zur letzten Sekunde an ihren Werken feilen und müssen sich keine Gedanken mehr darüber machen, was sie auf die Goldmaster-DVD pressen. Schließlich kann's der Day-1-Patch richten, bevor jemand etwas merkt. Das alles war 2004 natürlich noch Zukunftsmusik. Doch letztendlich hat Valve die Welt der PC-Spiele damals für immer verändert.

Azeroth öffnet seine Pforten

Das zweite große Thema, das die Gaming-Szene völlig auf den Kopf stellt, ist natürlich World of Warcraft: Das Online-Rollenspiel schlägt Ende 2004 dermaßen ein, dass der Erfolg selbst Blizzard völlig überrollt. Schon nach wenigen Monaten wird das MMO so intensiv gezockt, dass viele Spieler gar nichts anderes mehr tun - oder erst mit World of Warcraft auf den Geschmack gekommen sind und Gaming als Hobby für sich entdecken. Für PC Games ist das Fluch und Segen zugleich. So gibt es schlagartig Unmengen an Leuten, die begeistert WoW spielen - doch an Kaufberatung für andere Games sind sie schlichtweg nicht mehr interessiert. Blöd, wenn man ein Heft hat, das überwiegend aus Tests und Previews besteht!

Erschöpft zeigen Felix Schütz und Layouter Alfonso Costanza (rechts) ihren fast fertigen Entwurf für unser WoW-Poster. Quelle: PC Games Erschöpft zeigen Felix Schütz und Layouter Alfonso Costanza (rechts) ihren fast fertigen Entwurf für unser WoW-Poster. Andererseits können wir uns an dem Thema nun so richtig abarbeiten: Ein kleines, bunt gemischtes Team kümmert sich die nächsten Monate deshalb um nichts anderes, als Blizzards Online-Spielwiese von vorne bis hinten abzugrasen. Es entstehen monatliche Tipps und ein riesiges Azeroth-Doppelposter, das wir bald zigfach nachproduzieren müssen.

Die Nachfrage nach Tipps zu World of Warcraft ist so groß, dass wir gleich unser erstes WoW-Sonderheft in Angriff nehmen. Das Projekt wird zur Herzensangelegenheit, in der Kaffeeküche finden sich überraschend viele Mitstreiter. Ein Klassenguide kommt von unserem IT-Experten, ein Grundlagen-Artikel dagegen von einem Kollegen aus der Video-Abteilung. Sogar Oliver Menne, der sich eigentlich schon lange aus dem Heft zurückgezogen hatte, haut in seinem Chefbüro nochmal in die Tasten und steuert einen Guide über Gruppenspiel bei. Das Sonderheft, bescheiden "Die Bibel" getauft, wird ein gewaltiger Erfolg, wir drucken mehrere Auflagen nach. Das Thema World of Warcraft lässt uns auch danach nicht mehr los, doch im Kernteam ist dafür einfach kein Platz. Die logische Konsequenz: Wir heuern weitere Experten an und gründen eine eigene WoW-Redaktion, die in den nächsten Jahren zig Sonderhefte und Klassenbücher produziert.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Husky666 Anwärter/in
        Oh Gott, diese "EInheitsredaktion", ich erinnere mich genau an diese Vollkatastrophe. Die hat nämlich dafür gesorgt das PCAction kaputt ging. Man warf da den Humor nämlich gleich mit weg um "Frühere Leser zurückzuholen" wobei jeder eigentlich genau weiss das das nicht geht.

        Mal ehrlich man hatte die seriöse PCGames und die knallige PCAction. Beide hatten ihre Stammleser, was macht man, die knallige PCAction zu einer PCGames wo auch noch in beiden genau die gleichen Texte in etwas anderem Layout waren.

        Das war ein Katalysator für den größten IVW Verkaufszahlencrash im Segment. PCAction "lebte" dann jahre lang noch als PCGames Appendix in dem da einfach nur noch die umlayouteten PCGames Artikel drin waren. Da war man fast froh das irgendwann auf einem Cover "Die letzte Ausgabe" stand. Leider auch komplett ohne Abschiedsspecial oder sowas, einfach eine PCGames mit anderem Editorial, Layout und letzter Seite :(

        Ausserdem legte man ja nicht nur PCA und PCG zusammen sondern auch noch gleich alle anderen Hefte quasi mit dazu. Schon hatte man PS3 Screenshots in der PCG ...

        Netterweise verhindert EA aber ja mittlerweile das man den Xbox One Series X Test zu FIFA in die PCGames packen kann :B
      • Von Husky666 Anwärter/in
        Oh Gott, diese "EInheitsredaktion", ich erinnere mich genau an diese Vollkatastrophe. Die hat nämlich dafür gesorgt das PCAction kaputt ging. Man warf da den Humor nämlich gleich mit weg um "Frühere Leser zurückzuholen" wobei jeder eigentlich genau weiss das das nicht geht.

        Mal ehrlich man hatte die seriöse PCGames und die knallige PCAction. Beide hatten ihre Stammleser, was macht man, die knallige PCAction zu einer PCGames wo auch noch in beiden genau die gleichen Texte in etwas anderem Layout waren.

        Das war ein Katalysator für den größten IVW Verkaufszahlencrash im Segment. PCAction "lebte" dann jahre lang noch als PCGames Appendix in dem da einfach nur noch die umlayouteten PCGames Artikel drin waren. Da war man fast froh das irgendwann auf einem Cover "Die letzte Ausgabe" stand. Leider auch komplett ohne Abschiedsspecial oder sowas, einfach eine PCGames mit anderem Editorial, Layout und letzter Seite :(

        Ausserdem legte man ja nicht nur PCA und PCG zusammen sondern auch noch gleich alle anderen Hefte quasi mit dazu. Schon hatte man PS3 Screenshots in der PCG ...

        Netterweise verhindert EA aber ja mittlerweile das man den Xbox One Series X Test zu FIFA in die PCGames packen kann :B
      • Von Falconer75 Mitglied
        Zitat von Felix Schuetz
        Zuvor hatte ich allerdings noch ein paar Wünsche geäußert. Zum Beispiel, dass ich auch Tiefpunkte und Rückschläge behandeln darf. Und dass ich die Kollegen würdigen kann, die wir über die Jahre verloren haben. Das alles wurde von der Chefredaktion sofort abgenickt, allerdings wurde der Artikel dadurch auch doppelt so lang wie ursprünglich geplant.
        Bemerkenswert. Diese Entwicklung im Verlag ist richtig toll. Das merkt ihr alle hoffentlich auch durch das viele positive Feedback. Diese Art von Transparenz, Offenheit und Mut zu anspruchsvollen Projekten ist wirklich total positiv. Macht richtig Spaß, das mitverfolgen zu können.

        Ein paar persönliche Worte zu CPS. Wollte ich hier eigentlich gar nicht schreiben, muss jetzt aber doch raus. Es gab ja eine kurze Phase im Laufe seiner Krankheit, wo es nach Besserung aussah. Da hatte ich Kontakt zu ihm und er war so voller Hoffnung. Das geht mir immer noch sehr nahe.
      • Von Felix Schuetz Redakteur
        Zitat von heinz-otto
        Ich habe eigentlich keinen spezifischen Kommentar zum "Teil 3" hier, habe aber den Jubiläums Artikel zur Heftgeschichte in der Printausgabe am Wochenende gelesen. Ein dickes Lob an Felix (im alten PCG-Podcast gerne auch lobend "Spielosaurus Schütz " genannt) für die wunderbaren Erinnerungen, Anekdoten, aber auch die offenen Passagen über Tiefs und unschöne Veränderungen. Es war ein unglaubliches Lesegefühl fast wie eine Zeitreise von der eigenen Jugend bis heute. Und besonders schön finde ich, dass wir als Heftleser und Podcast-Hörer euch alle die Jahre auf diesem Weg begleiten konnten.

        Am meisten hat mich der Absatz zu Thomas Weiß berührt. Ich wußte gar nicht, dass er damals gestorben ist.Ich habe seine Artikel immer sehr gerne gelesen, da sie meist in meinen Genreschwerpunkten lagen. Daher war es sehr schade, nichts mehr von ihm zu lesen.
        Danke dir! Als man mir sagte, dass ich diesen Artikel übernehmen soll, wusste ich lange nicht, wie ich die Sache aufziehen soll. Ich habe viel zu lange gegrübelt, mir zig Formate überlegt und am Ende fast alles wieder verworfen. Als die Heftabgabe dann bedenklich näher rückte, habe ich einfach drauflos geschrieben. Zuvor hatte ich allerdings noch ein paar Wünsche geäußert. Zum Beispiel, dass ich auch Tiefpunkte und Rückschläge behandeln darf. Und dass ich die Kollegen würdigen kann, die wir über die Jahre verloren haben. Das alles wurde von der Chefredaktion sofort abgenickt, allerdings wurde der Artikel dadurch auch doppelt so lang wie ursprünglich geplant. Wenn er euch trotzdem gefällt, hat sich die Mühe immerhin gelohnt. Das nächste Jubiläum darf dann aber gerne jemand anderes übernehmen. ;)
      • Von heinz-otto Mitglied
        Ich habe eigentlich keinen spezifischen Kommentar zum "Teil 3" hier, habe aber den Jubiläums Artikel zur Heftgeschichte in der Printausgabe am Wochenende gelesen. Ein dickes Lob an Felix (im alten PCG-Podcast gerne auch lobend "Spielosaurus Schütz " genannt) für die wunderbaren Erinnerungen, Anekdoten, aber auch die offenen Passagen über Tiefs und unschöne Veränderungen. Es war ein unglaubliches Lesegefühl fast wie eine Zeitreise von der eigenen Jugend bis heute. Und besonders schön finde ich, dass wir als Heftleser und Podcast-Hörer euch alle die Jahre auf diesem Weg begleiten konnten.

        Am meisten hat mich der Absatz zu Thomas Weiß berührt. Ich wußte gar nicht, dass er damals gestorben ist.Ich habe seine Artikel immer sehr gerne gelesen, da sie meist in meinen Genreschwerpunkten lagen. Daher war es sehr schade, nichts mehr von ihm zu lesen.
      • Von Datalus Hobby-Spieler/in
        Ich habe sowohl die Anfänge von Steam erlebt als auch den Launch von WoW mitgemacht. Beides zwei einzigartige Events in der Branche, wobei ich diese sehr unterschiedlich wahrgenommen habe.

        Ersteres sah ich kritisch, und bin immer noch kein Freund davon, und in WoW bin ich über Wochen, Monate und sogar Jahre eingetaucht wie in kein zweites Spiel.

        Der PC war speziell in dieser Zeit ein Wechselbad der Gefühle :D
      Direkt zum Diskussionsende
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